Mein Tagebuch: 16.07.2021

16. Juli, Freitag: Hochwasser und Ungerechtigkeiten

https://www.youtube.com/watch?v=Rc38leY5UZI

«Die Krone der Schöpfung» von Udo Jürgens an seinem letzten Konzert in Zürich im Jahre 2014 – zu finden auf Youtube – ist nach meiner Meinung der beste Kommentar zu der unglaublichen Naturkatastrophe, die in diesen Tagen in den Gebieten von der Mosel, der Ahr und dem Rhein passiert. Das Land meiner Kindheit versinkt. Ich bin fassungslos!

Im Berner Matte-Quartier halten alle den Atem an. Hier habe ich im Jahre 2005 das letzte Hochwasser erlebt: 20m vor meiner Praxis «Atelier d’Inspiration» stapelten sich die Sandsäcke. Es ging nochmal gut, doch es war unheimlich. Jetzt ist das Trinkwasser im Emmental nicht mehr brauchbar. Ich sehe die Bilder aus Belgien, Luxemburg, der Eifel, Ahrweiler und Bonn. Ein stark betroffener Ort in der Eifel heisst «Schuld». Ich telefoniere mit meiner Patentante in Mehlem bei Bonn. Ihre Wohnung im ersten Stock eines Hauses mit nicht sehr guter Bausubstanz befindet sich etwa 100m vom Rhein entfernt. Dreimal wird die Telefonleitung während unseres Gesprächs unterbrochen. Es ginge ihnen so weit gut, berichtet meine Patentante. Nur der Regen tropfe jetzt vom Dach in die Wohnung.  

Im Berner Seeland stehen die Gemüsefelder unter Wasser, die Kirschen nach dem Hagel nicht mehr essbar. Gerade noch rechtzeitig haben wir dank der Hilfe unseres Besuchs aus Mähren die schwarzen Johannisbeeren unserer vier Sträucher geerntet. Ich koche daraus Kompott mit viel Zimt, etwas Muskat, Nelken, grünem Anis, Kardamom, Ingwer und Rohrzucker. Es schmeckt gut zu Vanillecrème oder zu Wildgerichten. Letztere essen wir zwar nicht, doch dies ist nur als Tipp gemeint. Dieses Jahr war die Ernte reichlich und ergab 21 Gläser!

Georg hat Ueli aus der Nachbarschaft getroffen. Ueli spielt gemeinsam mit seinem Sohn in einer Band böhmische und mährische Blasmusik. Wie Georg in seiner Jugend. Nach einem Jahr Pause wegen «Corona» durften sie vor kurzem endlich wieder ein Konzert vor 150 Leuten in einem Altersheim geben. Ueli findet das ungerecht, wenn er sieht, wie die Fussball-EM mit über 60’000 in den Stadien abgelaufen ist. Das ginge doch nicht mit rechten Dingen zu. Die Politiker*innen seien bestimmt von der UEFA korrumpiert worden. Auch sei es ungerecht, dass bestimmte Mannschaften wie die englische überhaupt nicht und andere sehr viel und weit zu den Austragungsorten reisen mussten. So mussten zum Beispiel die Schweizer nach St. Petersburg und Baku reisen. Zum Glück hätten im Finale die Italiener über die Engländer, die während der EM nirgendwohin reisen mussten, gewonnen.

Bereits mehrmals wurde von den Schweizer Tageszeitungen beklagt, dass die Impfkampagne ins Stocken geraten sei. Darauf antwortet ein Ehepaar aus Steffisburg mit einem Leserbrief: «Üblich sind diese vier Fragen zur Impfung: Nötig? Wirksamkeit? Sicherheit? Und die vielleicht wichtigste Frage: Habe ich seriöse Informationen, um diese Fragen zu beantworten? Wer die Impfung als sicher betrachtet, obwohl keine Spätfolgenstudien vorliegen, den betrachten wir nicht als seriöse Quelle. Auf welche Antwort kommen wir, wenn wir uns die vier Fragen bezüglich der Impfung von Kindern stellen?»

Foto: Dala in Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.