Mein Tagebuch: 02. 04. 2021

2. April, Karfreitag: Würmer, Immunsystem und Fazit nach einem Jahr

Heute kommt Georg nach Leukerbad mitsamt Kompostwürmern. Diese finden Unterkunft im Blumenkistli auf unserer Dachterrasse. In letzter Zeit war es sehr trocken, sodass Georg in unseren Garten in Bremgarten tief graben musste und nur 3 Exemplare finden konnte. Deswegen hält er hier in Leukerbad Ausschau nach weiteren und wird sofort in einer verlassenen Gärtnerei in der Nachbarschaft fündig. Nun gibt es bei uns acht Würmer unterschiedlicher Herkunft. Vielleicht entsteht eine neue Rasse? Eine Wurm-Mutante?

Präsident Macron ordnet für Frankreich einen vierwöchigen landesweiten Lockdown ab Ostersamstag an. Ist dies das richtige Mittel gegen die Verbreitung des Virus und dessen Mutanten? Die WHO hatte im letzten Oktober einen Lockdown nur empfohlen, um sich neu zu organisieren und um das Pflegepersonal zu schützen, jedoch nicht als Dauermittel. Die tschechische Wissenschaftlerin Frau Dr. med. Irena Koutna findet repressive Anordnungen nicht förderlich. Die Hauptrolle spiele die Frage, wie der Mensch sein Immunsystem in Eigenverantwortung pflegen könne. Wichtig seien eine gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft.

Ich finde es bedenklich, wenn ein Staat seine Mitbürger*innen und Kinder einsperrt. Das schlägt auf’s Gemüt und schwächt das Immunsystem erst recht. In der Schweiz war und ist immer noch Wintersport möglich. Daraus haben sich keine «Superspreader» ergeben. Alle verhalten sich diszipliniert und halten die Regeln ein. In der deutschen Tagesschau sehe ich, wie die Polizei an Ostern Tagesausflügler*innen daran hindert zu einem Spaziergang bei schönem Wetter an die Nord- oder Ostsee zu fahren. Wie traurig!

Georg zieht nach einem Jahr Fazit zur Corona-Pandemie und zum Verhalten der Behörden in der Schweiz: «Vor einem Jahr, zu Beginn des Ausbruchs, war das Bundesamt für Gesundheit BAG überhaupt nicht vorbereitet. Der bereits seit Jahren vorliegende Pandemieplan, der u.a. vorschreibt, wie viel von welchem benötigten Material ständig gelagert werden soll, blieb in der Schublade. Es gab bei weitem nicht genug Material, welches dazu gar nicht im Land hergestellt wird: Masken, medizinische Schutzkleidung, Desinfektionsmittel usw. Deutschland und Frankreich hinderten sogar mit medizinischem Hilfsmaterial beladene Schweizer LKWs an der Ausreise in die Schweiz. Die Folge waren materialbedingte Empfehlungen und Massnahmen: Man sollte zuhause bleiben, über 65-Jährige wurden pauschal als Risikogruppe bezeichnet, auf welche die Jungen, die immun seien, Rücksicht nehmen sollten. Es wurde ein paar Monate lang über den Sinn von Masken debattiert, bis schliesslich genug vorhanden waren. Heute sind sie im öffentlichen Verkehr selbstverständlich. – Was haben das BAG und der Bundesrat das ganze Jahr lang gemacht? Man soll sich nicht die Hand geben, aber zum Beispiel gibt es immer noch keine Abfallcontainer mit Pedal. In Wien wurden solche schon vor einem Jahrlängst eingeführt. In öffentlichen Toiletten muss man Türen, Abriegelungen und Wasserhähne meistens von Hand bedienen, wie auch die Tastaturen von Automaten, Türöffnungen im öffentlichen Verkehr und vieles mehr.» Georg versteht die Jugendlichen, die jetzt auf der Strasse protestieren. Sie gelten jetzt nicht mehr als immun, ihre Ausbildung leidet, wegen Corona fallen für den Lebenslauf so wichtige Auslandaufenthalte aus. Welche Zukunftsperspektive haben die Jungen?   

Die Walliser Firma Lonza stellt nun Impfstoff für «Moderna» her und hatte Bundesrat Berset angeboten, eine Produktionsstrasse speziell für die Schweiz zu bauen. Alain Berset ging weder auf das Angebot ein noch informierte er den Bundesrat darüber. Dabei will die Schweiz immer autark sein! Immerhin soll dieses Jahr ein inländischer Standort mit der Produktion von Desinfektionsmitteln beginnen.

Foto und Steinmandala von Petra Dobrovolny, auch der Text

Mein Tagebuch: 09.02.2021

9. Februar, Dienstag: Fragen über Fragen

Strahlendblauer Himmel! Um 13 h klettert das Thermometer in der sonnigen Ecke meiner Dachterrasse auf 21°C. Ich öffne mein Restaurant, bin Gast, Köchin, Chefin, Service-Personal in einer Person. Der Vorteil: Ich brauche keine Maske und muss keinen Sicherheitsabstand einhalten. Das heutige Menu: Walliser Pellkartoffeln, bei uns heissen sie «Gschwellti», Chicorée-Salat in Gelb und Rot, 3 Sardellenfilets mit einigen Kapern und griechischen Oliven, dazu 2 dl Johannisberg, also Walliser Weisswein. «En Guete!» Vor meinem kleinen Tisch liegt ein grosser Haufen Schnee. Es gibt zu wenig Personal, das ihn wegräumen könnte.

Das BAG – Bundesamt für Gesundheit – hatte im letzten Jahr Millionen von Hygienemasken von schlechter Qualität beschafft. Diese verrotten im Lager der eidgenössischen Militär-Apotheke langsam vor sich hin und müssen bald entsorgt werden. Bis jetzt wusste ich nicht, dass auch Hygienemasken ein Verfalldatum haben.

Etwa 17 Millionen Impfportionen hat das BAG bestellt. Jetzt spricht aber niemand mehr vom «neuen SARS-Corona-Virus», sondern nur noch von dessen Mutanten. Die Impfstoff-Herstellerfirma Astra-Seneca sagt jedoch, dass der jetzige Impfstoff nicht gegen diese wirke, es stehe jedoch bald ein neuer Impfstoff zur Verfügung. Also sind hier eine Entsorgung und eine neue Bestellung nötig. Das alles erinnert uns an das Medikament Tamiflu, das gegen die sog. Schweinegrippe helfen sollte. Grosse Portionen davon wurden vom BAG bestellt und gelagert … und dann doch nicht gebraucht. Kurz vor dem Ablauf des Gebrauchsdatums wurde ein Teil davon schnell in sog. Entwicklungsländer exportiert. In einem Radio-Interview, welches ich zufälligerweise hörte, plauderte ein Angestellter dieser Basler Herstellerfirma aus, dass der Wirkstoff von Tamiflu Sternanis sei. Dies ist der Samen einer Heilpflanze, die wahrscheinlich aus einem sog. Entwicklungsland in die Schweiz importiert wird.

Als Bürger und Bürgerin, besonders als Steuernzahler*in dieses Landes fragt man sich: Wer bezahlt das ganze medizinische Material, das anscheinend zum Wohle der Bevölkerung angeschafft wird, jedoch nie gebraucht wird? Wer bezahlt die Entsorgung von Impfstoff? Wer weiss, wie dieser fachgerecht entsorgt wird? Diejenigen, die über die Bestellungen entscheiden, werden nie dafür zur Rechenschaft gezogen.

Eine tschechische Virologin hat die Ergebnisse ihrer Forschung gutwillig ausgeplaudert: Das Virus besteht aus künstlich manipuliertem Erbgut. Die neuen Mutanten würden wohl von einem geheimen Labor aus in die Welt gesetzt. Dieses Labor müsste man so schnell wie möglich ausfindig machen und dessen Tätigkeit stoppen. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich hier um eine Biowaffe handelt. Jetzt hat eine Hexenjagd auf diese Virologin begonnen. – Mit diesem Forschungsergebnis steht sie nicht allein da: Vor mehreren Monaten plauderte ein Mitarbeiter eines schweizerischen Sicherheitslabor aus, dass er künstlich hergestellte Teile, sog. Genome, bei dem Corona-Virus gefunden habe. Für weitere Nachfragen war dieser Virologe nicht mehr erreichbar, die Telefonleitung des Labors war ständig besetzt.

Die Art der Hexenjagd erfolgt immer nach demselben Muster: Die Medien oder wer auch immer argumentiert überhaupt nicht fachlich und zur Sache, sondern die betroffenen Fachleute werden diffamiert, indem ihnen vorgeworfen wird Forschungsgelder veruntreut zu haben oder irgendeiner extremistischen Partei anzugehören. Dies passierte auch dem österreichischen Biologen Clemens G. Arvay sowie Prof. Bhakdi. Letzterer möchte mit seiner Familie sogar Deutschland verlassen, weil er die Diffamierungen nicht mehr ertragen kann. «Rufmord» ist ein passendes Wort.

Der freie Journalist Boris Reitschuster kann den SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Held interviewen. Dieser hat die Bundesregierung schriftlich angefragt, auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen die getroffenen Massnahmen beruhen. Er bekam eine kurze Antwort: Die Massnahmen erfolgten aufgrund der Angaben und Empfehlungen des RKI und der bundeseigenen wissenschaftlichen Institute.
Alles klar!

Foto: Menu meines Dachrestaurants in Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny   

Mein Tagebuch: 8.12.2020

8. Dezember, Dienstag:

Auch in der Schweiz mehren sich die Stimmen gegen die Massnahmen der Regierung: Am meisten kritisiert wird die Art der Erhebung der Todesursache. Auch wenn jemand bei einem Verkehrsunfall gestorben ist und zufälligerweise einen positiven PCR-Test aufweist, heisst die Todesursache: Corona. Dies mag auch an dem Formular, das ein Arzt oder eine Ärztin ausfüllen muss: Das weltweit verwendete Formular erlaubt nur die Angabe einer einzigen Todesursache. –  Der zweite Kritikpunkt ist die Fehlerhaftigkeit des PCR-Tests. Werden 1 Million Menschen getestet, gibt es 60‘000 Fehldiagnosen! Was soll man dazu sagen?

Und jetzt aktuell: Die Regierung will die Schweizer Bevölkerung ab Januar impfen, im Sommer könnten dann alle durchgeimpft sein. Aber nein, es gäbe keinerlei Zwang. Dabei hat die Swissmedic, die Zulassungsbehörde, noch kein grünes Licht gegeben! Die Pharma-Industrie stöhnt schon unter dem Zeitdruck und will sich absichern: Der Bund – sprich die Steuerzahlenden – müsse dann aber für Impfschäden und die Unzuverlässigkeit eines Schutzes haften. Das bedeutet, dass die Impfstoffhersteller selbst um die mangelhafte Qualität ihres Produktes wissen und bereits finanziell für sich vorsorgen.

Ein Experte vom BAG meint, es sei noch zu früh, um über ein Reiseverbot für Nicht-Geimpfte nachzudenken. Das bedeutet: Irgendwann wird aber sehr wohl der richtige Zeitpunkt sein! Es wird höchste Zeit, um die Volksinitiative „Stopp Impfpflicht“ zu unterschreiben. Die freiheitliche Bewegung Schweiz verschickt auf Wunsch Unterschriftenbögen. Mehr Info: www.fbschweiz.ch

Foto: Berner Weihnachtsmärit und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 24. August 2020

24. August, Montag:

Jeden Tag wird in den Medien vom kommenden Impfstoff gesprochen. Das BAG empfiehlt für den Herbst Grippeimpfungen nicht nur für ältere Menschen, das Medizinpersonal und Risikogruppen, sondern auch für Kinder, Babys ab 6 Monaten und Schwangere. Denn jeden Winter kämen hunderte von Kindern wegen Grippe ins Spital. Bei vermehrter Grippeimpfung könnten die Spitäler vorsorglich entlastet werden und hätten Plätze für Covid-Kranke zur Verfügung, denn die zweite Welle werde erwartet. Das klingt plausibel, oder? Es wird vergessen, dass es in Bezug auf die Spitalbelegungen gar keine erste Welle gab. Zu keiner Zeit gab es zu wenig Betten, auch nicht auf den Intensivstationen und an den Beatmungsgeräten.

In der Schweiz gilt bis auf weiteres die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, jedoch nicht in Bahnhöfen und auf den Gleisen. Im Unterschied zu Deutschland wird dies nicht kontrolliert, es gibt auch keine Bussen. Essen und Trinken sind erlaubt. Die Polizeipräsenz ist nicht höher als sonst. In den Kantonen Waadt, Genf und Jura gibt es auch beim Einkaufen Maskenpflicht. Vor drei Tagen sah Georg, wie ein Bettler eine Maske aus einem Abfallbehälter herausklaubte, dann stieg er damit in den Bus. Georg schaute ihn an, und der Mann sagte, er sei noch nicht blöd und bezahle noch für eine Maske. Viele Fahrgäste werfen sie sofort nach dem Aussteigen in den Abfall, also ist die Auswahl gross.

Deutschland hat eine Reisewarnung für den Grossraum Paris und die Provence einschliesslich der Côte d’Azur herausgegeben. Auch für Sardinien sieht es kritisch aus. Wir haben noch keine Reisepläne, wahrscheinlich bleiben wir in der Schweiz.      

Text und Foto: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 4. August 2020

4. August, Dienstag:

Das Bundesamt für Gesundheit muss seinen „Zahlensalat“, wie es die heutige Ausgabe „Der Bund“ bezeichnet, korrigieren: Die Ansteckungsgefahr sei innerhalb von Familien grösser als bei Besuchen von Discos, Clubs und Bars. Es ist nicht die erste Korrektur. „Auch die neuen Zahlen taugen wenig“, schreibt die Tageszeitung. Wichtige Daten fehlten, das Contact-Tracing sei ungenügend, fast jeder Kanton habe ein anderes System für die Datenerhebung. Diesmal sei ein „menschlicher“ Fehler passiert. Der wissenschaftlichen Taskforce stehen die Daten des BAG aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zur Verfügung. Diese können also auch nicht noch einmal überprüft werden.
Der Kanton Genf bleibt seiner am letzten Freitag wieder verordneten Schliessung des Nachtlebens. Gemäss der kantonalen Gesundheitsbehörde passierten 40 bis 50% der Ansteckungen in Klubs und Bars. Punkt.

Wie kann die Bevölkerung bei solchen Pannen den Behörden vertrauen, wenn diese Massnahmen verordnen, die auf ungenügender Datenerhebung basieren? Nun kritisiert die Taskforce als offizielle Stelle den Bund. Wo gibt es das in Deutschland? Natürlich gibt es in der Schweiz auch einzelne kritische Politiker*innen und Fachleute, deren Ruf aber nicht geschädigt wird, wie dies etwa bei Dr. Bodo Schiffmann der Fall ist.

Im Juli hatten Georgs jüngste Schwester und ihr Ehepartner den 70. Geburtstag. Sie wohnen in Nordmähren und wollten dort auch mit der ganzen Familie feiern. Kein Restaurant in der Umgebung wollte einen Tisch für etwa 30 Personen – so gross ist die Familie – reservieren. Jetzt haben sie das Fest abgesagt. Wir alle hoffen auf ein Wiedersehen unter besseren Umständen.

Foto von Phloxien: Petra Dobrovolny
Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 17. Juli 2020

17. Juli, Freitag:

Die Leserbriefe vom «Bund» sind meistens sehr interessant. Heute schreibt ein gewisser Heinz Fahrer, der in unserer Nähe wohnt: «Unsinnige Fallzahlen. Es bleibt mir nach wie vor ein Rätsel, weshalb uns das Bundesamt für Gesundheit BAG täglich mit seinen kumulierten Fallzahlen von Covid-19 verwirren muss. Ein «Fall» bedeutet ja keinen Toten, keinen Hospitalisierten, sehr oft nicht einmal einen Kranken, sondern vorerst einmal einen das Virus nachweisenden Abstrich. Damit haben wir es in der Schweiz bis heute auf 33’000 «Fälle» gebracht. 1688 Personen verstarben. Im Jahr 2017 zum Beispiel gab es bei uns noch ganz andere «Fälle»: 57’000 Personen wurden wegen Herz-Kreislauf-Krankheiten hospitalisiert, 10’500 verstarben daran. Weltweit starben in der gleichen Zeit 1.5 Millionen Kinder unter 5 Jahren an Unterernährung. Das könnte man auch täglich publizieren.»

Inzwischen habe ich von der SUISA, die die Urheberrechte von Musikschaffenden in der Schweiz verwaltet – in Deutschland tut dies die GEWA – eine Abrechnung für Online-Lizenzentschädigungen erhalten und 5.30 CHF bekommen für meine Musikstücke bei Apple, Facebook, iTunes, Spotify und weiteren aus den Ländern Österreich, Deutschland, GB, Norwegen, Irland, Finnland und der Schweiz.. Ich freue mich darüber wie ein kleines Kind am Nikolaustag. Die beliebtesten Stücke befinden sich auf meinen Alben 40 bis 44. Auf Platz 1 steht «Invitation», auf Platz 2 «Wake up», Platz 3 «Relax and Rest», Platz 4 «Diving», Platz 5 «Pearls of Silence» und zu meinem Erstaunen auf Platz 6 «Words of the Revelation», Worte der Offenbarung des Johannes, von denen ich die Verse 21 und 22 in meinem 43. Album « Earth Grid Healing and DNA Upgrade» auf Deutsch, Englisch und Altgriechisch vorlese. Ich hatte nicht gedacht, dass diese Worte heute noch jemanden interessieren. Doch das war im Jahre 2017. Nach den Erfahrungen der letzten Monate hören sich diese Worte nochmal anders an, deswegen zitiere ich sie hier – abgekürzt – noch einmal:
«Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr… Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen… Und der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Schreibe; denn diese Worte sind getreu und wahrhaftig!“

Text: Petra Dobrovolny
Foto: Georg Dobrovolny

Mein Tagebuch: 5. Juni 2020

5. Juni, Freitag:

Im ganzen Quartier ist es sehr ruhig. Nachbar Florim hat seinen Boxsack weggeräumt. Anscheinend muss er nicht mehr auf das Steueramt „einboxen“. Stattdessen renoviert er in seinem Haus die Küche. Die langmonatige Baustelle weiterer Nachbarn ist endlich beendet. Die Rasenmäher der Umgebung haben bereits vor Pfingsten ihre Pflicht getan. Unsere Nachbarn, die junge Familie, fährt tagsüber wohl an ihrem neuen Wohnort und kehrt erst abends zurück. So vermindern sich die Rauchschwaden der Zigaretten in unserem Garten.
Von unseren Nachbarn in Neuseeland haben wir noch nichts wegen ihrer Rückkehr gehört. Zum Glück sind die Fische noch alle da, heute entdecke ich sogar einen, den ich bisher übersehen hatte. Er hat dieselbe Farbe wie der kieselsteinige Boden des Aquariums, bewegt sich sehr langsam und sieht sehr alt und weise aus. Ich nenne ihn Edwin. Er meint, ich solle mir keine Sorgen machen, er habe schon viel erlebt und überlebt.

Wie gestern regnet es leise vor sich hin, es hat sich etwas abgekühlt.

Ich lese „Das Magazin“ Nr. 22 vom 30. Mai. Catherine Duttweiler zieht darin eine erste Bilanz des Corona-Stresstests für Bundesrat, BAG und Militär. Darin erfahre ich zum ersten Mal, dass der Bundesratssprecher André Simonazzi als höchster Kommunikator der Nation bereits ab Anfang Februar die gesamte Kommunikation für die nahende Krise mit folgenden Prinzipien organisierte:

1. Geschwindigkeit kommt vor Vollständigkeit.
2. Botschaften werden einfach und verständlich formuliert.
3. Wenn einzelne Infos (noch) nicht verbreitet werden können, wird dies begründet.
4. Auch Unangenehmes wird angesprochen, Fehler werden eingestanden.

Die falsche Definition der Risikogruppen erwähnt die Journalistin nicht. Es ist aber bekannt, dass der Bundesrat erst Ende März einer Forschergruppe Gehör schenkte und endlich eine wissenschaftliche Taskforce ins Leben rief, um nicht weiter aufgrund unsicherer Daten und Annahmen Entscheide für nicht angebrachte Massnahmen zu treffen. Jetzt denkt man darüber nach, wie Politik und Wissenschaft in Zukunft zusammenarbeiten könnten, so wie es in anderen Ländern schon längst der Fall ist.

Auch heute trägt kaum jemand in der Schweiz eine Maske. In den Zügen läuft vor jedem Halt eine automatisierte Durchsage, dass das Tragen von Masken empfohlen wird, sobald ein Abstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann. Das nervt, verbreitet Angst und niemand hält sich daran. Warum auch! Wir haben die ganze Zeit ohne Masken, die es zunächst nicht gab, bestens überstanden. Die NZZ veröffentlicht einen Artikel, der 26 Studien auswertet und zum Schluss kommt, dass Masken das Virus doch stoppen.

Tatsächlich: Obama meldet sich zu Wort, sogar auch Bush, Clinton und Carter, also die letzten 4 noch lebenden ehemaligen Präsidenten der USA warnen Trump vor einer Mobilisierung der Armee gegen die Demonstrationen in zahlreichen Städten. Die obersten Militärs geben zu verstehen, dass sie einen Befehl, der sich gegen das eigene Volk richtet, nicht befolgen werden.

Heute ist Vollmond in Schütze und eine partielle Mondfinsternis. Dies ist eine Chance, darüber nachzudenken und zu spüren, was für uns persönlich, aber auch für die Welt wertvoll und wichtig ist. Welchen Weg wird unsere Gesellschaft gehen? Was wird beibehalten? Was wird sich ändern? Alte Themen und Vorstellungen tauchen wieder auf, auch wenn sie schon lange als abgehakt betrachtet wurden. Fragen stellen sich: Wofür bin ich dankbar? Welche Veränderungen machen mir Angst? Wo kann ich mehr Eigenverantwortung übernehmen? Jeder und jede ist herausgefordert Stellung zu beziehen. Dies kann auch ruhig und friedlich geschehen.

In ihrem Rundbrief fragt Luzia Osterwalder, die Co-Präsidentin der Interessengemeinschaft für das Verbot von Tierversuchen in der Schweiz: „Wollen wir in einer Demokratie leben oder in Finanz-, Handels-, Polizei- oder Medizindiktaturen? … Worauf beruht die Medizin im Jahr 2020 eigentlich? Was ist wirklich wissenschaftlich erwiesen und was sind Dogmen?“
Ich habe mich in den letzten Wochen öfters gefragt, wann offizielle Spitäler endlich Naturheilmediziner*innen um Zusammenarbeit bitten. In unserem Umfeld erfahren wir immer wieder von Covid19-Betroffenen, die sich mit Inhalieren von Meersalz oder Soda erfolgreich selbst helfen konnten. Warum werden Inhalationen nicht verschrieben? Die Behandlung mit Beatmungsgeräten hätte sich bestimmt in vielen Fällen erübrigt. Eine medizinische Behandlung muss teuer sein und wehtun. Ein Patient sagte einmal zu mir: „Ihre Therapie ist viel zu sanft. Ich verspüre keine Schmerzen und kann nicht glauben, dass sie etwas nützt. Da gehe ich lieber wieder zu meinem Hausarzt.“ Er war jedoch zu mir gekommen, weil die bisherigen schmerzhaften Therapien nichts genützt hatten …

Das Team um den inzwischen bekanntesten deutschen Virologen Christian Drosten muss das Fazit der Studie zur Infektionsmöglichkeit von Kindern neu schreiben. Kolleg*innen im In- und Ausland kritisierten auch die jeweils schnelle Veröffentlichung der Berliner Forschungsergebnisse in den Tagesmedien. Diese sollten zunächst auf einem fachlichen Podium diskutiert und überprüft werden, bevor sie an die Öffentlichkeit gelangen.

Gemäss der WHO hatte die Schweiz bis gestern insgesamt 30‘936 registrierte Infizierte, 23 Neu-Infizierte kamen dazu, insgesamt sind an und mit Covid-19 1‘921 verstorben, 28‘600 sind genesen. Es gibt noch 415 aktive Fälle, 29 davon befinden sich noch in einem kritischen Zustand. In den Medien werden die Genesenen nie erwähnt, auch wird nirgends beschrieben, wie sie sich geheilt haben. 

Österreich prescht vor und öffnet überraschenderweise schon ab heute alle Grenzen mit Ausnahme derjenigen nach Italien. Die Nachbarländer staunen, die Schweiz ist düpiert: Erst letzte Woche war unsere Justizministerin in Wien und der 15. Juni war als Datum der Öffnung vereinbart worden. Italien ist beleidigt. Doch Kurz macht es kurz: Es bleibt dabei. Andere finden das „Kurz“-sichtig.

Dream big! Yes, we can!




Fotos und Text: Petra Dobrovolny