Mein Tagebuch: 20.04.2021

20. April, Dienstag:

In Österreich ist der 5. Patient nach einer Impfung mit AZ gestorben, die meisten davon in einem Zeitraum von 10 Tagen. Nachträglich wurden bei den Betroffenen zahlreiche Thrombosen gefunden. Die Dunkelziffer liegt bei 30 Verstorbenen. Ich hoffe nicht, dass dies Angela Merkel passiert, die sich laut ihrem Sprecher vor ein paar Tagen mit AZ impfen liess.

Im «Bund» vom 15. April fasst Andreas Frei die neusten Erkenntnisse zu Hygieneregeln und Corona-Virus gemäss den Aussagen von Walter Popp, dem Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, zusammen: Händewaschen und -desinfizieren hätte inzwischen an Bedeutung verloren, denn das Virus übertrage sich hauptsächlich über die Luft. Das Risiko, sich über Oberflächen anzustecken, sei minimal. Natürlich gehöre Händewaschen zur grundsätzlichen Hygiene, auch ohne Corona. In der Anfangszeit von Corona seien die Studien unrealistisch gewesen, da die Wissenschaftler mit enorm hohen Mengen von Viren experimentiert hatten. Realistischer war – meiner Meinung nach – die Feldstudie von Heinsberg, die der Virologe Prof. Hendrik Streeck mit seinem Team im letzten Frühjahr durchgeführt hatte. Damals kam man schon zum Resultat, dass Oberflächen bei der Übertragung kaum eine Rolle spielen. Walter Popp glaubt, dass man sich nach der Pandemie die Hand wieder gäbe. Das Gesundheitswesen werde aber vielleicht die Empfehlung geben, dies nicht mehr zu tun. Mit Küsschen sollte man auf jeden Fall aufhören. Eine kurze Umarmung hingegen sei kein erhöhtes Risiko. Fazit: «Wer sich also zum Kaffeekränzchen im Wohnzimmer trifft und wegen der Pandemie auf die Umarmung verzichtet, schätzt die Risiken falsch ein. Lieber sollte man sich kurz umarmen und den Kaffee mit etwas Abstand auf dem Balkon schlürfen.» Alles klar!

Ich bevorzuge den indischen Gruss, indem ich die Handinnenflächen mit dem Fingerkuppen nach oben auf der Höhe meines Herzens aufeinanderlege und mich leicht verneige. «Namaste!» sage ich nicht dabei, denke es aber, denn meine hiesigen Gegenüber sind bereits von meiner Geste befremdet. «Namaste» bedeutet ebenso wie das hawaiianische «Aloa»: «Das Göttliche in mir grüsst das Göttliche in dir!» Als ich dies einmal einem Pfarrer erklärte, war dieser sehr erstaunt.

Die Restaurantterrassen dürfen wieder geöffnet sein. Meine Freundin und ich machen uns auf den Weg nach oben durch den Wald, zunächst ohne Erfolg: Nachdem das Restaurant Buljes ab heute öffnen wollte, heisst es: «Temporär geschlossen». Wir vermuten, dass die nötigen Anlieferungen nicht so schnell geklappt haben. Erst letzten Mittwochnachmittag hatte der Bundesrat die frohe Botschaft verkündet. Und innerhalb von 2 bis 3 Arbeitstagen sollen jetzt die Terrassen wieder Gäste empfangen können? Ein logistisches Kunststück! Aber wir werden doch noch fündig: Weiter unten hat das Bäckerei-Restaurant La Bohème seine Terrasse geöffnet und bietet eine kleine Auswahl warmes Essen und Walliser Wein an. Wir feiern diese wiedergewonnene Freiheit – mit der Zeit freut man sich darüber, was früher selbstverständlich war, Corona sei Dank! – und geniessen es.

Foto: Blumenfee in Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny

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