Mein Tagebuch: 3. Mai 2020

3. Mai, Sonntag:

Nach regnerischen Tagen scheint heute wieder die Sonne. Das Maigrün strahlt mit voller Kraft in die Welt hinaus. Ich entscheide mich für meine 2-stündige Runde: Hinauf auf das Plateau mit Ausblick auf die ganze Alpenkette einschliesslich Eiger, Mönch und Jungfrau, dann hinunter zum Uferweg der Aare entlang. Die Luft ist erfüllt mit Vogelgesang und Grillenzirpen. Die Menschen, die mir begegnen, grüssen mich mit einem freundlichen Lächeln oder ignorieren mich völlig. Man hält Abstand, wenn möglich. Joggern begegne ich nur zweimal. Die meisten gehen bedächtig, fast meditativ. Alle zusammen, auch wenn wir uns nicht weiter kennen, geniessen diesen Sonntagsspaziergang. Eine Atmosphäre der Dankbarkeit liegt in der Luft.
Der spirituelle Lehrer Mooji empfiehlt für die Zeit wie diese, bewusst wahrzunehmen, wofür wir dankbar sein können. Ein wichtiges Mantra sei „Thank you“, dreimal hintereinander ausgesprochen. Es helfe bei Angst und Depression.
Dr. Joe Dispenza, ein amerikanischer Neurowissenschaftler, ruft auf Youtube zu einer täglichen etwa 10minütigen Meditation auf, in welcher wir an einen geliebten Menschen denken und ihm im Stillen sagen sollen, was wir an ihm lieben. Wenn wir dabei ein Foto dieser Person betrachten, können wir uns besser konzentrieren. Dies Meditation bewirke bei uns einen gleichmässigen wohltuenden Herzrhythmus, der unser Immunsystem stärke. Darüber hinaus haben Untersuchungen ergeben, dass diese Frequenz oder Kraft der Liebe auf die ganze Umgebung, auf die Dauer sogar in die weite Welt wirkt: Menschen, die weder die meditierende Person kennen, noch Ahnung von deren Tätigkeit hätten, zeigen nach einiger Zeit ebenfalls den gleichen Herzrhythmus. Stell dir vor: Alle Herzen der Welt werden von diesem Rhythmus der Liebe ergriffen und senden ihn weiter aus! Da bleibt kein Platz mehr für Angst und Panik! Wir können viel mehr bewirken, als wir meinen. Yes, we can!
Der Psychoanalytiker C. G. Jung hatte das Feld des kollektiven Unbewussten entdeckt. Der Quantenphysiker Fritjof Capra ging in den 70er Jahren noch weiter und forderte für die Wissenschaften einen ganzheitlich-systemischen Ansatz. Gregg Braden spricht von „Der Matrix“, der Blaupause der Schöpfung, die alles umfasst. Dr. Joe Dispenza hat diese mit wissenschaftlichen Messmethoden erforscht und sagt, wie wichtig es ist, sich bewusst zu werden, mit welchen Sätzen unseres Glaubenssystems wir uns selbst oder andere fördern oder behindern können. Die 10-minütige Meditation stellt er unter das Motto „Go Love 2020“, abgekürzt „Golov20“.     

Estelle hat für die kommende Woche wieder Karten gelegt. Zur Erinnerung: In dieser Woche waren wir aufgefordert, wichtige innere Entscheidungen zu treffen. Die Engel kennen uns Menschen anscheinend sehr gut, denn bei so wichtigen Entscheidungen kommen uns auch wieder Selbstzweifel und viele Fragen: „Kann ich das wirklich schaffen?“ Estelles Engelkarten sagen: „Yes, yes, yes!“ Sie unterstützen das Wagnis, ein neues Leben, das besser zu uns passt, zu beginnen. Wenn es denn in Einklang mit unserem Herzen sei, wäre es in Ordnung, den Job zu kündigen, die Beziehung zu beenden oder an einen anderen Ort umzuziehen. In der kommenden Woche ist es Zeit, das alte Leben zu beenden. Die Engel versichern uns ihre Unterstützung.

Heute bringt die Sonntagszeitung einen sehr aufschlussreichen Artikel: „Das Virus und die Schweiz: Chronik des Kontrollverlusts.“ Wir finden es sehr spannend zu lesen, dass die Schweiz bereits am 31. Dezember von der WHO informiert worden war. Bereits am 24. Januar erschien eine Studie der Epidemiologen Christian Althaus und Julien Riou der Universität Bern zur Übertragbarkeit des Virus. Das Fazit: Die neue Krankheit verbreite sich wie die Spanische Grippe von 1918!
Patient Nr. 1 ist bekannt: Ein Engländer, der aus Singapur nach Genf geflogen war, um mit seiner Familie in Frankreich Skiurlaub zu machen. Er traf auch Schweizer Freunde, spürte Symptome, aber keine starken, und flog nach einer Woche von Genf nach London. Am 6. Februar wurde er dort positiv getestet. Inzwischen war auch ein 70jähriger Bewohner vom Tessin aus Mailand mit dem Virus nach Hause zurückgekehrt. Damit ging die Welle so schnell los, dass die Kontaktketten wegen mangelndem Personal und Testmaterial nicht mehr nachverfolgt werden konnten. Ab 8. März sollten nur noch Personen mit deutlichen Symptomen getestet werden. Schutzmasken fehlten, Virologen warnten, am 11. März erklärte die WHO die Krankheit Covid19 zur Pandemie. Österreich hatte schon längst seine Grenze zu Italien geschlossen, unser BAG fand dies noch für unnötig. Am 16. März erklärte der Bundesrat die „ausserordentliche Lage“, liess die Grenzen schliessen und schickte das Land in den Lockdown. Inzwischen hat sich die Schweiz im internationalen Vergleich zwar gut geschlagen: Das Gesundheitssystem kam weder in Bedrängnis, noch brach es zusammen. Doch viele Experten sagen, dass es durchaus Grund zur Kritik gäbe. Wäre medizinisches Schutzmaterial in genügendem Masse vorhanden, würde sich das Virus nicht so sehr in Altersheimen und Spitälern ausbreiten. Auch hätten die Grenzen früher geschlossen werden müssen. Die Fallverfolgung hätte nicht so früh gestoppt werden sollen. Die Knappheit der Testkapazitäten in der Schweiz sei ein schweres Versäumnis. Jetzt müsste der Pandemieplan erweitert werden.

Georg setzt Kartoffeln in einen grossen Sack mit Erde. Das sei Teil seines Pandemieplans für die 2. Welle, verkündet er. Unsere Tomatensetzlinge bekommen grosse Töpfe und frische Erde vom Bio-Garten. Georg darf sich dort selbst bedienen, denn die Erde ist sein Lohn in Naturalien. Schliesslich ist er dort schon seit zwei Jahren Kompostmeister. Naturalien als Lohn müssen eigentlich bei der Steuererklärung angegeben werden. Doch dies habe ich jetzt mal unterlassen. Eine Tomatensorte heisst Berner Rose, die wir sehr lieben.
Georg sei Dank, haben wir alles an Lebensmitteln, was wir brauchen. Und ab dem 11. Mai werden weitere Geschäfte öffnen. Dann kann ich eine neue Speicherkarte für unseren Fotoapparat und Toner für unseren Drucker kaufen.   

Yes! Yes! Yes!
Thank you, thank you, thank you!

Ja! Ja! Ja!
Danke, Danke, Danke!
                  

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