Mein Tagebuch: 20. und 21. Juni 2020

20. Juni 2020, Samstag:

Der Bundesrat hat über neue Lockerungen entschieden. Das Notrecht gilt ab sofort nicht mehr, die Kantone sollen wieder für die Sicherheit zuständig sein. Weiterhin gelten Empfehlungen: Bei Symptomen solle man sich testen lassen und in Quarantäne begeben, Homeoffice, wenn möglich, ab Montag gilt ein Abstand von 1,5 m, Demonstrierende sollten Masken tragen. Dringendst empfohlen sind Hygienemasken im öffentlichen Verkehr. Ab jetzt sind Versammlungen mit 1000 Menschen zugelassen.
Die Experten der Taskforce kritisieren diese ihrer Ansicht nach zu frühen und zu weitgehenden Lockerungen. Die Schweiz sei nicht darauf vorbereitet, die Zahl der Infizierten stieg in dieser Woche von 30 auf 50 pro Tag.

An manchen Orten tauchen kleine Plakate auf, die im Layout jenen des BAG zum Verwechseln ähneln. Nur der Text der Empfehlungen ist anders. Der Titel lautet: „Positivität fördern statt Angst.“ Das Motto des BAG „So schützen wir uns“ wurde kopiert. Das grösste Piktogramm zeigt kleine männliche und weibliche Figuren, die in der Form eines Herzens zusammenstehen. Der dazugehörende Text: „Eine bessere freie Welt für ALLE aktiv mitgestalten. Unsere Grundrechte bewahren!“ Unter der Rubrik „Weiterhin wichtig“ sind auf zwei Zeilen verteilt je 4 Piktogramme zu sehen mit dem Text: „Regelmässig meditieren, die geistige Welt um Hilfe bitten, aufbauende Texte lesen, Durchblick anstreben, nachdenken und hinterfragen, sich nichts vorgaukeln lassen, gleichschalten nicht zulassen, die geistige Freiheit nie aufgeben.“

21. Juni, Sonntag:

Sommerwetter und Ruhe im Quartier. Am Abend lacht eine Familie bei einer Feier in ihrem Garten. Die Lebensfreude ist nicht aufzuhalten! Auch die Restaurants in der Berner Altstadt sind im Freien gut besetzt, der Duft von Oregano und Pizza liegt in der Luft. Es ist friedlich. Während ich über den Waisenhausplatz zum Bahnhof laufe, schenke ich den Gästen ein Lächeln, sie lächeln freudig zurück. Kinder spielen Nachlaufen, Hunde sitzen schwanzwedelnd vor Herrchen oder Frauchen in der Hoffnung auf ein Stück Pizza. Das Auto aus Luxemburg steht immer noch vor dem Hotel Savoy, ein Gast aus Deutschland fährt vor. Weitere deutsche Gäste rollen Ihre Koffer vom Bahnhof herkommend in die Altstadt.

Gemäss dem britischen Astrologen Steve Judd braut sich am Himmel einiges zusammen: Gestern Nacht war die Sommersonnenwende, 9 Stunden später, also heute Morgen fand eine ringförmige Sonnenfinsternis bei Neumond statt. Fünf Planeten sind rückläufig, ab Montag bis Donnerstag nächster Woche sogar sechs. Mars ist bis Januar rückläufig. Dies ist er sonst höchstens für 4 Wochen. Welche Zeitqualität lässt sich aus dieser ausserordentlichen Konstellation ableiten? Steve Judd rät zu einer vorsichtigen Haltung gegenüber der nächsten Zukunft. Das Schlimmste ist noch nicht vorbei, es kämen tiefgreifende Änderungen auf uns zu. Bisheriges und Alt-Bewährtes werden wir überdenken, der Ruf nach Reformen wird laut. Strukturen lösen sich auf. Neue Lösungen sind noch nicht greifbar. Bis Ende Jahr sind starke geo-physikalische Ereignisse, also Vulkanausbrüche und Erdbeben zu erwarten, besonders in der Zeit vom 12. bis 14. Juli und in der 2. Hälfte Oktober.

Heute koche ich zum letzten Mal Rhabarberkompott. Die Saison dafür ist zu Ende. Ich mische eine Handvoll schwarzer Johannisbeeren aus unserem Garten hinzu und würze alles mit Zimt – sehr viel -, Sternanis – eher wenig -, Nelken, Muskat, Bourbon-Vanille und Rohrzucker. „Mmmh!“ meint Georg. Dieses Rezept sollte ich patentieren lassen.

Estelle liest die Karten für die kommende Woche: Wir gebrauchen unsere Intuition und betrachten die Welt aus der Perspektive der Einheit. Wir sind entschlossen und bringen unsere Schöpferkraft zum Ausdruck. Uns erwartet ein neuer Anfang, bei welchem unsere neu entdeckte Kreativität eine Rolle spielt. Wir können uns und den Geschehnissen vertrauen, auch wenn wir nicht alles verstehen. Es passiert viel hinter der Bühne. Die Engel finden: „Ihr seid bereit! You are ready! You can create heaven on earth! Ihr könnt den Himmel auf Erden erschaffen!“

Ich will es genauer wissen und besuche auf meinem Sonntagsspaziergang meine Freundin, die Eiche. Sie war schon vor mir da und wird es auch nach mir sein. Deswegen hat sie mit ihrer Weisheit eine andere Perspektive als ich. Sie flüstert mir zu:

Mach‘ dir keine Sorgen,
denke nicht an morgen
und schon gar nicht an übermorgen!
Eine Annahme ist das alles,
du stellst dir damit eine Falle!

Darauf fällst du nicht herein,
am besten lässt du das Morgen sein
und hörst auf meinen Rat,
den du umsetzt in die Tat:

Denk‘ nur an heute
und das mit aller Freude.
Geh‘ mit Sonne im Herzen
durch die Welt,
in der es nie an etwas fehlt.

Hülle und Fülle
jetzt und hier.
Es geschehe SEIN Wille!
Amen. So ist es.
Das sag‘ ich dir.

Deine Freundin, die Eiche


In der Sprache des indigenen Volkes der Hopi in Nordamerika gibt es nur die Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft sind darin eingeschlossen und mitgemeint.
Ich finde das sehr weise. Auch Gregg Braden betont in seinem Buch „Der Jesaja-Effekt“, dass wir nicht aus einem Mangelgefühl heraus um eine bessere Zukunft bitten sollen. Das Geheimnis für die Erfüllung von Gebeten liegt darin, dass wir uns unsere Wünsche so vorstellen, als seien sie bereits in Erfüllung gegangen. Zum Beispiel würde der Satz des Liedes „Möge Heilung gescheh’n!“ zur kraftvollen Version „Ja, ja, Heilung ist geschehen“.

              

   
  Fotos und Text: Petra Dobrovolny    

  

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