Mein Tagebuch: 11. April, Karsamstag

Das berühmte High Cross in Kells, Rep. Irland

11. April, Karsamstag: Heute soll es 25 °C warm werden. Georg macht einen Ausflug in das andere Ende der Stadt zum Take-away „Sefina“ unserer Freunde, die arabische Spezialitäten anbieten, und speziell für Ostern Orangen- und Dattelkuchen ohne Zucker, dafür mit Honig gesüsst.
Ich hole meine kleine Lyra wieder hervor und stimme sie auf eine arabische Skala. Es klinge beruhigend, wenn ich darauf spiele, meint Georg. Die leisen Töne schicke ich von unserem Garten hinaus in die Welt. Die Vögel stimmen mit ein. Und bald auch die Rasenmäher der Umgebung, alles muss vor Ostersonntag noch erledigt werden. Wenigstens dieser Lärm gehört zum normalen Alltag.
Es gibt drei klassische Phasen, wie wir auf schlimme Ereignisse reagieren: Zunächst verleugnen wir die Tatsache. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir reden uns ein, wir seien gross und stark, und das winzige Virus sei harmlos wie ein Grippevirus. Es könne uns nichts anhaben. In einer zweiten Phase erkennen wir den Ernst der Lage und – je nach Temperament – verharren wir in einer Schockstarre oder werden wütend. Ein Schuldiger, ein Sündenbock muss her. Das sind dann pauschal „die Chinesen“ oder die Asylsuchenden. Unsere Nachbarn zum Beispiel fahren jetzt lieber nicht zur Grossmutter nach Bosnien, obwohl dies mit dem Auto durchaus möglich wäre. Doch mit einem Schweizer Nummernschild würden sie dort gelyncht. Die Einheimischen meinen, sie brächten das Virus aus der Schweiz mit!
Die dritte Phase: Die Wut schlägt um in eine Depression. Man betrachtet sich als Opfer und gibt den Glauben an die eigene Schöpferkraft auf. Diese Gefahr besteht jetzt in Italien. Die Pandemie-Situation verbessert sich dort trotz strikten Massnahmen nach etwa 4 Wochen nur zögerlich. Die Regierung hat nun eine Verlängerung um weitere 3 Wochen verordnet. Ich hoffe sehr, dass die Lieder auf den Balkonen nicht verstummen.
Eine grosse Müdigkeit macht sich in mir breit. Am liebsten würde ich jetzt Winterschlaf machen und erst Aufwachen, wenn ich, wie Johannes in seiner Offenbarung, eine neue Erde und einen neuen Himmel sehen kann. Doch zurzeit gibt es noch sehr viel von der alten Erde, auch wenn sich spürbar vieles auflöst.  Georg hängt fürsorglich meine Hängematte auf.
Das Robert-Koch-Institut meldet 50‘000 Genesene. Weitere Zahlen stehen fest: 15% der Infizierten werden hospitalisiert, 2% der Infizierten erleiden eine Lungenentzündung. Die Todesrate bei der Krankheit beträgt in Deutschland 1.9%. Diese Zahl unterscheidet aber nicht zwischen Menschen, die ausschliesslich an Corona und solchen, die noch an weiteren Krankheiten gestorben sind. Weitere serologische Studien werden gemacht, im Mai wird es erste Resultate geben. All dies sei wichtig, um zu wissen, welche Massnahmen wirklich greifen und weiterhin sinnvoll sind.
Die Schweiz ist immer noch auf Platz 1 mit der Zahl der Infizierten pro Kopf der Bevölkerung. Doch es gibt inzwischen 11‘000 Genesene. Der Bundesrat lobt uns und appelliert weiterhin an die Solidarität. Wann es für alle Schutzmasken geben wird, sagt er nicht. Einige Schweizer Firmen könnten jetzt endlich Masken herstellen und haben Gesuche an das Bundesamt für Gesundheit gestellt, aber noch keine Antwort bzw. Bewilligung erhalten.
Schlimm dran ist Spanien, und Frankreich staunt über die zunehmend rasante Verbreitung des Virus im Land.
In Deutschland fördert man jetzt die Plasmatherapie: Genesene, die Antikörper ausgebildet haben, spenden Infizierten Blut. Auch hier wird wieder deutlich: Es geht um Information! Unser Immunsystem ist dafür ausgestattet: Es erkennt den Eindringling, wählt die entsprechende Information, also die Antikörper, für den Angriff aus und vernichtet das Virus. Ich frage mich, ob auf die Dauer hierfür Blutspenden nötig bzw. der einzige Weg sind. Ich kann mir vorstellen, dass die Information von Antikörpern auch auf Globuli, wie wir sie aus der Homöopathie kennen, geprägt werden könnte. Die Forschung zu diesem Thema wäre sehr interessant. Denn Informations- oder Schwingungsmedizin  – vibrational medicine – hat eine grosse Zukunft.   
John schickt mir aus England wieder ein Foto von seinem Hausaltar: Statt des einfachen Holzkreuzes steht dort jetzt ein wunderschönes hölzernes keltisches Sonnenkreuz, davor ein Krug mit Wein und ein Brot.

Text und Fotos: 
Petra
Dobrovolny

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