Mein Tagebuch: Montag, 22. Juni 2020

22. Juni 2020, Montag:

Ab heute dürfen wir uns einen halben Meter näher rücken. Die R-Zahl für die Schweiz ist wieder auf 1 gestiegen. In Deutschland beträgt sie jetzt 1,79. In Gütersloh gab es in der Fleischfabrik Tönnies einen Ausbruchsherd mit inzwischen über 1‘300 registrierten Infizierten. Der Chef der Firma tritt persönlich vor das Mikrofon: Es werde sich in der Branche etwas ändern. Dafür werde er sorgen, denn so ginge das nicht!

Präsident Trump spricht in der Stadt Tulsa in Oklahoma zu den Anhängern, viele Sitzplätze bleiben leer. Er wollte ursprünglich genau an dem Jahrestag des Massakers an der schwarzen Bevölkerung hier auftreten, musste das Datum jedoch wegen Protesten um ein paar Tage verschieben. Er erwähnt weder George Floyd noch den Jahrestag. Stattdessen beschimpft er die Bewegung „Black lives matter“. Na, wenn das mal gut geht! Nicht ohne Grund hatte Trump den chinesischen Präsidenten Xi um Hilfe für seinen Wahlkampf geboten.

Die 17-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg meldet sich nach längerer Zeit wieder zu Wort, in einer Radiosendung. Sie sei enttäuscht, dass trotz vielen Versprechen die Regierungen noch fast nichts wegen der Klimakrise unternommen hätten. Positiv sieht sie die Reaktionen auf das Corona-Virus als Beispiel dafür, dass wir daraus lernen könnten: „Die Einsicht, wie man einen Notstand auch als Notstand behandeln sollte.“ Der „Bund“ von heute schreibt: „Sie verwies auf die astronomischen Summen, die allerorten zur Bekämpfung der Corona-Krise bereitgestellt werden, darauf, wie Menschen über Nacht ihr Verhalten ändern, wie Bürger mit einem Mal auf Experten hören, Gesellschaften und Politiker zusammenstehen und die Medien sich mit einem Mal weltweit fast ausschliesslich auf die Krise konzentrieren.“  

„Yes! You are ready!“

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