Mein Tagebuch: 26.02.2022

26. Februar, Samstag: Frühling in welcher Welt?

Ein Freund aus dem „Unterland“ schickt mir Fotos mit Winterlingen und Krokussen, damit ich hier in den Schneebergen nicht vergesse, wie der Frühling aussieht. Die Störche seien schon zurückgekehrt, schreibt er.

In Kanada hat Premierminister Trudeau das Notstandsgesetz wieder aufgehoben, nachdem die Polizei brutal gegen die friedlich Demonstrierenden durchgegriffen hat. Er hatte sie als Kriminelle, die obendrein noch die Hakenkreuzfahne schwenken, bezeichnet. Sogar das Parlament hatte er für ein paar Tage ausser Kraft gesetzt. Nun wird ihm vorgeworfen, dass er mit den Truckern noch nicht einmal geredet, sondern auch seine Macht missbraucht habe. Einen Grund für den Ausruf des „Act of Emergency“ hätte es nicht gegeben. Inspiriert von den kanadischen Truckern hat sich in den USA von Kalifornien aus ein „Convoy for Freedom“ in Gang gesetzt. Dieser will am 5. März Washington D.C. erreichen und findet in der Bevölkerung grosse Unterstützung. Es geht schon längst nicht mehr nur um „No Pass – no Vaxx“, sondern grundlegend um die Freiheit und Selbstbestimmung über den eigenen Körper. In einem BBC-Interview sagt Novak Djokovic, dass er lieber auf seine Teilnahme an Tournieren mit Impfpflicht verzichte als sich impfen zu lassen. Er sei immer damit sehr achtsam gewesen, was er in seinen Körper hereinlasse. Da kenne er keinen Kompromiss, auch wenn der Preis sehr hoch sei und er nicht als bester Tennisspieler aller Zeiten in die Geschichte einginge.
 
Vor dem Hauseingang treffe ich meinen 80-jährigen Nachbarn aus Norddeutschland, der nun 2 Wochen lang in Leukerbad war. Morgen fährt er wieder nach Hause. Ich frage ihn nach der Corona-Situation, denn in Deutschland sind die Massnahmen immer noch in Kraft und werden noch andauern. Er sagt: „Zum Glück!“  Ich wundere mich, warum er Angst hat, denn er hatte mir gesagt, er sei zweimal geimpft und einmal geboostert. Wir Deutsche hätten aber jetzt ein grösseres Problem, meint er, denn wir hätten Krieg. Die Schweiz sei da zwar neutral, aber die russischen Panzer stünden schon vor Kiew. Er erwartet eine massive Geldabwertung und einen Mangel an russischem Gas. Dann könnte er im Winter nur noch ein einziges Zimmer seiner Wohnung heizen. Schliesslich sagt er, an dem allen könnten wir sowieso nichts ändern. Ich denke anders, doch er will meine Meinung gar nicht hören.

Wir können viel mehr als wir meinen. Zum Beispiel für den Frieden beten und auf dem Majdan in Kiew eine Lichtsäule errichten. Vor ein paar Tagen hatte ich Putins Rede zur Kriegserklärung auf Youtube in Simultanübersetzung gehört. Die deutschen Kommentare unter dem Video waren alle positiv. Es sei logisch, was er sage, Russland sei tatsächlich vom Westen bedroht. Ein Freund, der in der Nähe von Berlin wohnt, wird am Sonntag an der dortigen Grossdemo für den Frieden und gegen die Invasion in die Ukraine teilnehmen.

So weit ist es inzwischen mit der Spaltung der Gesellschaft gekommen. Andersdenkende werden als Kriminelle, Nazis, Sektenmitglieder oder Drogensüchtige beschimpft. Sie werden zu Monstern gemacht, gegen die man sich schützen und gewaltsam vorgehen muss. In welcher Welt leben wir?

Foto: Georgs Friedensfeuer
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 19.02.2022

19. Februar, Samstag: Lebensfreude steckt an!

In der Schweiz erleben wir seit 23 Monaten das erste Wochenende ohne Corona-Massnahmen. Nur im öV und in „Gesundheitseinrichtungen“ besteht noch eine Maskenpflicht bis Ende März. Am 16. Februar mit Vollmond im Löwen – wie passend! – hat der Bundesrat fast sämtliche Massnahmen mit sofortiger Wirkung ab Mitternacht aufgehoben. Ein Vollmond kündigt das Ende eines Zyklus an, der Löwe steht für ein Herz für das Wohl der Allgemeinheit. Der Bund übergibt die Verantwortung wieder den Kantonen und jedem und jeder einzelnen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals meine Eigenverantwortung abgegeben hätte. Es wird kein „Freedom Day“ deklariert, denn wir dürfen uns nur vorsichtig freuen. Der Bundesrat werde wachsam bleiben, niemand wüsste, ob es im Herbst nicht ein noch schlimmeres Virus gäbe.
Normalerweise, d.h. gemäss biologischem Gesetz, schwächt sich ein Virus im Verlaufe seiner Evolution ab und entwickelt sich nicht wieder „zurück“ zu einer neuen oder grösseren Stärke. Dies war bei der Spanischen Grippe auch so. Man müsste eher das Institut für Virologie in Wuhan fragen, was für Herbst geplant sei und ob an einer „Rückentwicklung“ geforscht werde.
Die Tagespresse kritisiert die „Turbo-Öffnung“ des Bundesrates. Die Schlagzeile, dass es gemäss Aussagen von Experten deswegen mehr Corona-Tote gäbe, macht die Runde (20 Minuten vom 17.02.2022).
Ein Aufatmen geht durch das Land, die Lebensfreude kehrt zurück. Trotz aller Mahnungen zur Vorsicht und weiterer Angstmacherei durch die Medien.    
Am meisten freut sich die Gastronomie, denn sie möchte wieder gastfreundlich sein und nicht mehr Polizei spielen. Das Covid-Zertifikat ist im Inland nicht mehr nötig, ein EU-kompatibles wird jedoch auf Wunsch für Auslandreisen ausgestellt.

Eine Nachbarin sagt zu mir: „On a gagné!“ „Wir haben gewonnen!“ und erzählt mir, dass am Wochenende ihre ganze Familie nach Leukerbad kommen und oben auf dem Torrent im Restaurant feiern wolle. Jetzt werde sie erst mal in die Therme gehen.
Von einem Tag auf den anderen wurde die 2Gplus-Regel, die seit September für die Leukerbader Therme galt, aufgehoben. Auf den Besucherstrom hatte die Einschränkung kaum eine Wirkung gehabt, die Therme war besonders zu Ferienzeiten sehr gut besucht. Ich habe mich gewundert, wie geduldig so viele Geimpfte und Genesene auch noch die sinnlose Schikane eines fragwürdigen Tests über sich ergehen liessen. Jetzt fallen plötzlich alle „Schutzmassnahmen“ weg, sodass zu erwarten wäre, dass vor lauter Angst kein Mensch mehr in die Therme geht. Weit gefehlt! Aus Neugier gehe ich auf meinem Spaziergang dort vorbei. Vom Eingangsbereich aus kann man auf die Schwimmbecken schauen. Dort drängen sich die Gäste dicht an dicht, zum Schwimmen gibt es gar keinen Platz. Vor der Kasse warten viele gut gelaunt und ohne Maske und Abstand.
Im Supermarkt Migros sehe ich nur eine ältere Frau und ein ausländisches junges Paar mit Maske. Wer eine Maske tragen möchte, darf dies weiterhin tun. Georg wurde am letzten Montag, den 15. Februar, von einem jungen Mann im Bus dazu aufgefordert, die Maske richtig aufzusetzen. Vor zwei Jahren, als es im öV noch keine Maskenpflicht gab und Georg gerade Covid überstanden hatte, machte sich eine Frau über ihn lustig, weil er im Bus eine Maske trug. Er sähe aus wie ein Papagei. Sie zeigte ihm den Vogel und sagte auch zum Buschauffeur, dass Georg spinnt. Solche Szenen wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben. Eigenverantwortung sollte respektiert werden. So staunte Georg, dass der serbische Kellner im Restaurant in Bremgarten am 1. Tag der Lockerungen doch noch eine Maske trug. Wie sich herausstellte, war Mirko erkältet und wollte seine Gäste schützen.

Während ich diesen Beitrag poste, erreicht mich die Nachricht, dass Justin Trudeau das Parlament entlassen hat. Mit Polizeigewalt geht er gegen die Freedom Truckers vor. Dies ist ein trauriger Tag für Kanada und für die Welt.  

Foto und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: 12.02.2022

12. Februar, Samstag: Es bewegt sich etwas!

Seit 16 Tagen demonstrieren die Trucker in Kanada für die Freiheit: Truckers for Freedom. Ausgelöst hatte ihren Unmut die Impfpflicht für LKW-Fahrer:innen, die über die kanadisch-amerikanische Grenze fahren. Ein Fahrer bringt es auf den Punkt: «Wir werden ständig belogen! Erst sagten sie, es genügen 2 Impfungen, dann wurden es 3, bald soll es alle 3 Monate eine sein. Zuerst hiess es, mit 75% Geimpften werde die Herdenimmunität erreicht, jetzt spricht man von 90%. Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern auch für euch! Denn sie werden uns umbringen!» Über 50’000 Fahrzeuge stehen jetzt in der Hauptstadt Ottawa, die Bevölkerung unterstützt die Fahrer und versorgt sie mit Lebensmitteln, auch wenn dies inzwischen polizeilich verboten wurde. Die Provinz Ontario hat gestern den Notstand ausgerufen. Jede Person, die der Regierung nicht gehorche, werde bestraft. Premierminister Trudeau, der 11 Tage lang irgendwohin in Sicherheit gebracht worden war, ist wieder aufgetaucht und sagt im Parlament, dass es sich hier nur um eine kleine Minderheit handle, die dem Land Probleme bereite. Eine Abgeordnete verlangt jedoch von ihm, dass er sofort rausgehen und sich bei den Trucker entschuldigen solle. Unterdessen ziehen tausende von Menschen mit Fahnen friedlich für die Freiheit und gegen den Premierminister durch Ottawa. «Truckers for Freedom» wird zu einer Bewegung, die auch auf andere Länder wie Belgien, Finnland, Neuseeland, Frankreich und die Schweiz überschwappt.
Das deutsche Verfassungsgericht hat entschieden, dass die Impfpflicht für bestimmte Berufe rechtens sei. Die Begründung: Ungeimpftes Pflegepersonal sei für die Betagten ein höheres Risiko als die Impfung für das Personal. Wie können Juristen darüber befinden? Auf welcher Grundlage? Über 1000 Studien belegen inzwischen Impfschäden. Der Mangel an Pflegepersonal besteht bereits, denn viele steigen in einen anderen Beruf um oder wandern in die Schweiz oder nach Paraguay aus.   

In der aktuellen Nummer 235 der Zeitschrift „Raum & Zeit“ finde ich einen interessanten Artikel der Ärztin und Homöopathin Christiane Poppe: „Covid-19 ist sehr gut behandelbar“. Sie empfiehlt zwei Bücher von Dr. med. Uwe Friedrich: „Angst vor Corona?“ und „Long Covid – und jetzt?“ und beschreibt, dass die homöopathische Behandlung auch bei Patienten wirkt, die diese Methode Humbug finden. Auf der Seite 106 in diesem Heft finde ich einen Hinweis darauf, dass es inzwischen Balkon-Solargeräte gibt. Man kann den erzeugten Strom direkt über eine Steckdose in den eigenen Haushaltsstromkreis einspeisen. Präsident Macron hat davon bestimmt noch nichts gelesen. Er will für Frankreich sechs neue Atomkraftwerke planen.

Österreich will die parlamentarisch abgesegnete Impfpflicht für alle ab 18 Jahren sehr wahrscheinlich doch nicht einführen.

Foto: Sonnenuntergang im Wallis

und Text: Petra Dobrovolny
    

Mein Tagebuch: 10.02.2022

10. Februar, Donnerstag: Wieder mal Jauchzen!

Diese und nächste Woche haben verschiedene Kantone Sportferien. Hier in Leukerbad geniessen viele Familien aus Bern die Sonne und die sehr guten Pistenverhältnisse. Ab und zu hört man jemanden vor Freude jauchzen. 
Das ist doch wunderbar, dass das wieder oder immer noch möglich ist!

Gestern wurde das letzte Brett über dem Fenster unserer neuen Küche montiert, am kommenden Mittwoch wird noch ein Teil der Arbeitsplatte aus Granit wegen eines Sprungs ersetzt. Dann können wir auch vor Freude jauchzen, denn die Renovation unserer Küche, die fast fünf Monate gedauert hat, ist damit abgeschlossen.

Die New York Times berichtet, dass die Pharmafirma Johnson & Johnson die Produktion ihres Corona-Impfstoffs eingestellt hat. Die Nebenwirkungen, besonders in der Form von Blutgerinnseln, waren zu gross. Jetzt können diejenigen jauchzen, die nicht als Versuchskaninchen herhalten mussten. Es kommt immer mehr ans Licht: Die WHO veröffentlicht eine Liste der Impffolgen unter www.vigiaccess.org
Das US-Militär registriert alle Krankheitsdiagnosen ihrer Mitarbeitenden. Seit dem Beginn von Anti-Covid-Impfungen haben Krebserkrankungen und Fehlgeburten um 300% zugenommen. Davon berichtet der unabhängige deutsche Journalist Boris Reitschuster.
Facebook geht nicht mehr gegen «User» vor, die darüber informieren, dass das Virus menschen- bzw. laborgemacht wurde. Das Labor für Virologie von Wuhan wurde mindestens 10 Jahre lang daran experimentiert, wie ein Virus von einer Fledermaus auf den Menschen übertragen werden kann. Zu welchem Zweck? Herr Prof. Christian Drosten sagt sogar, man könnte meinen, dass dahinter böse Absichten gewesen seien. Dies sei jedoch nicht der Fall.
Der amerikanische Arzt mit indischen Wurzeln, Dr. Suneel Dhand, dessen Youtube-Beiträge mindestens einmal wegen sog. «medizinischer Fehlinformation» gelöscht wurden, hofft, dass Mutter Natur durch die harmlosere Omikron-Variante der Pandemie auf natürliche Weise ein Ende bereitet. Erfahrungsgemäss mutieren Viren mit der Zeit zu harmloseren Varianten, d.h. sie werden «endemisch». Sie gehören dann zu unserem Alltag, ohne uns wesentlich zu schaden. Sogar das Gratisblatt 20 Minuten meint, Omikron könnte am besten «boostern». Diese Schlagzeile hatte die Zensur wohl übersehen. Tatsächlich bleiben neuerdings die Impfzentren in der Schweiz ziemlich leer. Oft würden die Angemeldeten erst gar nicht erscheinen, klagt eine Angestellte.
Wieder muss ich an den neuseeländischen Geschäftsinhaber in der Berner Altstadt denken, der mir vor über einem Jahr gesagt hatte: «Es wird sicher vorbeigehen. Es ist nur die Frage, ob unsere Regierung uns sagt, dass es vorbei ist.» Oder anders gefragt: «Wann dürfen wir mit amtlicher Bewilligung jauchzen?» 

«Long Covid», die langfristigen Folgen von Covid-19, werden nun auch in der Tagespresse zum Thema. Komplementärmedizinische Methoden sollen mithelfen die Folgen zu lindern oder im besten Fall zu heilen. Gemäss dem «Bund» vom 7. Februar sollen sich auf der offiziellen Liste auch umstrittene Therapiemethoden befinden. «Therapien mit Klangschalen bringen laut Fachleuten nichts, um Symptome von Long Covid zu lindern.» Georg meint, es sei wieder mal Zeit für einen Leserbrief bzw. für einen Brief an den Schreiber dieses Artikels:

«Sehr geehrter Herr Balmer,

in Ihrem inquisitorisch geschriebenen Artikel im Bund vom 7. Feb. auf S. 5 verunglimpfen Sie die ältesten Therapiemethoden der Menschheit, nämlich die Kräuterheilkunde und die Klangtherapie. Wie kommen Sie dazu? Welche «Fachleute» meinen, dass Klangschalen «nichts bringen»? 
Ich selbst habe mehrmals sehr positive Erfahrungen mit Klangtherapie gemacht, besonders als die klassische Medizin mir nicht helfen konnte und auch einmal eine OP vermasselte. Mit Ihrem Artikel schaffen Sie Vorurteile und verhindern, dass Personen, denen eine solche Therapie wirklich helfen könnte, es erst gar nicht versuchen.»

Foto: Ein UFO über Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 07.02.2022

06. Februar, Sonntag: Eine besondere Kerze und das Ende eines Abonnements

Die Sonne gewinnt an Kraft. Am 2. Februar war «Maria Lichtmess», am 3. Februar ist «Sankt Blasius». In sechs Wochen wird die Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche stattfinden. Der 1. Februar hiess bei den Kelten «Imbolc». Die schwarze und die weisse junge Göttin, die das neue Licht bringt, begegnen sich an diesem Tag. Die junge Göttin Brigid erweckt die Flamme des Lebens, schmilzt das Eis und bringt das Wasser zum Fliessen. Sie wird oft zusammen mit einem Hirsch oder einem Bären dargestellt. Auch Städte wurden nach ihr benannt, wie zum Beispiel Bregenz am Bodensee oder Brig im Wallis. Sie fragt dich: «Was möchtest du manifestieren?» Für diese Zeit gibt es eine weisse Allgäuer Heilkräuter-Kerze, die ich bei der Floristin in Leukerbad finde. Die Kerze enthält u.a. den sanften Duft von Birke, Alant, Lavendel und Schneeglöckchen. Gestern Abend habe ich sie zum ersten Mal angezündet. Damals, im Alter von 6 bis 9 Jahren, ging ich in meiner Heimat Luxemburg gemeinsam mit meinem Bruder und unserer kleinen Nachbarin wie die anderen Kinder des Quartiers am Abend des 2. Februars mit einer Laterne – auf unserer war eine grosse Sonne mit einem Gesicht gezeichnet – von Tür zu Tür und sang. Wir wurden reich mit Süssigkeiten, Nüssen und Mandarinen beschenkt. Als ich älter war, beschenkte ich die Kinder, die an dem Abend an unserer Haustüre klingelten.
  «Der Bund» hat uns tatsächlich gefragt, warum wir unser Abonnement nicht mehr verlängern möchten. Nun denn, wenn die Redaktion dies wirklich wissen will, haben wir folgendes geschrieben:
«Jahrelang war «Der Bund» ein geschätzter Begleiter unseres Alltags. Aber seit mindestens einem Jahr sind wir sehr enttäuscht von der einseitigen Berichterstattung in der Corona-Zeit. Vor allem die Auswahl der sogenannten Wissenschaftler:innen, die jeweils zu Wort kommen, scheint uns sehr fragwürdig zu sein. «Der Bund» hat aus unserer Sicht besonders mit einer unerträglichen Kriegsrhetorik massgeblich zur Spaltung der Bevölkerung und zur Angstmacherei beigetragen.
Wir erachten es nicht als Aufgabe der Journalist:innen zu moralisieren, sondern erwarten eine kompetente und ausgewogene Berichterstattung, auf deren Grundlage sich die Lesenden ihre eigene Meinung bilden können. Leserbriefschreibenden wurde zu wenig Platz eingeräumt. Manchmal hatten wir den Eindruck, sie seien für ihren Beitrag bezahlt.»

Foto: Imbolc-Kerze, Aussenaufnahme mit Nachthimmel und Mond

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 05.02.2022

05. Februar, Samstag: Angst vor den Taliban oder dem Virus?

Ein paar Tage habe ich im «Flachland» verbracht. Dort macht sich der Frühling schon bemerkbar. An einer Mauer blühen bereits die Forsythien. Hier im Wallis hat es unterdessen wieder geschneit. Heute wärmt mich statt Georgs Kaminfeuer die Walliser Sonne. Ab heute gilt in Österreich eine gesetzliche Impfpflicht für Erwachsene ab 18 Jahren. Ab Mitte März sollen Stichproben erhoben und Bussen von 300.- bis 3’600.- Euro bei Nichteinhaltung erteilt werden. Früher erzählte man sich in der Schweiz Witze, in denen man sich lustig über die Österreicher machte. Zum Beispiel: «Weisst du, warum die Österreicher über den Ofen-Pass in die Schweiz fahren müssen?» «Nein.» «Weil sie noch nicht ganz gebacken sind!»

Diese Woche hat der Schweizer Bundesrat die Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt und die Quarantäne für Leute, die mit Infizierten in Kontakt waren, aber keine Symptome haben, aufgehoben. Weitere Lockerungen werden ab dem 16. Februar erwartet. Auch wenn die «Zahlen» wegen der Omikron-Variante immer noch steigen. Es besteht die Aussicht, dass die Zertifikatspflicht für das Inland abgeschafft wird. Lässt sich der Bundesrat von Dänemark inspirieren?

In einem Beitrag auf Youtube vergleicht Dr. John Campbell Dänemark mit Neuseeland in Bezug auf den Umgang mit Corona. In Dänemark steigen die «Zahlen» mit Omikron, doch man habe dort vor ein paar Tagen beschlossen, dies zu ignorieren und sämtliche Massnahmen gleichzeitig aufzuheben. Dr. Campbell meint, das sei erstaunlich. Aber mehr als 80% der Bevölkerung sei geimpft, das Gesundheitswesen funktioniere nach wie vor sehr gut und sei nicht überlastet. Während der Corona-Zeit hätte immer eine transparente Diskussion der Regierung mit den Wissenschaftler:innen im Land sowie mit der eigenen Bevölkerung stattgefunden. Die Massnahmen und Impfempfehlungen hätte die Bevölkerung mit Vertrauen aufgenommen und befolgt. Die Pandemie sei in Dänemark nie parteipolitisch missbraucht worden. Und was macht Neuseeland? Die Regierung hat auch «während Omikron» die Landesgrenzen geschlossen, sogar für Leute mit Wohnsitz im Land! In der Welt verstreut gibt es zahlreiche Neuseeländer:innen, die unfreiwilliger Weise gestrandet sind. Die Geschichte einer Neuseeländerin ging durch die Zeitungen: Sie war in Afghanistan schwanger geworden und wollte ihr Kind in ihrer Heimat auf die Welt bringen. Die Einreise wurde ihr erst erlaubt, nachdem sie die regierenden Taliban darum gebeten hatte, bei der neuseeländischen Regierung anzufragen. Bei dieser war die Angst vor den Taliban wohl grösser als die Angst vor dem Virus.

So können wir immer wieder staunen, wie die Regierungen verschiedener Länder unterschiedlich mit dem gleichen Virus umgehen. Und kaum jemand, ausser Georg natürlich, stellt zum Beispiel die Frage: Warum haben sich in Dänemark und Israel so viele Menschen mit dem Virus angesteckt, obwohl sie geimpft sind? Was nützt dann die Impfung? Ich würde seine Frage ergänzen: «Was nützt der gegenwärtige Impfstoff, der immer noch auf der ersten Variante des Virus, nämlich der Alpha-Variante beruht?»

Foto: Leukerbad, Blick nach Süden, und Text: Petra Dobrovolny