Mein Tagebuch: 30.07.2021

30. Juli, Freitag:

Es regnet und regnet, der Hochsommer und die «Hundstage» bleiben aus, während es in Südosteuropa brennt. Unsere Tomaten können wir dieses Jahr vergessen. Sie wurden vom Hagel durchlöchert. Den Walliser Winzern macht der Falsche Mehltau zu schaffen. So sind wir froh um unsere Weinvorräte des sehr guten Jahrgangs 2019.

Ein grosses Thema in den Mainstream-Medien: Mehr Rechte für Geimpfte! Wenn jemand vor ein paar Monaten sagte, dass uns die Grundrechte genommen werden, war er bereits ein Verschwörungstheoretiker. Jetzt heisst die Forderung: Geimpfte sollten ihre Rechte zurückbekommen. Das Covid-Zertifikat soll in manchen Ländern bald nicht nur für Grossveranstaltungen, Theater und Konzerte gelten, sondern auch für Besuche in Restaurants und Altersheimen. Der PCR-Test soll bald für Ungeimpfte nicht mehr gratis sein. Für das Gesundheitspersonal gilt zum Beispiel in Frankreich ab September eine Impfpflicht. Die Proteste und Demonstrationen dagegen nehmen zu. 
Auch in der Schweiz wird die dritte Impfung im Herbst vom BAG «geprüft». Sie wird als «Auffrischung» bezeichnet.
In Südamerika soll die nächste Variante entdeckt worden sein. Südamerika ist weit weg, könnte man meinen. Doch unsere Nachbarn sind vor wenigen Tagen aus Equador zurückgekommen… Die neue Virusvariante heisst «Lambda». Nach «Delta» werden fünf Buchstaben des griechischen Alphabets übersprungen. Wenn dies ein Zeichen dafür ist, das wir in grösseren Schritten alle Varianten abhaken und bald bei Omega, also am Ende des Alphabets ankommen, habe ich nichts dagegen. Der Bundesrat hatte vor etwa zwei Monaten für Ende Juli die Aufhebung aller Massnahmen versprochen, doch jetzt ist er wieder zurückgekrebst: Da sei die sich ausbreitende Delta-Variante, man müsste abwarten, was die Leute mitbringen, die aus den Ferien zurückkehren und wie sich der Schulanfang auswirke usw. Und die Maskenpflicht müsste bestimmt mindestens bis zum kommenden Frühjahr beibehalten werden, denn den Winter verbringen wir wieder vermehrt in geschlossenen Räumen. In einem Radio-Interview erwähnt Bundesrat Berset nebenbei, dass nach der Impfung 19 Personen gestorben seien. Er stellt dies ohne Kommentar fest. Der Moderator hakt hier auch nicht nach.

Im Wallis will sich niemand mehr impfen lassen. Die Kantone Obwalden, Nidwalden und Appenzell Innerrhoden sind schweizweit die «Schlusslichter». Am meisten Geimpfte gibt es im Kanton Zürich. Ja, die Bergler und Berglerinnen: Sie sehen die Welt aus einer anderen Perspektive!

Foto und Text: Petra Dobrovolny  

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