Mein Tagebuch: 08.10.2021

08. Oktober, Freitag: Fantasiewelt?

«Der Bund» berichtet von der gestrigen Demo, dass etwa 500 teilgenommen hätten. Zeitweise seien Wasserwerfer und Gummischrot eingesetzt worden. Georg meint: «Die Anzahl der Teilnehmenden stimmt sicher nicht. Warum sollte die Polizei so massiv gegen ein paar hundert Leute vorgehen?» Die Zeitung zitiert einen Passanten: «Die leben in einer Fantasiewelt.» Und nimmt diese Aussage als Schlagzeile für den Artikel auf Seite 21. Geschäftsleute und Pendler*innen hätten kein Verständnis und keine Geduld mehr mit den von den Demos verursachten Störungen. Dies scheint eine sehr einseitige Berichterstattung der Zeitung zu sein. Georg erfährt von einem Freund, der mit einem Demo-Teilnehmer sprechen konnte, dass die Polizei und nicht die Demo-Teilnehmenden mit der Gewalt angefangen haben. Das Video eines Demonstranten hält die Szene fest.

Georg fragt sich, woran man die Wirkung der Impfung eigentlich merke. Jetzt werden keine Geimpften mehr getestet. Er meint, wahrscheinlich an den Nebenwirkungen wie zum Beispiel Gürtelrose? Ein Freund erzählte ihm, er habe nach der zweiten Dose Gürtelrose bekommen und dies seiner Ärztin gesagt. Diese hätte nur lakonisch gemeint: «Das ist normal. Alle reagieren so.»

Youtube löscht jetzt alle Videos, auf denen die Impfstoffe kritisiert werden. Die Begründung: Es handle sich um medizinische Fehlinformationen. Wissenschaftler*innen stellen auf inoffiziellen Video-Kanälen fest: «Natural immunity is likely better than Covid-vaccination.»

Die dritte Impfwelle hat Israel erfasst. Vorläufig sagt das Schweizer Bundesamt für Gesundheit: «Die wissenschaftliche Grundlage dafür sei – noch nicht – gegeben.» In Leserbriefen und Zeitungsartikeln wird das langsame Tempo bei der Freigabe der 3. Impfung kritisiert.
Mein Bruder ist nach Spanien geflogen und musste im Flugzeug einige Formulare ausfüllen und genaue Auskunft über seine Gesundheit geben. Nach der Ankunft wurden alle Papiere genau kontrolliert. In Spanien ist die Bevölkerung zu etwa 80 % geimpft. Trotzdem tragen die meisten ihre Maske auch an frischer Luft und halten untereinander Abstand.

Foto: Hofladen Chutze in Bremgarten

und Text: Petra Dobrovolny


Gunnar Kaiser sagt auf seinem neusten Videobeitrag auf Youtube: «Was ich einsehen musste»:

Mein Tagebuch: 02. 10.2021

02. Oktober, Samstag: Demos – zwei Städte, zwei Welten

Am letzten Donnerstag fand zum dritten Mal in der Folge in Bern eine nicht-bewilligte Demo für Freiheit und Demokratie statt. Skandiert wurde: «Liberté! Liberté! Liberté!» oder «Friede! Freiheit! Das Volk ist der Souverän!» Die Polizei verhaftete jeweils gezielt Leute, die zur Demo aufgerufen hatten. Sogar Trychlern wurden ihre Kuhglocken für 48 Stunden konfisziert. Tränengas wurde eingesetzt gegen friedlich Demonstrierende, die die Schweizer Fahne, eine rote Broschüre mit der Schweizer Verfassung oder Kerzen und Blumen in den Händen trugen. Gewaltbereite Mitglieder der autonomen Szene der Berner Reitschule, die vor allem bei der ersten Demo mit Feuerwerkskörpern und Flaschen die Polizei angegriffen hatten, waren bei der letzten Demo nicht mehr zu sehen. Lifestreams sind auf Youtube u.a. auf den Kanälen von Sabine Seibold und Yves the Chief zu sehen.

Die Stadt Zug hingegen hat für heute eine solche Demonstration bewilligt. Die Begründung lautet: «Die Demonstrations- und Meinungsfreiheit soll immer gewährleistet sein, weil es ein Grundpfeiler der Demokratie ist. Eine Kundgebung darf nicht rassistisch respektive hetzerisch oder die öffentliche Sicherheit gefährden. Wäre der Anlass als Event geplant, hätten die Veranstalter das 3G-Prinzip beziehungsweise die Zertifikats- und Maskenpflicht einhalten müssen. Da es sich aber um eine politische Kundgebung handelt, ist der Anlass von diesen Regeln nicht betroffen, da sonst nicht jeder teilnehmen könnte und somit das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht gewährleistet wäre.» Quelle: Gratisblatt «20minuten» vom 29.09.21
Damit hält sich die Stadt Zug an den Entscheid des Schweizer Bundesgerichts.
Man könnte meinen, dass Bern und Zug nicht in demselben Land liegen.
Foto: Gartenzwerge in Leukerbad
undText: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 20. und 21. Juni 2020

20. Juni 2020, Samstag:

Der Bundesrat hat über neue Lockerungen entschieden. Das Notrecht gilt ab sofort nicht mehr, die Kantone sollen wieder für die Sicherheit zuständig sein. Weiterhin gelten Empfehlungen: Bei Symptomen solle man sich testen lassen und in Quarantäne begeben, Homeoffice, wenn möglich, ab Montag gilt ein Abstand von 1,5 m, Demonstrierende sollten Masken tragen. Dringendst empfohlen sind Hygienemasken im öffentlichen Verkehr. Ab jetzt sind Versammlungen mit 1000 Menschen zugelassen.
Die Experten der Taskforce kritisieren diese ihrer Ansicht nach zu frühen und zu weitgehenden Lockerungen. Die Schweiz sei nicht darauf vorbereitet, die Zahl der Infizierten stieg in dieser Woche von 30 auf 50 pro Tag.

An manchen Orten tauchen kleine Plakate auf, die im Layout jenen des BAG zum Verwechseln ähneln. Nur der Text der Empfehlungen ist anders. Der Titel lautet: „Positivität fördern statt Angst.“ Das Motto des BAG „So schützen wir uns“ wurde kopiert. Das grösste Piktogramm zeigt kleine männliche und weibliche Figuren, die in der Form eines Herzens zusammenstehen. Der dazugehörende Text: „Eine bessere freie Welt für ALLE aktiv mitgestalten. Unsere Grundrechte bewahren!“ Unter der Rubrik „Weiterhin wichtig“ sind auf zwei Zeilen verteilt je 4 Piktogramme zu sehen mit dem Text: „Regelmässig meditieren, die geistige Welt um Hilfe bitten, aufbauende Texte lesen, Durchblick anstreben, nachdenken und hinterfragen, sich nichts vorgaukeln lassen, gleichschalten nicht zulassen, die geistige Freiheit nie aufgeben.“

21. Juni, Sonntag:

Sommerwetter und Ruhe im Quartier. Am Abend lacht eine Familie bei einer Feier in ihrem Garten. Die Lebensfreude ist nicht aufzuhalten! Auch die Restaurants in der Berner Altstadt sind im Freien gut besetzt, der Duft von Oregano und Pizza liegt in der Luft. Es ist friedlich. Während ich über den Waisenhausplatz zum Bahnhof laufe, schenke ich den Gästen ein Lächeln, sie lächeln freudig zurück. Kinder spielen Nachlaufen, Hunde sitzen schwanzwedelnd vor Herrchen oder Frauchen in der Hoffnung auf ein Stück Pizza. Das Auto aus Luxemburg steht immer noch vor dem Hotel Savoy, ein Gast aus Deutschland fährt vor. Weitere deutsche Gäste rollen Ihre Koffer vom Bahnhof herkommend in die Altstadt.

Gemäss dem britischen Astrologen Steve Judd braut sich am Himmel einiges zusammen: Gestern Nacht war die Sommersonnenwende, 9 Stunden später, also heute Morgen fand eine ringförmige Sonnenfinsternis bei Neumond statt. Fünf Planeten sind rückläufig, ab Montag bis Donnerstag nächster Woche sogar sechs. Mars ist bis Januar rückläufig. Dies ist er sonst höchstens für 4 Wochen. Welche Zeitqualität lässt sich aus dieser ausserordentlichen Konstellation ableiten? Steve Judd rät zu einer vorsichtigen Haltung gegenüber der nächsten Zukunft. Das Schlimmste ist noch nicht vorbei, es kämen tiefgreifende Änderungen auf uns zu. Bisheriges und Alt-Bewährtes werden wir überdenken, der Ruf nach Reformen wird laut. Strukturen lösen sich auf. Neue Lösungen sind noch nicht greifbar. Bis Ende Jahr sind starke geo-physikalische Ereignisse, also Vulkanausbrüche und Erdbeben zu erwarten, besonders in der Zeit vom 12. bis 14. Juli und in der 2. Hälfte Oktober.

Heute koche ich zum letzten Mal Rhabarberkompott. Die Saison dafür ist zu Ende. Ich mische eine Handvoll schwarzer Johannisbeeren aus unserem Garten hinzu und würze alles mit Zimt – sehr viel -, Sternanis – eher wenig -, Nelken, Muskat, Bourbon-Vanille und Rohrzucker. „Mmmh!“ meint Georg. Dieses Rezept sollte ich patentieren lassen.

Estelle liest die Karten für die kommende Woche: Wir gebrauchen unsere Intuition und betrachten die Welt aus der Perspektive der Einheit. Wir sind entschlossen und bringen unsere Schöpferkraft zum Ausdruck. Uns erwartet ein neuer Anfang, bei welchem unsere neu entdeckte Kreativität eine Rolle spielt. Wir können uns und den Geschehnissen vertrauen, auch wenn wir nicht alles verstehen. Es passiert viel hinter der Bühne. Die Engel finden: „Ihr seid bereit! You are ready! You can create heaven on earth! Ihr könnt den Himmel auf Erden erschaffen!“

Ich will es genauer wissen und besuche auf meinem Sonntagsspaziergang meine Freundin, die Eiche. Sie war schon vor mir da und wird es auch nach mir sein. Deswegen hat sie mit ihrer Weisheit eine andere Perspektive als ich. Sie flüstert mir zu:

Mach‘ dir keine Sorgen,
denke nicht an morgen
und schon gar nicht an übermorgen!
Eine Annahme ist das alles,
du stellst dir damit eine Falle!

Darauf fällst du nicht herein,
am besten lässt du das Morgen sein
und hörst auf meinen Rat,
den du umsetzt in die Tat:

Denk‘ nur an heute
und das mit aller Freude.
Geh‘ mit Sonne im Herzen
durch die Welt,
in der es nie an etwas fehlt.

Hülle und Fülle
jetzt und hier.
Es geschehe SEIN Wille!
Amen. So ist es.
Das sag‘ ich dir.

Deine Freundin, die Eiche


In der Sprache des indigenen Volkes der Hopi in Nordamerika gibt es nur die Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft sind darin eingeschlossen und mitgemeint.
Ich finde das sehr weise. Auch Gregg Braden betont in seinem Buch „Der Jesaja-Effekt“, dass wir nicht aus einem Mangelgefühl heraus um eine bessere Zukunft bitten sollen. Das Geheimnis für die Erfüllung von Gebeten liegt darin, dass wir uns unsere Wünsche so vorstellen, als seien sie bereits in Erfüllung gegangen. Zum Beispiel würde der Satz des Liedes „Möge Heilung gescheh’n!“ zur kraftvollen Version „Ja, ja, Heilung ist geschehen“.

              

   
  Fotos und Text: Petra Dobrovolny    

  

Mein Tagebuch: 15. Juni 2020

RegenbogenBremg

15. Juni, Montag:

Am Wochenende haben in den USA und Europa viele Demonstrationen gegen den Rassismus stattgefunden. Auch in der Schweiz ist die Bewegung „Black lives matter“ angekommen. Ohne auf das Abstandhalten wegen Corona zu achten, wurde am letzten Wochenende demonstriert. In Bern waren es 4000, in Zürich 10‘000 Menschen. Die Polizei hielt sich zurück, der St. Galler Polizeidirektor findet die unbewilligten Demos sogar „hocherfreulich“, denn die Leute begännen wieder ihre Grundrechte einzufordern. Aber Gewaltbereite wollen wir nicht!

Heute öffnen nach 3 Monaten viele Landesgrenzen wieder, beim Dreiländereck in Basel ist Hochbetrieb. Politiker und Politikerinnen treffen sich auf der Dreiländerbrücke und sind sehr „heureux“, „heureuses“ und dankbar. Man hätte jetzt erst recht gemerkt, wie sehr man zusammengehöre. Ein Elsässer kommt extra über die Grenze, um in Deutschland Papiertaschentücher einzukaufen. Die seien in Frankreich viel teurer. Wegen seiner niedrigen Rente müsse er jeden Euro zweimal umdrehen. Am Abend sehe ich in Berner Altstadt vor einem Hotel einen Wagen mit einem Luxemburger Nummernschild. Ich freue mich über diesen Gruss aus meiner alten Heimat. Der „Bund“ berichtet über die Öffnungen mit der Schlagzeile „grenzenlos glücklich“.
Auf Mallorca landen die ersten zwei Charterflüge mit deutschen Touristen, alle mit Hygienemasken. Sie werden mit einem herzlichen Beifall des Hotelpersonals begrüsst, ebenfalls alle mit Masken. Ein Reporter fragt eine Touristin: „Haben Sie keine Angst vor einer Ansteckung?“ Diese schüttelt nur den Kopf: „Nein! Ich freue mich auf das Meer und die leeren Strände. Hier sind viel weniger Menschen als in der Düsseldorfer Altstadt.“

Ende gut, alles gut? Kann ich heute mein Tagebuch beenden? Es passiert immer noch so viel, und viele Fragen bleiben offen:
– Wollen meine Leser und Leserinnen überhaupt noch etwas zu dem Thema Corona von mir erfahren? Oder haben sie genug davon?
– Wird eine zweite Welle kommen? In Peking breitet sich das Virus wieder aus. Es kann nicht verheimlicht werden.
– Wie wird die neue Normalität aussehen?
– Wie gehen die Diskussionen um Denkmäler weiter? Damals „erfolgreiche“ Männer wurden damit geehrt, jetzt kommt auch deren Schattenseite zum Vorschein. Ich meine, wir könnten ja mal auch über den Schatten nachdenken. C. G. Jung würde sich freuen! Gemäss ihm entwickelt man sich erst zu einem mündigen Menschen, wenn man seinen Schatten anerkennt und umarmen kann. Man muss nicht alle Denkmäler abreissen oder verschandeln. Sie könnten auch auffordern zu: „Denk‘ mal!“
– Wie geht es weiter mit der Wirtschaft? Die Schweizerische Nationalbank sitzt auf hunderten Milliarden, die eigentlich dem Volk, das heisst dem Bund und den Kantonen gehören. Die SNB will aber vorläufig zumindest nichts hergeben. Über eine eventuelle teilweise Auszahlung entscheiden drei Männer! Dies wurde im Jahre 1907 festgelegt. Da haben wir in der Schweiz mal wieder ein weltweit aussergewöhnliches Problem.  
– Wann werden unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen? Wir leeren seit ihrer Abfahrt Ende Januar ihren Briefkasten und passen auf die Fische auf. Der Sohn scheint die Tageszeitungen wieder abbestellt zu haben, der Briefkasten ist nur noch halbleer oder -voll.
– Wann werden unsere Nachbarn, die junge Familie, endgültig ausziehen? Die Vorhänge haben sie schon abgehängt. Und wie wird es mit der neuen Nachbarschaft?  
– Werden meine Glasperlen-Kreationen ein Renner? Werden Gucci oder Versace eine „Corona-Collection“ bei mir bestellen?
– Wird der Gedichtband mit meinen Corona-Gedichten, die im Herbst erscheinen werden, ein Bestseller? Dream big! Die Sterne sagen mir für dieses Jahr ungeahnte Erfolge voraus. Go for it!

Ich werde Edwin im nachbarlichen Aquarium fragen, wie ich das Tagebuchschreiben handhaben soll. Es ist ähnlich wie im Theater: Der Autor oder die Autorin des Bühnenstücks kann leicht Personen auf die Bühne bringen. Doch wie und durch welche Türe lässt man sie wieder verschwinden, wenn man nicht gerade der liebe Gott ist? Das ist eine hohe Kunst. Dies weiss ich von meinen Erfahrungen mit Tanztheater. Oft haben wir darüber gelacht, wenn ein Tänzer oder Tänzerin hilflos auf der Bühne stand und nach einer Regieanweisung rief: „Ich bin jetzt immer noch da, was soll ich machen?“ – Ich kann mir schon denken, was der alte weise Fisch antworten wird: „Tagebuchschreiben ist wie Suchen nach dem Weg durch ein Labyrinth. Es braucht Geduld, bis du die Mitte findest. Um wieder herauszukommen musst du eine unerwartete Kehrwende nehmen. Dann bist du plötzlich in der Zielgeraden, die dich zum Ausgang führt.“ Danke, lieber Edwin!“ Es geht doch nichts über Weisheit, die aus der Tiefe kommt!