Mein Tagebuch: 23. Mai 2020

23. Mai, Samstag:

Am letzten Donnerstag, am Tag der Auffahrt, waren bei schönem Sommerwetter viele Leute unterwegs, das Abstandhalten eine Illusion. Die Fallzahlen in der Schweiz halten sich auf tiefem Niveau. Aber man wisse erst Anfang Juni, wie sich die Lockerungen seit Mitte Mai auswirken. Der Epidemiologe Marcel Tanner, der in der wissenschaftlichen Taskforce des Bundesrats die Expertengruppe für öffentliche Gesundheit leitet, meint: „Die Schweiz könne man nicht noch einmal abschalten“. Das ginge nicht. Dank Tracing könne jetzt lokal und fokussiert reagiert werden. Das klingt schon mal gut.


Eine Freundin aus Schmerikon verrät mir den Grund für die Fahnen: Das gelte nicht nur für Bern, sondern für das ganze Land! Auf diese Weise solle ein Zeichen des Dankes an das medizinische Personal und alle anderen gesetzt werden, die sich unermüdlich während dieser Zeit engagieren. Applaus und mehr Anerkennung genügen aber nicht, meinen diese und fordern mehr Lohn.

 
Heute kam die Regenfront gegen Mittag bei uns an. Es ist kühler geworden.
Unsere Nachbarn melden sich aus Neuseeland. Die Landesgrenzen sind immer noch geschlossen. Sie schätzen, dass sie etwa Mitte Juni zurückreisen können. Zum Glück wird ihr Garten heute von vielen liebevollen Händen in Ordnung gebracht. Neue Gemüsesetzlinge werden überall verteilt und können jetzt schon mal in Ruhe wachsen.
Und die Fische im Aquarium sind noch alle da.

In Zürich verteilen Mitarbeiter*innen der Verkehrsbetriebe Tausende Gratismasken. Am kommenden Mittwoch wird der Bundesrat entscheiden, welche Lockerungen ab dem 8. Juni möglich sein werden. Über Pfingsten sollen die Campingplätze voraussichtlich noch geschlossen bleiben.




Text und Fotos: Petra Dobrovolny

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