Mein Tagebuch: 15.03.2021

15. März, Montag: Ein Gedicht

Der Winter ist wieder eingekehrt, in den Bergen schneit es seit gestern, auch bei uns im Flachland. Doch hier bleibt der Schnee nicht liegen. Ab und zu stürmt es heftig. So verschiebe ich meine Reise in die Walliser Berge noch um ein paar Tage und schreibe stattdessen ein Gedicht über die Sturmböen:

Sturmböen von  A bis Z

Sturmböen wehen aus Südwest
und rütteln an allem,
was nicht niet- und nagelfest.

Offiziell spricht niemand von Inflation,
doch wir spüren sie länger schon:
Ein Bund Radiesli
kostet dieses Jahr bereits 3 Fränkli.
Und über Nacht
hat uns das Steueramt reicher gemacht:
100’000 mehr wert sei unser Haus …
… auf dem Papier,
doch die Praxis sieht anders aus:
Die Steuerrechnung steigt,
und das Amt wird reich.

Viele trauen nicht mehr der Bank
und verstecken ihr Geld
lieber zuhause im Schrank
oder unter der Matratze,
denn Sparen mit Konto
ist schon längst für die Katze.

Einige Länder der EU setzen den Impfstoff
von AZ aus
und empfehlen der Bevölkerung:
«Bleibt besser zuhaus’,
denn jetzt kommt die nächste Welle
und so auf die Schnelle
haben wir keine andere Lösung.»

In Brüssel schüttelt man den Kopf
und kann es nicht fassen:
Die Schweiz hat diesen Impfstoff erst gar nicht
zugelassen!
Die SchweizerInnen fahren Ski,
trinken Ovo und Bier im Schnee
und geniessen vom Restaurant das Take-Awee.
An der Aare turteln die neuen Liebespärchen.

Brüssel meint: «Ihr lebt wie im Märchen!
Doch bald bläst der nächste Sturm aus Südwest
und rüttelt an allem,
was nicht niet- und nagelfest.»

Foto: Blick auf das Berner Oberland und
Text: Petra Dobrovolny
















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