Mein Tagebuch: 20.08.2022

20. August, Samstag: Ewigkeit und Vergänglichkeit

Nach dem Durchzug einer Gewitterfront wird es wieder sommerlich warm. Die Pegel der Seen und Flüsse sind immer noch viel zu niedrig. Die Zeitungen bringen Fotos von massenweise verendeten Fischen. An der Oder sollen in Polen und Deutschland sogar fast 200 Tonnen tote Fische gesammelt worden sein.

Heute feiert «Pro Bremgarten» sein 50-jähriges Bestehen. Der Verein setzt sich für die Pflege des Ortsbilds, der Natur und Kultur in der Umgebung ein. Der Besitzer von Schloss Bremgarten ist unser Gastgeber und öffnet zu diesem Anlass die Tore zu seinem Anwesen über den Ufern der Aare, wo damals Hermann Hesse oft zu Gast war. Ein Blasorchester sorgt für eine feierlich beschwingte Stimmung, in drei kurzen Ansprachen wird Rückschau über die letzten 50 Jahre gehalten und alles Gute für die nächsten 50 Jahre gewünscht.

Das Gedicht «Schloss Bremgarten» von Hermann Hesse macht Vergänglichkeit und Ewigkeit zum Thema. Generationen kommen und gehen, pflanzen Bäume, trinken aus dem Brunnen, feiern Feste. Niemand weiss mehr, wer es war, aber die Gärten, das Schloss und die Aare sind immer noch da.

«Wer hat die Kastanienbäume gepflanzt …» Aus Copyright-Gründen bringe ich hier kein längeres Zitat. Aber bestimmt findet ihr das Gedicht in eurer Bibliothek. Es ist in einem kleinen Reclam-Bändchen erschienen. Vor langer Zeit.

Foto: Schloss Bremgarten bei Bern

und Text: Petra Dobrovolny

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