Mein Tagebuch: 23. und 24. Juni 2020

23. Juni, Dienstag und 24. Juni, Mittwoch:

Sehr warmes Sommerwetter, heute werden es mindestens 25°C. Wäsche waschen und Johannisbeeren sammeln, am Abend ins Glasatelier.
Ein ganz normaler Tag? Heute entdecken Experten während einer halben Stunde aussergewöhnliche Ausschläge im magnetischen Feld unseres Planeten. Niemand kann dieses Phänomen erklären, denn die Sonnenstürme sind zurzeit so ruhig, wie noch nie in diesem Jahr.

Die Schweizer Fleischbranche sieht sich im Unterschied zu Deutschland gerüstet: Es hätte „keine grösseren“ Corona-Ausbrüche gegeben. Die Schutzmassnahmen seien sehr streng, also Abstandhalten und Masken. Das Foto der NZZ vom 24. Juni, eine Innenaufnahme einer Zubereitungsabteilung, zeigt die Angestellten zwar mit Plastikhauben, Schürzen und Handschuhen, jedoch ohne Masken. Vielleicht ist es ein „vor-der-Corona-Zeit-Foto“.
Während einer Klangmeditation habe ich folgende Vision: Eine Delegation sogenannter Nutztiere, d.h. ein paar Kühe, Schweine und Hühner, kommt zu mir. Die Leitkuh gibt mir eine Botschaft für die Menschen: „Führt uns nicht mehr in die Schlachthöfe. Das macht euch krank!“ Sie sagt nicht, dass wir kein Fleisch mehr essen sollen. Es wäre jedoch an der Zeit, die Fleischverarbeitung und den Umgang mit den Tieren zu ändern.
Georg und ich essen seit 43 Jahren kein Fleisch mehr. In unserer unmittelbaren Umgebung wird im Sommer zum Glück nicht gegrillt. Immer öfter sehen wir bei den Grillstellen am Ufer der Aare, dass Familien Brotteig um Stöcke wickeln, die die Kinder dann ins Feuer halten. Alle scheinen damit zufrieden zu sein. Es geht auch anders.

Am Abend gehe ich ins Glasatelier, welches sich in unserer Nähe befindet. Meine Lehrerin bzw. „Glas-Meisterin“ zeigt mir, wie man in der 800°C heissen Flamme herzförmige Perlen aus Murano-Glas formen kann. Mit dem Resultat bin ich noch nicht zufrieden, da muss ich noch üben.  


Foto und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: Montag, 22. Juni 2020

22. Juni 2020, Montag:

Ab heute dürfen wir uns einen halben Meter näher rücken. Die R-Zahl für die Schweiz ist wieder auf 1 gestiegen. In Deutschland beträgt sie jetzt 1,79. In Gütersloh gab es in der Fleischfabrik Tönnies einen Ausbruchsherd mit inzwischen über 1‘300 registrierten Infizierten. Der Chef der Firma tritt persönlich vor das Mikrofon: Es werde sich in der Branche etwas ändern. Dafür werde er sorgen, denn so ginge das nicht!

Präsident Trump spricht in der Stadt Tulsa in Oklahoma zu den Anhängern, viele Sitzplätze bleiben leer. Er wollte ursprünglich genau an dem Jahrestag des Massakers an der schwarzen Bevölkerung hier auftreten, musste das Datum jedoch wegen Protesten um ein paar Tage verschieben. Er erwähnt weder George Floyd noch den Jahrestag. Stattdessen beschimpft er die Bewegung „Black lives matter“. Na, wenn das mal gut geht! Nicht ohne Grund hatte Trump den chinesischen Präsidenten Xi um Hilfe für seinen Wahlkampf geboten.

Die 17-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg meldet sich nach längerer Zeit wieder zu Wort, in einer Radiosendung. Sie sei enttäuscht, dass trotz vielen Versprechen die Regierungen noch fast nichts wegen der Klimakrise unternommen hätten. Positiv sieht sie die Reaktionen auf das Corona-Virus als Beispiel dafür, dass wir daraus lernen könnten: „Die Einsicht, wie man einen Notstand auch als Notstand behandeln sollte.“ Der „Bund“ von heute schreibt: „Sie verwies auf die astronomischen Summen, die allerorten zur Bekämpfung der Corona-Krise bereitgestellt werden, darauf, wie Menschen über Nacht ihr Verhalten ändern, wie Bürger mit einem Mal auf Experten hören, Gesellschaften und Politiker zusammenstehen und die Medien sich mit einem Mal weltweit fast ausschliesslich auf die Krise konzentrieren.“  

„Yes! You are ready!“

Mein Tagebuch: 20. und 21. Juni 2020

20. Juni 2020, Samstag:

Der Bundesrat hat über neue Lockerungen entschieden. Das Notrecht gilt ab sofort nicht mehr, die Kantone sollen wieder für die Sicherheit zuständig sein. Weiterhin gelten Empfehlungen: Bei Symptomen solle man sich testen lassen und in Quarantäne begeben, Homeoffice, wenn möglich, ab Montag gilt ein Abstand von 1,5 m, Demonstrierende sollten Masken tragen. Dringendst empfohlen sind Hygienemasken im öffentlichen Verkehr. Ab jetzt sind Versammlungen mit 1000 Menschen zugelassen.
Die Experten der Taskforce kritisieren diese ihrer Ansicht nach zu frühen und zu weitgehenden Lockerungen. Die Schweiz sei nicht darauf vorbereitet, die Zahl der Infizierten stieg in dieser Woche von 30 auf 50 pro Tag.

An manchen Orten tauchen kleine Plakate auf, die im Layout jenen des BAG zum Verwechseln ähneln. Nur der Text der Empfehlungen ist anders. Der Titel lautet: „Positivität fördern statt Angst.“ Das Motto des BAG „So schützen wir uns“ wurde kopiert. Das grösste Piktogramm zeigt kleine männliche und weibliche Figuren, die in der Form eines Herzens zusammenstehen. Der dazugehörende Text: „Eine bessere freie Welt für ALLE aktiv mitgestalten. Unsere Grundrechte bewahren!“ Unter der Rubrik „Weiterhin wichtig“ sind auf zwei Zeilen verteilt je 4 Piktogramme zu sehen mit dem Text: „Regelmässig meditieren, die geistige Welt um Hilfe bitten, aufbauende Texte lesen, Durchblick anstreben, nachdenken und hinterfragen, sich nichts vorgaukeln lassen, gleichschalten nicht zulassen, die geistige Freiheit nie aufgeben.“

21. Juni, Sonntag:

Sommerwetter und Ruhe im Quartier. Am Abend lacht eine Familie bei einer Feier in ihrem Garten. Die Lebensfreude ist nicht aufzuhalten! Auch die Restaurants in der Berner Altstadt sind im Freien gut besetzt, der Duft von Oregano und Pizza liegt in der Luft. Es ist friedlich. Während ich über den Waisenhausplatz zum Bahnhof laufe, schenke ich den Gästen ein Lächeln, sie lächeln freudig zurück. Kinder spielen Nachlaufen, Hunde sitzen schwanzwedelnd vor Herrchen oder Frauchen in der Hoffnung auf ein Stück Pizza. Das Auto aus Luxemburg steht immer noch vor dem Hotel Savoy, ein Gast aus Deutschland fährt vor. Weitere deutsche Gäste rollen Ihre Koffer vom Bahnhof herkommend in die Altstadt.

Gemäss dem britischen Astrologen Steve Judd braut sich am Himmel einiges zusammen: Gestern Nacht war die Sommersonnenwende, 9 Stunden später, also heute Morgen fand eine ringförmige Sonnenfinsternis bei Neumond statt. Fünf Planeten sind rückläufig, ab Montag bis Donnerstag nächster Woche sogar sechs. Mars ist bis Januar rückläufig. Dies ist er sonst höchstens für 4 Wochen. Welche Zeitqualität lässt sich aus dieser ausserordentlichen Konstellation ableiten? Steve Judd rät zu einer vorsichtigen Haltung gegenüber der nächsten Zukunft. Das Schlimmste ist noch nicht vorbei, es kämen tiefgreifende Änderungen auf uns zu. Bisheriges und Alt-Bewährtes werden wir überdenken, der Ruf nach Reformen wird laut. Strukturen lösen sich auf. Neue Lösungen sind noch nicht greifbar. Bis Ende Jahr sind starke geo-physikalische Ereignisse, also Vulkanausbrüche und Erdbeben zu erwarten, besonders in der Zeit vom 12. bis 14. Juli und in der 2. Hälfte Oktober.

Heute koche ich zum letzten Mal Rhabarberkompott. Die Saison dafür ist zu Ende. Ich mische eine Handvoll schwarzer Johannisbeeren aus unserem Garten hinzu und würze alles mit Zimt – sehr viel -, Sternanis – eher wenig -, Nelken, Muskat, Bourbon-Vanille und Rohrzucker. „Mmmh!“ meint Georg. Dieses Rezept sollte ich patentieren lassen.

Estelle liest die Karten für die kommende Woche: Wir gebrauchen unsere Intuition und betrachten die Welt aus der Perspektive der Einheit. Wir sind entschlossen und bringen unsere Schöpferkraft zum Ausdruck. Uns erwartet ein neuer Anfang, bei welchem unsere neu entdeckte Kreativität eine Rolle spielt. Wir können uns und den Geschehnissen vertrauen, auch wenn wir nicht alles verstehen. Es passiert viel hinter der Bühne. Die Engel finden: „Ihr seid bereit! You are ready! You can create heaven on earth! Ihr könnt den Himmel auf Erden erschaffen!“

Ich will es genauer wissen und besuche auf meinem Sonntagsspaziergang meine Freundin, die Eiche. Sie war schon vor mir da und wird es auch nach mir sein. Deswegen hat sie mit ihrer Weisheit eine andere Perspektive als ich. Sie flüstert mir zu:

Mach‘ dir keine Sorgen,
denke nicht an morgen
und schon gar nicht an übermorgen!
Eine Annahme ist das alles,
du stellst dir damit eine Falle!

Darauf fällst du nicht herein,
am besten lässt du das Morgen sein
und hörst auf meinen Rat,
den du umsetzt in die Tat:

Denk‘ nur an heute
und das mit aller Freude.
Geh‘ mit Sonne im Herzen
durch die Welt,
in der es nie an etwas fehlt.

Hülle und Fülle
jetzt und hier.
Es geschehe SEIN Wille!
Amen. So ist es.
Das sag‘ ich dir.

Deine Freundin, die Eiche


In der Sprache des indigenen Volkes der Hopi in Nordamerika gibt es nur die Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft sind darin eingeschlossen und mitgemeint.
Ich finde das sehr weise. Auch Gregg Braden betont in seinem Buch „Der Jesaja-Effekt“, dass wir nicht aus einem Mangelgefühl heraus um eine bessere Zukunft bitten sollen. Das Geheimnis für die Erfüllung von Gebeten liegt darin, dass wir uns unsere Wünsche so vorstellen, als seien sie bereits in Erfüllung gegangen. Zum Beispiel würde der Satz des Liedes „Möge Heilung gescheh’n!“ zur kraftvollen Version „Ja, ja, Heilung ist geschehen“.

              

   
  Fotos und Text: Petra Dobrovolny    

  

Mein Tagebuch: 17. und 19. Juni 2020

17. Juni, Mittwoch:

Heute lese ich das interessante Interview mit dem deutschen Virologen Prof. Christian Drosten im Spiegel Nr. 23 vom 30 Mai: Er meint, die 2. Welle liesse sich durch unsere gemeinsamen Anstrengungen verhindern. Wo sich ein Ausbruch zusammenbraue, könne man dank Kontaktdaten schnell handeln und die Leute in Quarantäne schicken. Nach neustem Wissensstand müsse diese nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Woche dauern. Kinder hätten keine Symptome, könnten aber Erwachsene anstecken. Weiterhin sei bis Ende Jahr von Kongressen und Konferenzen abzusehen. Im Winter werde man sehen, wie sich das engere Zusammensein in geschlossenen Räumen auswirke.

In der Mittagssendung wird Herr Prof. Matthias Egger, der derzeitige Leiter der wissenschaftlichen Taskforce des Bundesrates vom Schweizer Radio interviewt. Bis Mitte Mai sei die Lage mit 100 Neuinfizierten pro Woche in der Schweiz gut gewesen, jetzt nähmen die Zahlen wieder leicht zu. Im Moment empfiehlt er keine weiteren Lockerungen. Seit dem 6. und dem 15. Juni habe es weitere Lockerungen der Massnahmen gegeben, jetzt müsse man erstmal abwarten, wie sich die Lage weiterentwickle. Er gibt sich optimistisch, dass wir gemeinsam eine 2. Welle verhindern können, denn die Kommunikation des BAG und des Bundesrates mit der Bevölkerung habe sich verbessert.
Abstandhalten, Masken im öffentlichen Verkehr – nur jeder 20. Fahrgast trägt eine -, Kontaktverfolgung und, wenn möglich, weiterhin Homeoffice sind nach wie vor sehr wichtig und empfohlen. Die neuen Plakate des BAG mit den zurzeit geltenden Empfehlungen haben jetzt einen hellblauen Hintergrund, am Anfang waren sie Rot, dann Magenta. Am 24. Juni wird der Bundesrat seine neusten Entscheide mitteilen. Der empfohlene Abstand von bis jetzt 2 m wird voraussichtlich um einen halben Meter gekürzt.

Für diese Woche sagen uns die Karten von Estelle: „Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels, wir werden von den Engeln beschützt und von der geistigen Welt geführt. Es gibt Grund genug, um optimistisch zu sein, das Leben zu umarmen und die Erneuerung willkommen zu heissen. Auch wenn wir jetzt den Kokon verlassen, sollten weiterhin auf unser Herz und die innere Stimme hören und damit in Verbindung bleiben.“ Die Engel sagen: „Yes! Be assertive!“ Wählt nur das, was für euch stimmt und glaubt nicht alles!

Herr Prof. Martin Haditsch, ein österreichischer Mikrobiologe, der in Niedersachsen arbeitet, kritisiert auf Youtube die Interpretationen der Statistiken durch das Robert-Koch-Institut, vor welchem er bis vor kurzem eine grosse Hochachtung hatte. Vor allem meint er, dass die Selbstbestimmung der Bürger und Bürgerinnen nicht übergangen werden dürfe. Auch müssten die Risikogruppen anders definiert werden. Die Darstellung von Horrorbildern und die Verbreitung von Horrordaten in den Medien verurteilt er entschieden.
Der K-Tipp, eine Schweizer Zeitschrift für Konsument*innen, vergleicht in seiner Nr. 12 vom 17. Juni die Statistiken für Todesfälle in den ersten 22 Wochen der Jahre 2015 bis 2020 und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: 2015 war das schlimmste Grippejahr! Vor allem von den über 65-Jährigen starben 2377 mehr als erwartet! Trotz Corona-Pandemie gab es bisher in diesem Jahr kaum mehr Todesfälle als in anderen Jahren. Bei den über 65-Jährigen waren es 379 mehr als erwartet, bei den unter 65-Jährigen waren es 48 mehr als prognostiziert. 



Am letzten Freitag habe ich ein grosses Bücherpaket erhalten: Der Erzählband „Eine riskante Fahrt durch die Sahara“, herausgegeben vom Literaturpodium in Deutschland ist mit zwei Beiträgen von mir erschienen: „Das Geheimnis der Seelenschlange“ und „Eine Rose für Aschenputtel“. Beide Erzählungen, insgesamt 102 Seiten, schildern die Entwicklung von einer tiefen Lebenskrise zum erfüllenden Lebenssinn und basieren auf Erfahrungen mit Hilfesuchenden in meiner psychotherapeutischen Praxis. Ich beschreibe hier, wie eine verwundete Seele durch Traumanalysen und Atemübungen natürlicherweise ins Gleichgewicht kommen und reifen kann.
Jede Lebenskrise bietet eine Chance. Dies erleben wir während dieser Situation einer Pandemie weltweit. Viele Menschen entdecken ihre Kreativität und Hilfsbereitschaft. Vielen wird klar, nach welchen Werten sie ihre Lebensweise neu ausrichten wollen. Ein junger Vater sagte mir: „Mir gefällt die Corona-Zeit: Ich lerne meine Kinder neu kennen und entdecke auch neue Fähigkeiten bei mir selbst!“
Das aus dem Griechischen stammende Wort „Katastrophe“ bedeutet nicht das Ende, sondern eine „Wende“, also eine neue Möglichkeit.

Die Engel meinen: „Yes, you can!“ Wir können an unsere Schöpferkraft glauben! Sie ist stärker als wir meinen.



19. Juni, Freitag:

„Schon wieder Freitag!“, meint Georg. Die Zeit scheint zu fliegen. Das Johanniskraut beginnt zu blühen, unsere schwarzen Johannisbeeren sind reif. Am Sonntag wird bereits die Sommersonnenwende und ein paar Stunden danach eine ringförmige Sonnenfinsternis stattfinden. Die Welt wird nicht untergehen, aber tiefgreifende Veränderungen erleben: Astrologisch werden dies vor allem Länder wie die USA, Afrika, Indien, Pakistan und Hongkong spüren. Die Planetenkonstellation entspricht jener von vor 600 Jahren. Saturn steht in Konjunktion mit Pluto: Alte Strukturen zerfallen, Neues wird entstehen.

Endlich erhalten wir eine Nachricht von unseren Nachbarn aus Neuseeland: Sie werden voraussichtlich am 10. Juli zurückkehren. Darüber freuen wir uns und halten ihnen die Daumen, dass die zweitägige Reise wie geplant verlaufen wird. In Neuseeland hat es schon geschneit, die Wintersonnenwende steht bevor.

Ich erhalte die Nachricht, dass wieder ein neues Buch von Paula Himmelreich erschienen ist: „Der Wind der Veränderung: Eine wundervolle Botschaft aus dem Himmel.“ Was wollen wir mehr?



Buchtitelseite: www.literaturpodium.de
Fotos und Text: Petra Dobrovolny

Neuerscheinung

„Riskante Fahrt in die Sahara“
Erzählungen herausgegeben vom literaturpodium.de
in der Dorante Edition, Berlin 2020

Petra Dobrovolny-Mühlenbach, Werner Hetzschold,
Marita Wilma Lasch
und viele andere, insgesamt 18 Autor*innen

424 Seiten, erhältlich im Buchhandel

Mein Tagebuch: 16. Juni

16. Juni, Dienstag:

Das Wetter ist warm und teilweise sonnig. Laut Vorhersage sollte es die ganze Woche regnen.
Ich krame meine 9-saitige Tampura hervor, die mindestens 7 Jahre lang ungespielt in ihrem kleinen Gitarren-Rucksack verbracht hat. Na ja, ich könnte mich damit entschuldigen, dass wir in der Zeit einen grossen Umzug bewältigt haben. Oder damit, dass ich noch so viele andere Musikinstrumente habe. Georg meinte mal vorsichtig, ich solle doch vor dem Kauf eines neuen Instruments zuerst ein bisheriges verkaufen. Zweimal ist mir das geglückt, doch meine keltische Harfe war ziemlich beleidigt, als sie die Besitzerin wechseln musste. Mit Büchern ist das für mich – meistens – einfacher: Seit dem Umzug habe ich viele verschenkt oder in öffentlich zugängliche Bücherschränke gelegt.
Aber meine Tampura werde ich wohl mit in den Himmel nehmen, sie ist nicht einfach ein Musikinstrument, sondern ein Wesen mit einer besonderen Geschichte:             
Ein Bauer vom Thuner See rief eines Tages den bekannten Berner Instrumentenbauer Andreas Eigensatz an und fragte ihn, ob er Holz von einer Weide haben wolle. In der Nacht hätte der Blitz eingeschlagen, sodass der Baum gefällt werden musste. Dieses Angebot liess sich Andreas natürlich nicht entgehen, zumal das Holz durch den Blitz eine wunderbare Maserung erhalten hatte. Daraus fertigte er eine 9-saitige Tampura nach indischen Vorgaben an, die Oberseite besteht aus Kirsch- und Zwetschgenholz. Er rief mich an, ob ich sie anschauen wolle … Mit dem Saitenspiel vertonte ich dann mein „Märchen vom kleinen Delfin Müntschi“, denn die Klänge passten wunderbar zu der Bewegung, wenn Delfine auf- und untertauchen.
Trotz der langen Zeit sieht das Instrument nicht gealtert aus. Ich stimme es auf Cis und Gis, die „heilige Quinte“, wie sie in Indien genannt wird. Sie öffnet das Herz und schenkt Selbstvertrauen. Genau, was wir in dieser Zeit brauchen!

Auch wenn die Planeten gemäss astrologischer Deutungen weltweite Aufruhr und Revolution ankündigen, ist Gewalt weder angebracht noch nötig. Die farbige Bürgermeisterin von Atlanta bringt es tatsächlich fertig, die aufgebrachten Demonstrierenden zu beruhigen. Sie sagt: „Wenn ihr wirklich was ändern wollt, geht wählen!“ Damit erinnert sie an die Bürgerrechte und -pflichten. Ich freue mich darüber, dass solche Worte Resonanz finden. Ist dies ein Zeichen für die neue Zeit?
„The best way to predict future is to create it!“ Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen ist sie zu erschaffen! Das hat einmal Joe Dispenza, ein Neurowissenschaftler und spiritueller Lehrer, gesagt. Er wiederholt oft folgende Botschaft: Wir sollen uns unserer Schöpferkraft bewusst werden anstatt in einer Opferrolle zu verharren … und den eigenen Schatten auf andere zu projizieren anstatt ihn zu umarmen, würde C.G. Jung hinzufügen.

Die Engel ermuntern uns: „Yes! Yes! Yes! Your dreams are becoming real! Dream big!“

Die vor 6 Monaten gegründete Berner Fluggesellschaft flybair sendet mir eine Nachricht: „Wir träumen nicht mehr! Wir fliegen in die Ferien!“ Reiseträume werde wahr, ab Bern-Belp haben wir wieder die Wahl: Ab Juli nach Mallorca, ab September nach Kos, Rhodos, Kreta. Und das klimafreundlich, eine CO2-Kompensation ist im Preis inbegriffen.

Bereits vor der Aufhebung der Reisebeschränkungen machte „Schweiz Tourismus“ und auch Bundesrat Maurer Werbung dafür, im eigenen Land Ferien zu machen. Es gab Prospekte mit dem Slogan: „Dream now! Travel later!“ Nun ist das „Later“ eingetroffen, vor allem Campingplätze und Ferienwohnungen sind im Juli und August schon ausgebucht. Die Hotels in den Städten werden von Familie Schweizer eher gemieden. Das Wallis zeigt als Werbung übermüdete und unfrisierte potenzielle Kunden und Kundinnen mit Homeoffice-Laptops: „Egal, wie du aussiehst, bei uns bist du willkommen!“




2 Fotos und Text: Petra Dobrovolny
Letztes Foto: Georg Dobrovolny


Mein Tagebuch: 15. Juni 2020

RegenbogenBremg

15. Juni, Montag:

Am Wochenende haben in den USA und Europa viele Demonstrationen gegen den Rassismus stattgefunden. Auch in der Schweiz ist die Bewegung „Black lives matter“ angekommen. Ohne auf das Abstandhalten wegen Corona zu achten, wurde am letzten Wochenende demonstriert. In Bern waren es 4000, in Zürich 10‘000 Menschen. Die Polizei hielt sich zurück, der St. Galler Polizeidirektor findet die unbewilligten Demos sogar „hocherfreulich“, denn die Leute begännen wieder ihre Grundrechte einzufordern. Aber Gewaltbereite wollen wir nicht!

Heute öffnen nach 3 Monaten viele Landesgrenzen wieder, beim Dreiländereck in Basel ist Hochbetrieb. Politiker und Politikerinnen treffen sich auf der Dreiländerbrücke und sind sehr „heureux“, „heureuses“ und dankbar. Man hätte jetzt erst recht gemerkt, wie sehr man zusammengehöre. Ein Elsässer kommt extra über die Grenze, um in Deutschland Papiertaschentücher einzukaufen. Die seien in Frankreich viel teurer. Wegen seiner niedrigen Rente müsse er jeden Euro zweimal umdrehen. Am Abend sehe ich in Berner Altstadt vor einem Hotel einen Wagen mit einem Luxemburger Nummernschild. Ich freue mich über diesen Gruss aus meiner alten Heimat. Der „Bund“ berichtet über die Öffnungen mit der Schlagzeile „grenzenlos glücklich“.
Auf Mallorca landen die ersten zwei Charterflüge mit deutschen Touristen, alle mit Hygienemasken. Sie werden mit einem herzlichen Beifall des Hotelpersonals begrüsst, ebenfalls alle mit Masken. Ein Reporter fragt eine Touristin: „Haben Sie keine Angst vor einer Ansteckung?“ Diese schüttelt nur den Kopf: „Nein! Ich freue mich auf das Meer und die leeren Strände. Hier sind viel weniger Menschen als in der Düsseldorfer Altstadt.“

Ende gut, alles gut? Kann ich heute mein Tagebuch beenden? Es passiert immer noch so viel, und viele Fragen bleiben offen:
– Wollen meine Leser und Leserinnen überhaupt noch etwas zu dem Thema Corona von mir erfahren? Oder haben sie genug davon?
– Wird eine zweite Welle kommen? In Peking breitet sich das Virus wieder aus. Es kann nicht verheimlicht werden.
– Wie wird die neue Normalität aussehen?
– Wie gehen die Diskussionen um Denkmäler weiter? Damals „erfolgreiche“ Männer wurden damit geehrt, jetzt kommt auch deren Schattenseite zum Vorschein. Ich meine, wir könnten ja mal auch über den Schatten nachdenken. C. G. Jung würde sich freuen! Gemäss ihm entwickelt man sich erst zu einem mündigen Menschen, wenn man seinen Schatten anerkennt und umarmen kann. Man muss nicht alle Denkmäler abreissen oder verschandeln. Sie könnten auch auffordern zu: „Denk‘ mal!“
– Wie geht es weiter mit der Wirtschaft? Die Schweizerische Nationalbank sitzt auf hunderten Milliarden, die eigentlich dem Volk, das heisst dem Bund und den Kantonen gehören. Die SNB will aber vorläufig zumindest nichts hergeben. Über eine eventuelle teilweise Auszahlung entscheiden drei Männer! Dies wurde im Jahre 1907 festgelegt. Da haben wir in der Schweiz mal wieder ein weltweit aussergewöhnliches Problem.  
– Wann werden unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen? Wir leeren seit ihrer Abfahrt Ende Januar ihren Briefkasten und passen auf die Fische auf. Der Sohn scheint die Tageszeitungen wieder abbestellt zu haben, der Briefkasten ist nur noch halbleer oder -voll.
– Wann werden unsere Nachbarn, die junge Familie, endgültig ausziehen? Die Vorhänge haben sie schon abgehängt. Und wie wird es mit der neuen Nachbarschaft?  
– Werden meine Glasperlen-Kreationen ein Renner? Werden Gucci oder Versace eine „Corona-Collection“ bei mir bestellen?
– Wird der Gedichtband mit meinen Corona-Gedichten, die im Herbst erscheinen werden, ein Bestseller? Dream big! Die Sterne sagen mir für dieses Jahr ungeahnte Erfolge voraus. Go for it!

Ich werde Edwin im nachbarlichen Aquarium fragen, wie ich das Tagebuchschreiben handhaben soll. Es ist ähnlich wie im Theater: Der Autor oder die Autorin des Bühnenstücks kann leicht Personen auf die Bühne bringen. Doch wie und durch welche Türe lässt man sie wieder verschwinden, wenn man nicht gerade der liebe Gott ist? Das ist eine hohe Kunst. Dies weiss ich von meinen Erfahrungen mit Tanztheater. Oft haben wir darüber gelacht, wenn ein Tänzer oder Tänzerin hilflos auf der Bühne stand und nach einer Regieanweisung rief: „Ich bin jetzt immer noch da, was soll ich machen?“ – Ich kann mir schon denken, was der alte weise Fisch antworten wird: „Tagebuchschreiben ist wie Suchen nach dem Weg durch ein Labyrinth. Es braucht Geduld, bis du die Mitte findest. Um wieder herauszukommen musst du eine unerwartete Kehrwende nehmen. Dann bist du plötzlich in der Zielgeraden, die dich zum Ausgang führt.“ Danke, lieber Edwin!“ Es geht doch nichts über Weisheit, die aus der Tiefe kommt!

Mein Tagebuch: 12. – 14. Juni 2020

12. Juni, Freitag:

Heute habe ich während einer Klangmeditation zur Erdheilung eine besondere Vision:
Aus der Perspektive eines Adlers sehe ich eine Gegend in der Ukraine, in der im letzten Jahrhundert eine grosse Schlacht stattgefunden hat. Die flachen Felder sind zwar jetzt grün überwachsen, doch ich sehe noch das tiefer in der Erde versickerte Blut. Während der Monochordklänge zieht es sich konzentrisch in Form einer grossen roten an der Erdoberfläche liegenden Spirale zusammen. Sodann erhebt sich diese und dreht sich spiralig in Richtung Himmel. Dabei nimmt sie eine violette Farbe an, welche nach oben hin allmählich zu einem weissen Licht wird. Dies dauert eine Weile. Es scheint eine Reinigung und Heilung zu geschehen, während der ich alte Schlachtrufe und Schreie vergangener Zeiten höre. Das ganze Blut wird wie vom Himmel spiralig aufgesogen und in Licht verwandelt. Zurück bleibt ein im Sonnenschein leuchtendes Weizenfeld und eine Stimme vom Himmel sagt: „Es ist vollbracht.“ Nach einer Weile sehe ich ein weiteres ehemaliges Schlachtfeld in der Nähe, und diese Art von Reinigung geschieht noch einmal. Das Blut erhebt sich wieder als violette Lichtspirale zum Himmel, bis es ganz und gar aufgesogen und weiss durchlichtet ist. In einer dritten Phase sehe ich die Länder Europas unter mir. Alle ehemaligen Schlachtfelder leuchten nacheinander in Form roter Spiralen auf und erheben sich sodann als violette Lichtsäulen spiralig zum Himmel. Solange, bis die Gegend des Schlachtfelds geheilt ist. Am Schluss fliegen tausende von Schwänen spiralig vom Himmel auf die Erde und lassen sich auf den Seen und Flüssen Europas nieder. Ein Schwan sagt zu mir: „Wir sind die Hüter des neuen Friedens.“

13. Juni, Samstag:

Während der heutigen Klangmeditation gibt es eine Fortsetzung. Ich sehe die hohen Berge des Himalayas und einen langen Strom von Flüchtlingen. Es werden immer mehr, die Landschaft wird flacher, aus dem Norden, Osten und Süden strömen die Flüchtlinge nach Westen. Teilweise mit beladenen Reittieren, auch mit Handwagen. Von Regen und Schnee bleiben die Menschen nicht verschont. Dies dauert eine Weile an. Auf einmal drehen die Flüchtlinge am Ende um und wandern in die Richtung, aus der sie gekommen waren, zurück. Es gibt eine langsame, aber deutliche Kettenreaktion: Eine Gruppe nach der anderen dreht sich um und kehrt zurück. Die Luft wird wärmer, die Sonne scheint wie im Frühling. Eine Stimme sagt: „Alle Menschen finden wieder ihr Zuhause, ihren Ort, wo sie in Frieden leben werden. Es werden neue Gemeinschaften entstehen.“
Ich sehe dann ein friedliches China, einen regen Betrieb auf den Handelsstrassen und den grossen Flüssen, in denen wieder Delfine schwimmen.
Auf einmal nehme ich eine neue Anwesenheit im Raum wahr: Ein alter chinesischer Meister sitzt mir gegenüber auf einem niedrigen Hocker und spielt mit einem Bogen auf einem uralten zweisaitigen Instrument. Dann sehe ich, wie weitere alte Meister eintreffen und sich in einen Kreis setzen: Es sind Meister Konfuzius, Lao Tse und weitere chinesische Meister, dann tibetische, Sufi-Meister, Meister der Kaballah, alles Männer. Schliesslich kommen auch christliche Mystiker und hier auch Frauen, wie Hildegard von Bingen dazu. Die stille Botschaft der Versammlung lautet: Wir sind alle auf dem gleichen Weg, wir suchen das Göttliche in unserer Seele. Alle Wege sind richtig, der innere Frieden ist das Ziel. Der Weg ist das Ziel. Und jemand sagt: „Es werden bald wichtige alte Schriften auftauchen oder gefunden, die dies bestätigen.“

14. Juni, Sonntag:

Während der heutigen Klangmeditation zeigt sich mir eine Lichtspirale vom Himmel her zur Erde kommend. Die Engelchöre singen, auch das Läuten von Glocken ist zu hören. Eine Stimme sagt. „ICH BIN das Alpha und das Omega der Welt. WIR SIND das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende der Welt. Nach dem Ende geht es weiter. Das Alpha und das Omega … und ein neues Alpha. Ein Zyklus endet, und ein neuer beginnt. Jetzt sind wir in der Zeit des „und“, in der Zeit des Übergangs. Unsere Träume erschaffen den neuen Anfang.“ 

Text und Foto: Petra Dobrovolny  


Mein Tagebuch: 11. Juni 2020

11. Juni, Donnerstag:

Es kommt alles zum Vorschein oder wird wieder neu in Frage gestellt: Gerichte wollen „alte“ nicht aufgeklärte Fälle wie der Mord an Olof Palme vor 34 Jahren und die Entführung von Maddie McCann vor 13 Jahren abschliessen. Viele Leute wehren sich dagegen und wollen die „Erklärungen“ bzw. die „gefundenen Täter“ nicht akzeptieren. Der immer noch unaufgeklärte Mord an John F. Kennedy und die wirklichen Hintergründe von 9/11 werden zum Thema.
Auch das Vorgehen bei der Corona-Pandemie wird immer häufiger kritisiert. Ein Mitarbeiter des deutschen Innenministeriums bezeichnete die Pandemie als „globalen Fehlalarm“ und schrieb einen 80 Seiten umfassenden internen Bericht, in welchem er die Massnahmen, vor allem auch das Interpretationsmonopol in Bezug auf die Statistiken bestimmter vom Bund finanzierter Institutionen kritisierte. Der Beamte wurde inzwischen entlassen.
Ein österreichischer Mikrobiologe, Prof. Haditsch, der in Niedersachsen arbeitet und lehrt, entlarvt die Zahlenspielerei des Robert-Koch-Instituts und kritisiert vor allem dessen Angstmacherei. Je nach Teststrategie und Berechnung fällt die R-Zahl ganz anders aus.
Für die junge Generation in vielen europäischen Ländern ist Corona abgehakt. Sie wollen keine Masken tragen. Der deutsche Virologe Prof. Streeck sagt, es werde keine zweite Welle geben. Sein Berliner Kollege Drosten meint, das Virus könne sich abschwächen und höchstens einen Schnupfen verursachen.

Jetzt fällt oft das Wort „neue“ Normalität. Niemand weiss, was das bedeuten soll. Zur neuen Normalität in unserem Dorf gehört donnerstags die Marktstände des Gemüsebauern und der Freiburger Käsefrau. Dieses Angebot fand von Anfang an viel Anklang.   

Estelles Karten meinen: Auch wenn wir jetzt aus unserem Kokon herauskrabbeln, die Welt in einem neuen Licht sehen, ist es wichtig, dass wir uns nicht wieder im Aussen verlieren, sondern mit unserer Mitte und unserem Herzen verbunden bleiben. Die Engel sagen wieder: „Yes!“ Wir sollen nur wählen, was wirklich zu uns passt. Wir befinden uns in einer Zeit der inneren Erneuerung, die sich später im Aussen manifestieren wird. In uns erschaffen wir die Welt, in der wir leben möchten.

Neuseeland hat den Sieg über „Corona“ ausgerufen, Jacinda Ardern, die Präsidentin, tanzt vor Freude. Jetzt werden unsere Nachbarn wohl bald reisen können. Edwin hat sich heute mit seinem Bauch an die Scheibe des Aquariums geklebt, so dass ich seine kunstvoll gezeichnete Unterseite bewundern kann. Sie sieht fast aus wie ein Labyrinth.

Am Montag war ich wieder einmal seit langem im Glasatelier zum Perlendrehen. Ich habe die Farben, die gemäss meiner Analyse bei Covid-19 und ähnlichen Infektionen das Immunsystem und die Atemorgane stärken, ausgesucht: Die Grundperle wird gelbgrün, verziert mit orangen Bändern und knallroten Pünktchen, siehe Foto oben. Ich überlege, ob ich dem pensionierten Herrn Koch vom BAG eine Glasperle schenken soll … Bei der heftigen Kritik, die er jetzt einstecken muss, benötigt er bestimmt eine Stärkung.

Text und Foto: Petra Dobrovolny


Mein Tagebuch: 9. Juni 2020

9. Juni, Dienstag:

Am letzten Samstag haben 5000 Menschen in Basel unbewilligt gegen Rassismus demonstriert. Die Polizei griff nicht ein, sondern kniete ebenfalls während der Gedenkminuten an George Floyd! Es ändert sich etwas! Joe Biden verspricht im Falle seiner Wahl Reformen im Polizeigesetz.
Hier mein Gedicht im Gedenken an George, der am 26. Mai, also vor 2 Wochen in Minneapolis von einem weissen Polizisten ermordet wurde. Seine letzten Worte: „I can’t breathe, let me breathe!“ gingen um die Welt.

Weiter geh’n wir …      

Altes wegräumen
und entsorgen,
Neues erträumen
für eine Zukunft ohne Sorgen.
Zu zweit Hand in Hand,
auch mit anderen verbunden
durch ein unsichtbares Band
über Meere hinweg und Kontinente.

Ein Frieden ohne Ende
ist in Sicht,
ob du es glaubst oder nicht.
Die Masken haben wir abgenommen,
viele sind davon noch benommen.
Die neue Freiheit atmen wir jetzt erst recht,
George Floyd zu Ehren.
Das kann uns niemand verwehren.

Weiter geh’n wir Schritt für Schritt.
Uns’re Schutzengel kommen immer mit.
Wir sind beschirmt und behütet,
auch wenn in Zukunft
noch mancher Sturm wütet.

Am Ufer ziehen Schwäne vorbei,
würdevoll und frei.
Würde und Freiheit
sind auch uns nicht einerlei.
Dafür wir auch weiterhin einstehen,
egal, welche Fahnen über uns wehen.


Foto und Text: Petra Dobrovolny