Mein Tagebuch: 06.02.2021

6. Februar, Samstag:  Erdbeben

In Leukerbad liegt 1 m Schnee, ich wollte am letzten Freitag dorthin in unsere neue Wohnung fahren, doch wegen Lawinengefahr war die Strasse ab Leuk gesperrt. Am Samstag fuhr der Bus wieder. So konnte ich hierherkommen, rechtzeitig, um am Sonntag den letzten kleinen Transport mit den letzten Sachen von meiner Praxis in Empfang zu nehmen. Unser kosovarischer Nachbar hat alles in sein Auto geladen und kam zusammen mit Georg gut in den Walliser Bergen und Leukerbad an. Rechtzeitig vor drei weiteren Tagen mit ausgiebigen Schneefällen.

Nach 4 Monaten Räumen, Umzug und neuem Einrichten bin ich reif für einen Winterschlaf.

In der Nacht auf den vergangenen Donnerstag hat es in der Region Bern mit einer Magnitude von 2.8 gebebt. Das Epizentrum war unser Dorf! Das sei sehr selten, schreibt «der Bund».  Es seien keine Schäden gemeldet worden. Am meisten bebt es in der Schweiz im Wallis und in Graubünden. Dies hängt mit der Entstehung der Alpen zusammen. Die europäische und die afrikanische Platte stossen hier zusammen. Der Schweizerische Erdbebendienst registriert mit seinen 200 Messstationen pro Jahr durchschnittlich 1000 bis 1500 Beben in der Schweiz und im nahen Ausland. Etwa 20 Erdbeben werden von der Bevölkerung wahrgenommen.

Georg macht sich wieder auf den Weg nach Bern und berichtet mir nach seiner Ankunft, dass alles in Ordnung sei.

Die Corona-Massnahmen könnten eigentlich schon längst gelockert werden. Die Fallzahlen sind gesunken. Aber die neuen Mutationen aus Grossbritannien, Südafrika und Brasilien sind anscheinend so ansteckend, dass die Verantwortlichen keinerlei Risiko wagen. Nur Österreich lockert. Deutschland verschärft die Grenzkontrollen mit Tests.

Unsere kosovarischen Nachbarn, eine 4-köpfige Familie, planen 10 Tage Ferien in ihrer Heimat. Vor dem Abflug müssen sie sich testen lassen, auch vor dem Rückflug. Sonst dürften sie erst gar nicht in das Flugzeug steigen.

Gestern hat die Erde sogar in Schaffhausen gebebt. Am Rhein bei Bonn gibt es Hochwasser.

Foto: Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 10. Oktober 2020

10. Oktober, Samstag:

Es ist nicht so, dass ich ein persönliches Kartenlegen bei Estelle bestellt habe, aber was ihre Karten sagen, trifft für mich ganz und gar zu: Veränderung ist angesagt! Ich verlege meine Praxis nach Leukerbad in den Kanton Wallis. Nach 33 Jahren in der Stadt Bern, wo ich 6mal umgezogen bin, und vorher 7 Jahre St. Gallen, packe ich nun wieder mal, die Bananenschachteln stapeln sich. Viele Dinge nehme ich in die Hand, um sie zu verschenken oder zu entsorgen. Viele Dinge nehme ich in die Hand, um sie liebevoll einzupacken und mitzunehmen, besonders meine zahlreichen Naturtoninstrumente wie Klangschalen, Gongs, Monochords, Trommeln, Rasseln und natürlich meine Kristall-Lyra. Klangtherapie ist eine wirksame Methode bei chronischen Schmerzen, erlebten Schocks und Traumen, sowie zur Stärkung des Immunsystems. Ich wende sie seit 15 Jahren an und habe bis heute 49 Alben komponiert, denn meine Kundschaft sagte mir: „Ich möchte Ihre Klänge bei mir zuhause hören, besonders vor dem Einschlafen und auch sonst zum Entspannen.“ Die 40jährige Erfahrung in meiner Privatpraxis und 4 Jahre in der Zürcher Hirnforschung als Neuropsychologin benötigt keine Bananenschachtel.

Die Neurowissenschaftler*innen hätten zu „Corona“ viel zu sagen, besonders auf dem Gebiet der Psychoneuro-immunologie, also zum Immunsystem und unseren natürlichen Abwehrkräften. Doch vor allem in den offiziellen Medien werden ihre Aussagen lächerlich gemacht und ihr Ruf geschädigt. Vom Immunsystem und davon, wie wir es stärken können, wird gar nicht mehr gesprochen. Der Mensch steht nicht mehr im Zentrum, sondern nur das Virus und der Profit. Der Chefarzt des St. Galler Kantonsspitals ist dagegen, dass eine einzige Zahl, nämlich die Anzahl der täglich neu positiv Getesteten, zu solchen lebenseinschränkenden behördlichen Massnahmen führt.

Für mich heisst es jetzt: „Auf zu neuen Ufern!“ Ich liebe das berühmte „Stufen-Gedicht“ von Hermann Hesse:

„Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.“

Mich inspirieren auch folgende Zeilen:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Foto und Text: Petra Dobrovolny