Mein Tagebuch: 25.11.2022

25. November, Freitag: Ein erstes Klimagesetz im Wallis? Und: «Voie gras»

Das Wallis ist u.a. durch Erdrutsche, Gletscherschmelze, Wasserknappheit und Schneemangel von der Klimaveränderung betroffen. Mit 80 Massnahmen und 200 Aktionen will der Kanton das Klima retten. So steht es heute im «Walliser Boten». In der ersten Hälfte 2023 soll das Parlament über das Klimagesetz abstimmen. Auf kantonaler Ebene ist dies ein Novum. Es sind keine Verbote vorgesehen, sondern Anreize. Zum Beispiel wird empfohlen weniger Fleisch zu essen, vor allem keines, welches erst nach langen Transportwegen in die Schweiz gelangt. Der ÖV soll um 30% erhöht werden, der Energieverbrauch der Haushalte soll um 30% gesenkt werden, die Industrie soll den Anteil an der erneuerbaren Energie um 50% erhöhen und ihren Energieverbrauch um 10% senken. So sollen die Treibhausgasemissionen im Jahr 2050 etwa die «Netto-Null» erreichen. Pro Jahr kostet dies den Staatshaushalt 70 Millionen Franken. Ein Reservefonds mit anfänglichen 150 Millionen Franken soll zusätzlich erschaffen werden. Neue Steuern oder Abgaben werde es nicht gebe, beteuert der Walliser Energieminister Roberto Schmidt und meint: «Die Kosten des Nichtstuns sind deutlich höher. Wenn es schlecht läuft, bis zu zehn Mal so hoch.» (Quelle: Walliser Bote vom 25.11.2022, S.3) Im Februar will das Walliser Parlament eine Sondersession zur Solarenergie durchführen. Thema sind die grossen alpinen Anlagen über dem Nebelmeer. Und, wie ich hoffen, auch jene auf den Dächern von Privathäusern. Wir wünschen uns, dass sich unsere Hauseigentümergemeinschaft bewegt und die im Jahr 2026 anstehende Dachrenovation mit Solarpanels verbunden wird.

Am Schreibtisch kann viel geplant werden. Wie sieht aber die Wirklichkeit aus? Es fehlen Fachkräfte, derzeit sind 500 Stellen von Solarfachleuten unbesetzt, die Wartefrist auf eine Solaranlage dauert ein Jahr. Dies schreibt Rudolf Strahm im «Bund» vom 22.11.2022: «Zur Erreichung der Ziele der Solarstromproduktion bis 2035 bräuchte es jährlich tausend gelernte Fachkräfte mehr.» Zumindest wurden jetzt zwei neue Berufe bzw. Lehrgänge anerkannt: Eine zweijährige Berufslehre zu «Solarmonteuren», die die Solarpanels auf Dächer und Alpabhänge montieren, sowie eine dreijährige Berufslehre zu «Solateuren», welche die elektrischen Anlagen und Wechselrichter zur Netzrückspeisung des Stroms installieren.  (Quelle: «Der Bund» vom 22.11.22, S.13)

Wie wäre es mit einem veganen Weihnachtsessen, tierfreundlich und umweltschonend? Nestlé bietet einen Braten aus Erbsen an. Eine vegane Variante der besonders in der Westschweiz an Weihnachten beliebten Gänseleberpastete gibt es auch bereits. «Voie Gras» statt «Foie gras». Die Schweiz importiert jährlich 200 Tonnen Stopfleber. Tierschützer rechnen vor, dass dafür 377 000 Enten und 7500 Gänse auf qualvolle Art gemästet werden. Ein Verbot des Imports scheiterte im Parlament. Es ist paradox: Der inländischen Landwirtschaft werden hohe Auflagen gemacht, gleichzeitig werden Produkte, die mit Tierquälerei verbunden sind, importiert. (Quelle: Walliser Bote» vom 25.11.2022, S. 24)   

Foto und Text: Petra Dobrovolny

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