Mein Tagebuch: 24. September 2020

24. September, Donnerstag:

Am Montag begannen die Klima-Aktivist*innen ihr Camp auf dem Berner Bundesplatz aufzubauen. Sie wollten mindestens eine Woche Tag und Nacht bleiben. Dazu waren sie professionell organisiert und ausgerüstet: Grosse Lastwagen transportierten das nötige Material. Vor dem Gebäude der Schweizer Nationalbank wurde ein riesiges Zelt für die Küche aufgebaut, die etwa 200 Leute pro Tag versorgen sollte. Im Vergleich dazu wirkte Greta Thunberg mit ihrem Schulstreikschild bei ihren ersten Auftritten romantisch naiv, aber auch beeindruckender. Diese Demo war nicht bewilligt, die Polizei hielt sich zunächst zurück. Am Dienstag findet hier der Berner Wochenmarkt statt. Die Gemüsebauern waren nicht gerade begeistert über die Blockade des Platzes, konnten aber schliesslich ihre Stände aufbauen. An diesem Tag machten sie trotzdem ein gutes Geschäft: Die Demonstrierenden und deren Küche kauften sehr viel Gemüse ein. Am Abend gab es eine weitere unbewilligte Demo von Flüchtlingen und Asylsuchenden gegen die Bedingungen in den Unterkünften. Diese wollten sich dem Klima-Camp anschliessen, wurden jedoch durch einen massiven Polizei-Einsatz daran gehindert. Viele bürgerliche Politiker*innen reagierten sehr erbost auf die Besetzung des Bundesplatzes und die massive Blockierung des öffentlichen Verkehrs. Über Inhalte wird nicht gesprochen, eine Nationalrätin spricht von einer „Empörungshysterie“ ihrer Kolleg*innen. Dies erinnert mich an die Demo vom 29. August in Berlin. Das beherrschende Thema in den Medien waren die etwa 7 reichsdeutschen Fahnen und der Versuch einiger rechtsextremer Demonstranten in das Reichstagsgebäude einzudringen. Am Mittwoch löste die Berner Stadtpolizei das Klima-Camp friedlich auf. Es kam zu Festnahmen.   

Gesundheitsminister Berset kann sich ein Impfobligatorium für das Personal in Alters- und Pflegeheimen vorstellen, falls dies die Kantone wünschten. Dabei gibt es noch keinen Impfstoff! Und wer würde für die Impfschäden haften?

Eine neue Volksinitiative ist im Umlauf: Die Mobilfunkhaftungsinitiative. Falls es genügend Unterschriften gibt, kann über eine Gesetzesänderung abgestimmt. Stimmt das Volk „ja“, müssten die Mobilfunkanbieter für gesundheitliche Schäden, die der Mobilfunk verursacht, haften.

Text und Foto: Petra Dobrovolny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.