Mein Tagebuch: 30.08.2022

30. August, Dienstag: Schlusslicht Deutschland? Und: ein geistiges Dach

In den Bergen sind die Tage immer noch sommerlich warm. In den Nächten sinkt das Thermometer nicht unter 16°C. Doch die hier dunkelbraunen Eichhörnchen sammeln schon fleissig Vorräte für den Winter.

Seit 1991 feiert die Ukraine jedes Jahr am 24. August ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Georg hat unseren ukrainischen Nachbarinnen frischen Fisch vom «Märit» besorgt. Sie freuen sich, dass sie den Tag mit einem guten Mahl feiern können und bedanken sich mit einem «Vergelt’s Gott!» – Im Zentrum von Kiew hat man «zur Feier des Tages» zerstörte russische Panzer ausgestellt. «Westliche» Journalist:innen fragen, ob damit nicht die Gefühle des Kreml-Chefs verletzt würden. Dieser bereitet seine Bevölkerung darauf vor, dass die «Spezialoperation Ukraine» länger als erwartet dauern werde.

Während in Deutschland ausser der seit Corona nie abgeschafften Maskenpflicht im öV bald wieder strengere «Corona-Massnahmen» gelten sollen, ist dies in der Schweiz kein Thema. Die Infektionszahlen sinken, die Intensivstationen sind normal belegt. Im Unterschied zum deutschen Gesundheitsminister glaubt man hier nicht, dass bald eine neue Welle mit einem noch aggressiveren Virus kommen wird. Jemand schreibt: «Deutschland ist das Schlusslicht.» Was ist nur los mit Deutschland? Goethe, Schiller, Herder, der deutsche Idealismus … Wo ist das alles geblieben? Rudolf Steiner meinte, dass die Deutschen, nicht als politische Nation, sondern als Kulturnation verstanden, für Europa eine spirituelle bzw. geistige Aufgabe zu erfüllen hätten. Auf YouTube gibt es zu diesem Thema einige Beiträge von Axel Burkart. Die Deutschen, damit sind auch weitere Deutschsprachige in Mitteleuropa gemeint, sollten endlich erwachen und ihre geistige Rolle zum Wohl Europas und für ein friedliches Zusammenleben von Ost und West wahrnehmen. Axel Burkart meint, die Deutschen stünden jetzt zum dritten Mal – wie schon nach dem ersten und zweiten Weltkrieg – vor der Wahl, ihre wichtige Rolle anzunehmen. Auch der Amerikaner William Toel ist dieser Meinung. Im Jahre 1987 hatte er eine Vision, in der Gott ihn aufrief, der «Wächter Deutschlands» zu werden. Ein paar Jahre später sah er den Fall der Mauer voraus, doch niemand glaubte ihm. Vor einem Jahr organisierte er gemeinsam mit seiner deutschen Frau Lisa Wanderungen zu den Rheinwiesen in Gedenken an die vielen jungen deutschen Soldaten, die dort als Kriegsgefangene in den Rheinwiesenlagern unter amerikanischer Besatzung verdursteten und verhungerten. Vielen ist dieses Schicksal nicht bekannt. Es wurde verschwiegen. Bis zum letzten Jahr wurde ihrer nie einer solchen Form geschweige denn offiziell gedacht. Dieses Jahr ruft William Toel erneut zum «Walk am Rhein» auf. Man solle sich im August oder September zum Rhein begeben und dort eine Stunde lang zu Gott für die Freiheit und Souveränität Deutschlands beten. Weitere Informationen darüber findet ihr auf www.williamtoel.de

In meinem Taschenkalender sind die Feiertage mit den Ländern eingetragen, in denen sie stattfinden. Oft findet derselbe Feiertag in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Dies wird abgekürzt mit D-A-CH bezeichnet. Das geistige Dach Europas: Ein klares Denken, das sich der Wahrheit, der Freiheit und dem Frieden verpflichtet. Ansätze dazu gibt es durchaus, auch in Tschechien. Gerade während der «Corona-Zeit» haben Georg und ich öfters über die Klarheit und Unerschrockenheit einiger tschechischer Wissenschaftler:innen gestaunt. Und wenn Prag – wieder – mitteleuropäische Hauptstadt für freies Wissen und Kultur würde? Ob an der Moldau, der Donau, am Rhein oder an der Rhone oder Aare … lasst uns für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit beten, und für eine uns alle miteinander verbindenden Liebe.

Foto: Die Aare in Bremgarten bei Bern und Text: Petra Dobrovolny   

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