Mein Tagebuch: 02. 10.2021

02. Oktober, Samstag: Demos – zwei Städte, zwei Welten

Am letzten Donnerstag fand zum dritten Mal in der Folge in Bern eine nicht-bewilligte Demo für Freiheit und Demokratie statt. Skandiert wurde: «Liberté! Liberté! Liberté!» oder «Friede! Freiheit! Das Volk ist der Souverän!» Die Polizei verhaftete jeweils gezielt Leute, die zur Demo aufgerufen hatten. Sogar Trychlern wurden ihre Kuhglocken für 48 Stunden konfisziert. Tränengas wurde eingesetzt gegen friedlich Demonstrierende, die die Schweizer Fahne, eine rote Broschüre mit der Schweizer Verfassung oder Kerzen und Blumen in den Händen trugen. Gewaltbereite Mitglieder der autonomen Szene der Berner Reitschule, die vor allem bei der ersten Demo mit Feuerwerkskörpern und Flaschen die Polizei angegriffen hatten, waren bei der letzten Demo nicht mehr zu sehen. Lifestreams sind auf Youtube u.a. auf den Kanälen von Sabine Seibold und Yves the Chief zu sehen.

Die Stadt Zug hingegen hat für heute eine solche Demonstration bewilligt. Die Begründung lautet: «Die Demonstrations- und Meinungsfreiheit soll immer gewährleistet sein, weil es ein Grundpfeiler der Demokratie ist. Eine Kundgebung darf nicht rassistisch respektive hetzerisch oder die öffentliche Sicherheit gefährden. Wäre der Anlass als Event geplant, hätten die Veranstalter das 3G-Prinzip beziehungsweise die Zertifikats- und Maskenpflicht einhalten müssen. Da es sich aber um eine politische Kundgebung handelt, ist der Anlass von diesen Regeln nicht betroffen, da sonst nicht jeder teilnehmen könnte und somit das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht gewährleistet wäre.» Quelle: Gratisblatt «20minuten» vom 29.09.21
Damit hält sich die Stadt Zug an den Entscheid des Schweizer Bundesgerichts.
Man könnte meinen, dass Bern und Zug nicht in demselben Land liegen.
Foto: Gartenzwerge in Leukerbad
undText: Petra Dobrovolny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.