Mein Tagebuch: 29. April 2020

29. April, Mittwoch:
Gestern und auch während der Nacht auf heute hat es seit 6 Wochen wieder mal geregnet. Es lässt sich besser atmen, denn der Blütenstaub in der Luft konnte sich setzen. Auch die Natur atmet auf, die Bauern wünschen sich noch mehr Regen, natürlich gut dosiert. Kennt ihr den Bauern aus dem Märchen? Er beschwert sich bei Gott über das Wetter und bittet ihn um Erlaubnis, ein Jahr lang das Wetter bestimmen zu dürfen. Gott gewährt ihm seinen Wunsch und voller Tatendrang macht sich der Bauer an die Arbeit. Im Herbst muss er einsehen, dass er noch nie so wenig ernten konnte als in all den Jahren zuvor. Er klagt Gott sein Leid und fragt nach dem Grund. Die Antwort: „Du hast den Wind vergessen!“ 

Ich mache zum ersten Mal Pesto aus Löffelkraut. Man nehme 50 g Löffelkraut aus dem Wald, 1 Knoblauchzehe, 1 Esslöffel Sonnenblumenkerne, ein paar Caschewnüsse. Dies verarbeite ich in unserer Küchen-Häckselmaschine. Dann füge ich etwas Olivenöl und weissen Aceto balsamico, auch etwas Gomasio – also geröstete Sesamsamen mit Meersalz. Das Pesto kann man als Brotaufstrich verwenden, oder auch zu Spaghetti, Reis oder Quinoa geniessen. Es schmeckt ähnlich wie Brunnenkresse.
Löffelkraut ist immunstärkend, blutreinigend und enthält Vitamin C. Georg hatte die Setzlinge im Bio-Garten gefunden. Sie zieren mit ihren weissen Blüten nun in Kästli unsere Fensterbank und erfreuen ausser uns auch die Bienen. Wenn man keine Setzlinge zur Verfügung hat, findet jetzt noch bis Juli genügend blühendes Löffelkraut im Wald, besonders an schattigen und feuchten Stellen.

Gemäss Gregg Braden gibt es das Gesetz oder Prinzip der nicht reduzierbaren Komplexität, „irreducible complexity“. Nur wenn genügend Aspekte in Betracht gezogen werden, und dazu wird eine Absicht benötigt, kann ein System funktionieren. Also meine Absicht ist zum Beispiel ein gesundes Pesto herzustellen. Dazu benötige ich verschiedene Zutaten in einer bestimmten Menge, sonst funktioniert die Sache nicht. Wenn in einem Land zum Beispiel  Virologen und Epidemiologen viel Macht erhalten und die Regierung nur deren Analysen und Empfehlungen entsprechend handelt, dann geht „der Wind“ vergessen. Vergessen geht das Leiden der Kranken, die dringend eine Behandlung oder Operation benötigten, aber warten mussten. Vergessen geht die Angst vor der Armut und Insolvenz, die viele in den Selbstmord treibt. Verunmöglicht werden Küsse und Umarmungen, geselliges Beisammensein, …

Welche Absicht steckt dahinter, wenn wir gezwungen werden, unsere Freiheitsrechte aufzugeben? Wenn Risikogruppen willkürlich definiert werden? Wenn die R-Zahl alles dominiert? Wenn uns Angst gemacht wird vor einer oder weiteren nächsten Wellen? Wenn die Welt erst wieder durch einen Impfstoff sicher wird?
Was können wir von Taiwan, Südkorea und Schweden lernen?

Oben im Bild: Löffelkraut
Text und Foto: Petra Dobrovolny       

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