Mein Tagebuch: 8.12.2020

8. Dezember, Dienstag:

Auch in der Schweiz mehren sich die Stimmen gegen die Massnahmen der Regierung: Am meisten kritisiert wird die Art der Erhebung der Todesursache. Auch wenn jemand bei einem Verkehrsunfall gestorben ist und zufälligerweise einen positiven PCR-Test aufweist, heisst die Todesursache: Corona. Dies mag auch an dem Formular, das ein Arzt oder eine Ärztin ausfüllen muss: Das weltweit verwendete Formular erlaubt nur die Angabe einer einzigen Todesursache. –  Der zweite Kritikpunkt ist die Fehlerhaftigkeit des PCR-Tests. Werden 1 Million Menschen getestet, gibt es 60‘000 Fehldiagnosen! Was soll man dazu sagen?

Und jetzt aktuell: Die Regierung will die Schweizer Bevölkerung ab Januar impfen, im Sommer könnten dann alle durchgeimpft sein. Aber nein, es gäbe keinerlei Zwang. Dabei hat die Swissmedic, die Zulassungsbehörde, noch kein grünes Licht gegeben! Die Pharma-Industrie stöhnt schon unter dem Zeitdruck und will sich absichern: Der Bund – sprich die Steuerzahlenden – müsse dann aber für Impfschäden und die Unzuverlässigkeit eines Schutzes haften. Das bedeutet, dass die Impfstoffhersteller selbst um die mangelhafte Qualität ihres Produktes wissen und bereits finanziell für sich vorsorgen.

Ein Experte vom BAG meint, es sei noch zu früh, um über ein Reiseverbot für Nicht-Geimpfte nachzudenken. Das bedeutet: Irgendwann wird aber sehr wohl der richtige Zeitpunkt sein! Es wird höchste Zeit, um die Volksinitiative „Stopp Impfpflicht“ zu unterschreiben. Die freiheitliche Bewegung Schweiz verschickt auf Wunsch Unterschriftenbögen. Mehr Info: www.fbschweiz.ch

Foto: Berner Weihnachtsmärit und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 5.12.2020

5. Dezember, Samstag:

Folgende Covid19-Massnahmen sollen ab dem 9. Dezember schweizweit gelten:
Die Anzahl der Kundschaft in den Läden wird weiter eingeschränkt. In Restaurants muss man zwingend seine Kontaktdaten hinterlegen. Singen ist nur im Familienkreis und in Schulen erlaubt. Empfohlen wird Home-Office und bei Treffen gilt die 2-Haushaltsregel. In den Skigebieten dürfen Bahnen und Gondeln nur zu 2/3 gefüllt sein, es gelten Maskenpflicht und die Abstandsregel von 1.5 m beim Anstehen in Warteschlangen auch draussen, zum Beispiel vor Skiliften. Dabei wird immer gesagt, dass man sich «unter freiem Himmel» nicht anstecken könnte.

Verglichen mit den Bestimmungen in Frankreich, Italien und Deutschland sind wir in Bezug auf die Strenge der Massnahmen gut dran. In der Ostschweiz steigen zwar die Zahlen, dafür sinken sie in der Westschweiz. Im Wallis öffnen ab dem 13. Dezember wieder die Restaurants. Wir freuen uns! Georg prophezeit schon, dass Leukerbad überfüllt sein wird. Deswegen solle ich schon jetzt für den 25. Dezember einen Tisch für uns reservieren.

Die Hintergründe zu den Fallzahlen und wie sich daraus die Einschränkungen ableiten lassen, werden uns von den offiziellen Stellen immer noch nicht vermittelt. Ein Fall ist auch laut der Virologie noch kein kranker Mensch. Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet:
Was bedeutet ein positiver PCR-Test und wie zuverlässig ist dessen Aussagekraft?
Wo bleiben die Vergleichszahlen zu schweren Grippejahren? Wie viele Menschen sind ausschliesslich an Covid19 gestorben?
In den Radio-Nachrichten heisst die neuste Sprachregelung: So und so viele Menschen seien «im Zusammenhang mit» Covid19 gestorben.

In der aktuellen Nummer fragt die Zeitschrift «raum&zeit» den Begründer der Bewegung «Querdenken», Michael Ballweg: «Wie beendet man eine Pandemie?» Seine Antwort: «Es könnte sein, dass die Politiker das einfach nicht wissen.» In diesem Monat wird er noch eine Demo in Berlin organisieren. Schon während der ersten Demo im August hatte er sich von der «rechten Szene» distanziert. Den Fernsehleuten hatte er gesagt: «Dann sendet meine Aussage aber auch.» Das wurde jedoch nicht getan. Seither werden die Demonstrierenden in den offiziellen Medien als Rechtsradikale, Antisemiten und Esoteriker bezeichnet. Leider übernehmen dies die Schweizer Medien ohne weitere Recherchen.

Man fragt sich, warum jetzt gerade in Italien so viele Menschen sterben. Der «Bund» von heute schreibt: «Es kursiert die Vermutung, dass Italiener im Alter weniger gesund sind als Deutsche oder Japaner.» Das glaube ich nicht. Die Ernährung mit Olivenöl und Rotwein ist bewiesenermassen sehr gesund. Man kann auch an gebrochenem Herzen sterben. Und die Corona-Massnahmen mit der Isolation der alten Menschen können durchaus die italienischen Herzen, die die Familie über alles lieben, brechen. Darüber schreibt fast niemand. «Corona schlägt aufs Gemüt», meint die «Blick»-Zeitung vom 4.12. Am 10. Dezember ist der «Aktionstag zur psychischen Gesundheit». Die Psychiatrie meldet in letzter Zeit öfters, dass Menschen, die bisher nicht psychisch krank waren, es jetzt werden.

An der Bushaltestelle am Bahnhof Bern sagt ein junger sympathische Mann mit Maske vor sich: «Jetzt habe ich bald genug. Am liebsten wäre mir jetzt ein Winterschlaf bis Ende Januar.» Ich kann ihm das gut nachfühlen und bewundere Menschen, die voller Elan ihr Handwerk ausüben, wie zum Beispiel die zwei Damen von der hiesigen Bio-Gärtnerei. Für gestern und heute haben sie einen kleinen stimmungsvollen Adventsmarkt organisiert. Die Kundschaft schätzt dies sehr. Wir haben ein Gesteck und einen Kranz bestellt. Nun ist unser Hauseingang geschmückt und verbreitet Herzensfreude. 

Ich nehme Abschied von der Berner Altstadt. Über 19 Jahre durfte ich hier an drei verschiedenen Orten wirken, die letzten 12 Jahre unter einem Dach an der Marktgasse, eine kleine Oase im Herzen von Bern mit Ausblick auf den Himmel, den Hausberg «Gurten» und die grün-goldene Kuppel des Bundeshauses. Im Hintergrund hat mich stets eine Geräuschkulisse von den Glocken des Käfigturms und der berühmten Zytglogge, vom Klingeln der Trams und den Sirenen von Notfallwagen begeleitet. An der Fasnacht spielen die Guggen mit ihren schrägen Tönen, in der Adventszeit die Heilsarmee und zwischendurch Strassenmusiker*innen. Ich bin dankbar für alles, was ich hier erleben durfte, besonders für die Begegnungen mit den vielen Menschen, die mir ihr Vertrauen schenkten. Nun gehe ich heiter weiter und freue mich auf die Walliser Berge, den nächsten Raum, und denke wieder an das Stufengedicht von Herrmann Hesse:

„Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.“

Mein Tagebuch: 4.12.2020

4. Dezember, Freitag:

Am Wochenende wird die neue 6.5 km lange Strecke für den Eiger-Express eröffnet. Grindelwald feiert, während der Bundesrat über neue Beschränkungen für die Wintersportgebiete in der Zeit der Feiertage nachdenkt. Die Fahrtzeit zum Jungfraujoch wird nur noch eine Viertelstunde betragen, pro Stunde können 2200 Passagiere befördert werden. 470 Millionen hat das Projekt gekostet. Die Gegner, die einen Massentourismus befürchtet hatten, melden sich nicht mehr.

Am 14. Dezember erwartet uns eine totale Sonnenfinsternis mit Neumond im Sternbild des Schützen. Das passende astrologische Motto dazu: «Breite deine Flügel aus!» Was hält dich noch von einem neuen Anfang zurück? Was kannst du jetzt endgültig loslassen von dem, was dir nicht mehr dient? Ein langer Zyklus endet, ein neuer beginnt am 21. Dezember, der Wintersonnenwende.

Der Dichter Yusuf Rumi hat einmal geschrieben:
«Du wurdest mit Flügeln geboren. Warum ziehst du es vor zu kriechen?»

Foto: Eiger und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 02.12.20

2. Dezember, Mittwoch:

In der Nacht zu gestern gab es in Süddeutschland ein Erdbeben, Richterskala 4. Es hat bis in die Niederungen geschneit. Auch in Bern ist der Schnee liegen geblieben. Dies gibt trotz Hochnebel eine gute Stimmung, auch beim Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz in der Altstadt. Die Stände stehen in einem grösseren Abstand voneinander als sonst. Es sind weniger, und es herrscht Maskenpflicht. Die grosse Bar, bei der sich sonst im Advent «tout Berne» zum Feierabend-Punsch traf, wurde dieses Jahr nicht aufgestellt. Pantoffeln, Wollschals und Kerzen in allen Farben und Formen sind die Renner, auch die leuchtenden Papiersterne.

Allmählich sickert durch, welche Massnahmen der Bundesrat bald für die Weihnachts- und Silvestertage ankündigen wird. Etwa wie viele Personen von wie vielen Haushalten sich treffen dürften, ob zuhause oder in Restaurants. Der Wintersport wird stattfinden, die Seilbahnen dürfen nur 2/3 ihrer Kapazitäten auslasten. Frau Bundeskanzlerin Merkel möchte am liebsten den Wintersport in Deutschland verbieten. Auf ihr Langlaufen in der Schweiz wird sie wohl nicht verzichten. Ihr Hotelier in Pontresina hat ihr bereits zugesichert, dass das Hotel alle Massnahmen befolgen werde, und dass sie sich auf die Sicherheit verlassen könne.

Impfstoff ist ein brandheisses Thema. Grossbritannien will ihn im Eilverfahren bewilligen und alle 70 Millionen Einwohner*innen impfen lassen. Gestern hat in der Schweiz die Unterschriftensammlung der Volksinitiative gegen die Impfpflicht begonnen. Ziel ist, dass jede/r selbst entscheiden kann, ob er oder sie sich impfen lassen möchte. Gesundheitsminister Berset lässt verlauten, dass zunächst nur die sogenannten Risikogruppen, gemäss Definition die über 65-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen, geimpft werden sollten, auch das Medizinpersonal und vielleicht auch Lehrer*innen. Für die anderen werde es keine Impfpflicht geben, denn der Impfstoff sei nicht sicher genug, er könne das Corona-Virus weder ausrotten noch Covid19 verhindern. Eine Umfrage zeigt, dass sich höchstens jede/r Zweite impfen lassen wolle und nur 22% der Bevölkerung eine Impfpflicht befürwortet.

Eine Impfstoffherstellerin hat den Bundesrat bereits gewarnt: Wegen des enormen Zeitdrucks könnten Impfschäden nicht ausgeschlossen werden. In solchen Fällen müsste die Regierung haften und die Kosten tragen. Das ist doch «mega … blöd»! Wer wird das am Ende bezahlen?

Foto: Berner Weihnachtsmärit, und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 29.11.2020

29. November, Sonntag:

«Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …» Heute ist der erste Advent. Die Leute drängen in die Kirche «Maria, hilf!», auf dem Plakat an der Türe steht zwar «max. 10 Personen», es sind aber viel mehr. Man muss sich vorher anmelden, und es herrscht Maskenpflicht. Der Pfarrer setzt seine Maske erst bei der Verteilung des Abendmahls auf. Mit seinen Worten kann er in Kürze eine warmherzige Atmosphäre schaffen, so dass sich jeder und jede trotz der strengen und sehr präsenten Massnahmen in dieser Gemeinschaft trotz Abstandregeln zuhause fühlt.

Im Tal ist Nebel, in den Bergen herrlicher Sonnenschein. Viele Leute kommen herauf nach Leukerbad und spazieren auf dem Römerweg. Familien lassen sich bei den Tischen und Stühlen vor den immer noch wegen Corona geschlossenen Restaurants nieder und geniessen ihr mitgebrachtes Picknick.

Am Abend fahre ich im überfüllten Zug zurück nach Bern und geniesse Georgs angekündigte Fischsuppe.


Foto: Römerweg bei Leukerbad und Text: Petra Dobrovolny