Mein Tagebuch: 22.11.2020

22. November, Sonntag:

Auf zu neuen Ufern!

Heute kommt wie geplant der weitere Transport meiner eingepackten Praxis nach Leukerbad. Unser Nachbar lädt alles sorgfältig aus und bringt die Möbel und Schachteln mit einem Sackkarren in unsere Wohnung. Sogar zwei Geranien und eine Aloe Vera hatten noch Platz in der Fuhre. Georg hat alles sehr fachmännisch verpackt, besonders den kleinen Schrank mit der Vitrine. Nichts ist kaputt gegangen. Der Stapel bunter Papierservietten, die übriggebliebenen Zeugen unserer gemeinsam organisierten Veranstaltungen unter dem Label „Forum Ost-West“ ist auch mitgekommen. Ich habe in meinem Tagebucheintrag vom 14. November beschrieben, welche Erinnerungen diese Servietten in mir wachgerufen hatten.

Seit Anfang September ist alles sehr schnell gegangen: Über eine Freundin kam ich auf die Idee, mir Leukerbad näher anzuschauen. Ursprünglich hatten wir in Ligurien nach einer Ferienwohnung am Meer Ausschau gehalten. Doch „Corona“ hatte uns bereits im Februar unsere Pläne durchkreuzt. Ein Kraftort mit Thermalwasser in der Schweiz, wo wir uns erholen und Energie tanken können? Warum nicht! Ich buche ein Hotelzimmer mit Zugang zum Thermalbad und bin begeistert. Das Angebot an Wohnungen in Leukerbad erweist sich als sehr gross:  Die alte Generation will jetzt verkaufen, die junge hat andere Pläne und will meistens das Geld, aber nicht die Wohnung erben. Ich melde unsere Wünsche nicht nur bei den Engeln, sondern auch bei einer Immobilienfachfrau. Diese zeigt mir bereits an demselben Tag zwei Wohnungen. In der zweiten sind die Eigentümer anwesend. Ich komme schnell mit dem sehr netten älteren Ehepaar ins Gespräch und zu unserer Überraschung stellt sich heraus, dass Frau V. und ich in derselben Stadt geboren sind. Die Wohnung verfügt über eine grosse Dachterrasse mit Aussicht auf die riesigen steilen Felswände, ist sehr gepflegt und gemütlich eingerichtet. Wir müssten nichts renovieren. Ich könnte alle meine Musikinstrumente hierherbringen und … Georg erzähle ich begeistert von meiner Vision, eine Woche später kommt er mit nach Leukerbad, ein weiterer Besichtigungstermin kann stattfinden. Unsere Entscheidung ist klar, wir möchten jedoch noch eine Nacht darüber schlafen. Herr und Frau V. haben dafür Verständnis. Frau V. meint, ein Wohnungskauf sei eben nicht wie der Kauf von einem Paar Schuh.

Beim Termin mit der Notarin am 25. September übergibt Herr V. uns feierlich alle Schlüssel und die dazugehörende Liste. Er bekräftigt unseren Entscheid: „Vous n’allez jamais le regretter!“ Wir würden ihn bestimmt niemals bereuen. Die Notarin gratuliert uns, mit einem Glas Walliser Weisswein dürfen wir anstossen. Die Nacht können wir bereits in „unserer“ Wohnung verbringen. Der Winter meldet sich an, es schneit ein wenig. Wir kundschaften die Räumlichkeiten genauer aus. In der Abstellkammer neben der Terrasse finde ich oben auf einem Gestell eine schön dekorierte Weinflasche, die Frau V. wahrscheinlich als Souvenir dort hingestellt hatte: Sie kommt aus Bernkastel-Kues von der 700-Jahr-Feier im Jahre 1991 der Stadt und war einmal Moselwein gefüllt. Ich bin perplex: Meine Mutter ist in dem Ort geboren und im Jahre dieser Jubiläumsfeier gestorben. Ist dies ein Zufall, dass diese Flasche ausgerechnet hier auf uns wartet? Eine besondere Art Flaschenpost! Herrmann Hesse wusste es: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, …“ 

Foto Berge um Leukerbad im Morgenrot und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 2. August 2020

2. August, Sonntag:

Wir konnten gut und ungestört schlafen, ab 23 Uhr wurde in unserer Umgebung nicht mehr geknallt. Mein Ökonom Georg meint: Niemand spricht darüber, dass die Feuerwerkskörper alle aus China importiert werden. In der Schweiz wird jährlich eine sehr grosse Summe dafür ausgegeben. Georg hat die Idee, dass die Konsument*innen hier via Portemonnaie ein Zeichen setzen und auf den Kauf dieser Produkte verzichten könnten. Hinzu kommt, dass Feuerwerke traditionell gar nicht mit dem Schweizer Nationalfeiertag in Verbindung stehen. Noch bis weit in die 80ger Jahre hinein wurden am 1. August auf einigen Berggipfeln Höhenfeuer und keine Feuerwerke entfacht.

Am frühen Nachmittag soll das Wetter umschlagen. Regen und Gewitter sollen eine angenehme Abkühlung bringen. Georg lädt mich zum Mittagessen nach Reichenbach ein, das Restaurant erreichen wir in 30 Minuten zu Fuss der Aare entlang. Es schmeckt uns prima, für einen Dessert bleibt uns leider keine Zeit mehr, denn dunkle Wolken künden ein Gewitter an. Gerade noch rechtzeitig kommen wir wieder zuhause an.

Nach dem ersten Gewitter bringt Georg unseren neuen Nachbarn eine Portion Hummus. Kichererbsenmus ist meine Hausspezialtät, und sie mögen es auch. Es ergibt sich ein Gespräch über den Gartenzaun, bei der Gelegenheit lerne ich „die Neuen“ kennen und freue mich darüber, dass wir so gut miteinander reden können. Sie nehmen unsere Bitte, doch die vielen giftigen Schlingpflanzen in ihrem Garten bald einmal zu entfernen, wohlwollend an. Dann helfen wir ihnen, die am Boden liegenden Stockrosen aufzurichten und anzubinden.

Die Karten von Estelle sagen für die kommende Woche Folgendes voraus: Wir stehen vor einem neuen Anfang, wir sind auf dem richtigen Weg, es eröffnen sich grosse und glückliche Veränderungen. Wir sind auf dem Weg zum Erfolg. Big, happy changes!

Die Veränderung in unserer unmittelbaren Nachbarschaft empfinde ich jetzt schon so. Den Engeln sei Dank!

Foto: Aare mit Ufer und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 11. bis 16. Juli 2020

11. Juli, Samstag:

Ein grosser weisser LKW ohne Firmenaufschrift steht am Morgen vor dem Haus unserer Nachbarn: Sie ziehen aus, sang- und klanglos, ohne Abschied. Niemanden von den 10 nachbarlichen Parteien unserer Sackgasse haben sie informiert. Letztes Jahr hatten wir im August alle zusammen noch gefeiert… Wir wollten sie nicht ausfragen, wenn sie von sich aus nichts sagen wollten. Zum Schluss wird das weisse Kinderbett mit den hohen Stangengitter eingeladen. Wir werden sie vermissen, die kleine Lena. Immer wieder schaute sie durch den Zaun zu uns herüber. Nach zwei Jahren wird ihr Lebensweg an einem anderen Ort weitergehen. In Gedanken wünschen wir ihr und ihren Eltern alles Gute.

Da haben wir es schon per Post:  Die erste Steuererhöhung! Im Kanton Bern werden die amtlichen Werte für sämtliche nichtlandwirtschaftliche Grundstücke angepasst, d.h. ab dem Steuerjahr 2020 erhöht.

Soooo viel wurde bereits über das Corona-Virus und die Pandemie geschrieben! Aber viele Fragen wurden immer noch nicht beantwortet:
– Wieviele Menschen sind bis heute ausschliesslich an Covid-19 gestorben?
– Wie sieht der Vergleich zur normalen Sterblichkeit aus?
– Wie kann die Immunität gestärkt werden? Allgemein verständliche Anweisungen für den «Normalverbraucher» gibt es von offizieller Seite nach wie vor nicht.
– Wann wird die bisher ungenügende und irreführende Definition der Risikogruppe revidiert?

In den Kantonen Zürich und St. Gallen gibt es neue Infektionsherde. Meistens sind Clubs und Bars die Ursache. Von Anfang an wurden ständig die über 65-Jährigen als gefährdete Gruppe bezeichnet, die Jüngeren seien nicht betroffen. Und jetzt fällt es diesen schwer zur Kenntnis zu nehmen, dass sie auch erkranken können. So wie etwa 50 Rekruten, die zur Sommer-Rekrutenschule aufgeboten wurden.

Der brasilianische Präsident Bolsonaro, der sich für unbesiegbar hielt, ist nun an Covid-19 erkrankt. Er wird angeklagt, weil er die Gesundheit des Volkes nachlässig auf’s Spiel gesetzt hat. Er werde diese «leichte Grippe» wie ein Mann durchstehen. Oh, Mann!

Der «Bund» von heute bringt einen Artikel mit dem Titel: «Wieso wir zuversichtlich sein können». «Es gibt keinen Grund, in panisches Schwarzmalen zu verfallen. Noch weniger angebracht ist allerdings riskante Sorglosigkeit.» Die Ansteckungszahlen seien weniger stark angestiegen als nach den Grenzöffnungen und Lockerungen der Massnahmen befürchtet. Die Zahlen der Spitaleinweisungen und der Todesfälle durch Covid-19 hätten bis jetzt nicht zugenommen. Weite Teile der Schweiz seien nur wenig betroffen, vor allem gäbe es lokal begrenzte Ausbrüche. Gesunde Zuversicht, dass wir die Pandemie meistern werden, sei richtig. Ich staune über diesen positiven Artikel, der keine Panik verbreitet.


13. Juli, Montag:

Am Abend lese sich meine Gedichte vor, 20 Leute hören mir andächtig zu. Eine Stunde lang lese ich aus den Sammelbänden «In der Blütenwelt flanieren», «Eine Tasse Tee geniessen» und «Den Wellen gegenüber», welche vom Literaturpodium in Deutschland herausgegeben wurden. Zwischendurch spiele ich Klänge auf meiner neun-saitigen Navatar-Tambura. Es wird ein besinnlicher Abend. Die Zuhörenden wünschen sich zum Schluss, dass ich die Gedichte «Dein Vermächtnis», «Zur Feier des Lebens» und «Deine Bestellung» noch einmal vorlese. Einige vom Publikum sagen, dass sie tief berührt seien, dieser Abend sei ein kostbares Geschenk gewesen.

Die Engelkarten von Estelle sagen uns für diese Woche:
Die Engel helfen euch, neue Türen werden sich öffnen. Eure Wünsche manifestieren sich. Es gibt unglaubliche Gelegenheiten! Es kommt alles gut, ihr kommt in ruhigere Gewässer und seid auf dem richtigen Weg. Es gibt keinen Grund zur Sorge! No need to worry!   


16. Juli, Donnerstag:

Unglaublich, was heute alles passiert:
Unsere Nachbarn, die junge Familie, ist nach ein paar Tagen Putzerei endgültig ausgezogen. Jetzt kann ich wieder unbesorgt die Fenster öffnen, ohne dass Zigarettenrauch in unser Haus dringt. Wann die nächsten Mieter einziehen werden, wissen wir nicht.
Als ich am Nachmittag bei den Nachbarn den Briefkasten leere, treffe ich den Schwiegersohn Philip und den kleinen Enkel an: Die Grosseltern sollen jeden Moment aus Neuseeland zurückkommen! Ich übergebe Philip die Schlüssel und verabschiede mich. Ich bin sehr erleichtert, diese Verantwortung abgeben zu können. Zum Glück geht es den Fischen im Aquarium gut. Georg hatte vor ein paar Tagen eine kleine Hortensie in den Topf vor der Haustüre eingesetzt. Ich hatte noch die verblühten Geranien in den Kästen beim Eingang abgeschnitten.
Um 20.15 h wird in Tschechien Georgs Grossneffe geboren. Mutter und Kind sind wohlauf, der Kleine heisst Georg und ist das 2. Kind von Georgs jüngstem Neffen und dessen Frau. Wir freuen uns, dass die Geburt ohne Komplikationen verlaufen ist. Eine weitere Seele bringt neues Licht in diese Welt! Ein Grund zum Feiern.

Text und Fotos: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 17. und 19. Juni 2020

17. Juni, Mittwoch:

Heute lese ich das interessante Interview mit dem deutschen Virologen Prof. Christian Drosten im Spiegel Nr. 23 vom 30 Mai: Er meint, die 2. Welle liesse sich durch unsere gemeinsamen Anstrengungen verhindern. Wo sich ein Ausbruch zusammenbraue, könne man dank Kontaktdaten schnell handeln und die Leute in Quarantäne schicken. Nach neustem Wissensstand müsse diese nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Woche dauern. Kinder hätten keine Symptome, könnten aber Erwachsene anstecken. Weiterhin sei bis Ende Jahr von Kongressen und Konferenzen abzusehen. Im Winter werde man sehen, wie sich das engere Zusammensein in geschlossenen Räumen auswirke.

In der Mittagssendung wird Herr Prof. Matthias Egger, der derzeitige Leiter der wissenschaftlichen Taskforce des Bundesrates vom Schweizer Radio interviewt. Bis Mitte Mai sei die Lage mit 100 Neuinfizierten pro Woche in der Schweiz gut gewesen, jetzt nähmen die Zahlen wieder leicht zu. Im Moment empfiehlt er keine weiteren Lockerungen. Seit dem 6. und dem 15. Juni habe es weitere Lockerungen der Massnahmen gegeben, jetzt müsse man erstmal abwarten, wie sich die Lage weiterentwickle. Er gibt sich optimistisch, dass wir gemeinsam eine 2. Welle verhindern können, denn die Kommunikation des BAG und des Bundesrates mit der Bevölkerung habe sich verbessert.
Abstandhalten, Masken im öffentlichen Verkehr – nur jeder 20. Fahrgast trägt eine -, Kontaktverfolgung und, wenn möglich, weiterhin Homeoffice sind nach wie vor sehr wichtig und empfohlen. Die neuen Plakate des BAG mit den zurzeit geltenden Empfehlungen haben jetzt einen hellblauen Hintergrund, am Anfang waren sie Rot, dann Magenta. Am 24. Juni wird der Bundesrat seine neusten Entscheide mitteilen. Der empfohlene Abstand von bis jetzt 2 m wird voraussichtlich um einen halben Meter gekürzt.

Für diese Woche sagen uns die Karten von Estelle: „Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels, wir werden von den Engeln beschützt und von der geistigen Welt geführt. Es gibt Grund genug, um optimistisch zu sein, das Leben zu umarmen und die Erneuerung willkommen zu heissen. Auch wenn wir jetzt den Kokon verlassen, sollten weiterhin auf unser Herz und die innere Stimme hören und damit in Verbindung bleiben.“ Die Engel sagen: „Yes! Be assertive!“ Wählt nur das, was für euch stimmt und glaubt nicht alles!

Herr Prof. Martin Haditsch, ein österreichischer Mikrobiologe, der in Niedersachsen arbeitet, kritisiert auf Youtube die Interpretationen der Statistiken durch das Robert-Koch-Institut, vor welchem er bis vor kurzem eine grosse Hochachtung hatte. Vor allem meint er, dass die Selbstbestimmung der Bürger und Bürgerinnen nicht übergangen werden dürfe. Auch müssten die Risikogruppen anders definiert werden. Die Darstellung von Horrorbildern und die Verbreitung von Horrordaten in den Medien verurteilt er entschieden.
Der K-Tipp, eine Schweizer Zeitschrift für Konsument*innen, vergleicht in seiner Nr. 12 vom 17. Juni die Statistiken für Todesfälle in den ersten 22 Wochen der Jahre 2015 bis 2020 und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: 2015 war das schlimmste Grippejahr! Vor allem von den über 65-Jährigen starben 2377 mehr als erwartet! Trotz Corona-Pandemie gab es bisher in diesem Jahr kaum mehr Todesfälle als in anderen Jahren. Bei den über 65-Jährigen waren es 379 mehr als erwartet, bei den unter 65-Jährigen waren es 48 mehr als prognostiziert. 



Am letzten Freitag habe ich ein grosses Bücherpaket erhalten: Der Erzählband „Eine riskante Fahrt durch die Sahara“, herausgegeben vom Literaturpodium in Deutschland ist mit zwei Beiträgen von mir erschienen: „Das Geheimnis der Seelenschlange“ und „Eine Rose für Aschenputtel“. Beide Erzählungen, insgesamt 102 Seiten, schildern die Entwicklung von einer tiefen Lebenskrise zum erfüllenden Lebenssinn und basieren auf Erfahrungen mit Hilfesuchenden in meiner psychotherapeutischen Praxis. Ich beschreibe hier, wie eine verwundete Seele durch Traumanalysen und Atemübungen natürlicherweise ins Gleichgewicht kommen und reifen kann.
Jede Lebenskrise bietet eine Chance. Dies erleben wir während dieser Situation einer Pandemie weltweit. Viele Menschen entdecken ihre Kreativität und Hilfsbereitschaft. Vielen wird klar, nach welchen Werten sie ihre Lebensweise neu ausrichten wollen. Ein junger Vater sagte mir: „Mir gefällt die Corona-Zeit: Ich lerne meine Kinder neu kennen und entdecke auch neue Fähigkeiten bei mir selbst!“
Das aus dem Griechischen stammende Wort „Katastrophe“ bedeutet nicht das Ende, sondern eine „Wende“, also eine neue Möglichkeit.

Die Engel meinen: „Yes, you can!“ Wir können an unsere Schöpferkraft glauben! Sie ist stärker als wir meinen.



19. Juni, Freitag:

„Schon wieder Freitag!“, meint Georg. Die Zeit scheint zu fliegen. Das Johanniskraut beginnt zu blühen, unsere schwarzen Johannisbeeren sind reif. Am Sonntag wird bereits die Sommersonnenwende und ein paar Stunden danach eine ringförmige Sonnenfinsternis stattfinden. Die Welt wird nicht untergehen, aber tiefgreifende Veränderungen erleben: Astrologisch werden dies vor allem Länder wie die USA, Afrika, Indien, Pakistan und Hongkong spüren. Die Planetenkonstellation entspricht jener von vor 600 Jahren. Saturn steht in Konjunktion mit Pluto: Alte Strukturen zerfallen, Neues wird entstehen.

Endlich erhalten wir eine Nachricht von unseren Nachbarn aus Neuseeland: Sie werden voraussichtlich am 10. Juli zurückkehren. Darüber freuen wir uns und halten ihnen die Daumen, dass die zweitägige Reise wie geplant verlaufen wird. In Neuseeland hat es schon geschneit, die Wintersonnenwende steht bevor.

Ich erhalte die Nachricht, dass wieder ein neues Buch von Paula Himmelreich erschienen ist: „Der Wind der Veränderung: Eine wundervolle Botschaft aus dem Himmel.“ Was wollen wir mehr?



Buchtitelseite: www.literaturpodium.de
Fotos und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 12. – 14. Juni 2020

12. Juni, Freitag:

Heute habe ich während einer Klangmeditation zur Erdheilung eine besondere Vision:
Aus der Perspektive eines Adlers sehe ich eine Gegend in der Ukraine, in der im letzten Jahrhundert eine grosse Schlacht stattgefunden hat. Die flachen Felder sind zwar jetzt grün überwachsen, doch ich sehe noch das tiefer in der Erde versickerte Blut. Während der Monochordklänge zieht es sich konzentrisch in Form einer grossen roten an der Erdoberfläche liegenden Spirale zusammen. Sodann erhebt sich diese und dreht sich spiralig in Richtung Himmel. Dabei nimmt sie eine violette Farbe an, welche nach oben hin allmählich zu einem weissen Licht wird. Dies dauert eine Weile. Es scheint eine Reinigung und Heilung zu geschehen, während der ich alte Schlachtrufe und Schreie vergangener Zeiten höre. Das ganze Blut wird wie vom Himmel spiralig aufgesogen und in Licht verwandelt. Zurück bleibt ein im Sonnenschein leuchtendes Weizenfeld und eine Stimme vom Himmel sagt: „Es ist vollbracht.“ Nach einer Weile sehe ich ein weiteres ehemaliges Schlachtfeld in der Nähe, und diese Art von Reinigung geschieht noch einmal. Das Blut erhebt sich wieder als violette Lichtspirale zum Himmel, bis es ganz und gar aufgesogen und weiss durchlichtet ist. In einer dritten Phase sehe ich die Länder Europas unter mir. Alle ehemaligen Schlachtfelder leuchten nacheinander in Form roter Spiralen auf und erheben sich sodann als violette Lichtsäulen spiralig zum Himmel. Solange, bis die Gegend des Schlachtfelds geheilt ist. Am Schluss fliegen tausende von Schwänen spiralig vom Himmel auf die Erde und lassen sich auf den Seen und Flüssen Europas nieder. Ein Schwan sagt zu mir: „Wir sind die Hüter des neuen Friedens.“

13. Juni, Samstag:

Während der heutigen Klangmeditation gibt es eine Fortsetzung. Ich sehe die hohen Berge des Himalayas und einen langen Strom von Flüchtlingen. Es werden immer mehr, die Landschaft wird flacher, aus dem Norden, Osten und Süden strömen die Flüchtlinge nach Westen. Teilweise mit beladenen Reittieren, auch mit Handwagen. Von Regen und Schnee bleiben die Menschen nicht verschont. Dies dauert eine Weile an. Auf einmal drehen die Flüchtlinge am Ende um und wandern in die Richtung, aus der sie gekommen waren, zurück. Es gibt eine langsame, aber deutliche Kettenreaktion: Eine Gruppe nach der anderen dreht sich um und kehrt zurück. Die Luft wird wärmer, die Sonne scheint wie im Frühling. Eine Stimme sagt: „Alle Menschen finden wieder ihr Zuhause, ihren Ort, wo sie in Frieden leben werden. Es werden neue Gemeinschaften entstehen.“
Ich sehe dann ein friedliches China, einen regen Betrieb auf den Handelsstrassen und den grossen Flüssen, in denen wieder Delfine schwimmen.
Auf einmal nehme ich eine neue Anwesenheit im Raum wahr: Ein alter chinesischer Meister sitzt mir gegenüber auf einem niedrigen Hocker und spielt mit einem Bogen auf einem uralten zweisaitigen Instrument. Dann sehe ich, wie weitere alte Meister eintreffen und sich in einen Kreis setzen: Es sind Meister Konfuzius, Lao Tse und weitere chinesische Meister, dann tibetische, Sufi-Meister, Meister der Kaballah, alles Männer. Schliesslich kommen auch christliche Mystiker und hier auch Frauen, wie Hildegard von Bingen dazu. Die stille Botschaft der Versammlung lautet: Wir sind alle auf dem gleichen Weg, wir suchen das Göttliche in unserer Seele. Alle Wege sind richtig, der innere Frieden ist das Ziel. Der Weg ist das Ziel. Und jemand sagt: „Es werden bald wichtige alte Schriften auftauchen oder gefunden, die dies bestätigen.“

14. Juni, Sonntag:

Während der heutigen Klangmeditation zeigt sich mir eine Lichtspirale vom Himmel her zur Erde kommend. Die Engelchöre singen, auch das Läuten von Glocken ist zu hören. Eine Stimme sagt. „ICH BIN das Alpha und das Omega der Welt. WIR SIND das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende der Welt. Nach dem Ende geht es weiter. Das Alpha und das Omega … und ein neues Alpha. Ein Zyklus endet, und ein neuer beginnt. Jetzt sind wir in der Zeit des „und“, in der Zeit des Übergangs. Unsere Träume erschaffen den neuen Anfang.“ 

Text und Foto: Petra Dobrovolny  


Mein Tagebuch: 11. Juni 2020

11. Juni, Donnerstag:

Es kommt alles zum Vorschein oder wird wieder neu in Frage gestellt: Gerichte wollen „alte“ nicht aufgeklärte Fälle wie der Mord an Olof Palme vor 34 Jahren und die Entführung von Maddie McCann vor 13 Jahren abschliessen. Viele Leute wehren sich dagegen und wollen die „Erklärungen“ bzw. die „gefundenen Täter“ nicht akzeptieren. Der immer noch unaufgeklärte Mord an John F. Kennedy und die wirklichen Hintergründe von 9/11 werden zum Thema.
Auch das Vorgehen bei der Corona-Pandemie wird immer häufiger kritisiert. Ein Mitarbeiter des deutschen Innenministeriums bezeichnete die Pandemie als „globalen Fehlalarm“ und schrieb einen 80 Seiten umfassenden internen Bericht, in welchem er die Massnahmen, vor allem auch das Interpretationsmonopol in Bezug auf die Statistiken bestimmter vom Bund finanzierter Institutionen kritisierte. Der Beamte wurde inzwischen entlassen.
Ein österreichischer Mikrobiologe, Prof. Haditsch, der in Niedersachsen arbeitet und lehrt, entlarvt die Zahlenspielerei des Robert-Koch-Instituts und kritisiert vor allem dessen Angstmacherei. Je nach Teststrategie und Berechnung fällt die R-Zahl ganz anders aus.
Für die junge Generation in vielen europäischen Ländern ist Corona abgehakt. Sie wollen keine Masken tragen. Der deutsche Virologe Prof. Streeck sagt, es werde keine zweite Welle geben. Sein Berliner Kollege Drosten meint, das Virus könne sich abschwächen und höchstens einen Schnupfen verursachen.

Jetzt fällt oft das Wort „neue“ Normalität. Niemand weiss, was das bedeuten soll. Zur neuen Normalität in unserem Dorf gehört donnerstags die Marktstände des Gemüsebauern und der Freiburger Käsefrau. Dieses Angebot fand von Anfang an viel Anklang.   

Estelles Karten meinen: Auch wenn wir jetzt aus unserem Kokon herauskrabbeln, die Welt in einem neuen Licht sehen, ist es wichtig, dass wir uns nicht wieder im Aussen verlieren, sondern mit unserer Mitte und unserem Herzen verbunden bleiben. Die Engel sagen wieder: „Yes!“ Wir sollen nur wählen, was wirklich zu uns passt. Wir befinden uns in einer Zeit der inneren Erneuerung, die sich später im Aussen manifestieren wird. In uns erschaffen wir die Welt, in der wir leben möchten.

Neuseeland hat den Sieg über „Corona“ ausgerufen, Jacinda Ardern, die Präsidentin, tanzt vor Freude. Jetzt werden unsere Nachbarn wohl bald reisen können. Edwin hat sich heute mit seinem Bauch an die Scheibe des Aquariums geklebt, so dass ich seine kunstvoll gezeichnete Unterseite bewundern kann. Sie sieht fast aus wie ein Labyrinth.

Am Montag war ich wieder einmal seit langem im Glasatelier zum Perlendrehen. Ich habe die Farben, die gemäss meiner Analyse bei Covid-19 und ähnlichen Infektionen das Immunsystem und die Atemorgane stärken, ausgesucht: Die Grundperle wird gelbgrün, verziert mit orangen Bändern und knallroten Pünktchen, siehe Foto oben. Ich überlege, ob ich dem pensionierten Herrn Koch vom BAG eine Glasperle schenken soll … Bei der heftigen Kritik, die er jetzt einstecken muss, benötigt er bestimmt eine Stärkung.

Text und Foto: Petra Dobrovolny


Mein Tagebuch: 7. Juni 2020

7. Juni, Sonntag:

In der Nacht habe ich geträumt, dass unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen. Ich empfange sie bei ihrer Haustüre, erkläre ihnen die neusten „Corona-Regeln“ und schenke ihnen zwei Hygienemasken.

„Das Magazin“ Nr. 23 zum Wochenende ist ein „Corona-Erinnerungsheft“ mit 28 Beiträgen verschiedener vom Lockdown Betroffener. Ein Obdachloser, eine Schriftstellerin, ein Ausstellungsmanager und Fachleute aus den Bereichen Pädagogik, Virologie, Epidemiologie, Pathologie und der Krankenpflege, die „an der Front“ arbeiteten, erzählen von ihren Erlebnissen. Auch unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beschreibt, wie sie die grosse Verantwortung in dieser Zeit erlebt hat. Sie sei sehr erleichtert darüber gewesen, dass die Bevölkerung so gut mitmachte und die Massnahmen befolgte. Da sei ihr ein Stein vom Herzen gefallen, sie hätte alle umarmen können.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie erschrocken ich am 16. März darüber war, dass ich ungefragt plötzlich zu einer Risikogruppe gehören sollte. Sehr fürsorglich wurde mir dingend empfohlen, zu Hause zu bleiben, um so Leben zu retten. Den täglichen Einkauf sollte mir jemand vor die Türe stellen. Zum Glück liess sich Georg nicht davon abhalten, für uns einzukaufen. Fast jeden Tag fuhren wir abwechselnd in die Stadt zu meiner Praxis. Nie wurden wir von der Polizei angehalten, noch von Nachbarn denunziert. Uns war klar: Solange es keine Schutzmasken gibt, bleibt der Lockdown. Doch der Bundesrat wurde für diese materialorientierte Massnahme erst viel später kritisiert. Ich vermute, dass auch deswegen Frau Sommaruga ein Stein vom Herz plumpste: Alle waren während der anfänglichen Schockstarre brav, niemand ging auf die Barrikaden. Im Unterschied zu anderen Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien, war es nicht verboten, das Haus zu verlassen, in der Schweiz blieb es immerhin „nur“ bei einer Empfehlung.    

Eindrucksvoll sind in diesem Magazin auch die Fotos von menschenleeren Zügen, Autobahnen, dem Zürcher Flughafen und Hauptbahnhof.

„Wo ist das Virus hin?“ fragt die Berner Zeitung von gestern. Brachte das Sommerwetter den Plagegeist zum Verschwinden? Studien zeigen einen nur bescheidenen Effekt der warmen Temperaturen. Weitere Forschungsergebnisse bestätigen die gute Wirkung von Masken und Abstandhalten. Nur ein Fünftel aller Infizierten erkrankt schwer. Der Epidemiologe der ETH Lausanne, Marcel Salathé, sagt. „Die Rechnung für die Zukunft ist einfach: Je mehr man lockert, desto besser müssen die Schutzkonzepte greifen.“
Die Restaurantbesitzer*innen sind nicht zufrieden. Bars und Clubs dürfen auch wieder öffnen und haben weniger strenge Vorschriften als Restaurants zu befolgen. Auch das Rotlichtmilieu darf die Arbeit wieder aufnehmen, mit einem gewissen Abstand von Kopf zu Kopf und dem häufigen Wechsel der Leintücher. In den Stadien ist ein Publikum von 10‘000 Menschen erlaubt. Eine meiner Freundinnen findet es bezeichnend, dass sich wieder mal die Lobby der Machos in Bezug auf Fussball und Sex durchgesetzt hätte.

Estelle schaut für die kommende Woche wieder in die Karten: „It’s all about love!“ Wir werden uns von etwas verabschieden, von der Dunkelheit nach vorne ins Licht gehen. Wir werden Geschenke erhalten oder geben, innere Entscheidungen treffen, die unserem Herzen guttun. Die Engel sagen wieder mehrmals: „Yes!“ Wir sollen uns keine Sorgen machen, wir werden es schaffen!  

Foto – Petra Dobrovolny – der neuen „Corona“ – Fahne, die zur Solidarität aufruft: : Schweizer Kreuz in den Wort „wir“ in den 4 Landessprachen 

Mein Tagebuch: 17. Mai 2020

17. Mai, Sonntag:

Heute ist Sonntag, die Kirchen sind immer noch geschlossen. Seit 2 Wochen hat der Kölner Dom für die Messe geöffnet, dort ist Abstandhalten möglich. Man muss sich online ein Ticket besorgen, das man beim Eingang vorzeigen muss. Bei der Kommunion steht der Priester hinter einer Plexiglasscheibe und reicht die Hostie darunter hindurch.

Die Kartenlegerin Estelle prophezeit in ihrem „uplifting reading“ für die kommende Woche, dass Wahrheit und Gerechtigkeit ein grosses Thema werden. Dazu passt, dass eine Abgeordnete das italienische Parlament über den „Menschenfreund“ Bill Gates aufklärt. Ein Dauerthema in dieser Zeit ist gemäss Estelle die innere Entscheidung darüber, wie wir wirklich leben wollen. „Ja!“, sagen die Engel, „erschafft den Himmel auf Erden!“ Eine dritte Karte zeigt das Rad des Schicksals: Endlich dreht es sich zu unseren Gunsten! Langsam öffnen sich neue Türen, der nächste Lebenskreis beginnt. Die Engel sagen: „Ihr werdet erfolgreich sein, vor allem wenn ihr eure Wünsche achtsam formuliert!“

Text und Fotos: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 21.4. mit Gedicht

Harry, der Corona-Antikörper                     

Hallo! Ich bin Harry,  der Antikörper,
ich mach‘ nicht viele Wörter:
Bei Viren stech‘ ich kurz entschlossen zu,
dann hat die Menschheit wieder Ruh‘.

Zur Abwehr hab‘ ich die richtigen Stacheln.
Mit mir ist nicht lange fackeln!
Hinter mir steht eine ganze Armee.
Für das Corona-Virus heisst das: O weh!

Wegen der Menschen grosse Not
hat mir ein Engel über Nacht
den passenden Schlüsselcode beigebracht.
Jetzt wird mit der Plage kurzer Prozess gemacht.

Wir sind auch weiterhin auf der Hut,
denn trainiert sind wir bereits sehr gut.

Als Dank
sag‘ zu so einem Kerl wie mich
in allen Sprachen: „Ich liebe dich!“
Und wisse:
Aus der Liebe Kraft
der Mensch eine neue Welt erschafft.

Die alte Welt ist am Vergeh’n,
denn durch Hass, Gier und Krieg
hat sie kein Besteh’n.
Es wird die Menschheit aufersteh’n
an einem neuen Morgen.

Mach‘ dir keine Sorgen
um Immunität und die richtige Abwehr!
Zerbrich‘ dir nicht den Kopf
über Zahlen und Statistiken!
das machen schon die richtigen
Experten in Bern und in Berlin.
Du kannst auch jetzt nirgendwohin.
Bleib‘ am Ort
und scheine dein Licht
in die Welt immer fort!

Text und Foto: Petra Dobrovolny-M.
Kunstobjekt: unbekannter Künstler

Mein Tagebuch: 8. April 2020

8. April: Heute ist Vollmond im Sternzeichen Waage. Das bedeutet: diplomatisch bleiben, auch wenn die Situation einen Höhepunkt erreicht.
Unser Nachbar raucht immer noch. Seine Frau hat uns ein Säckchen mit gesammeltem Bärlauch in den Briefkasten gelegt mit einem Zettel: „Bleibt gesund!“ Wir bedanken uns und schreiben: Gesund bleiben wir vor allem ohne den Zigarettenrauch, der von euch her zu uns in Haus und Garten dringt.
Im Einkaufszentrum im Dorf gibt es wieder Toilettenpapier und Prosecco. Unser Vorrat an Schokolade reicht noch.
In meiner Meditation sehe ich über einem antiken Heiligtum auf Kreta eine riesige Schale gefüllt mit smaragdgrünem Licht. Es ergiesst nach kurzer Zeit über ganz Europa.
Vor zwei Wochen erschien mir meine bereits längst verstorbene Schwiegermutter im Traum. Sie trug die blaue Seidenbluse, die wir ihr damals zum 70. Geburtstag geschenkt hatten. Sie sagt mir: „Ihr seid beschützt und gesegnet von den Engeln und von der Jungfrau Maria. Auch ich passe auf meine ganze Familie auf. Ihr werdet keinen Schaden nehmen. Bestellt eure Gärten, lebt in Liebe und Frieden, nutzt eure Talente und eure Kreativität.“ Ich wusste immer schon, dass ich die beste Schwiegermutter der Welt habe.
Seit Jahrzehnten bleibt dieses Jahr vor Ostern der Stau vor dem Gotthard aus.