Mein Tagebuch: 19.10.2021

19. Oktober, Dienstag: «Datenmüll» und Gemeinschaft

Während Ungeimpfte als «gefährliche Sozialschädlinge» beschimpft werden, wird aufgedeckt, dass in Deutschland seit mindestens zwei Monaten die offiziellen Zahlen der Impfquote, Impfdurchbrüche und der hospitalisierten geimpften Krankenhauspatienten nicht stimmen. Auf der Grundlage dieses «Datenmülls», wie der unabhängige deutsche Journalist Boris Reitschuster es nennt, wird das politische Handeln nach wie vor bestimmt. Von offizieller Seite heisst es: »Wir sind noch längst nicht so weit wie Dänemark. An einen Freedom-Day ist nicht zu denken.» Dänemark hat Anfang Oktober die Pandemie für beendet erklärt: Es seien genügend Menschen geimpft, etwa 80%. So wie in Deutschland. Niemand muss mehr eine Maske tragen oder die 3G-Regel einhalten. Seitdem wird ausgelassen gefeiert.

In Singapur, wo 82 % der Bevölkerung geimpft sind, gibt es jetzt so viele Infizierte wie bisher nie. In Israel scheint die Situation ähnlich zu sein. Die offiziellen Medien berichten nicht davon. Im Kanton Zürich nähert sich in den Spitälern der Anteil der doppelt Geimpften in besorgniserregender Weise dem der Ungeimpften an. Trotzdem wird der Bundesrat ab dem 8. November seine Impfoffensive starten.
 
Sogar die WHO hat Covid-19 vor ein paar Wochen als weniger schädlich eingestuft und mit einer mittelschweren Grippe verglichen. Dies hatten namhafte Virologen wie Sonja Pekova oder Infektiologen wie Sucharit Bhakdi bereits vor einem Jahr festgestellt. Sie wurden aber nicht angehört und sogar diffamiert. – Die durchschnittliche Infektionssterblichkeit wurde seit den Studienergebnissen von Prof. Ioannidis der Stanford University, dem sog. «Meistzitierten», herunterkorrigiert auf 0.23% pro 100’000 Einwohner.

Gunnar Kaiser empfiehlt den Blog einer wichtigen Stimme Italiens: Giorgio Agamben. Hier der Link zu dessen Blog:

https://www.quodlibet.it/giorgio-agamben-una-comunit-14-ella-societa

Auf Deutsch übersetzt zu finden auf dem Blog von www.kaisertv.de

und kommentiert auf Youtube:



Der Philosoph Giorgio Agamben kritisiert die Biopolitik, die mit lebensfeindlichen Ideologien eine bewusste Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenlebens betreibt. Italien sei schon lange zu einem «Labor des Westens» geworden. Jetzt sei es wichtig, eine Gemeinschaft innerhalb der Gesellschaft weit ab von jeglicher Bürokratie zu erschaffen.

Foto vom Panoramaweg Rinderhüte bis Mittelstation Flaschen
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 18.10.2021

18. Oktober, Montag: Sonnensturm, Aufbruch, Test und Staunen

Das goldene Oktoberwetter lädt zu Wanderungen ein. Gestern war die Sicht von oben auf die Alpenkette und das Rhonetal wieder sehr klar. Viele Leute waren unterwegs.
Georg ist ausgerutscht und auf die linke Hand gefallen. Hat er so auf das besonders unruhige Erdmagnetfeld reagiert? Vor ein paar Tagen gab es einen sehr starken Sonnensturm, der sich auch auf die Erde auswirkt. Unser Planet antwortet vermehrt mit Vulkanausbrüchen und Erdbeben. Sensible Menschen spüren dies. Die «kosmische Wetterfee» Sonja Ariel von Staden berichtet davon auf ihrem Videokanal bei Youtube.
In der Nacht auf heute hat sich der Zustand von Georgs Hand verschlechtert. Der Arzt in der Leukerbader Reha-Klinik, Herr Dr. A. Dufek, rät zu einer weiteren Untersuchung im Spital in Visp. Dort wird die Hand etwas gezogen und leicht eingegipst. Es ist nichts gebrochen, aber Bänder seien gerissen. Trotz viermal röntgen, könne man nichts Genaues sagen. Acht Wochen lang solle er den Gips tragen. Georg meint, er könne allein nach Hause fahren, ich solle in Leukerbad bleiben.

In zwei Tagen ist Vollmond im Sternzeichen Widder: Diese Energie unterstützt eine Zeit des Aufbruchs. Wir können die Vergangenheit hinter uns lassen. Neue Visionen sind gefragt, die auch realisierbar sind. Zum Wohl der Allgemeinheit. An der Stockwerkeigentümer-Versammlung am letzten Freitag haben wir erfahren, dass Leukerbad endlich die Restwärme der Thermalbäder nutzen will. Es soll eine zentrale Heizungsanlage gebaut werden, um die ganze Gemeinde mit der Restwärme des Thermalwassers zu versorgen. Falls diese nicht ausreicht, soll zusätzlich mit Holzschnitzeln geheizt werden. Welch ein Projekt!
Am 18. September, beim Treffen der Mitglieder der Leukerbader Thermalquellenzunft, hiess es noch, dass nur öffentliche Gebäude und ein paar wenige Hotels von diesem Projekt profitieren würden. Jetzt soll es doch für die ganze Gemeinde gelten! Der Gemeinderat wird am 22. November darüber abstimmen.

Gestern durfte ich wieder den Gottesdienst im evangelisch-reformierten Kirchenzentrum mit meiner Kristall-Lyra begleiten. Die Leute waren sehr dankbar für die beruhigenden Klänge. Das freut mich sehr. Der Pfarrer rief in seiner Predigt zum Staunen auf. Staune über dich selbst, über dein göttliches Wesen! Staune über Jesus! Und bringe andere zum Staunen!

Die Stockwerkeigentümer-Versammlung fand am letzten Freitag im Innenraum eines Restaurants statt. Diesen darf man theoretisch nur mit einem sog. Covid-Zertifikat betreten. Wir haben uns deswegen testen lassen: Georg am 15. und ich am 14. Oktober. Zum Glück ist dies neuerdings in Leukerbad in der Reha-Klinik möglich. Sonst hätten wir mit dem Bus in das im Tal gelegene Susten fahren müssen. Für einen Antigen-Schnelltest müssen wir 55.- Franken bezahlen. Seit dem 1. Oktober sind die Tests für «symptomlose Ungeimpfte» kostenpflichtig. Das in unserem Fall negative Ergebnis gilt für 48 Stunden. Danach könnte das Virus uns befallen. Theoretisch. Das ist eben Wissenschaft. Früher bekam ich ein Zertifikat nach einer bestandenen Prüfung. Es war lebenslang gültig. Alles ist eben relativ.

Die junge tätowierte Praxisassistentin der Arztpraxis in der Klinik stellt sich nicht vor, sondern gibt mir den Befehl, mich auf einen unsympathischen schwarzen Untersuchungsstuhl zu setzen. Ich frage nach ihrem Namen. Sie heisse Jasmin. Dann hält sie ein langes Wattestäbchen vor mein Gesicht und meint: «Wir gehen nicht so tief rein.» Ich frage mich: «Wen meint sie mit ‘wir’?» Ohne weitere Erklärung stochert sie mir nur in meinem linken Nasenloch herum. Wahrscheinlich deswegen, weil mein rechtes wesentlich enger ist. Ich habe nichts dagegen, denn es ist schon so unangenehm genug, da Jasmin kein Gespür für den Druck ihrer Hand hat. Dann soll ich 10 Minuten im Wartezimmer warten. Danach befiehlt sie mir meine Sachen mitzunehmen und ihr zu folgen. Warum? Wohin? Das Ergebnis teilt sie mir nicht mit. Ich denke: «Werde ich jetzt in die Quarantäne abgeführt?» Jasmin geht zu einem Drucker, der ausserhalb der Praxisräume im Flur steht, und druckt zwei Seiten aus. Eine ist das Zertifikat, das andere ein überflüssiges Formular, mit welchem ich theoretisch die 55.- Franken von meiner Krankenkasse zurückfordern könnte. Doch diese wird nichts für den Test bezahlen. Ich schaue mir das Zertifikat mit dem für mich rätselhaften QR-Code an und suche nach dem Resultat. Jasmin sagt: «Es steht alles drauf.» Sie dreht sich um und geht ohne Abschiedsgruss von dannen. Mir als Kundin wird nichts erklärt, ich muss das Papier selbst entziffern. Oben links sehe ich ein graues Wappen – bei einem Farbdruck wäre der Grund rot – mit einem weissen Kreuz, danebensteht «Schweizerische Eidgenossenschaft» in den vier Landessprachen. Rechts oben «Covid-Zertifikat» auf Deutsch und Englisch. Dann folgt «Krankheit oder Erreger: Covid-19, Ergebnis: Nicht erkannt (Negativ), Hersteller: Roche, SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal, Datum und Zeit der Probenentnahme, Leukerbad Clinic, Schweiz. Links davon prangt ein 62 x 62 mm grosser QR-Code, den ich nicht entziffern kann, weil ich kein Smartphone besitze.   

Ich darf das Zertifikat beim Portier der Reha-Klinik mit Kreditkarte bezahlen.
Es gilt nur, wenn man gleichzeitig eine Identitätskarte vorweist. Ich gehe sofort in die gegenüberliegende Therme, um das Wunderpapier, das trotz dem Ergebnis «nicht erkannt» alle Türen öffnet, auszuprobieren. Die Dame hinter der Plexiglasscheibe bei der Kasse schaut mich kaum an und sagt statt «Guten Tag!» in einem Befehlston nur: «Zertifikat?» Ich halte ihr das Papier hin, sie fotografiert den QR-Code mit ihrem privaten Handy. Nach ihrem «OK!» darf ich die Therme betreten und mich mit Geimpften, Genesenen und den wenigen Getesteten im heilenden Wasser tummeln.

Im «Walliser Boten» lese ich, dass über 200’000 Zertifikate wegen Ungültigkeit zurückgerufen wurden. Auch würden private Daten von Getesteten dank Whats-App in Chat-Gruppen zirkulieren, weil Kontrollpersonen mit ihrem privaten Handy QR-Codes von zu kontrollierenden Gästen gescannt hätten.

Übrigens wurden wir am Freitagabend im Restaurant überhaupt nicht nach unserem Zertifikat gefragt. Niemand von der Versammlung musste etwas vorweisen.

Da kann man nur noch staunen!

Foto vom Panorama-Weg mit Blick auf die Alpenkette
und Text: Petra Dobrovolny     

Mein Tagebuch: 13.10.2021

13. Oktober, Mittwoch: Schweizer Hilfe und Glückwünsche

In der Nacht hat es bis auf 1500 m geschneit. Leukerbad liegt damit zurzeit 100 m unter der Schneefallgrenze.
Der Wind ist heute so stark, dass ich weder in den Wald gehe noch die Seilbahn zum Torrent nehme. Ich geniesse den Sonnenschein auf meiner Terrasse und lese Georgs Post mit für mich gesammelten Zeitungsartikeln und den «Bund». Darin finde ich eine interessante Nachricht: Die Schweiz schickt im Rahmen der WHO-Impfinitiative Covax eine halbe Million Impfdosen von AstraZeneca nach Nigeria, Pakistan, Syrien und Sierra Leone. Dieser Impfstoff ist in der Schweiz nicht zugelassen, der Bund hat davon jedoch 5.6 Millionen Dosen bestellt. Da kann man sich fragen: Warum? Und wer bezahlt das? – Kommentar überflüssig.

Heute erreichen mich verspätete Geburtstagsglückwünsche: «Mögest du bei bester Gesundheit Neues und Wunderbares erleben!» Es fällt mir auf, dass mir etwa seit meinem 60. Geburtstag vermehrt Gesundheit gewünscht wird. Jemand wünscht mir dieses Jahr dazu noch einen «erhellten Geist». Allgemein wird wohl geglaubt wird, dass man im Alter krank und dement wird. Dabei fühle ich mich seit gut zwei Jahren so gesund wie noch nie. Vor allem seitdem ich in Leukerbad wohne: Hahnen- und Thermalwasser sind pestizidfrei, die Luft ist meistens wunderbar, wenn nicht gerade ein Dieselfahrzeug vorbeifährt! Ich kann hier frei atmen und die Ruhe geniessen, wenn nicht gerade Helikopter Verunfallte retten oder Baumstämme transportieren.
Georg meint, dass ich mindestens hundert werde. 

Foto und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 08.10.2021

08. Oktober, Freitag: Fantasiewelt?

«Der Bund» berichtet von der gestrigen Demo, dass etwa 500 teilgenommen hätten. Zeitweise seien Wasserwerfer und Gummischrot eingesetzt worden. Georg meint: «Die Anzahl der Teilnehmenden stimmt sicher nicht. Warum sollte die Polizei so massiv gegen ein paar hundert Leute vorgehen?» Die Zeitung zitiert einen Passanten: «Die leben in einer Fantasiewelt.» Und nimmt diese Aussage als Schlagzeile für den Artikel auf Seite 21. Geschäftsleute und Pendler*innen hätten kein Verständnis und keine Geduld mehr mit den von den Demos verursachten Störungen. Dies scheint eine sehr einseitige Berichterstattung der Zeitung zu sein. Georg erfährt von einem Freund, der mit einem Demo-Teilnehmer sprechen konnte, dass die Polizei und nicht die Demo-Teilnehmenden mit der Gewalt angefangen haben. Das Video eines Demonstranten hält die Szene fest.

Georg fragt sich, woran man die Wirkung der Impfung eigentlich merke. Jetzt werden keine Geimpften mehr getestet. Er meint, wahrscheinlich an den Nebenwirkungen wie zum Beispiel Gürtelrose? Ein Freund erzählte ihm, er habe nach der zweiten Dose Gürtelrose bekommen und dies seiner Ärztin gesagt. Diese hätte nur lakonisch gemeint: «Das ist normal. Alle reagieren so.»

Youtube löscht jetzt alle Videos, auf denen die Impfstoffe kritisiert werden. Die Begründung: Es handle sich um medizinische Fehlinformationen. Wissenschaftler*innen stellen auf inoffiziellen Video-Kanälen fest: «Natural immunity is likely better than Covid-vaccination.»

Die dritte Impfwelle hat Israel erfasst. Vorläufig sagt das Schweizer Bundesamt für Gesundheit: «Die wissenschaftliche Grundlage dafür sei – noch nicht – gegeben.» In Leserbriefen und Zeitungsartikeln wird das langsame Tempo bei der Freigabe der 3. Impfung kritisiert.
Mein Bruder ist nach Spanien geflogen und musste im Flugzeug einige Formulare ausfüllen und genaue Auskunft über seine Gesundheit geben. Nach der Ankunft wurden alle Papiere genau kontrolliert. In Spanien ist die Bevölkerung zu etwa 80 % geimpft. Trotzdem tragen die meisten ihre Maske auch an frischer Luft und halten untereinander Abstand.

Foto: Hofladen Chutze in Bremgarten

und Text: Petra Dobrovolny


Gunnar Kaiser sagt auf seinem neusten Videobeitrag auf Youtube: «Was ich einsehen musste»:

Mein Tagebuch: 07.10.2021

07. Oktober, Donnerstag: Ein Leserbrief

Es ist wieder mal Zeit für einen Leserbrief. Georg schreibt zum Thema General-Verdacht, Eigenverantwortung und Vertrauen:

«Von Eigenverantwortung ist sowohl von behördlicher wie auch von medialer Seite keine Rede mehr, von der Stärkung der Immunität auch nicht. Die natürlichen Abwehrkräfte scheinen als Thema schon längst Tabu zu sein.

Warum gilt der Covid-Selbsttest nicht als Basis für ein Zertifikat so wie u.a. in einigen EU- Staaten? Wenn ich mich vor einem Anlass selbst teste, kann ich entscheiden, dass ich nicht hingehe, falls der Test positiv ausfällt.

Warum soll ich in einer Warteschlange vor einem Testzentrum stehen? Gerade dort könnte ich mich anstecken, der Test wäre gerade mal noch negativ. Das Zertifikat gilt dann aber auch später, wenn ich positiv wäre.

Anstatt dass der Bundesrat mündigen und selbständigen Bürgerinnen vertraut und sie fördert, klagt er, dass das Testen zu viel koste, und gleist für viel Geld eine ‘Impf-Offensive’ auf, die wir dann alle bezahlen werden. Gegen wen wird Krieg geführt?

Die Regierung, wie jeder Staat, der seinem Volk misstraut, wundert sich, wenn das Volk der Bürokratie und der Führung kein Vertrauen mehr schenkt bzw. schenken wird.»

Heute wird in Bern wahrscheinlich wieder friedlich für Freiheit und Demokratie demonstriert. Der oberste Polizeichef sagt, dass die Polizei bestens darauf vorbereitet sei. Die Demonstrierende seien zunehmend gewaltbereit und müssten mit hohen Bussen rechnen. «Der Bund» vom 5. Oktober schreibt auf der Seite 19: Das Zertifikatstheater solle endlich aufhören, die Demonstrierenden sollten mal zu Hause bleiben und eine Denkpause einlegen. Wir fragen uns: Ist es die Aufgabe von Journalisten und Journalistinnen zu moralisieren und anderen vorzuschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben?

Ab dem 11. Oktober werden die Tests für Ungeimpfte ohne Symptome, die letztes Jahr noch als sinnlos betrachtet wurden, nicht mehr kostenlos sein.

Foto: Heiliggeistkirche in Bern
und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: 02. 10.2021

02. Oktober, Samstag: Demos – zwei Städte, zwei Welten

Am letzten Donnerstag fand zum dritten Mal in der Folge in Bern eine nicht-bewilligte Demo für Freiheit und Demokratie statt. Skandiert wurde: «Liberté! Liberté! Liberté!» oder «Friede! Freiheit! Das Volk ist der Souverän!» Die Polizei verhaftete jeweils gezielt Leute, die zur Demo aufgerufen hatten. Sogar Trychlern wurden ihre Kuhglocken für 48 Stunden konfisziert. Tränengas wurde eingesetzt gegen friedlich Demonstrierende, die die Schweizer Fahne, eine rote Broschüre mit der Schweizer Verfassung oder Kerzen und Blumen in den Händen trugen. Gewaltbereite Mitglieder der autonomen Szene der Berner Reitschule, die vor allem bei der ersten Demo mit Feuerwerkskörpern und Flaschen die Polizei angegriffen hatten, waren bei der letzten Demo nicht mehr zu sehen. Lifestreams sind auf Youtube u.a. auf den Kanälen von Sabine Seibold und Yves the Chief zu sehen.

Die Stadt Zug hingegen hat für heute eine solche Demonstration bewilligt. Die Begründung lautet: «Die Demonstrations- und Meinungsfreiheit soll immer gewährleistet sein, weil es ein Grundpfeiler der Demokratie ist. Eine Kundgebung darf nicht rassistisch respektive hetzerisch oder die öffentliche Sicherheit gefährden. Wäre der Anlass als Event geplant, hätten die Veranstalter das 3G-Prinzip beziehungsweise die Zertifikats- und Maskenpflicht einhalten müssen. Da es sich aber um eine politische Kundgebung handelt, ist der Anlass von diesen Regeln nicht betroffen, da sonst nicht jeder teilnehmen könnte und somit das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht gewährleistet wäre.» Quelle: Gratisblatt «20minuten» vom 29.09.21
Damit hält sich die Stadt Zug an den Entscheid des Schweizer Bundesgerichts.
Man könnte meinen, dass Bern und Zug nicht in demselben Land liegen.
Foto: Gartenzwerge in Leukerbad
undText: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 30. 09.2021

30. September, Donnerstag: Bunte Träume werden verboten

Es wird immer absurder! Die Logik bleibt bei den Massnahmen auf der Strecke. Seit dem 18. September gilt die erweiterte Zertifikatspflicht. Den Restaurants sind seit zwei Wochen bereits 20% ihrer Kundschaft weggeblieben. Im Frühjahr 2020 war die offizielle Meinung, es sei sinnlos, Leute ohne Symptome zu testen. Nun müssen sich «Symptomlose» aber testen lassen, wenn sie ins Kino oder Restaurant gehen wollen. Gemäss einer Umfrage finden es Geimpften ungerecht, wenn sich Ungeimpfte kostenfrei testen lassen können. Die Kosten würden dann via Steuerrechnung auch auf die braven Geimpften verteilt.
Der Bundesrat beschliesst nun definitiv, dass Corona-Tests für Leute ohne Symptome ab dem 11. Oktober zahlungspflichtig sein sollen. Einmal Geimpfte erhalten eine Frist bis Ende November. Bis jetzt sind 58% der Bevölkerung doppelt geimpft. Damit liegt die Schweiz in Europa an letzter Stelle. Aus den Radionachrichten erfahre ich, dass eine neue «Impf-Offensive», die 150 Millionen Franken kosten soll, beschlossen wurde: 170 zusätzliche Impfbusse sollen durch Stadt und Land touren. Und eine Person, die eine andere zu einer Impfung überzeugt, erhält ab sofort einen Restaurant-Gutschein in einer Höhe von 50 Franken. Ein politisches Zückerchen für die leidende Gastronomie-Branche. Der «Blick» vom 2. Oktober lobt Alain Berset für diese unkonventionelle und originelle Idee. – Georg meint: «Sind jetzt alle käuflich? Warum sind Anreize nötig, wenn die Impfung wirklich so fantastisch sein soll?» – Der «Walliser Bote» vom 1. Oktober bemängelt, dass die Zahl der Impfwilligen nach einem kurzen Hoch unmittelbar nach der Erweiterung der Zertifikatspflicht wieder dramatisch sinken würde.

Meine Träume reagieren auf diese immer absurder werdenden und nicht enden wollenden Bestimmungen der Regierung über das öffentliche und private Leben. Es wird mir gesagt: «Bunte Träume sind verboten. Ab jetzt dürfen alle Menschen nur noch schwarz-weiss träumen.»

Foto: Dala-Schlucht in Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 22.09.2021

22. September, Mittwoch: Vollmond und Tag-und-Nachtgleiche

Heute findet der Vollmond im Sternzeichen der Fische statt und die Tag-und-Nachtgleiche. Es ist wieder einmal ein wichtiger Portaltag. Energetisch gesehen öffnet sich ein Tor. Astrolog*innen sagen: Es ist Zeit für eine Reinigung auf allen Ebenen. Neue Horizonte öffnen sich, in unseren Träumen erschaffen wir eine neue Welt für uns persönlich, aber auch für die Menschheit. Jetzt können wir über unsere selbst gesetzten Begrenzungen hinausgehen, die Gefängnistüren öffnen und unserer Intuition folgen. Dafür ist es gut, die Dinge langsam anzugehen und sich viel Zeit in der Stille zu nehmen. Alte Wunden können jetzt heilen. Neptun und Jupiter stehen noch für einige Monate in Konjunktion zueinander. Sie unterstützen Entgrenzung und grosse Träume.

Also: Nutze die Heilkraft des Wassers! Gönn’ dir heute ein Bad mit Kerzenlicht. Erlaub dir zu träumen, nimm’ dir Zeit für dich selbst. Was möchtest du hinter dir lassen?

Roger von «Univers Harmonie» in Lausanne hat für heute Abend 21.21 Uhr alle, die bei ihm Kristallklangschalen gekauft haben, zu einer Friedens- und Versöhnungsmeditation aufgerufen. Wir werden uns von unserem eigenen Ort aus in Gedanken miteinander verbinden und unsere Klänge eine gemeinsame «Energie-Wolke» schicken. Natürlich werde ich auch mitmachen.
Diejenigen, die dies lesen, können dies auf ihre eigene Art und Weise unterstützen. Bis dann! 

Foto: Vollmond vom 22.09.21 über Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny   

Mein Tagebuch: 17.09.2021

18. September, Samstag: Zunfttag

Die Leukerbader Thermalquellenzunft hat ihre Mitglieder zum 5. Zunfttag eingeladen. Seit fast zwei Jahren konnte wegen Corona kein Anlass stattfinden, heute treffen sich 38 der 300 Mitglieder bei prächtigem Wetter zu einer Wanderung über den Thermalquellensteg, den die Zunft 2004 gebaut hat und nach jedem Winter die Schäden wieder repariert, zum Majingsee bis zum Restaurant Weidstübli. Ich freue mich sehr darüber, dass dieser Anlass stattfindet. Denn ich bin schon seit einem Jahr Mitglied und kann erst heute Gleichgesinnte kennenlernen, denen Leukerbad und die Thermalquellen am Herzen liegen.

Beim geselligen Mittagessen auf der grossen Terrasse des «Weidstübli» erfahre ich für mich Neues in Gesprächen mit meinen Tischnachbar*innen: Es dürfen keine Ferienwohnungen mehr gebaut werden. Die «Lex Weber», der das Volk vor einigen Jahren zugestimmt hatte, verbietet dies, um weitere «kalte Betten» zu vermeiden. Davon gibt es in Leukerbad bereits 10’000. Es dürfen aber sog. «Aparthotels» gebaut werden, d.h. Appartementhäuser mit Hoteldienstleistungen. Die Eigentümer*innen müssen die Wohnung während ihrer Abwesenheit an Gäste vermieten. Ich erfahre auch, dass es einen Verein gibt, der die Interessen der Zweitwohnungsbesitzer*innen gegenüber der Gemeinde vertritt. Ein dringendes Thema ist die Umrüstung der alten und bald nicht mehr erlaubten Erdölheizungen auf erneuerbare Energien. Die Gemeinde plant unterhalb des «Burgerbads», welches heute «Leukerbader Therme» heisst, den Bau einer Heizzentrale, die Holzschnitzel verbrennen und die Wärme des Abwassers der Therme weiterleiten wird. Dieses Projekt ist jedoch nur für öffentliche Gebäude und ein paar wenige Hotels bestimmt. Einen Plan, der die ganze Gemeinde und private Häuser einbezieht, gibt es nicht. Ein paar Mitglieder der Thermalquellenzunft wollen deswegen aktiv werden. Mein Tischnachbar meint, Leukerbad hätte ein «Luxusproblem». Das Thermalwasser sprudle zu heiss aus dem Boden.

Die mit 51°C wärmste Quelle ist nach dem Heiligen Lorenz benannt und sprudelt mit 900 l pro Minute aus der Tiefe.

In der Broschüre «Badebüchlein Leukerbad – 500 Jahre Badetourismus in Leukerbad» steht auf der Seite 20: «An heilendem Wasser herrschte in Leukerbad zu früheren Zeiten – aber auch heute – kein Mangel. Die kalkigen Wände des Torrentgebiets sind unverändert spendabel. Regen und Schmelzwasser versickern hier auf einer Höhe zwischen 2500 und 3000 Metern und fliessen dann durch das poröse Massiv bis auf eine Tiefe von 600 Metern unter dem Meeresspiegel, um dann durch die Wärme im Erdinneren aufgeheizt 27 bis 40 Jahre später an der Erdoberfläche in Leukerbad zu erscheinen und dies vermutlich schon seit ewigen Zeiten. Rund drei Millionen Liter Thermalwasser sprudeln täglich aus den 22 warmen Quellen.»

Da kann man sich wirklich fragen: Warum werden diese bzw. nur ein Teil davon lediglich zum Baden benutzt? Damit könnte man ganz Leukerbad heizen und klimaneutral machen. Die Gemeinde könnte mit klimaneutralem Tourismus werben und eine Pionierin für alle Thermalbäder in der Schweiz und sogar international sein.



Foto: Blick vom Thermalquellensteg auf die Dala-Schlucht
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 17.09.2021

17. September, Freitag: Demo in Bern von gestern

Als unmittelbare Reaktion auf die Ankündigung des Bundesrats über die Erweiterung der Zertifikatspflicht auf Restaurants, Schwimmbäder, Fitness-Studios etc. sowie den verstärkten Druck in Richtung Impfzwang fand gestern Abend eine unbewilligte Demo in Bern statt. Ich schaue mir hier in Leukerbad auf Youtube den Lifestream von Sabine Seibold an. Die Teilnehmenden versammeln sich beim Bahnhof und ziehen friedlich durch die Altstadt zum Bundeshaus. So viele Menschen habe ich in Bern noch nie gesehen. Der «Blick» schreibt am nächsten Tag von 1500, doch von anderer Seite heisst es, dass es etwa 30’000 waren: Familien mit Kindern, öfters alle drei Generationen waren dabei. Die Menge skandiert immer wieder «Liberté! Liberté! Liberté!» oder «Friede, Freiheit, Demokratie!» Viele tragen die Schweizer Fahne mit sich oder schwingen sie, ab und zu wird die Nationalhymne gesungen. Dann sind wieder die «Freiheitstrychler» mit ihren Kuhglocken zu hören. Etwa 30 Meter vor dem Bundeshaus ist ein vier bis fünf Meter hoher Zaun aufgestellt worden. Auch so etwas habe ich noch nie gesehen. Kurz vor 21 Uhr beginnt eine Gruppe des sog. «Schwarzen Blocks», gewaltbereite junge Leute, die an Wochenenden immer wieder in Bern demonstrieren und Schutz vor der Polizei in der Reitschule beim Berner Bahnhof finden, am Zaun zu rütteln und Petarden in Richtung Bundeshaus und Polizei zu werfen. Daraufhin schaltet die Polizei nach einer kurzen Vorwarnung ihren Wasserwerfer ein. Jemand schlägt Sabine Seibold ihr Handy mit einem solch kräftigen Schlag aus der Hand, so dass der Stick, auf dem sie es montiert hatte, abbricht. Andere helfen ihr, das Handy wiederzufinden und trösten sie. Trotz Schock kann sie weiterfilmen. Im Scheinwerfer des nun abgestellten Wasserwerfers tauchen zwei weiss gekleidete Männer mit indischen Trommeln auf. Sie tanzen und singen das Mantra «Hare Krishna», in kurzer Zeit singen, tanzen und klatschen etwa vierzig Leute mit. Die aufgeheizte Stimmung auf dem Bundesplatz wird wieder friedlich, gegen 22 Uhr löst sich die Demonstration auf, ohne dass die Polizei noch einmal eingreift.

Am Tag nach der Demo verteidigt der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause den Einsatz der Polizei. Das Bundeshaus hätte geschützt werden müssen, sonst wäre so etwas wie am 6. Januar in Washington, als das Capitol gestürmt wurde, passiert. Die Tageszeitungen schreiben von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft der Impfgegner und werfen alle Demonstrierenden in denselben Topf.

Foto und Text: Petra Dobrovolny