Mein Tagebuch: 30. 09.2021

30. September, Donnerstag: Bunte Träume werden verboten

Es wird immer absurder! Die Logik bleibt bei den Massnahmen auf der Strecke. Seit dem 18. September gilt die erweiterte Zertifikatspflicht. Den Restaurants sind seit zwei Wochen bereits 20% ihrer Kundschaft weggeblieben. Im Frühjahr 2020 war die offizielle Meinung, es sei sinnlos, Leute ohne Symptome zu testen. Nun müssen sich «Symptomlose» aber testen lassen, wenn sie ins Kino oder Restaurant gehen wollen. Gemäss einer Umfrage finden es Geimpften ungerecht, wenn sich Ungeimpfte kostenfrei testen lassen können. Die Kosten würden dann via Steuerrechnung auch auf die braven Geimpften verteilt.
Der Bundesrat beschliesst nun definitiv, dass Corona-Tests für Leute ohne Symptome ab dem 11. Oktober zahlungspflichtig sein sollen. Einmal Geimpfte erhalten eine Frist bis Ende November. Bis jetzt sind 58% der Bevölkerung doppelt geimpft. Damit liegt die Schweiz in Europa an letzter Stelle. Aus den Radionachrichten erfahre ich, dass eine neue «Impf-Offensive», die 150 Millionen Franken kosten soll, beschlossen wurde: 170 zusätzliche Impfbusse sollen durch Stadt und Land touren. Und eine Person, die eine andere zu einer Impfung überzeugt, erhält ab sofort einen Restaurant-Gutschein in einer Höhe von 50 Franken. Ein politisches Zückerchen für die leidende Gastronomie-Branche. Der «Blick» vom 2. Oktober lobt Alain Berset für diese unkonventionelle und originelle Idee. – Georg meint: «Sind jetzt alle käuflich? Warum sind Anreize nötig, wenn die Impfung wirklich so fantastisch sein soll?» – Der «Walliser Bote» vom 1. Oktober bemängelt, dass die Zahl der Impfwilligen nach einem kurzen Hoch unmittelbar nach der Erweiterung der Zertifikatspflicht wieder dramatisch sinken würde.

Meine Träume reagieren auf diese immer absurder werdenden und nicht enden wollenden Bestimmungen der Regierung über das öffentliche und private Leben. Es wird mir gesagt: «Bunte Träume sind verboten. Ab jetzt dürfen alle Menschen nur noch schwarz-weiss träumen.»

Foto: Dala-Schlucht in Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny

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