Mein Tagebuch: 17.12.2020

17. Dezember, Donnerstag:

Mit liebevoller Absicht einen Samen säen

Die Welt ist zweigeteilt: Die einen fordern strengere Massnahmen von der Regierung, andere finden sie nutzlos. In einem Leserbrief schreibt jemand: Die Alten sollen zuhause bleiben, damit die Jungen Skifahren können. – Es wird zwar keinen Impfzwang geben, aber eine moralische Verpflichtung dazu. Auf Englisch sagt man dazu «moral persuasion».

Die 99-jährige Tante einer Freundin, die in England lebt, will sich unbedingt impfen lassen. Die Nichte findet dies unsinnig, doch meint sie: «Warum sollte sich meine Tante nicht impfen lassen, wenn sie das möchte? Also unterstütze ich sie darin.»

Shakespeare hat einmal geschrieben: «Nothing is either good or bad, but thinking makes it so.» Nichts ist gut oder schlecht, unser Denken macht es dazu.

Eine meiner Freundinnen in Deutschland erzählt mir, dass ein Antigentest bei ihrer Tochter positiv gewesen sei. Sie hätte also Covid19 gehabt, aber nichts gemerkt. Das sei doch unheimlich. Ich entgegne ihr: «Das ist doch wunderbar! Das zeigt, wie stark deine Tochter ist!» Hier haben wir zwei verschiedene Interpretationen eines Testresultats: «unheimlich» und «wunderbar».

Das Jahr 2020 neigt sich seinem Ende entgegen, war es «unheimlich» oder «wunderbar»? Ein Guru würde sagen: «Es war wie es war!» Auch Buddha würde es gelassen nehmen. Längere und kürzere Zeitzyklen enden, am 21.12. beginnt das Wassermannzeitalter, wir können uns freuen.

Ich persönlich denke positiv und habe Vertrauen in die Kraft der Liebe. Und in die Kraft der Dankbarkeit. In einem Radio-Interview wurde ein Arzt aus Kärnten gefragt, wie sich das Corona-Jahr auf ihn persönlich ausgewirkt habe. Seine Antwort: Er sei jeden Tag dankbar für die Bäume, die Vögel, die Blumen, die Veränderung durch die Jahreszeiten. Dankbar für sein Team, das mithelfe schwere Entscheidungen zu treffen. Bescheidener und demütiger sei er geworden. Der Tot gehöre zum Leben, die Medizin könne nicht alles. Regelmässiges Meditieren sei für ihn ein wichtiger Ausgleich.

Dem kann ich nur beipflichten. Meditieren hilft, Dinge und Umstände einfach wahrzunehmen ohne sie zu bewerten. Auch sich selbst nicht, noch andere. Dies hat weder mit Naivität noch Weltfremdheit zu tun. Sondern eher mit Liebe und Vertrauen.

Heute ist Beethovens 250. Geburtstag. Daniel Barenboim dirigiert in Bonn die 5. Symphonie, die Schicksalssymphonie. Ohne Publikum, ausser den Bläsern tragen die Musiker*innen eine Hygienemaske. Eindrücklicher geht es nicht.

Das Wassermannzeitalter fragt dich: Wo ist der Beethoven in dir? Wo ist dein einzigartiges Talent, durch welches du dein Licht in die Welt scheinen lassen kannst?

Nicht nur das Jahr 2020 geht zu Ende, vor allem das Steinbock-Zeitalter mit seinen rigiden Strukturen und autoritären Regeln. Saturn und Jupiter vermählen sich am 21. Dezember im Wassermann. Ideen bleiben nicht mehr in der Luft hängen: Innovatives Denken wird in neuartige Erfindungen umgesetzt, lineares Denken wird flexibler und mehrdimensionaler. Argumente wie «So haben wir das immer gemacht, und das war gut so!» werden in Frage gestellt. Die neuen Kinder lassen sich nicht mehr in eine Schulbank zwängen. Es werden neue Arten des Unterrichts entstehen. Es wird neue Schulen und neue Berufe geben. Entscheidungen werden im Team und nicht mehr hierarchisch gefällt. Jeder Mensch bringt seine Talente und Ideen ein. Gemeinwohl, Rücksicht und Toleranz sind die Qualitäten des Wassermannzeitalters.

Diese so bedeutenden Tage vor der Wintersonnenwende können wir dafür nutzen, um in Gedanken, Visionen oder Meditationen unseren Samen der Zukunft zu säen: Wie möchten wir leben? Wie möchten wir uns mit unseren einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten einsetzen und damit zu einer lebens- und liebenswerten Welt beitragen? Unser Beitrag mag uns noch so klein und unbedeutend erscheinen. Das macht nichts. Unsere liebevolle Absicht gibt ihm die Kraft, und aus dem Samen wird eine wunderbare Pflanze wachsen. So, wie wir es uns gar nicht vorstellen konnten. Wenn wir etwas aus der Kraft unseres Herzens tun, wächst es. Das ist nicht irgendeine romantische Vorstellung, sondern sogar wissenschaftlich bewiesen. Unser Herz ist das Organ, das am stärksten strahlt. Auch auf grössere Distanz nimmt diese Kraft im Unterschied zu der Strahlkraft anderer Organe nicht ab. Stell’ dir vor: Gemeinsam lassen wir zur Wintersonnenwende unser Herz in die Welt strahlen. Wäre das nicht unheimlich wunderbar?

Foto: Adventsschmuck in Leukerbad und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 4. Juli 2020

4. Juli, Samstag:

Wunderschönes Sommerwetter! Heute werden es 26°C. Georg meint, ich könnte die drei Salatsetzlinge, die er aus der Biogärtnerei gebracht hat, in einen Blumentopf einsetzen. Gesagt, getan. Die erste Tomate ist bereits rot.

Gestern war ich wieder im Glasatelier. Ich übe jetzt, Herzchen zu formen. Das ist nicht einfach. Das heisse Glas rutscht mir fast von der kleinen Metallstange, dem sogenannten „Dorn“, der für das Loch in der Perle sorgt, herunter. Am einfachsten ist es, eine runde Perle zu drehen, denn das flüssige Glas formt sich nach einem Naturgesetz fast von selbst zu einer Kugel. Aber bei einem Herzchen muss ich erst eine Walze herstellen, dann oben weiteres Glas in der Form zweier Hügel ansetzen. Daraus entstehen dann die Backen des Herzchens, wenn alles gut geht. Übung macht die Meisterin!

Die spirituelle Lehrerin Diana Cooper meint: „This is a time to relax and reassess your life. Treat challenges as opportunities. New doors are waiting to open. » Das klingt wunderbar! Vor allem auf Englisch. Entspanne dich, Herausforderungen sind Gelegenheiten, neue Türen warten darauf geöffnet zu werden.
In der Nacht habe ich geträumt, dass ich zum letzten Mal eine Therapiesitzung und danach auch zum letzten Mal eine Kursstunde in «Atem und Bewegung» gebe. Dann gehe ich in ein Sekretariat und gebe den Schlüssel ab. Der Traum bestätigt meinen Plan, am Jahresende meine Praxis zu schliessen. Ich bin gespannt, welche neue Türe sich öffnen wird!

Die russische Heilerin Natascha schickt auf Youtube wieder Energie durch ihre Hände in die Kamera zu den Bildschirmen der Zuschauenden. Der Titel ihrer Meditation: «Du bist ein Mensch von Liebe und Glück!»

Mein Tagebuch: 23. und 24. Juni 2020

23. Juni, Dienstag und 24. Juni, Mittwoch:

Sehr warmes Sommerwetter, heute werden es mindestens 25°C. Wäsche waschen und Johannisbeeren sammeln, am Abend ins Glasatelier.
Ein ganz normaler Tag? Heute entdecken Experten während einer halben Stunde aussergewöhnliche Ausschläge im magnetischen Feld unseres Planeten. Niemand kann dieses Phänomen erklären, denn die Sonnenstürme sind zurzeit so ruhig, wie noch nie in diesem Jahr.

Die Schweizer Fleischbranche sieht sich im Unterschied zu Deutschland gerüstet: Es hätte „keine grösseren“ Corona-Ausbrüche gegeben. Die Schutzmassnahmen seien sehr streng, also Abstandhalten und Masken. Das Foto der NZZ vom 24. Juni, eine Innenaufnahme einer Zubereitungsabteilung, zeigt die Angestellten zwar mit Plastikhauben, Schürzen und Handschuhen, jedoch ohne Masken. Vielleicht ist es ein „vor-der-Corona-Zeit-Foto“.
Während einer Klangmeditation habe ich folgende Vision: Eine Delegation sogenannter Nutztiere, d.h. ein paar Kühe, Schweine und Hühner, kommt zu mir. Die Leitkuh gibt mir eine Botschaft für die Menschen: „Führt uns nicht mehr in die Schlachthöfe. Das macht euch krank!“ Sie sagt nicht, dass wir kein Fleisch mehr essen sollen. Es wäre jedoch an der Zeit, die Fleischverarbeitung und den Umgang mit den Tieren zu ändern.
Georg und ich essen seit 43 Jahren kein Fleisch mehr. In unserer unmittelbaren Umgebung wird im Sommer zum Glück nicht gegrillt. Immer öfter sehen wir bei den Grillstellen am Ufer der Aare, dass Familien Brotteig um Stöcke wickeln, die die Kinder dann ins Feuer halten. Alle scheinen damit zufrieden zu sein. Es geht auch anders.

Am Abend gehe ich ins Glasatelier, welches sich in unserer Nähe befindet. Meine Lehrerin bzw. „Glas-Meisterin“ zeigt mir, wie man in der 800°C heissen Flamme herzförmige Perlen aus Murano-Glas formen kann. Mit dem Resultat bin ich noch nicht zufrieden, da muss ich noch üben.  


Foto und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: 7. Mai mit Gedicht

Grenzenlos                   

Willst du deine Liebste
zum Wochenende einladen,
so musst du erst die Ämter fragen.
Das ist schwer zu ertragen.
Doch deine Liebste könnte haben
das Virus im Gepäck.
Und zu diesem Zweck
sind die Grenzen zu.
Dies raubt dir nächtens deine Ruh‘!
Alles hängt jetzt ab
von der Entwicklung in Italien.
Das sind keine Lappalien.

Du klagst über dein schweres Los,
doch wisse: Eure Liebe ist grenzenlos!
Und bald seid Ihr wieder vereint
und werdet vergessen, wie oft Ihr geweint.

Eure Herzen zueinander finden.
Das kann kein Amt der Welt verhindern.
Trotz Stacheldraht und Zaun
nimmt sich die Liebe ihren Raum.
Du merkst es daran,
dass in der Luft
liegt ein ganz besond’rer Duft
von Maiglöckchen und Flieder.
Liebe kann man nicht verbieten,
und wir sehen uns bald wieder!

Ein Gedichtband …

Dieser Sammelband mit 24 Gedichten von
Petra Dobrovolny ist soeben erschienen
ISBN 9783749410194
Hrsg.: www.literaturpodium.de
Im Buchhandel und auch als e-book erhältlich

Ein Gedichtband ist wie ein Freund

Ein Gedichtband
ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und bewirkt, dass du
dich fühlst zu Haus.

Bescheiden reiht er sich
in dein Bücherregal ein,
zwinkert dir zu
ab und zu
und lädt dich ein:
„Schau‘ doch wieder mal
herein
zur Erbauung deiner Seele,
auf dass es ihr und dir
an Herzensnahrung
nicht fehle!“

Ein Gedichtband
ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und bewirkt auf seine Art
artig und fein,
dass du dich nicht mehr fühlst allein.
… und er bewirkt ganz leise,
dass du dich fühlst bescheiden weise.

Ein Gedichtband zwinkert dir zu:
„Setz‘ dich mal hin
und lies in aller Ruh‘
meine Botschaft der Liebe und des Friedens.
Dann mag dich nichts mehr betrüben!“

Drum schickt Gedichte um die Welt,
damit sie nicht auseinanderfällt.
Gedichte vereinen euch in Frieden.
Ihr möchtet euch nur noch in den Armen liegen.

Gedichte
bringen das Menschliche ans Lichte,
auf dass es scheine ewiglich
in jedem Herzen
und in der ganzen Welt,
auf dass sie in Kriegen
nicht nur innehält,
sondern ganz und gar davon absieht.
Es ist der Frieden, der siegt!

Gebt dies den Kindern weiter,
auf dass sie dichten mögen
heiter weiter
und mögen lesen Gedichte
im Lichte
des Friedens und der Liebe.

Ein Gedichtband ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und wirkt in dein Herz hinein.
Was gibt es Schöneres
als mit einem Gedichtband
in der Hand
einfach zu träumen
und zu sein?

Text: Petra Dobrovolny

Das Herz der Eiche

Das Herz der Eiche

In meine knorrige Rinde
kann kein Liebespaar
ein Herz ritzen.

Nun hab‘ ich selbst
für dich ein Herz gemalt
auf meine Rinde!

Möge es dich erfreu’n,
mein Kinde!

Gehst du achtsam durch die Natur,
dir manches Herz entgegenkommt!
Wund’re dich nur!

Vieles wirst du entdecken,
was wiederum dein Herz
wird wecken!

Text und Foto:
Petra Dobrovolny-Mühlenbach

Neues Leben

Deine Sorgen
sind gestorben
in der Nacht.
Nun bist du aufgewacht
an diesem wunderbaren Morgen
und fragst dich:
„Wo sind meine Sorgen?“

Du wunderst dich,
du spürst nicht mehr
ihr schweres Gewicht!
Der Sonne Schein lädt
zu neuem Leben dich ein.

An die Leichtigkeit
bist du noch nicht gewöhnt,
der Gesang der Vögel dein Herz verwöhnt,
es spürt Freude und fühlt sich geborgen
in diesem neuen Leben
ohne Sorgen.

Text: Petra Dobrovolny
Foto: PD: Johanniskraut

 

Lass los und werd‘ ein Narr

Lass los!
Du musst die Welt nicht mehr tragen!
Du musst auch nicht fragen,
ob du loslassen darfst.
Und wo bleibt meine Kontrolle?
O, spiel doch nicht mehr diese Rolle!

Zunächst ein Chaos entsteht:
Alles wird durcheinandergepurzelt,
dann wird alles neu verwurzelt
in höherer Ordnung.
Und zu deiner Verwunderung
war das nicht der Welt Untergang,
sondern ein neuer Anfang.

Es gibt dich noch
befreit vom Joch
Du lässt dich von Mutter Erde tragen,
vergisst deine Bedenken und deine vielen Fragen.
Für dich werden nur noch Rosen blühen.
Die sagen dir: „Vergiss deine Müh’n!
Erfreu‘ dich an unserem Duft
und mach‘ deinem Herzen Luft!
Geh‘ frohgemut deinen neuen Weg
auf dem kein Hindernis mehr steht.
Du hast jetzt freie Bahn
und fängst nicht mehr von vorne an!“

Reicher an Erfahrung gehst du weiter,
die Wolken sind verschwunden
und du gibst zu unumwunden:

Die Welt in dir ist heiter!

Wie der Narr im Deck des Tarot
kommst du nun den andern vor.
Du sagst ihnen:
+Der Schritt ins Leere
ist eine prima Lehre
in der Schule des Vertraun’s.“
Nach einem Sturz
ist das Leben nicht vermurkst.
Es ordnet sich in neue Bahnen,
die du vorher nie konntest erahnen.
Du stehst auf im Licht des neuen Tags
und staunst darüber,
was da kommen mag.

Text: Petra Dobrovolny
Foto: PD   Jungfrau im Berner Oberland,
vom Harder ob Interlaken aus gesehen

 

 

Nun leg‘ die Hände …

Nun leg‘ die Hände in den Schoss
und lass‘ sie ruh’n.
Im Moment brauchst du nichts zu tun.
Lausch‘ mal in dein Herz hinein
und frag‘ es:
„Was darf es als Nächstes im Leben sein?“
Es antwortet: „Wohin willst du denn noch streben?
Es kommt dir doch alles entgegen!“


Geh‘, wohin dein Herz dich trägt,
dann bist du immer am richtigen Ort und nie zu spät!

Petra Dobrovolny
Foto: PD