Mein Tagebuch: 17. August 2020

17. August, Montag:

Wegen der steigenden Zahlen gilt ab heute in jedem Restaurant und Café die Anmeldepflicht. Darauf hat Georg keine Lust. Er macht sich seinen Kaffee lieber selbst, möchte aber noch erleben, wie diese Massnahme praktisch durchgeführt wird und geht in sein Stamm-Café. Die Bedienung will seine Visitenkarte nicht akzeptieren, er muss ein Formular handschriftlich ausfüllen. Dieses wird dann irgendwann mal noch von einer anderen Person abgeschrieben. Georg bezweifelt, dass diese Person seine Handschrift lesen kann. Er meint: „Das ist alles für die Katze!“ 

Dem Bundesamt für Gesundheit passiert eine weitere Panne: Am letzten Mittwoch hatte es gemeldet, dass ein unter 30-jähriger Berner an Covid-19 gestorben sei. Am Freitag wurde dies korrigiert: Der betreffende Mann lebe noch und befände sich in Quarantäne. Sein Hausarzt hätte das Formular nicht richtig ausgefüllt.

Auf Youtube bringt das Schweizer „Bittel TV“ ein Interview mit Professor Bhakdi und Dr. Bodo Schiffmann. Herr Bhakdi sagt, er sei enttäuscht von den Schweizern, die er als mutige Menschen in bester Erinnerung habe. Vier Jahre seiner Kindheit hat er hier verbracht. Die jetzige Angst könne er nicht verstehen.

Es ist für uns erstaunlich, was zurzeit in Deutschland passiert. Zwei Polizisten treten öffentlich auf eine Bühne in Augsburg und Dortmund vor ein Mikrophon, nennen ihren Namen und Dienstgrad und kritisieren die Massnahmen der Regierung. Beide hatten an der Berliner Demo vom 1. August, dem „Tag der Freiheit“, teilgenommen und waren entsetzt darüber, wie diffamierend die offiziellen Medien darüber berichtet hatten. Als Familienväter und Bürger sei es ihre Pflicht, sich für eine lebenswerte Zukunft in einem demokratischen Deutschland einzusetzen. Beide bitten ihre Kollegen und Kolleginnen sich ihnen anzuschliessen. Für den 29. August haben die Veranstalter zu einer weiteren Demo nach Berlin eingeladen, auch Gleichgesinnte aus dem Ausland sind willkommen.

Text und Foto: Petra Dobrovolny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.