Mein Tagebuch: 24. August 2020

24. August, Montag:

Jeden Tag wird in den Medien vom kommenden Impfstoff gesprochen. Das BAG empfiehlt für den Herbst Grippeimpfungen nicht nur für ältere Menschen, das Medizinpersonal und Risikogruppen, sondern auch für Kinder, Babys ab 6 Monaten und Schwangere. Denn jeden Winter kämen hunderte von Kindern wegen Grippe ins Spital. Bei vermehrter Grippeimpfung könnten die Spitäler vorsorglich entlastet werden und hätten Plätze für Covid-Kranke zur Verfügung, denn die zweite Welle werde erwartet. Das klingt plausibel, oder? Es wird vergessen, dass es in Bezug auf die Spitalbelegungen gar keine erste Welle gab. Zu keiner Zeit gab es zu wenig Betten, auch nicht auf den Intensivstationen und an den Beatmungsgeräten.

In der Schweiz gilt bis auf weiteres die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, jedoch nicht in Bahnhöfen und auf den Gleisen. Im Unterschied zu Deutschland wird dies nicht kontrolliert, es gibt auch keine Bussen. Essen und Trinken sind erlaubt. Die Polizeipräsenz ist nicht höher als sonst. In den Kantonen Waadt, Genf und Jura gibt es auch beim Einkaufen Maskenpflicht. Vor drei Tagen sah Georg, wie ein Bettler eine Maske aus einem Abfallbehälter herausklaubte, dann stieg er damit in den Bus. Georg schaute ihn an, und der Mann sagte, er sei noch nicht blöd und bezahle noch für eine Maske. Viele Fahrgäste werfen sie sofort nach dem Aussteigen in den Abfall, also ist die Auswahl gross.

Deutschland hat eine Reisewarnung für den Grossraum Paris und die Provence einschliesslich der Côte d’Azur herausgegeben. Auch für Sardinien sieht es kritisch aus. Wir haben noch keine Reisepläne, wahrscheinlich bleiben wir in der Schweiz.      

Text und Foto: Petra Dobrovolny

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