Mein Tagebuch: 18.01.2021

18. Januar, Montag:

Inzwischen werden neue Videokanäle eröffnet, die nicht zensuriert sind. Auf brandnewtube zum Beispiel finde ich folgenden Beitrag von den amerikanischen frontline doctors, die die Wahrheit sagen. Die Sprecherin zitiert J.F. Kennedy: Der grösste Feind der Wahrheit sei nicht die Lüge, sondern der Mythos. So gäbe es jetzt Mythen zur Maske u.a. Hier der Link:
https://brandnewtube.com/watch/america-039-s-frontline-doctors-speak-out-scotus-press-conference-part-2_qsBH6fF3kZGKeiS.html

Unsere Nachbarin, die vor einem Jahr mit ihrem Ehepartner nach Neuseeland geflogen war und wegen der Corona-Massnahmen erst im Juli zurückkommen konnte, erzählt mir, dass ihr Ehepartner sich habe impfen lassen. Sie selbst zögere noch, doch falls sie wieder nach Neuseeland fliegen wollten, müsse sie sich impfen lassen. Allerdings würde die Airline Emirates jetzt gar nicht dorthin fliegen.

Ab heute gilt bis Ende Februar zum 2. Mal ein schweizweiter Lockdown, ein etwas lockerer als im letzten März: Es gibt keine Ausgehbeschränkungen, mehr Geschäfte sind geöffnet, die Skigebiete bleiben unter strengen Auflagen geöffnet, die Schulen auch. Restaurants dürfen Take-aways anbieten. Marronibuden auch. Aber Homeoffice wird zur Pflicht, die Polizei kontrolliert dies sogar. Rückkehrende aus Grossbritannien müssen in eine «rückwirkende Quarantäne». Der «Bund» fragt sich, wie dies ohne Zeitmaschine möglich sei.

In der Stadt sind deutlich weniger Leute unterwegs. Am letzten Samstag gab es einen Ansturm in den Läden. Niemand versteht die bürokratische Definition, was zum kurzfristigen alltäglichen Bedarf gehört – Glühbirnen und Kleider zum Beispiel nicht – und besorgte sich noch schnell das Nötigste.

Foto: Marroni in der Berner Altstadt: Georg Dobrovolny
Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 31.12.2020

31. Dezember, Donnerstag:

Ein Kreis schliesst sich

Es hat viel geschneit. Georg dreht eine Runde auf unserer verschneiten Dachterrasse, barfuss.

Im Kanton Luzern ist ein 91-Jähriger an Demenz erkrankter Mann 5 Tage nach der Impfung gegen Covid19 gestorben. Die Zeitschrift Zeitpunkt bringt als erste die Meldung: «Erster Todesfall in Folge der Covid-19-Impfung in der Schweiz!» Die Zulassungsbehörde Swissmedic beeilt sich zu entwarnen: Es sei kein Zusammenhang mit der Impfung ersichtlich. Auch eine andere Tageszeitung beschwichtigt: Pro Monat sterben in der Schweiz sowieso 1400 Menschen, davon seien 600 über 85-jährig.

Zahlreiche Astrolog*innen sagen uns ein lichtvolles und glückliches neues Jahr voraus. Zusammenarbeit werde ein wichtiges Thema, um die beste Lösung für alle zu finden.

Wir wünschen allen ein Jahr voller Freude. 2021 hat die Quersumme 5: Diese Zahl spricht für einen Willen zur Freiheit und den Mut zu Abenteuern. Treffen wir dieses Jahr Entscheidungen aus dem Herzen, werden wir ein Magnet für Fülle und Erfolg.

Morgen werde ich hier in Leukerbad im Hotel Beau Séjour eine Klangmeditation geben. Ich werde die Gäste dazu auffordern, sich ihre Wünsche für das neue Jahr so vorzustellen, als wären sie bereits Wirklichkeit geworden. Die Klänge meiner Kristall-Lyra werden sie darin unterstützen. An Weihnachten 2019 durfte ich die Christnachtfeier in der Kirche Meikirch bei Bern mit meinen Klängen begleiten, nun schliesst sich für mich ein Kreis, und es öffnet sich ein neuer hier in Leukerbad. 

Im vergangenen Frühjahr waren unsere Nachbarn in Neuseeland wegen Corona gestrandet und konnten erst im Juli wieder in die Schweiz zurückkehren. Heute meldet das Schweizer Radio: Neuseeland begrüsst das neue Jahr mit Feuerwerken und ohne Corona-Massnahmen. Seit einem Monat sei das Virus nicht mehr nachgewiesen worden. So etwas ist also tatsächlich möglich!

Zum Schluss meines Tagebuchs möchte ich die Engel zu Wort kommen lassen.
  
In Deutschland spielen bei den Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen der Regierung Fahnen eine wichtige Rolle. Es ist ein grosses Thema, wer sich was auf die Fahne schreibt. Ich frage die Engel um ihre Meinung, und sie sagen:

«Schreibt die Demut
auf eure Fahne
und alles wird heil.

Schreibt die Dankbarkeit
auf eure Fahne
und ihr werdet alles bekommen.

Schreibt die Liebe
auf eure Fahne
und ihr kommt in Frieden.

Erinnert euch:
Ihr seid göttlich
in Demut, Dankbarkeit und Liebe.
Und ihr werdet unendlich geliebt.

Eure Engel»

Foto: Fenster in Leukerbad mit Sinnspruch zur Poesie der Winterreise
und Text: Petra Dobrovolny

P.S.: Allen Blog-Lesenden wünsche ich ein glückliches neues Jahr! Vielen Dank, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid. Diesen Text werde ich in den nächsten Wochen redigieren und an das www.literaturpodium.de schicken. Im Frühjahr 2021 wird mein Tagebuch gemeinsam mit den Erzählungen anderer Autor*innen in einem ca. 400-seitigen Sammelband erscheinen und auch in der Schweiz im Buchhandel erhältlich sein. Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass so viele Seiten zusammenkommen werden.

Welche Erzähl- und Gedichtbände mit meinen Beiträgen bis jetzt in der Dorante Edition Berlin erschienen sind, könnt ihr bei www.petrasmaerchen.ch unter „Angebot“ oder bei www.literaturpodium.de nachschauen.

Ich werde auch weiterhin Tagebuch-Beiträge auf diesem Blog posten. Lassen wir uns überraschen, was das neue Jahr bringt! Ich freue mich, meine Gedanken mit euch zu teilen.


Mein Tagebuch: 10. Juli 2020

10. Juli, Freitag:

Georg hat vor ein paar Tagen hier im Büro der Gemeinde nachgefragt, wie viele registrierte es denn hier gäbe. Die Dame am Schalter sagte: «Das dürfen wir nicht sagen.» Georg liess nicht locker, sodass die Dame ihre Chefin fragte. Diese sagte: «Das dürfen wir nicht sagen!» Georg fragte zurück: «Dürfen Sie es nicht sagen, oder wissen Sie es nicht?» Darauf erhielt er keine Antwort mehr. An demselben Tag erfuhren wir, dass Bern jetzt als erster Kanton die Anzahl der neuen Infizierten von allen – vor allem grösseren- Gemeinden im Internet veröffentlicht. Die Damen in unserem Gemeindebüro waren wohl nicht auf dem neusten Stand der Dinge.

Heute hätten unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen sollen. Aber ihr Flug mit «Emirates» wurde gestrichen und für den 15. Juli angesetzt. Zu allem kommt noch dazu, dass Neuseeland die Anzahl Flüge aus dem Ausland einschränkt und für Ankommende eine Quarantäne vorschreibt. Damit unsere Nachbarn zurückreisen können, muss also erstmal ein Flugzeug vom Ausland landen können. Nun, wir drücken weiter unsere Daumen! Alle Fische sind noch da und wedeln mit den Flossen. Edwin meint, er habe einen Leckerbissen verdient. Im Futter Sortiment gibt es wohl etwas, was extra für am Boden lebende Fische bestimmt ist.

Zu 98% der Fahrgäste tragen jetzt, wie vom Bund seit Montag vorgeschrieben, Hygienemasken. Ein Hausarzt berichtet, dass er diese Woche zahlreiche Anfragen nach einem Attest, welches die Betreffenden von dieser Pflicht ausnimmt, erhalten habe. Er rät seinen Kolleg*innen, solche Atteste nur in besonderen Fällen wie bei Atembeschwerden und körperlicher Behinderung auszustellen.

Jetzt beginnt es zu regnen! Nach den heissen Tagen mit etwa 30° C Hitze eine Wohltat! Es regnet fast die ganze Nacht, im Glarnerland und in Uri entladen sich schwere Gewitter.

Text und Foto: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 17. und 19. Juni 2020

17. Juni, Mittwoch:

Heute lese ich das interessante Interview mit dem deutschen Virologen Prof. Christian Drosten im Spiegel Nr. 23 vom 30 Mai: Er meint, die 2. Welle liesse sich durch unsere gemeinsamen Anstrengungen verhindern. Wo sich ein Ausbruch zusammenbraue, könne man dank Kontaktdaten schnell handeln und die Leute in Quarantäne schicken. Nach neustem Wissensstand müsse diese nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Woche dauern. Kinder hätten keine Symptome, könnten aber Erwachsene anstecken. Weiterhin sei bis Ende Jahr von Kongressen und Konferenzen abzusehen. Im Winter werde man sehen, wie sich das engere Zusammensein in geschlossenen Räumen auswirke.

In der Mittagssendung wird Herr Prof. Matthias Egger, der derzeitige Leiter der wissenschaftlichen Taskforce des Bundesrates vom Schweizer Radio interviewt. Bis Mitte Mai sei die Lage mit 100 Neuinfizierten pro Woche in der Schweiz gut gewesen, jetzt nähmen die Zahlen wieder leicht zu. Im Moment empfiehlt er keine weiteren Lockerungen. Seit dem 6. und dem 15. Juni habe es weitere Lockerungen der Massnahmen gegeben, jetzt müsse man erstmal abwarten, wie sich die Lage weiterentwickle. Er gibt sich optimistisch, dass wir gemeinsam eine 2. Welle verhindern können, denn die Kommunikation des BAG und des Bundesrates mit der Bevölkerung habe sich verbessert.
Abstandhalten, Masken im öffentlichen Verkehr – nur jeder 20. Fahrgast trägt eine -, Kontaktverfolgung und, wenn möglich, weiterhin Homeoffice sind nach wie vor sehr wichtig und empfohlen. Die neuen Plakate des BAG mit den zurzeit geltenden Empfehlungen haben jetzt einen hellblauen Hintergrund, am Anfang waren sie Rot, dann Magenta. Am 24. Juni wird der Bundesrat seine neusten Entscheide mitteilen. Der empfohlene Abstand von bis jetzt 2 m wird voraussichtlich um einen halben Meter gekürzt.

Für diese Woche sagen uns die Karten von Estelle: „Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels, wir werden von den Engeln beschützt und von der geistigen Welt geführt. Es gibt Grund genug, um optimistisch zu sein, das Leben zu umarmen und die Erneuerung willkommen zu heissen. Auch wenn wir jetzt den Kokon verlassen, sollten weiterhin auf unser Herz und die innere Stimme hören und damit in Verbindung bleiben.“ Die Engel sagen: „Yes! Be assertive!“ Wählt nur das, was für euch stimmt und glaubt nicht alles!

Herr Prof. Martin Haditsch, ein österreichischer Mikrobiologe, der in Niedersachsen arbeitet, kritisiert auf Youtube die Interpretationen der Statistiken durch das Robert-Koch-Institut, vor welchem er bis vor kurzem eine grosse Hochachtung hatte. Vor allem meint er, dass die Selbstbestimmung der Bürger und Bürgerinnen nicht übergangen werden dürfe. Auch müssten die Risikogruppen anders definiert werden. Die Darstellung von Horrorbildern und die Verbreitung von Horrordaten in den Medien verurteilt er entschieden.
Der K-Tipp, eine Schweizer Zeitschrift für Konsument*innen, vergleicht in seiner Nr. 12 vom 17. Juni die Statistiken für Todesfälle in den ersten 22 Wochen der Jahre 2015 bis 2020 und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: 2015 war das schlimmste Grippejahr! Vor allem von den über 65-Jährigen starben 2377 mehr als erwartet! Trotz Corona-Pandemie gab es bisher in diesem Jahr kaum mehr Todesfälle als in anderen Jahren. Bei den über 65-Jährigen waren es 379 mehr als erwartet, bei den unter 65-Jährigen waren es 48 mehr als prognostiziert. 



Am letzten Freitag habe ich ein grosses Bücherpaket erhalten: Der Erzählband „Eine riskante Fahrt durch die Sahara“, herausgegeben vom Literaturpodium in Deutschland ist mit zwei Beiträgen von mir erschienen: „Das Geheimnis der Seelenschlange“ und „Eine Rose für Aschenputtel“. Beide Erzählungen, insgesamt 102 Seiten, schildern die Entwicklung von einer tiefen Lebenskrise zum erfüllenden Lebenssinn und basieren auf Erfahrungen mit Hilfesuchenden in meiner psychotherapeutischen Praxis. Ich beschreibe hier, wie eine verwundete Seele durch Traumanalysen und Atemübungen natürlicherweise ins Gleichgewicht kommen und reifen kann.
Jede Lebenskrise bietet eine Chance. Dies erleben wir während dieser Situation einer Pandemie weltweit. Viele Menschen entdecken ihre Kreativität und Hilfsbereitschaft. Vielen wird klar, nach welchen Werten sie ihre Lebensweise neu ausrichten wollen. Ein junger Vater sagte mir: „Mir gefällt die Corona-Zeit: Ich lerne meine Kinder neu kennen und entdecke auch neue Fähigkeiten bei mir selbst!“
Das aus dem Griechischen stammende Wort „Katastrophe“ bedeutet nicht das Ende, sondern eine „Wende“, also eine neue Möglichkeit.

Die Engel meinen: „Yes, you can!“ Wir können an unsere Schöpferkraft glauben! Sie ist stärker als wir meinen.



19. Juni, Freitag:

„Schon wieder Freitag!“, meint Georg. Die Zeit scheint zu fliegen. Das Johanniskraut beginnt zu blühen, unsere schwarzen Johannisbeeren sind reif. Am Sonntag wird bereits die Sommersonnenwende und ein paar Stunden danach eine ringförmige Sonnenfinsternis stattfinden. Die Welt wird nicht untergehen, aber tiefgreifende Veränderungen erleben: Astrologisch werden dies vor allem Länder wie die USA, Afrika, Indien, Pakistan und Hongkong spüren. Die Planetenkonstellation entspricht jener von vor 600 Jahren. Saturn steht in Konjunktion mit Pluto: Alte Strukturen zerfallen, Neues wird entstehen.

Endlich erhalten wir eine Nachricht von unseren Nachbarn aus Neuseeland: Sie werden voraussichtlich am 10. Juli zurückkehren. Darüber freuen wir uns und halten ihnen die Daumen, dass die zweitägige Reise wie geplant verlaufen wird. In Neuseeland hat es schon geschneit, die Wintersonnenwende steht bevor.

Ich erhalte die Nachricht, dass wieder ein neues Buch von Paula Himmelreich erschienen ist: „Der Wind der Veränderung: Eine wundervolle Botschaft aus dem Himmel.“ Was wollen wir mehr?



Buchtitelseite: www.literaturpodium.de
Fotos und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 11. Juni 2020

11. Juni, Donnerstag:

Es kommt alles zum Vorschein oder wird wieder neu in Frage gestellt: Gerichte wollen „alte“ nicht aufgeklärte Fälle wie der Mord an Olof Palme vor 34 Jahren und die Entführung von Maddie McCann vor 13 Jahren abschliessen. Viele Leute wehren sich dagegen und wollen die „Erklärungen“ bzw. die „gefundenen Täter“ nicht akzeptieren. Der immer noch unaufgeklärte Mord an John F. Kennedy und die wirklichen Hintergründe von 9/11 werden zum Thema.
Auch das Vorgehen bei der Corona-Pandemie wird immer häufiger kritisiert. Ein Mitarbeiter des deutschen Innenministeriums bezeichnete die Pandemie als „globalen Fehlalarm“ und schrieb einen 80 Seiten umfassenden internen Bericht, in welchem er die Massnahmen, vor allem auch das Interpretationsmonopol in Bezug auf die Statistiken bestimmter vom Bund finanzierter Institutionen kritisierte. Der Beamte wurde inzwischen entlassen.
Ein österreichischer Mikrobiologe, Prof. Haditsch, der in Niedersachsen arbeitet und lehrt, entlarvt die Zahlenspielerei des Robert-Koch-Instituts und kritisiert vor allem dessen Angstmacherei. Je nach Teststrategie und Berechnung fällt die R-Zahl ganz anders aus.
Für die junge Generation in vielen europäischen Ländern ist Corona abgehakt. Sie wollen keine Masken tragen. Der deutsche Virologe Prof. Streeck sagt, es werde keine zweite Welle geben. Sein Berliner Kollege Drosten meint, das Virus könne sich abschwächen und höchstens einen Schnupfen verursachen.

Jetzt fällt oft das Wort „neue“ Normalität. Niemand weiss, was das bedeuten soll. Zur neuen Normalität in unserem Dorf gehört donnerstags die Marktstände des Gemüsebauern und der Freiburger Käsefrau. Dieses Angebot fand von Anfang an viel Anklang.   

Estelles Karten meinen: Auch wenn wir jetzt aus unserem Kokon herauskrabbeln, die Welt in einem neuen Licht sehen, ist es wichtig, dass wir uns nicht wieder im Aussen verlieren, sondern mit unserer Mitte und unserem Herzen verbunden bleiben. Die Engel sagen wieder: „Yes!“ Wir sollen nur wählen, was wirklich zu uns passt. Wir befinden uns in einer Zeit der inneren Erneuerung, die sich später im Aussen manifestieren wird. In uns erschaffen wir die Welt, in der wir leben möchten.

Neuseeland hat den Sieg über „Corona“ ausgerufen, Jacinda Ardern, die Präsidentin, tanzt vor Freude. Jetzt werden unsere Nachbarn wohl bald reisen können. Edwin hat sich heute mit seinem Bauch an die Scheibe des Aquariums geklebt, so dass ich seine kunstvoll gezeichnete Unterseite bewundern kann. Sie sieht fast aus wie ein Labyrinth.

Am Montag war ich wieder einmal seit langem im Glasatelier zum Perlendrehen. Ich habe die Farben, die gemäss meiner Analyse bei Covid-19 und ähnlichen Infektionen das Immunsystem und die Atemorgane stärken, ausgesucht: Die Grundperle wird gelbgrün, verziert mit orangen Bändern und knallroten Pünktchen, siehe Foto oben. Ich überlege, ob ich dem pensionierten Herrn Koch vom BAG eine Glasperle schenken soll … Bei der heftigen Kritik, die er jetzt einstecken muss, benötigt er bestimmt eine Stärkung.

Text und Foto: Petra Dobrovolny


Mein Tagebuch: 7. Juni 2020

7. Juni, Sonntag:

In der Nacht habe ich geträumt, dass unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen. Ich empfange sie bei ihrer Haustüre, erkläre ihnen die neusten „Corona-Regeln“ und schenke ihnen zwei Hygienemasken.

„Das Magazin“ Nr. 23 zum Wochenende ist ein „Corona-Erinnerungsheft“ mit 28 Beiträgen verschiedener vom Lockdown Betroffener. Ein Obdachloser, eine Schriftstellerin, ein Ausstellungsmanager und Fachleute aus den Bereichen Pädagogik, Virologie, Epidemiologie, Pathologie und der Krankenpflege, die „an der Front“ arbeiteten, erzählen von ihren Erlebnissen. Auch unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beschreibt, wie sie die grosse Verantwortung in dieser Zeit erlebt hat. Sie sei sehr erleichtert darüber gewesen, dass die Bevölkerung so gut mitmachte und die Massnahmen befolgte. Da sei ihr ein Stein vom Herzen gefallen, sie hätte alle umarmen können.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie erschrocken ich am 16. März darüber war, dass ich ungefragt plötzlich zu einer Risikogruppe gehören sollte. Sehr fürsorglich wurde mir dingend empfohlen, zu Hause zu bleiben, um so Leben zu retten. Den täglichen Einkauf sollte mir jemand vor die Türe stellen. Zum Glück liess sich Georg nicht davon abhalten, für uns einzukaufen. Fast jeden Tag fuhren wir abwechselnd in die Stadt zu meiner Praxis. Nie wurden wir von der Polizei angehalten, noch von Nachbarn denunziert. Uns war klar: Solange es keine Schutzmasken gibt, bleibt der Lockdown. Doch der Bundesrat wurde für diese materialorientierte Massnahme erst viel später kritisiert. Ich vermute, dass auch deswegen Frau Sommaruga ein Stein vom Herz plumpste: Alle waren während der anfänglichen Schockstarre brav, niemand ging auf die Barrikaden. Im Unterschied zu anderen Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien, war es nicht verboten, das Haus zu verlassen, in der Schweiz blieb es immerhin „nur“ bei einer Empfehlung.    

Eindrucksvoll sind in diesem Magazin auch die Fotos von menschenleeren Zügen, Autobahnen, dem Zürcher Flughafen und Hauptbahnhof.

„Wo ist das Virus hin?“ fragt die Berner Zeitung von gestern. Brachte das Sommerwetter den Plagegeist zum Verschwinden? Studien zeigen einen nur bescheidenen Effekt der warmen Temperaturen. Weitere Forschungsergebnisse bestätigen die gute Wirkung von Masken und Abstandhalten. Nur ein Fünftel aller Infizierten erkrankt schwer. Der Epidemiologe der ETH Lausanne, Marcel Salathé, sagt. „Die Rechnung für die Zukunft ist einfach: Je mehr man lockert, desto besser müssen die Schutzkonzepte greifen.“
Die Restaurantbesitzer*innen sind nicht zufrieden. Bars und Clubs dürfen auch wieder öffnen und haben weniger strenge Vorschriften als Restaurants zu befolgen. Auch das Rotlichtmilieu darf die Arbeit wieder aufnehmen, mit einem gewissen Abstand von Kopf zu Kopf und dem häufigen Wechsel der Leintücher. In den Stadien ist ein Publikum von 10‘000 Menschen erlaubt. Eine meiner Freundinnen findet es bezeichnend, dass sich wieder mal die Lobby der Machos in Bezug auf Fussball und Sex durchgesetzt hätte.

Estelle schaut für die kommende Woche wieder in die Karten: „It’s all about love!“ Wir werden uns von etwas verabschieden, von der Dunkelheit nach vorne ins Licht gehen. Wir werden Geschenke erhalten oder geben, innere Entscheidungen treffen, die unserem Herzen guttun. Die Engel sagen wieder mehrmals: „Yes!“ Wir sollen uns keine Sorgen machen, wir werden es schaffen!  

Foto – Petra Dobrovolny – der neuen „Corona“ – Fahne, die zur Solidarität aufruft: : Schweizer Kreuz in den Wort „wir“ in den 4 Landessprachen 

Mein Tagebuch: 16. April, Donnerstag

16. April, Donnerstag:
Es regnet immer noch nicht, die Temperaturen sind bereits sommerlich.
Die Rauchschwaden der nachbarlichen Zigaretten erreichen uns seltener.
Unseren Nachbarn habe ich Fotos von den Frühlingsblumen in ihrem Garten geschickt. Sie schreiben: Bei uns ist es schon Herbst, und wir sehnen uns nach dem Frühling in der Schweiz! Wir wissen noch nicht, wann wir zurückkommen können. Das lässt Georg keine Ruhe. Er erkundigt sich über einen Freund, der beim Eidgenössischen Bundesamt für Aussenpolitik EDA arbeitet, ob es noch einen Rückflug für Schweizer in Neuseeland geben wird.
Heute wird mit Spannung erwartet, für welche Lockerungsschritte der Bundesrat sich entschieden hat. Juhui! Die Coiffeursalons dürfen ab dem 27. April wieder öffnen, der Detailhandel erst ab dem 11. Mai. Lehr- und Schulabschlüsse werden mit einer Sonderregelung, die bis Oktober gelte, möglich sein, so wie es die kantonalen Schulämter vorgeschlagen hatten. Ein Radiojournalist sagt, der Bundesrat sei weiter um das Thema Schutzmasken herumgeeiert, da er es versäumt habe, rechtzeitig für genügend Masken zu sorgen. Für uns persönlich ändert dies im Moment nicht viel, aber wir spüren deutlich, wie sich im Land eine kleine Erleichterung breit macht. Voraussichtlich sollen die Landesgrenzen am 4. Mai wieder geöffnet werden.    
Georg besorgt frisches Gemüse und Eier vom heutigen Marktstand des Gemüsebauers aus der Umgebung. Der hiesige Bauer hat das Angebot des Hofladens erweitert: Es gibt ausser den üblichen Kartoffeln, Birnen und Äpfeln nun auch rote Beete, Sellerie und Karotten. Im Supermarkt des Dorfes gibt es keinen Prosecco mehr, dafür Rimus, d.h. eine Art Prosecco ohne Alkohol. Der schmeckt uns auch.
Neu lernen wir den Begriff «closed cases» kennen. Zu den «abgeschlossenen Fällen» werden Verstorbene und auch Genesene gezählt. Es bedeutet einfach, dass die Krankengeschichte, das Dossier, geschlossen werden kann. Es zählt also gleich viel, ob du gestorben oder genesen bist. Entweder ist dies eine bürokratische Logik oder Philosophie für Fortgeschrittene.
Vom EDA erfahren wir, dass am 19. April eine Maschine der Qatar Airlines von Auckland nach Zürich fliegen werde. Ich teile dies meinen Nachbarn in Neuseeland mit. Aber so schnell können sie ihr Haus dort nicht schliessen. Sie sind jedoch dankbar für unsere Vermittlung und haben sich von der Schweizer Botschaft auf eine Wartelisteliste für den Heimflug setzen lassen. Es werde wahrscheinlich Mitte Mai.