Mein Tagebuch: 15.01.2021

15. Januar, Freitag: Lockdown nach Schweizer Art

Es schneit und schneit. In den Bergen haben Lawinen einige Strassen versperrt.

Ab nächstem Montag hat der Bundesrat wieder einen strengeren Lockdown verordnet. Die Begründung: Die Zahlen seien nicht tief genug gesunken, wegen der Feiertage sei viel zu wenig getestet worden. Vor allem sei das Virus mutiert und um 70% ansteckender. Wir fragen uns: «Woher weiss man das? Wer hat das wie festgestellt?» Grossbritannien sei ein abschreckendes Beispiel, das dortige Gesundheitswesen ist anscheinend wegen des mutierten Virus zusammengebrochen. Die Queen (94) und ihr Ehemann (99) haben sich vorbildlich impfen lassen. Deutschland ist ein positives Vorbild für die Schweiz. Die dortigen Massnahmen sind wieder sehr streng, sogar Bewegungseinschränkungen für einen Radius von mehr als 15 km sind an der Tagesordnung. Wurde dem mutierten Virus ein Kilometerzähler eingebaut?

Der Lockdown der neusten Ausgabe zeichnet sich durch die üblichen schweizerischen Kompromisse aus, denn der Gewerbeverband durfte im Unterschied zu letztem Frühjahr mitreden. Dinge für den kurzfristigen täglichen Bedarf – wer definiert das? – dürfen verkauft werden: «Blumen ja, Kleider nein» heisst die heutige Schlagzeile im «Bund»: «Ab nächstem Montag dürfen wir in der Schweiz keine Schuhe mehr kaufen, Blumensträusse aber sehr wohl. Wir dürfen in den Baumarkt, nicht aber ins Möbelgeschäft. Wir können im Handel Briefpapier und Stifte erstehen, aber keine Sportbekleidung.» Mein Zusatz: Zum Coiffeur darf man, operiert werden darf man nicht, Geschirr und Kochtöpfe, auch Unterwäsche kann man kaufen, T-Shirts nicht. Druckertoner muss ich heute noch dringend besorgen. Auch dieser gehört nicht zum täglichen kurzfristigen Bedarf, obwohl er alles andere als langfristig hält.

Restaurants, Bars und Freizeitbetriebe können nicht wie ursprünglich vorgesehen ab dem 22. Januar wieder öffnen, sondern müssen noch 5 weitere Wochen geschlossen bleiben. Die SVP – die Schweizer Volkspartei, deren Freunde wir nicht gerade sind, die uns jedoch im Verlaufe des letzten Jahres sympathischer geworden ist, schreit auf: «Heimbewohner*innen haben sich sicher nicht im Fussballstadium und in Restaurants angesteckt!» Das ganze Szenario wird immer absurder. Georg meint: «Wenn man alles den Bürokrat*innen überlässt, kommt nichts Gescheites dabei heraus ausser neue Formulare.» Eine Wirtin erzählt im Radio, dass sie 2 Restaurants in 2 verschiedenen Kantonen führe und 2 verschiedene Formulare ausfüllen müsse, um eine Entschädigung zu beantragen.

Bundesrat Berset hat die Psycholog*innen vertröstet: Seine Sachbearbeitenden seien wegen Corona völlig überlastet. Der über 20 Jahre pendente Antrag der Psychologieverbände, die Dienstleistung der psychologischen Psychotherapeut*innen von den Krankenkassen vergüten zu lassen, wird wieder einmal aufgeschoben. Dabei ist die Versorgung von Menschen mit psychischen Problemen in der Schweiz jetzt erst recht durch Corona sehr mangelhaft. Der Berufsverband reagiert mit grossem Verständnis, wie es Psycholog*innen eben tun.

Ob die Skigebiete schliessen, bleibt den Kantonen überlassen. Ein paar Kantone wehren sich vehement gegen die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns. Die Zahlen sind gesunken, die Spitäler haben genügend Kapazitäten, es sterben weniger Menschen als sonst. Von Grippe spricht niemand mehr. Wurde diese dank Impfungen ausgerottet? Mir kommt es vor, als würden wir alle in ein steriles Versuchslabor gesteckt, auf eine fürsorgliche Art und Weise durchgetestet und durchgeimpft, dann weiterhin noch für eine lange Zeit beobachtet … Doch so etwas darf ich weder denken noch äussern, denn dann wäre ich eine Verschwörungstheoretikerin. Man darf auch das Wort Plandemie statt Pandemie nicht in den Mund nehmen.

Ein Beispiel dafür, wie wir auf dies alles positiv reagieren können, gibt die britische spirituelle Lehrerin Diana Cooper. Gerade jetzt ist die Zeit günstig, um unsere Schwingungen zu erhöhen und spirituell zu wachsen: «Lets collectively raise our frequency during this new wave of change and use lockdown positively to grow spiritually and spread the light.»

Become a star! Doch bitte bleibe mit beiden Füssen auf der Erde, auch wenn du wie ein Stern leuchtest! 

Foto und Text: Petra Dobrovolny   

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