Mein Tagebuch: 05.04.2021

5. April, Ostermontag: Georgs Selbsttest

Vor seiner Abreise wollte Georg noch einmal die Leukerbad-Therme geniessen. Bei der erforderlichen online-Reservierung sah ich, dass alle Termine ausser diejenigen von 8 Uhr bereits ausgebucht waren. Viele Leute hatten dieselbe Idee. Als Georg kurz vor 8 bei der Therme ankam, gab es bereits eine lange Schlange. Das Bad war dann auch entsprechend überfüllt. Im Innenbereich gibt es eine Maskenpflicht, beim Baden nicht.

Youtube hat den Kanal von Boris Reitschuster gesperrt, weil dieser mit einem Lifestream an der Demo in Stuttgart am Ostersamstag dabei war. Eine unabhängige Berichterstattung eines selbständigen Journalisten ist nicht erwünscht. Zum Glück kann Herr Reitschuster sich wehren und die Sache einem bekannten Rechtsanwalt übergeben. Und siehe da: Heute wurde der Kanal wieder zugänglich gemacht, Herr Reitschuster konnte den gelöschten Lifestream wieder raufladen. Es besteht noch Hoffnung! Auch deswegen, weil die Stuttgarter Polizei sich im Unterschied zur Berliner Polizei sehr zurückhielt und von Festnahmen absah. Die Begründung: Ein Einschreiten der Polizei würde das Pandemiegeschehen nur verschlimmern.     

Ein Schweizer Freund, der in Wien lebt und arbeitet, bringt Georg einen Antigen-Selbsttest mit. Dieser soll hier ab dem 7. April in den Apotheken erhältlich sein. Made in China. Warum? Warum erst jetzt? Alles darf man nur einmal verwenden. Wer verdient daran? Neugierig packen wir das Testset aus. Georg entnimmt sich mit dem langen Wattestäbchen eine Probe aus der Nase, ich streife diese im kleinen Plastikreagenzbehälter ab, in welchem sich ein wenig Nährlösung mit inaktivem Virusmaterial befindet und montiere den Tropfer. Drei Tropfen gebe ich in eine Öffnung des kleinen Plastikkästchens, welches auf einer geraden Fläche liegen soll. Während der 15-minütigen Wartezeit kann ich den zweiseitigen Beipackzettel mit dem Kleingedruckten genauer anschauen. Der Text wurde nicht sehr professionell aus dem Chinesischen ins Deutsche übersetzt. Eine fast seitenlange Liste zählt auf, in welchen Fällen der Test ein falsch positives Ergebnis anzeigt: Wenn man zum Beispiel Antibiotika, Blutverdünner oder homöopathische Mittel gegen Heuschnupfen einnimmt oder Nasensprays verwendet. Nach 15 Minuten erscheint jetzt bei Georgs Probe ein schwarzer Strich auf der Höhe des Buchstabens C. Hurra! Georg ist negativ. Dürfte er jetzt ohne Maske im Zug nach Hause fahren? Weit gefehlt! Ihm würde ein zertifiziertes und von einem Amt bestätigtes Papier fehlen. In Österreich wird der Selbsttest vor dem Treffen im Freundes- und Familienkreis sowie vor einer Besprechung mit Berufskolleg*innen empfohlen. Falls das Resultat positiv sei – dies zeigt sich durch einen zweiten Strich auf der Höhe des Buchstabens C – solle man sich unverzüglich «offiziell» testen lassen.

Foto: Blumenschale mit der „Venus von Vestonice“ , Mähren,
und Text: Petra Dobrovolny    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.