Mein Tagebuch: 21.06.2021

21. Juni, Montag: Sommersonnenwende

Die erste Hitzewelle in diesem Sommer endete gestern mit einem heftigen Gewitter mit Hagelschlag. Unser kleiner Garten hat es zum Glück gut überstanden.

Am letzten Abstimmungssonntag, den 13. Juni, wurde die Initiative für sauberes Trinkwasser und jene für eine Schweiz ohne Pestizide vom Stimmvolk abgelehnt. Auch das geplante CO2-Gesetz zum Schutz des Klimas. Also bleibt mein Märchen «Das Ei der Weisheit» vorläufig noch aktuell. Ich hatte es vor neun Jahren einmal einer Gruppe von Kindern vorgelesen. Eine Grossmutter erzählte mir am folgenden Tag, an dem die Sonne nicht schien, dass ihre Enkelin ihr ganz aufgeregt gesagt hatte: «Ich glaube, das Ei der Weisheit ist wieder von der Erde verschwunden! Wir müssen es wieder zurückholen!» Diese Aussage finde ich jetzt passend als Kommentar zu dem neusten Abstimmungsergebnis.

Angenommen hat das Stimmvolk das neue Covid-Gesetz, welches dem Bundesrat während einer Pandemie mehr Kompetenzen gibt.  

Inzwischen ist das Bücherpaket vom Literaturpodium angekommen: Der Erzählband 2020 ist erschienen. Der Titel: Nie wieder Martini! Zwei längere Erzählungen habe ich beigetragen: «Meine Reisen in die Tschechoslowakei von 1972 bis 1990» mit 25 Seiten und «Mein Corona-Tagebuch 2020: Corona-Zeit» mit 156 Seiten. Ich beginne sofort im «Tagebuch» zu lesen und staune über die letztjährigen Begebenheiten, die ich teilweise nicht mehr oder nicht mehr so detailliert im Gedächtnis habe. Vor einem Jahr habe ich nicht gedacht, dass wir uns jetzt immer noch in einer «Corona-Zeit» befinden und ich immer noch Tagebuch schreibe. Georg meint bereits seit Anfang Jahr immer wieder, dass ich damit aufhören soll, denn das Thema interessiere doch niemanden mehr. Wahrscheinlich werde ich ab jetzt in grösseren zeitlichen Abständen etwas schreiben. Mich interessiert, wie sich die weltweite Situation weiterentwickeln wird und wann endlich Wissenschaftler*innen, die nicht die offizielle Meinung vertreten, ungehindert zu Wort kommen.

Seit Juni dürfen auch die Innenräume von Restaurants und Schwimmbädern wieder öffnen. Bis Ende August sollen es allmählich auch weitere Lockerungen bei Grossveranstaltungen geben. Masken im öffentlichen Verkehr und beim Einkaufen werden wohl noch eine Zeit lang Pflicht bleiben. In der Schweiz können sich seit dem 1. Juni 64- bis 18-Jährige impfen lassen. Ab nächster Woche auch 16- bis 17-Jährige. Bald soll ein Impfstoff auch für 15- bis 12-Jährige bewilligt werden. Das Gratisblatt 20minuten hat eine Umfrage gemacht: Unter dem Alter von 35 will sich nur jeder oder jede zweite Person impfen lassen. Diese sehen Covid19 für sich nicht als gefährlich an. Sie betrachten die Impfung als eine grössere Gefahr. Viele meinen, dass sie durch eine Impfung unfruchtbar würden. Besonders bei Frauen sind die unmittelbaren Nebenwirkungen nach einer Impfung stärker und häufiger.

Weitere Mutanten verbreiten neue Ängste: Jetzt gibt es die sogenannte Delta-Mutante, angeblich aus Indien, die sehr gefährlich und hoch ansteckend sein soll. Von der britischen, der brasilianischen und der südafrikanischen Variante hören wir nichts mehr. Ist diese etwa verschwunden?  Delta verbreitet sich zurzeit in Moskau, Lissabon, besonders in Grossbritannien. Und langsam auch in der Schweiz. Die hiesigen Medien zeigen mit dem moralischen Zeigefinger auf Leute, die sich nicht impfen lassen wollen. Denn diese würden zu einer Verbreitung der Delta-Variante beitragen.

Foto: Fähre über die Aare bei Reichenbach
und Text: Petra Dobrovolny

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