Mein Tagebuch: 14. April, Dienstag

14. April: Spanien lockert die Massnahmen, obwohl die Pandemie sich dort immer noch verstärkt. Der Staat wird wohl die bisherigen wirtschaftlichen Verluste nicht bezahlen können. Die Schweiz verliert durch das Lockdown pro Monat 15 Milliarden Schweizer Franken Bruttosozialprodukt. Wer kann das bezahlen? Wer hat so viel Geld? Unser Wirtschaftsminister sagt: «Die Schweiz kann das!» und lächelt zur Beruhigung in die Kamera, bevor er Bürgschaften des Bundes in einer Höhe von 40 Millionen verspricht.
Der Ton der Medienleute, der Expert*innen und der Leserbrief in den Tageszeitungen wird schärfer und auch klarer. Die NZZ schreibt heute: «Die Aufgabe vieler Freiheitsrechte ist der Preis, den die Bürger zahlen sollen für das Versagen der Experten und Regierenden, das Land auf eine solche Pandemie vorzubereiten.»  Viele sind der Meinung, dass das flächendeckende Testen der Schweizer Bevölkerung ermöglicht hätte, verantwortungsvoll und selbstbestimmt zu handeln, anstatt alle zu entmündigen und in die Wohnungen zu beordern. Südkorea will zeigen, dass eine Demokratie auch Pandemien meistern kann, ohne Bürgerrechte zu opfern. Das Land führt ohne Aufschub die geplanten Wahlen mit entsprechenden Schutzmassnahmen durch. Und, siehe da: Die bisherige Regierung, die während der Corona-Krise auf Selbstbestimmung und -verantwortung ohne Ausgangssperren setzte, wird vom Volk bestätigt!
Werden wir uns erst mit einer Impfbestätigung frei bewegen dürfen? Von offizieller Seite kommen nur Verbote und der Aufruf zur Solidarität. Mit wem sollen wir solidarisch sein? Mit der Regierung, die so vieles versäumt hat?
Das Bundesamt für Gesundheit gibt im allgemeinen Teil seiner Webseite Empfehlungen zur gesunden Lebensführung, unter anderem Spaziergänge. Aber immer noch gilt jetzt die Anweisung: Bleiben Sie zuhause, auch wenn die Sonne scheint. Empfehlungen für eine eigenverantwortliche Stärkung der Abwehrkräfte werden in den derzeitigen Nachrichten und Pressekonferenzen nicht erwähnt. Spazierengehen, Musikhören, gesundes Essen kochen, sich am Lachen der Kinder freuen, … alles fast gratis! Das ist aber der Haken: Kein Unternehmen verdient daran! Unser Freund, ein Chemiker, macht sich über uns lustig, weil wir Knoblauch, Zink und Vitamin C zu uns nehmen. Das sei hinausgeworfenes Geld und bekämpfe nicht das Virus, meint er. Das behaupten wir auch nicht. Wir wissen aber, dass unsere heutigen Lebensmittel wegen der geschädigten Böden und der immer noch dazukommenden Pestizide denaturiert sind. Nahrungsergänzungsmittel können, massvoll eingesetzt, sinnvoll sein und das Immunsystem unterstützen. Und: Was der Seele gut tut, stärkt auch die Abwehr. In Selbstbestimmung und Eigenverantwortung können wir selbst spüren, was uns hilft. Dies kann ein Gebet sein, eine Meditation, ein Mantra …

Mein Tagebuch: 13. April, Ostermontag

13. April, Ostermontag
Die Autobahn ist so leise wie noch nie, die Grillen in der Naturwiese am Hang des Dorfes zirpen so laut wie noch nie, und das bereits im April! Die Schmetterlinge umtanzen sich zu zweit, ohne an den Abstand zu denken. Unser Hopfen ist aus dem Winterschlaf erwacht und spriesst in alle Richtungen. Seit dem 30. März hat es nicht mehr geregnet, dafür gibt es Dauerregen und Kälte in Griechenland. Die orthodoxen Ostern werden etwas später stattfinden, doch bei jedem Anstossen mit Wein, Ouzo oder Raki sagen sie dort jeden Tag «Christos annesti! Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!»
Georg beklopft mich nach mährischer Sitte heute mit einem geflochtenen Weidenzopf, dessen Spitze bunte Bänder zieren. Dieses Jahr mit Schutzmaske und dem gebotenen Sicherheitsabstand. Dazu sagt er den traditionellen Spruch: «Hody, hody, do provody…. Mütterchen, gebt mir Ostereier, eins oder zwei! Wenn Ihr mir keine gebt, dann beklopfe ich Euch!» Dies ist noch ein ursprüngliches Fruchtbarkeitsritual, welches die Christianisierung überlebt hat und bis jetzt nicht musealisiert worden ist. Am Ostermontag fahren die Männer, alte und junge, sogar 4- und 5-jährige Buben sind dabei, mit Pferd und Wagen durch die Dörfer und besuchen die Frauen. Diese schenken auch hausgemachten Sliwowitz aus, und je mehr Besuch in einem Haus erscheint, umso höher steigt das Ansehen der beehrten Frau im Dorf. Es wird gemeinsam gefeiert, getanzt, gesungen und viel gelacht.

Mein Tagebuch: 12. April, Ostersonntag

Keltisches Sonnenkreuz

12. April, Ostersonntag:
Heute sieht der liegende Krug, ein Symbol für das Grab Christi, leer aus, daneben steht eine kleine Vase mit Schlüsselblumen, der Krug mit Wein und das Brot sind wie gestern auch wieder auf Johns Hausaltar, auch das keltische Sonnenkreuz. Mit seinen kunstvollen Verzierungen strahlt es eine wunderbar wohltuende Energie aus.
Das keltische Sonnenkreuz symbolisiert die Verbindung von Dualität (Gegensätzlichkeit) und Einheit. Durch den Sonnenkreis um die Kreuzung der Balken schliesst es sogar die Dualität in die Einheit ein! Dadurch entsteht die starke positive Ausstrahlung, die sich radiästhetisch messen lässt. Ein Kreuz mit ungleichen Balken hat hingegen eine negative Energie. Es ist eigentlich ein Folterinstrument. Wie viel Leid wurde durch dieses Kreuz in die Welt getragen!
Warum beten wir einen Christus an, der durch Folter gestorben am Kreuz hängt, obwohl er schon längst auferstanden ist? Die Reformatoren haben die Darstellung des Gekreuzigten entfernt, das Todessymbol hängt jedoch in jeder Kirche. Christus sei für unsere Sünden gestorben, heisst es. Auch für unsere heutigen und die zukünftigen? Also dürften wir ruhig wie bisher weitermachen. Wir dürfen Pestizide verstreuen, die Böden kaputt machen, die Ressourcen unserer Mutter Erde wegnehmen, die Meere verschmutzen, Delfine töten, Wälder abbrennen usw. Christus hat mal gesagt: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir!“ Er hat nicht gesagt, „Hilf‘ mir mein Kreuz zu tragen!“, noch „Nimm das Kreuz deines Nächsten auf dich!“ Er meinte, wir sollten das eigene Kreuz auf uns nehmen und ihm nicht nur bis zur Kreuzigung zu folgen, sondern bis zur Auferstehung! Ich bin zwar keine Theologin, aber eine Jung’sche Psychoanalytikerin. Das eigene Kreuz auf sich zu nehmen, bedeutet, den eigenen Widersprüchen zu begegnen. Christus sagte einmal: „Ihr seht den Balken im Auge des anderen, aber den Balken in eurem eigenen Auge seht ihr nicht!“ Das Kreuz besteht aus zwei Balken. Unsere inneren Widersprüche bzw. Schattenseiten sind uns nicht unbedingt bewusst. Wir projizieren sie auf andere, die dadurch zu Sündenböcken werden: „Die Chinesen“, „die Emigranten“, „die Asylsuchenden“, „die aus dem Ausland Zurückkehrenden, die das Virus wieder mitbringen“. Das Kreuz könnte als Aufforderung zur Selbsterkenntnis verstanden werden. Das keltische Sonnenkreuz ist ein Symbol für diese Möglichkeit. Es ist an uns zu wählen. „Die Krise hält uns den Spiegel vor!“, schreibt die NZZ. Persönliche Krisen fordern zur Selbstanalyse, zu Bewusstseinsarbeit auf: Wie möchte ich leben? Wer bin ich? Bei den jetzigen Ausgangsbeschränkungen haben wir dazu ideale Bedingungen: Wie Einsiedler*innen sind wir mit uns selbst konfrontiert. Ausweichen ist schwierig. Viele Menschen hinterfragen jetzt ihren Lebensstil und Lebenssinn. Diese Konfrontation mit sich selbst ist nicht einfach auszuhalten. Manche reagieren ihre Wut an den nächsten Familienangehörigen ab. In vielen Ländern nimmt die häusliche Gewalt stark zu. UNO-Generalsekretär Guterres rief die Regierungen weltweit dazu auf, Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Heim zu schützen und Vorbeugemassnahmen zu treffen. Bei der Bushaltestelle in unserer Nähe hängt ein Plakat von einer Organisation, die Männer in Schwierigkeiten unterstützt und Ratschläge gibt.                
Das prachtvolle Wetter lockt viele Leute nach draussen, doch es bleibt sehr ruhig. Den Kuchen vom Catering „Sefina“ schenken wir unseren Nachbarn zum Trost dafür, dass sie nicht nach Bosnien fahren können. Unsere älteren Nachbarinnen lehnen eine Kostprobe höflich ab.
Ich hole die bunt bemalten Ostereier aus Mähren (Georgs Heimat), der Walachei und Slowakei hervor. Sie symbolisieren mit den Farben Gelb, Weiss, Rot und Schwarz die Schöpfergöttin, die im Frühling alles neu macht. Die Eier aus der Slowakei sind kunstvoll mit gebügelten Strohhalmen beklebt und stellen eher christliche Symbole, wie zum Beispiel ein strahlendes Kreuz auf dunklem Grund, dar.

Ostereier aus der Slowakei und unten aus Mähren

Die französische Medienfachfrau Lilou Macé interviewt auf Youtube die spirituelle Lehrerin Sonja Choquette. Diese sagt sinngemäss: Wir verlassen gerade das Zeitalter des Patriarchats, das durch seinen Egoismus und seine Habgier besonders in letzter Zeit sehr destruktiv geworden sei, und beginnen den Prozess des Aufstiegs zu einem höheren Bewusstsein. Dieses sei verbunden mit neuen Werten wie Solidarität, Fairness, Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen. Es werde ein grösseres Gleichgewicht von männlichem und weiblichem Bewusstsein geben. Dabei beschränke sich «männlich» und «weiblich» nicht auf Mann und Frau. Beide müssten diese Qualitäten zunächst in der eigenen Seele ins Gleichgewicht bringen. Der Zeitpunkt des Starts zu diesem Prozess sei der 4.4.2020 gewesen. Die Meisterzahl 444 stehe numerologisch für neue Grundlagen, new foundations.

Vor ein paar Tagen habe ich geträumt: Eine Stimme sagte mir im Traum: «Wenn die geistigen Zusammenhänge klar werden, werden die Menschen keine Angst mehr haben.» Was ist wohl mit den «geistigen Zusammenhängen» gemeint? Ich versuche, das Puzzle zusammenzusetzen: Die Krise als Möglichkeit zur Selbsterkenntnis, als Spiegel für die Regierungen der Länder, als Aufforderung darüber nachzudenken, nachzuspüren, wie wir in Zukunft leben wollen. Viele Puzzlestücke fehlen noch, um den grossen Zusammenhang zu erkennen. Es braucht noch Zeit. Die Erkenntnis von Ostersonntag könnte sein: Wir sind nicht das Opfer einer Kreuzigung, sondern unsere Schöpferkräfte können auferstehen. Das Ende ist nicht das Ende. Es kann ein neuer Anfang sein! Das hat Christus uns gezeigt! Und darauf möchte ich heute mit euch anstossen und wie die Griechen voller Freude sagen: „Christos annesti!“ … so wie wir bald auch! 

Die Sonntagszeitung bringt heute mit grossen Schlagzeilen ein Interview mit einer Nationalrätin und Unternehmerin: «Der Bundesrat muss aufhören, jedem sagen zu wollen, was er zu tun hat. Er ist damit auf dem Holzweg.» So hat sie bereits mit ihrem Coiffeur ein Konzept entwickelt, wie die Sicherheitsmassnahmen auch dank Schutzmaske umgesetzt werden könnten. Sie ist bereit, allen Coiffeur-Salons Masken zu spenden und gibt ein Beispiel dafür, dass sie das Virus ernst nimmt, sich aber nicht zum Opfer macht, sondern kreative Möglichkeiten sucht. 

Ostereier aus der Walachei

Text und Fotos: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 11. April, Karsamstag

Das berühmte High Cross in Kells, Rep. Irland

11. April, Karsamstag: Heute soll es 25 °C warm werden. Georg macht einen Ausflug in das andere Ende der Stadt zum Take-away „Sefina“ unserer Freunde, die arabische Spezialitäten anbieten, und speziell für Ostern Orangen- und Dattelkuchen ohne Zucker, dafür mit Honig gesüsst.
Ich hole meine kleine Lyra wieder hervor und stimme sie auf eine arabische Skala. Es klinge beruhigend, wenn ich darauf spiele, meint Georg. Die leisen Töne schicke ich von unserem Garten hinaus in die Welt. Die Vögel stimmen mit ein. Und bald auch die Rasenmäher der Umgebung, alles muss vor Ostersonntag noch erledigt werden. Wenigstens dieser Lärm gehört zum normalen Alltag.
Es gibt drei klassische Phasen, wie wir auf schlimme Ereignisse reagieren: Zunächst verleugnen wir die Tatsache. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir reden uns ein, wir seien gross und stark, und das winzige Virus sei harmlos wie ein Grippevirus. Es könne uns nichts anhaben. In einer zweiten Phase erkennen wir den Ernst der Lage und – je nach Temperament – verharren wir in einer Schockstarre oder werden wütend. Ein Schuldiger, ein Sündenbock muss her. Das sind dann pauschal „die Chinesen“ oder die Asylsuchenden. Unsere Nachbarn zum Beispiel fahren jetzt lieber nicht zur Grossmutter nach Bosnien, obwohl dies mit dem Auto durchaus möglich wäre. Doch mit einem Schweizer Nummernschild würden sie dort gelyncht. Die Einheimischen meinen, sie brächten das Virus aus der Schweiz mit!
Die dritte Phase: Die Wut schlägt um in eine Depression. Man betrachtet sich als Opfer und gibt den Glauben an die eigene Schöpferkraft auf. Diese Gefahr besteht jetzt in Italien. Die Pandemie-Situation verbessert sich dort trotz strikten Massnahmen nach etwa 4 Wochen nur zögerlich. Die Regierung hat nun eine Verlängerung um weitere 3 Wochen verordnet. Ich hoffe sehr, dass die Lieder auf den Balkonen nicht verstummen.
Eine grosse Müdigkeit macht sich in mir breit. Am liebsten würde ich jetzt Winterschlaf machen und erst Aufwachen, wenn ich, wie Johannes in seiner Offenbarung, eine neue Erde und einen neuen Himmel sehen kann. Doch zurzeit gibt es noch sehr viel von der alten Erde, auch wenn sich spürbar vieles auflöst.  Georg hängt fürsorglich meine Hängematte auf.
Das Robert-Koch-Institut meldet 50‘000 Genesene. Weitere Zahlen stehen fest: 15% der Infizierten werden hospitalisiert, 2% der Infizierten erleiden eine Lungenentzündung. Die Todesrate bei der Krankheit beträgt in Deutschland 1.9%. Diese Zahl unterscheidet aber nicht zwischen Menschen, die ausschliesslich an Corona und solchen, die noch an weiteren Krankheiten gestorben sind. Weitere serologische Studien werden gemacht, im Mai wird es erste Resultate geben. All dies sei wichtig, um zu wissen, welche Massnahmen wirklich greifen und weiterhin sinnvoll sind.
Die Schweiz ist immer noch auf Platz 1 mit der Zahl der Infizierten pro Kopf der Bevölkerung. Doch es gibt inzwischen 11‘000 Genesene. Der Bundesrat lobt uns und appelliert weiterhin an die Solidarität. Wann es für alle Schutzmasken geben wird, sagt er nicht. Einige Schweizer Firmen könnten jetzt endlich Masken herstellen und haben Gesuche an das Bundesamt für Gesundheit gestellt, aber noch keine Antwort bzw. Bewilligung erhalten.
Schlimm dran ist Spanien, und Frankreich staunt über die zunehmend rasante Verbreitung des Virus im Land.
In Deutschland fördert man jetzt die Plasmatherapie: Genesene, die Antikörper ausgebildet haben, spenden Infizierten Blut. Auch hier wird wieder deutlich: Es geht um Information! Unser Immunsystem ist dafür ausgestattet: Es erkennt den Eindringling, wählt die entsprechende Information, also die Antikörper, für den Angriff aus und vernichtet das Virus. Ich frage mich, ob auf die Dauer hierfür Blutspenden nötig bzw. der einzige Weg sind. Ich kann mir vorstellen, dass die Information von Antikörpern auch auf Globuli, wie wir sie aus der Homöopathie kennen, geprägt werden könnte. Die Forschung zu diesem Thema wäre sehr interessant. Denn Informations- oder Schwingungsmedizin  – vibrational medicine – hat eine grosse Zukunft.   
John schickt mir aus England wieder ein Foto von seinem Hausaltar: Statt des einfachen Holzkreuzes steht dort jetzt ein wunderschönes hölzernes keltisches Sonnenkreuz, davor ein Krug mit Wein und ein Brot.

Text und Fotos: 
Petra
Dobrovolny

Mein Tagebuch: Karfreitag, 10. April 2020

10. April, Karfreitag: Heute kocht Georg eine Bärlauch-Kartoffel-Suppe. Wir haben jetzt viele Setzlinge vom Bio-Garten, auch Heilkräuter, die das Immunsystem stärken, wie zum Beispiel Echinacea und Löffelkraut.
Der Papst betet allein vor einem riesigen Kruzifix aus dem Jahre 1522, als die Pest in Rom endete. Die berühmte Via Dolorosa ist menschenleer.
Vor dem Virus sind wir alle gleich. Wir sind seelisch-geistig so vereint wie noch nie und physisch so getrennt wie noch nie. Sogar die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz hat bei Kreuzlingen und Konstanz einen doppelten Zaun.
Enkelkinder skypen mit ihren Grosseltern. Langsam verstehen sie nicht mehr, warum sie zu deren Schutz nicht in die Schule gehen dürfen.
Fünf Luzerner Hausärzte haben einen offenen Brief an den Bundesrat geschrieben: Sie fordern die Wiederherstellung der medizinischen Regelversorgung. Die Massnahmen, die vorgäben Leben zu retten, würden einem grossen Teil der Betroffenen schaden.
Die häusliche Gewalt hat in erschreckendem Mass zugenommen. Die Frauenhäuser sind überfüllt.
Die Behörden informieren irreführend. Die Schweiz hat nun über 24‘000 registrierte Infizierte, jeden Tag kommen jetzt noch etwa 400 dazu. Die Kurve hat sich abgeflacht. Genesene, deren Anzahl man eigentlich von der Zahl der Infizierten abziehen müsste, werden gar nicht getestet, denn es fehlen immer noch Antikörper-Tests! Immer noch werden nur Leute mit mittelschweren und schweren Symptomen getestet, dafür jedoch etwas flächendeckender. Das Tessin und die Westschweiz haben am meisten registrierte Infizierte.
Für Deutschland berichtet das Robert-Koch-Institut in Berlin von über 33‘000 Genesenen und kommentiert: „Das ist doch mal eine schöne Zahl.“ Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen weisen inzwischen 15 % der Bevölkerung Antikörper auf. Australien und Neuseeland lockern die Massnahmen. Neuseeland hatte 500 Infizierte und 1 Verstorbenen. Wir sind gespannt, wann unsere Nachbarn zurückkommen.
Die Schweizer Gewerbeverbände drängen beim Bundesrat auf eine Lockerung der Massnahmen spätestens nach dem 19. April. Der Bundesrat wollte sich erst am 16. April dazu äussern, hat aber ein Einsehen und möchte wenigstens noch vor dem Osterwochenende der Bevölkerung eine vorsichtig optimistische Perspektive bieten. Doch er stellt in Aussicht, dass die Massnahmen mindestens bis zum 26. April dauern werden und lobt, dass wir auf Ausflugsfahrten verzichten. Obwohl Artikel 10 der Bundesverfassung u.a. die Bewegungsfreiheit garantiert. Doch wir sind jetzt in einer anderen Verfassung.

Viele stellen sich die Frage: Warum müssen wir zuhause bleiben und auf diese Art dafür büssen, dass der Bundesrat versäumt hat, rechtzeitig den Pandemieplan aus der Schublade zu ziehen? Es gibt immer noch nicht genügend Schutzmasken und Testmaterial. Wichtige Medikamente wurden in den Pflichtlagern nicht mehr nachgefüllt und fehlen jetzt.
John steckt heute ein Paar zusammengerollte weisse Socken – als Symbol für den Leichnam Christi – in eine dunkelbraune Tonvase – ein Symbol für das Grab – und legt dies auf seinen Hausaltar. Morgen werde er noch ein Gummiband um die Vase gebunden, welches die Bewachung des Grabes bedeute. Ich staune über die Kreativität in dieser symbolischen Darstellung. Ab sofort werde ich meine frisch gewaschenen weissen Socken nicht mehr so unbedarft zusammenrollen.
Kreativität ist angesagt: In Hongkong wetteifern sie mit beim Anmalen der Schutzmasken mit verschiedensten Farben und Sujets. Vor 2 Jahren hatte ich begonnen in einem Glasatelier Perlen aus Murano-Glas zu drehen. Mit meinen Kreationen habe ich schon die ganze Familie beglückt. Jetzt könnte ich stachelige Antikörper aus Murano-Glas herstellen… Das klingt vielleicht nicht gerade seriös, natürlich müsste ich dem Produkt einen „Disclaimer“ beifügen und schreiben: Dieser Antikörper könnte magische Kraft besitzen, vor allem, wenn Sie daran glauben. Fragen Sie jedoch zuerst Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob Sie es tragen dürfen. Und vor allem wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit, dass Ihnen nie mehr etwas Schlimmes passieren kann… Das Glasatelier hat im Moment leider geschlossen.

Text und Fotos: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 9. April 2020

Georg mit südkoreanischer Maske, ein Selfie in der Berner Altstadt , Waisenhausplatz

9. April, Gründonnerstag: Georg geht nun schon zum dritten Mal zum Gemüsestand bei der Schule. Bisher war der Andrang zu gross. Vor allem wollen die Leute viel und lange miteinander reden. Jetzt hat er Glück und kommt mit frischem Stangensellerie und Eiern zurück.
John stellt einen silbernen Kelch mit einem zusammengefalteten weissen Tuch auf seinen Hausaltar. Der Onkel von Jesus, Josef von Aramithäa hatte das Blut des Gekreuzigten mit einem Kelch aufgefangen. Später brachte Josef diesen Kelch nach England. Es entstand die Legende vom Heiligen Gral.
In der Alchemie dient der Gral als Gefäss für die im Leben notwendigen Wandlungen. Am Anfang des Prozesses befindet sich darin wertloses Material, wie etwa Blei. Dieses wird während verschiedener Phasen in „Gold“, das bedeutet in Bewusstsein verwandelt. Das „Gold“ wird auch „der Stein des Weisen“ genannt. Die Schriften zur Alchemie beschreiben 7 Phasen in einer Symbolsprache. Abgekürzt heisst die Anweisung an den in die Kunst Eingeweihten: „Solve et coagule!“ Also: „Löse auf und setze zusammen!“
Die ganze Menschheit befindet sich zurzeit in einem Gral: Wir erleben, wie sich jetzt alles auflöst: Beziehungen, alte Gewohnheiten und Denkweisen, alte Strukturen, die keinen Sinn mehr ergeben. Der Planet Neptun gilt in der Astrologie als der grosse Auflöser. Zurzeit befindet er sich im Sternzeichen der Fische. Hier ist er ganz in seinem Element!
Den besten Anschauungsunterricht erhielt ich Ende Januar von dem gestorbenen Fisch im nachbarlichen Aquarium. Nach drei Tagen hatte er sich vollständig aufgelöst!   
Die Kartenlegerin Estelle zeigt ihre Zeichnung von einer Schlange als Symbol für die Veränderung und Neugeburt, denn Schlangen werfen im Frühjahr ihre alte Haut ab.
Unsere Freunde, die arabische Spezialitäten anbieten und normalerweise auf dem Berner Wochenmarkt verkaufen, schicken uns ihr Angebot online. Wir machen in unserer Strasse Werbung dafür.
Im New Yorker Zoo wurde ein Tiger positiv auf das Virus getestet. Jetzt darf er den Präsidenten wohl nicht mehr anfauchen.
„Hallöchen“, sagt Natascha auf Youtube und schickt bedingungslose göttliche Liebe über ihre Hände und Augen durch den Bildschirm.
Georg geht in die Stadt zum Einkaufen und zu meiner Praxis. Er macht ein Selfie von sich auf dem menschenleeren Waisenhausplatz.

 

Marktgasse in Corona-Zeiten
März 2020

Mein Tagebuch: 8. April 2020

8. April: Heute ist Vollmond im Sternzeichen Waage. Das bedeutet: diplomatisch bleiben, auch wenn die Situation einen Höhepunkt erreicht.
Unser Nachbar raucht immer noch. Seine Frau hat uns ein Säckchen mit gesammeltem Bärlauch in den Briefkasten gelegt mit einem Zettel: „Bleibt gesund!“ Wir bedanken uns und schreiben: Gesund bleiben wir vor allem ohne den Zigarettenrauch, der von euch her zu uns in Haus und Garten dringt.
Im Einkaufszentrum im Dorf gibt es wieder Toilettenpapier und Prosecco. Unser Vorrat an Schokolade reicht noch.
In meiner Meditation sehe ich über einem antiken Heiligtum auf Kreta eine riesige Schale gefüllt mit smaragdgrünem Licht. Es ergiesst nach kurzer Zeit über ganz Europa.
Vor zwei Wochen erschien mir meine bereits längst verstorbene Schwiegermutter im Traum. Sie trug die blaue Seidenbluse, die wir ihr damals zum 70. Geburtstag geschenkt hatten. Sie sagt mir: „Ihr seid beschützt und gesegnet von den Engeln und von der Jungfrau Maria. Auch ich passe auf meine ganze Familie auf. Ihr werdet keinen Schaden nehmen. Bestellt eure Gärten, lebt in Liebe und Frieden, nutzt eure Talente und eure Kreativität.“ Ich wusste immer schon, dass ich die beste Schwiegermutter der Welt habe.
Seit Jahrzehnten bleibt dieses Jahr vor Ostern der Stau vor dem Gotthard aus.

Mein Tagebuch: 6. und 7. April

6. April:
Eine Kölner Freundin im Alter der grauen Haare berichtet, dass sie bei ihren täglichen Spaziergängen von ihren Bekannten aus Angst nicht mehr gegrüsst werde. Nur noch von den Hunden.
Freunde, die auf Madeira leben, dürfen zwar zum Einkaufen fahren, aber im Auto darf nur eine Person sitzen.
Österreich kündigt eine Lockerung der Massnahmen nach Ostern an. Das weckt Hoffnungen. Der Schweizer Bundesrat meint, die Österreicher seien den Schweizern eben voraus. Ich meine: Sie haben in den letzten Jahren auch viele Skirennen vor den Schweizern gewonnen.
Wir würden uns gerne auf Antikörper testen lassen. Das ist immer noch nicht möglich. Hauptsache, wir sind so munter wie die Fische im nachbarlichen Aquarium.
Ich lade mein nächstes Video auf Youtube:  «Vergebung und Versöhnung». Dies sind wichtige Schritte zur Heilung. Ein nicht gerne angeschautes Thema. Ich sende es trotzdem mal in die Welt. Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=MSFMRDGScEw&t=21s

7. April: Ich öffne ein Büchlein von Hermann Hesse: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Suhrkamp Verlag) und es zeigt sich mir der letzte Vers seines Gedichts „Kind im Frühling“:

In Schmerzen nur und Dunkelheit
Wird süsse Frucht geboren.
Doch ist sie reif, so war kein Leid
Und war kein Weh verloren.“

Welch ein Trost! Wir freuen uns auf die süsse Frucht! Wie wird sie wohl aussehen?
Die Tour de Suisse wird abgesagt. Wunderbar für die Natur, denken viele.
Georg bringt uns von unserem Apotheker südkoreanische Schutzmasken. Diese sind besser als die chinesischen, die ursprünglich als Schutz vor Smog gedacht waren.
Die British Academy of Sound Therapy erinnert daran, dass Klänge wichtig sind für das seelische Wohlbefinden und das Immunsystem stärken.
Der verband für Komplementärmedizin fordert vom BAG mehr Gehör und Mitsprache. Gerade jetzt sei die Stärkung des Immunsystems mit natürlichen Mitteln sehr wichtig.

Mein Tagebuch: 4. und 5. April 2020

4. April: Der UNO-Generalsekretär Guterres lanciert einen Aufruf, um weltweit einen Waffenstillstand durchzusetzen. Jede/r kann unterschreiben. Werden wir doch noch eine neue Erde sehen? Zurzeit zeigt sie sich bei uns im Frühlingskleid.
Unser georgischer Freund erkundigt sich besorgt nach unserer Gesundheit. Die Schweiz ist weltweit die Nummer 1 in Bezug auf Infizierte pro Kopf: Inzwischen sind es fast 20’000 und 500 Verstorbene. Das weiss man auch in Georgien.
Dieses Wochenende drängen viele Leute bei dem wunderbaren Wetter hinaus. Die Polizei hat mit Ermahnungen alle Hände voll zu tun.
Andere Nachbarn sind heute aus Uruguay zurückgekommen. Wie jedes Jahr sind sie im Januar dorthin geflogen. Anfang März gab es noch keinen Virus in dem Land. Bis eine Modeschöpferin von ihrer Geschäftsreise nach Mailand und Madrid zurückkam. Seither ist die Epidemie auch dort ausgebrochen. Wir hoffen, dass unsere Nachbarn das Virus nicht als Souvenir mitgebracht haben.
Die Kartenlegerin Estelle zieht die Karte für die kommende Woche: «The situation will improve!» Es wird sich also bessern!
Nachbar Florim tanzt vor inbrünstig vor seinem Box-Sack. Wahrscheinlich hat er wieder Post vom Steueramt erhalten.
In meiner Erdheilungsmeditation sehe ich, wie der heilige Ort der Aborigenes, der orange Felsen Uluhuru, in Australien vibriert: Weissgoldenes Licht dringt vom Himmel in ihn ein, der Felsen bewegt sich als ob er atmen würde, und sendet orange-goldenes Licht in Richtung Westen allmählich bis nach Indien. Ist dies das berühmte «Ex oriente lux?», das Licht aus dem Osten?

5. April: Palmsonntag. Jetzt beginnen die Schulferien. Heute ist der bisher wärmste Tag des Jahres.
Mein englischer Freund John ist Pfarrer und schickt mir ein Foto seines Hausaltars, den er jedes Jahr während der Karwoche aufstellt. Auf einem kleinen Tisch aus Holz steht eine Vase mit immergrünen Zweigen – anstatt Palmen – und ein weisses Schälchen mit gesegnetem Olivenöl als Erinnerung an das Öl, mit welchem Maria Magdalena Christus im Grab gesalbt hat. John schreibt , dass nun jeden Tag noch ein symbolischer Gegenstand dazu käme, er schicke mir dann das Foto zu Ostern. Eine wunderbare Idee! Ich freue mich sehr darüber.
Die Ukraine berichtet über erhöhte radioaktive Werte in der Luft: In der Nähe von Tschernobyl ist ein Waldbrand ausgebrochen, der bereits ein grosses Ausmass erreicht hat. Auch das Thema «Kernkraftwerke» meldet sich zurück! Alles kommt ans Licht! «Die Krise hält uns den Spiegel vor!» So lautete gestern die Hauptschlagzeile der NZZ. Das AKW Mühleberg, welches 30 km von uns entfernt ist, wurde im letzten Dezember geschlossen. Der Abbau sei bis jetzt planmässig verlaufen. Gerade werden die Brennstäbe isoliert. Sie werden aber noch 5 Jahre vor Ort bleiben. Die Radioaktivität sei in Mühleberg gestiegen. Das sei normal.
Ausser den Wiederholungen der Ermahnungen und Massnahmen hören wir im Radio und auf den Pressekonferenzen des Bundesrates auf Youtube nichts Neues. Zahlen über Genesene fehlen, validierte Antikörpertests gibt es noch nicht, Schutzmasken kaum. Den Besuch des Kaminfegers haben wir verschoben. Gerade Handwerker, die von Haus zu Haus gehen, könnten auch das Virus verbreiten. Auch Kuriere sollten eine Maske tragen. Und das Verkaufspersonal von Lebensmittelgeschäften. Stattdessen wird gepredigt: Wenn alle zuhause bleiben, vor allem die Alten, werden wir es schaffen. In Schweden sind die Massnahmen strenger geworden. Das Land setzt aber immer noch auf Selbstverantwortung.
Ab sofort gilt in der Lombardei Maskenpflicht, Joggen ist bereits länger verboten. In der Schweiz steigt die Zahl der registrierten Infizierten um 1000 Personen pro Tag. Die Lage scheint sich allmählich zu stabilisieren.
Ein Virologe am Universitätsklinikum Bonn, Prof. Hendrik Streeck, hat in der am stärksten betroffenen Gemeinde Heinsberg eine Feldstudie durchgeführt. Die neusten Erkenntnisse: Als häufige Symptome der letzten Phase der Erkrankung berichteten Betroffene von einem vorübergehenden Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns. Katzen waren nicht infiziert. Proben von Türklinken und Waschbecken zeigten zwar Spuren des Virus. Dieser war im Labor jedoch nicht mehr vermehrungsfähig. Eine Ansteckung passiere aber, wenn jemand in die Hand hustet und sich anschliessend an einer Haltestange im Bus festhalte, die danach von weiteren Fahrgästen ebenfalls berührt wird. Der Virologe meinte, dass uns die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen auf die Dauer nicht weiterbrächten. Problematische Orte seien Krankenhäuser und Pflegeheime. Hier müsste das Personal alle 4 Tage getestet werden. Das schwedische Experiment fände er gewagt, aber interessant.
Ich schreibe einen weiteren Leserbrief an den »Bund»:

«Psychoneuroimmunologie
Wo sind jetzt die Psychoneuroimmunolog*innen, die den Bundesrat beraten könnten? Die Erkenntnisse dieser interdisziplinären Wissenschaft sind über 40 Jahre alt: Das Immunsystem arbeitet mit dem zentralen Nervensystem zusammen: Stress, Angst und Depressionen wirken schwächend, Optimismus, Selbstwert, positive Gefühle wie Dankbarkeit und Selbstkompetenz stärkend. Die vorherrschenden Lebensgefühle sind Stress und Angst. Besonders solange es keinen Impfstoff und Medikamente gegen die Covid-19 gibt, wären Botschaften zur Immunstärkung angesagt. Ausserdem: Wo sind die Schutzmasken, Teströhrchen und Desinfektionsmittel? Hauptsache: Alle bleiben zuhause!»

Georg meint: Präsident Trump sei jetzt auffallend ruhig, seitdem sein Freund Boris Johnson auf der Intensivstation sei. Beide hätten sich für unbezwingbare starke Männer gehalten.
Im Netz kursieren bereits Witze aus Tschechien für die Zeit danach: Aus zwei Stoffmasken wird das Oberteil für einen Bikini gebastelt.


Text und Fotos: Petra Dobrovolny

 

Mein Tagebuch: 3. April 2020

3. April: Viele Reisende kehren jetzt in ihr Heimatland zurück. Allein 3000 sind aus Südamerika wieder in der Schweiz gelandet. In China und Taiwan steigt die Zahl der Infizierten deswegen wieder an. Die ukrainische Regierung will die Rückkehrenden direkt vom Flughafen zur Quarantäne ins Spital bringen. Vom Flughafengebäude in Kiew sind schon Zurückgereiste geflohen. Das kann ich gut verstehen. Vor 20 Jahren habe ich einen Vortrag im Uni-Spital Odessa gehalten und gesehen, wie menschenunwürdig die Verhältnisse dort waren. Daran hat sich wohl bis heute nicht viel geändert, zumal sich die Ukraine seit 2014 im Krieg befindet. Ein Schweizer Epidemiologe schreibt im «Bund»: Am besten sei bei eine Selbstisolation ein «neutrales» Hotelzimmer, anstatt die eigene Wohnung, wo man keine Familienangehörigen anstecken könnte. Eine gute Idee! Denn jetzt stehen viele Hotels leer.
Uns gegenüber wohnt eine Familie aus Kosovo. Florim, der Vater, hat eine eigene Logistik-Firma. Jetzt hat er sich vor die Haustüre einen langen schweren Sack gehängt und absolviert jeden Abend sein Box-Training. Für uns sieht das sehr professionell aus. Er bringt es auch seiner Frau und den beiden Kindern bei. Gerne schauen wir von unserem Fenster aus dem nachbarlichen «Box-Tanz» um den Sack zu. Georg fragt Florim: «Wen stellst du dir denn als Gegner vor?» «Das Steueramt!» lautet die Antwort.
«Hallöchen!», sagt Natascha auf Youtube. «Heute mache ich ein Video: Nie mehr graue Haare!»
Der Zigarettenrauch unseres Nachbarn dringt immer noch zu uns. Andere Nachbarn hängen eine Hängematte in ihrem Garten auf. Ein prima Ort zur Selbstisolation! Unsere Nachbarin hat in ihrem Garten die Kamelie von ihrem Schutzmantel befreit. Entwarnung: Die Nächte werden ab sofort wärmer. Einige Magnolien in unserer Umgebung haben ziemlich unter dem Nachtfrost der letzten Woche gelitten. Die Blüten sind braun geworden.
Der Bundesrat warnt eindringlich trotz dem schönen Wetter zuhause zu bleiben und vor allem an Ostern weder ins Tessin zu fahren noch in die Berge zu wandern. Die Spitäler könnten wegen zu vieler Unfälle überlastet werden und hätten mit Corona jetzt bereits genug zu tun.