Mein Tagebuch: 3. April 2020

3. April: Viele Reisende kehren jetzt in ihr Heimatland zurück. Allein 3000 sind aus Südamerika wieder in der Schweiz gelandet. In China und Taiwan steigt die Zahl der Infizierten deswegen wieder an. Die ukrainische Regierung will die Rückkehrenden direkt vom Flughafen zur Quarantäne ins Spital bringen. Vom Flughafengebäude in Kiew sind schon Zurückgereiste geflohen. Das kann ich gut verstehen. Vor 20 Jahren habe ich einen Vortrag im Uni-Spital Odessa gehalten und gesehen, wie menschenunwürdig die Verhältnisse dort waren. Daran hat sich wohl bis heute nicht viel geändert, zumal sich die Ukraine seit 2014 im Krieg befindet. Ein Schweizer Epidemiologe schreibt im «Bund»: Am besten sei bei eine Selbstisolation ein «neutrales» Hotelzimmer, anstatt die eigene Wohnung, wo man keine Familienangehörigen anstecken könnte. Eine gute Idee! Denn jetzt stehen viele Hotels leer.
Uns gegenüber wohnt eine Familie aus Kosovo. Florim, der Vater, hat eine eigene Logistik-Firma. Jetzt hat er sich vor die Haustüre einen langen schweren Sack gehängt und absolviert jeden Abend sein Box-Training. Für uns sieht das sehr professionell aus. Er bringt es auch seiner Frau und den beiden Kindern bei. Gerne schauen wir von unserem Fenster aus dem nachbarlichen «Box-Tanz» um den Sack zu. Georg fragt Florim: «Wen stellst du dir denn als Gegner vor?» «Das Steueramt!» lautet die Antwort.
«Hallöchen!», sagt Natascha auf Youtube. «Heute mache ich ein Video: Nie mehr graue Haare!»
Der Zigarettenrauch unseres Nachbarn dringt immer noch zu uns. Andere Nachbarn hängen eine Hängematte in ihrem Garten auf. Ein prima Ort zur Selbstisolation! Unsere Nachbarin hat in ihrem Garten die Kamelie von ihrem Schutzmantel befreit. Entwarnung: Die Nächte werden ab sofort wärmer. Einige Magnolien in unserer Umgebung haben ziemlich unter dem Nachtfrost der letzten Woche gelitten. Die Blüten sind braun geworden.
Der Bundesrat warnt eindringlich trotz dem schönen Wetter zuhause zu bleiben und vor allem an Ostern weder ins Tessin zu fahren noch in die Berge zu wandern. Die Spitäler könnten wegen zu vieler Unfälle überlastet werden und hätten mit Corona jetzt bereits genug zu tun.   

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