Mein Tagebuch: 17.01.2022

17. Januar, Montag: Vollmond und Emotionen

Das Jahr 2022 ist in bezug auf seine Quersumme ein Sechserjahr. Die Sechs steht für Gemeinschaft, Mitgefühl und Kreativität. Auf Englisch sind dies drei C: community, compassion and creativity. Heute findet der erste Vollmond des Jahres im Zeichen des Krebses statt. Der Krebs steht für Gefühle – welcher Art auch immer – und für die Themen Familie, Zuhause und Geborgenheit. Somit sind für dieses Jahr die Leitthemen gegeben. Ich bin gespannt, wie sie sich im Verlaufe des Jahres bei mir persönlich und kollektiv zeigen werden.

Breaking news: Der Chef der European Medicine Agency EMA hat in einem offiziellen Fernsehinterview gesagt: «Too many boosters could weaken immune response.» Zu viele Auffrischungsimpfungen könnten die Antwort des Immunsystems schwächen. Weil die T-Zellen erschöpft seien. Nach kurzer Zeit wurde das Interview gelöscht, doch die Aussage hatte bereits den Weg in die Medien gefunden. Die Schlagzeilen werden jedoch ständig geändert und in ihrer Brisanz abgeschwächt in dem Sinne, dass ein oder zwei Booster sinnvoll, weitere vielleicht keine nachhaltige Lösung seien.

Novak Djokovic muss nach 11 Tagen hin und her zwischen Gerichten und Instanzen Australien doch verlassen. Seinen Titel an den heute beginnenden «Australian Open» darf er nicht verteidigen. Er würde die Sicherheit des Landes gefährden. Die Emotionen gehen hoch: Viele empfinden Schadenfreude und triumphieren, andere kochen vor Wut über diese Ungerechtigkeit. Vollmond im Krebs! Djokovic gefährdet wohl so oder so die Macht der Regierung, ob er nun hätte bleiben dürfen oder nicht. Wenn die australischen Gerichte sich untereinander nicht klar sind, welche Vorschriften gelten, desavouiert sich der Staat durch den «Fall Djokovic» selbst.

Dieser Vorfall erinnert mich an meinen Schwiegervater, der in den 1950er Jahren als politischer Gefangener in der Tschechoslowakei zu 10 Jahren Zwangsarbeit in den Urangruben des böhmischen Erzgebirges verurteilt worden war. Der Richter begründete die Strafe so: «Sie erschüttern das Fundament der Republik.» Daraufhin entgegnete Georgs Vater: «Da überschätzen Sie mich aber sehr! Oder das Fundament muss in dem Fall ziemlich schwach sein.» Daraufhin wurden ihm zwei weitere Jahre aufgebrummt. Die Machthabenden eines Staates können vor einem einzigen Menschen so viel Angst haben!

Foto: Vollmond über Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny 

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