Mein Tagebuch: 25.04.2022

25. April, Montag: Gottes Wege sind unergründlich …

Georg hatte mir nach Leukerbad einen Ausdruck des Infoblatts über das Erkennen und Heilen eines posttraumatischen Syndroms auf Ukrainisch mitgebracht. Vorgestern, am 23.04.22, las ich bei einer kulturellen Veranstaltung der evangelisch-reformierten Kirche hier in Leukerbad meine Gedichte vor. Der Eintritt war frei, eine Kollekte war erwünscht. Also nahm ich dieses Infoblatt mit, um für dessen Verbreitung Geld zu sammeln. Trotz aller Bemühungen diesen Anlass zu bewerben – mit Plakaten im Dorf und im Internet – kamen lediglich zwei Gäste, ein älteres russisches Ehepaar aus Moskau. Sie erklärten mir, dass sie kein Deutsch verstehen, sie wollten aber trotzdem bleiben. Da sie die einzigen Gäste waren, bot ich an, meine Gedichte auf Deutsch vorzulesen und anschliessend Vers für Vers auf Englisch zu übersetzen. Ich begann mit meinen fünf Frühlingsgedichten. Wir stellten fest, dass «Krokus» auch auf Russisch «Krokus» heisst. Sie verstanden auch, dass die Schlüsselblume, um die es in einem weiteren Gedicht geht, das Tor zum Himmel aufschliesst. Auch in Russland. Bald fragte ich sie, ob ich fortfahren solle, oder ob es für sie zu langweilig sei. Doch, beteuerten sie, es sei sehr interessant, ich solle weitermachen. So wurde die einstündige Veranstaltung zu einer faszinierenden interkulturellen Begegnung für alle. Mein Gedicht «Engelgeflüster Nr. 2: Du bist der Meister der Regie!» war für den russischen Gast eine Provokation. Er konnte nicht glauben, dass auch er der Regisseur auf der Bühne seines Lebens sei und bestimmen könne, was dort geschieht. In meinem Gedicht bitten die Engel die Menschen, dies nie zu vergessen. Nach diesem Satz entfuhr meinem Zuhörer ein tiefer Seufzer.
Nach meiner Lesung fragt er mich: «Glauben Sie, dass es besser wird mit unserer Welt?» Ich erwiderte: «Oh ja, aber wir können nicht einfach die Hände in den Schoss legen und warten, sondern wir müssen etwas dafür tun! Wie es die Engel sagen: Wir sind die Meister der Regie!» Der russische Gast schüttelt den Kopf: «Aber all diese Kriege und dann noch die Pandemie! Die Stimmung in Moskau ist katastrophal und sehr depressiv! Ich bewundere Ihren Optimismus!» Dann macht er mir noch Komplimente über mein gutes Englisch und möchte wissen, wie das schöne Musikinstrument heisst, welches ich zwischen den Gedichten immer wieder gespielt habe. Ich erkläre ihm, dass dies eine Traumharfe sei und ich sie absichtlich auf einen tieferen Kammerton gestimmt habe, der die Herzen berühre und tröste.   

Zu Beginn der Veranstaltung hatte ich die russischen Gäste darüber informiert, dass die Kollekte für die Verbreitung und Übersetzung eines wichtigen Infoblattes über die Erkennung und Heilung des Posttraumatischen Syndroms bei kriegstraumatisierten Menschen sei. Ich hatte Ihnen das Exemplar auf Ukrainisch gezeigt und gesagt: «Das können Sie ja lesen!» – gemeint hatte ich die kyrillische Schrift – und es ihnen in die Hand gedrückt. Sie verstanden und staunten. Ich erklärte, dass der gemeinnützige Schweizer Verein «Pro Mundo» mit Kiewer Fachleuten daran gearbeitet hätte und eine Übersetzung auf Russisch geplant sei. Sie könnten mit ihrer Spende dazu beitragen. Am Schluss überreichte mir der Gast aus Moskau feierlich einen Zwanzigfranken-Schein, den ich der Kirchgemeinde weitergegeben habe.

Sehr beeindruckt verabschiedet sich Moskauer Ehepaar von mir. Ich gebe ihnen meine Visitenkarte mit und sage noch, dass sie auf meiner Webseite dolphinkissis.ch mein Märchen vom kleinen Delfin auf Russisch finden können. Ich spüre, dass sie dieses Erlebnis nicht so schnell vergessen werden. Ich auch nicht. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass meine Gedichtlesung in dieser Form verlaufen würde. Und doch bin ich der Überzeugung, dass es so sein musste. Ich erinnere mich an die Nonnen, die mitten in der Stadt Bern in ihrem Haus Gäste in Not für ein paar Nächte aufnehmen. Wenn es klingelt, sagen sie sich: «Gott hat uns einen Gast geschickt!» Ich empfinde es auch so: Gott hat diese zwei Gäste an meine Gedichtlesung in die Kirche geschickt. SEINE Wege sind eben unergründlich.

Und fast wäre es zu einem chinesisch-russischen Treffen gekommen! Auf dem Nachhauseweg läuft mir die Chefin des chinesischen Restaurants mit dem Plakat für meine Lesung aufgeregt hinterher und fragt mich in Zeichensprache und ein paar Brocken Englisch, ob oder wo dies stattgefunden hätte. Sie sei mit ihrer Tochter um 19 Uhr in der Kirche gewesen. Ich kläre sie auf, dass es in Leukerbad eine zweite Kirche gäbe, die versteckt neben dem Busbahnhof läge. Sie bedauert sehr, diesen Anlass verpasst zu haben, denn sie und ihre Tochter hätten mein Musikinstrument unbedingt hören wollen. Das hätte mich aber vor eine besondere Herausforderung gestellt, denn diese Gäste hätten meine Gedichte weder auf Deutsch noch auf Englisch verstanden. Doch wer weiss, eine göttliche Lösung wäre sicher auch in einem solchen Fall möglich. Vielleicht sollte ich in Zukunft meine Gedichte in einer internationalen Lichtsprache singen und gleichzeitig dazu Harfe spielen …?

Foto: Evangelisch reformiertes Kirchenzentrum in Leukerbad und Text:
Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 30.12.2021

30. Dezember, Donnerstag: Jahresrückblick

Das Jahresende lädt zu einem Rückblick ein: Am 1. Januar dieses Jahres konnte ich hier in Leukerbad ein Neujahrskonzert im Hotel Beau Séjour geben. Die Hotelbesitzerin war begeistert von meinen Klängen und spendierte einen grosszügigen Aperitif. Damals durften wegen «Corona» nur 10 Personen anwesend sein, das Zertifikat gab es noch nicht. Jetzt gilt die 2G-Regel. Unter solchen Bedingungen möchte ich gar nicht auftreten.

Im Mai und Oktober durfte ich im evangelisch-reformierten Kirchenzentrum in Leukerbad beim Gottesdienst meine Kristall-Lyra auf den Altar legen und meditative Klänge spielen. Die Zuhörenden waren dafür sehr dankbar und staunten darüber, wie Bergkristall klingt, aus welchem die Klangröhren der Lyra bestehen. Georg war am 17. Oktober auch dabei, obwohl er erst ein paar Stunden vorher auf seine linke Hand gestürzt war und grosse Schmerzen hatte.

Mitte Januar liess ich die letzten Sachen aus meiner Praxis in der Berner Altstadt nach Leukerbad transportieren und gab den Raum ab. Er war für mich während 12 Jahren eine Oase für meine therapeutische Arbeit und mein kreatives Tun, wie Meditieren, Komponieren und Schreiben, gewesen. Drei Kolleginnen hatten ursprünglich diesen Raum an der Toplage übernehmen wollen. Sie sagten jedoch kurzfristig ab. Wegen «Corona» sei die Situation für sie als selbständig Tätige nicht mehr planbar. Ich war froh, die Berner Altstadt wegen der zunehmenden Baustellen, Demonstrationen und Gross-Events mit lauter Musik zu verlassen. Im Februar konnte ich in Leukerbad bereits wieder Patientinnen empfangen.

Im Mai begann ich mein 50. Album zu komponieren: Mein Tontechniker hatte mir beigebracht, wie ich mit einem kleinen Audiogerät die Klänge der Natur und meiner Instrumente selbst aufnehmen kann. Es erfüllt mich mit grosser Freude, wenn ich die Stille der Berge und die Ruhe im Haus vor allem nach Mitternacht für Aufnahmen nutzen kann. Vor kurzem konnte ich das Album mit dem Titel «Life River – Fluss des Lebens» mit den Klängen der Bergbäche und meiner Traumharfe veröffentlichen. Es ist im Internet via www.dolphinkissis.ch erhältlich.

Ende Mai wurde ich gebeten mein Märchen «Das Ei der Weisheit» in der Kirche Bremgarten im Rahmen eines Kinderprogramms für den Event «Die lange Nacht der Kirchen» vorzulesen und mit Spielpuppen aufzuführen. Im Jahr 2017 wurde dieses Märchen im united-Verlag veröffentlicht. Ich habe es auch verfilmt und vertont. Es wäre DAS Märchen für die Klimabewegung: Eines Tages verschwindet das Ei der Weisheit, das Liebe und Wissen vereint und Harmonie garantiert, von der Erde. Seither passieren nur noch Naturkatastrophen. Das kleine Mädchen Anastasia bringt es dank ihrem grossen Herzen zustande, das Ei der Weisheit wieder auf die Erde zurückzubringen. Es geht in diesem Märchen um die Frage, ob wir alles, was wir wissen und zu dem wir technisch fähig sind, auch anwenden dürfen, wenn dann die Gefahr besteht, dass die Welt untergeht. Dies erleben wir jetzt mit «Corona». Ein von Menschen genmanipulierter Virus, der auf eine noch nicht geklärte Weise aus einem Labor entwichen ist, bringt die Welt an den Abgrund. Ich hätte nie gedacht, dass mein Märchen eine solche Brisanz bzw. Realität erlangt. Es geht darum, ethisch abzuwägen, ob wir alles, was wir wissen und können, auch in die Wirklichkeit umsetzen dürfen. Die Live-Übertragung von dem Märchen findet ihr auf meinem Youtube-Kanal.

In der ersten Juliwoche besuchten uns Georgs älteste Nichte und ihre zwei bereits erwachsenen Kinder aus der Tschechischen Republik. Georg hatte sie dazu gedrängt nicht noch bis Herbst zu warten, da sich seit Juni die Covid-Situation samt den damit verordneten Massnahmen gebessert hatte. Wir mieteten für unseren Besuch eine Ferienwohnung unter der unsrigen und verbrachten gemeinsam wunderbare Tage. Der Zeitpunkt war – Georg hatte Recht – sehr gut gewählt: Ein Tag vor der Abfahrt unseres Besuches setzte starker Regen ein, der länger andauern sollte. Kurz darauf traf ein heftiger Hagelschlag auch unseren Garten in Bremgarten und vernichtete unsere gesamte Tomatenernte. Und im Herbst verschlimmerte sich die «Corona-Situation» mitsamt den dazugehörenden Einreise- und Quarantäneregeln. Diese bewirkten auch, dass Georg und ich nicht zum achtzigsten Geburtstag seiner ältesten Schwester nach Nordmähren fahren konnten.

Mitte Juli begann ein verregneter Sommer mit starken Überschwemmungen. Meine Gedichtvorlesung, die an einem Campingplatz am Neuenburgersee im Rahmen eines Kulturprogramms stattfinden sollte, fiel ins Wasser. Und mein Wohnwagen wurde von den Fluten erreicht. Mindestens eine Woche lang war er nicht zugänglich. Vor allem bangte ich um meine neue Traumharfe, die ich dort auf dem Boden hatte liegen lassen. Ich hatte sie zwischendurch an meiner Gedichtlesung spielen wollen. Ein guter Freund konnte sie zum Glück retten, sobald der Pegelstand es erlaubte, die Wohnwagentüre zu öffnen. Er konnte das Instrument unbeschadet Georg in Bremgarten übergeben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich und erleichtert ich war.

Im August beschloss ich, meinen Wohnwagen zu verschenken. Er war vom Hochwasser beschädigt worden, aber noch brauchbar. Es meldete sich eine mir unbekannte Frau, die bereits sieben Jahre lang auf eine solche Gelegenheit gewartet hatte. Somit nahm ich nach 34 Jahren Abschied von meinem Refugium am Neuenburgersee. Die Überschwemmung verstand ich als Zeichen dafür, dass sich für mich ein Kreis geschlossen hatte. Zum zweiten Mal in diesem Jahr: Ebenfalls nach 34 Jahren habe ich die Stadt Bern verlassen, wo ich während dieser Zeit Praxisräume gemietet hatte.  

Im Oktober beschliessen wir die 40-jährige Leukerbader Küche, die wir von den Vorgängern übernommen hatten, renovieren zu lassen. Der Kühlschrank funktionierte nicht mehr richtig und die Einrichtung entsprach nicht unseren Bedürfnissen. Zu Beginn hatten wir die Illusion, dass die Arbeiten nach einer Woche abgeschlossen wären. Am 8. November wurde die Küche demontiert, erst am 10. Dezember konnte ich sie wieder in Betrieb nehmen. Am 12. Januar wird noch die Glasabdeckung an den Wänden montiert. Gut Ding will Weile haben. Der Raum wirkt jetzt viel heller und grösser, ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn betrete. Vor allem haben wir jetzt mehr Stauraum für Lebensmittel.

Ende Oktober erlebten wir die erste Eigentümerversammlung des Hauses. Diese hatte wegen «Corona» im Jahr zuvor nur in Form einer brieflichen Abstimmung stattgefunden. Dieses Jahr konnten wir uns in einem Restaurant mit Zertifikatspflicht treffen. Die heikelste Angelegenheit war die Abstimmung über die Renovation des über vierzigjährigen Hausdachs, welches im letzten Jahr undicht geworden war. Der Erneuerungsfonds war nicht rechtzeitig genügend geäufnet worden. Es wurde entschieden, es noch im November provisorisch zu reparieren. So hoffte man, die Gesamtrenovation so lange aufschieben zu können, bis sich genügend Geld im Fonds befände. Mein Wunsch nach einer Solaranlage stand nicht mehr zu Diskussion, da allein die notwendige Renovation bereits eine sehr hohe Summe ausmacht.

Zusammengefasst war 2021 für mich ein Jahr der intensiven Begegnungen mit dem Element Wasser. Dieses zeigte sich mir in vielfältigen Formen: Als Heilquellen von Leukerbad, Regen, Schnee, Hagel, Überschwemmung, Wasserfälle, Regenbogen, Tränen des Abschieds, der Erleichterung und des Glücks und als Bergbäche, deren Lieder ihren Weg in meine Kompositionen gefunden haben. Der Fluss des Lebens ist vielfältig. Ich kann auch sagen, dass dieses Jahr für mich unter dem Motto stand: «Auf zu neuen Ufern!» Und dafür bin ich sehr dankbar.

Georg meint, dass ich den Jahresrückblick noch gar nicht abschliessen könnte, weil noch nicht klar sei, wieviel noch passieren wird. Vielleicht werde ich noch schnell herausfinden, wie man aus einem quadratischen Stück Papier einen Kranich faltet.

Stossen wir gemeinsam in Dankbarkeit auf das alte Jahr an!

Foto und Text: Petra Dobrovolny


Das Herz der Eiche

Das Herz der Eiche

In meine knorrige Rinde
kann kein Liebespaar
ein Herz ritzen.

Nun hab‘ ich selbst
für dich ein Herz gemalt
auf meine Rinde!

Möge es dich erfreu’n,
mein Kinde!

Gehst du achtsam durch die Natur,
dir manches Herz entgegenkommt!
Wund’re dich nur!

Vieles wirst du entdecken,
was wiederum dein Herz
wird wecken!

Text und Foto:
Petra Dobrovolny-Mühlenbach

Zeitenwende

Du musst nichts mehr tragen
und nicht mehr verzagen,
wenn die Probleme der Welt
deinen Horizont überragen.

Die Zeiten sind zu Ende,
ob du es glaubst oder nicht!
Die Welt wird verwandelt,
wenn du auf deinem Weg wandelst.

Sei dir treu,
alles andere ist einerlei.

So ist dein Herz froh und munter
und die Welt wird kunterbunter.
In allen Farben sie erstrahlt
und Gott uns einen
Regenbogen malt!

Text: Petra Dobrovolny
Foto: Regenbogen, PD

 

 

Dein Vermächtnis

Dein Vermächtnis

Dein Durchhaltevermögen
ist dein grösstes Vermögen
auf Jahre der Dürre
folgt nun nur noch Fülle.

Und plötzlich weisst du:
Es hat sich gelohnt!
Du wirst nun noch und noch belohnt!

Viel hast du ertragen
an Schmerzen und Hohn!
Doch das gehört nun alten Tagen.
Jetzt kommt der Lohn:
Das Licht dehnt sich aus in dieser Welt!
Doch alles hattest du freiwillig gewählt,
um das Paradies zu erschaffen auf Erden.

Die Engel sagen dir Dank:
„Nun kann es werden!
Geh‘, ruh‘ dich aus,
komm‘ ganz und gar zu dir nach Haus!
Lass los und geniesse
die reifen Früchte im Paradiese!
Die Finsternis ist nun vorbei!“

Du hebst das Glas Wein in der Runde und sagst:
„Wir waren dabei!
Wir haben gekämpft für das Licht,
auf dass es möge bleiben ewiglich!“

Du erlebst noch solange du lebst
das, wonach du gestrebst
und dankst dir selbst, dass
du nie zurückgekrebst!

Andere gingen – manche oft zu früh –  ins Licht,
und kämpften dann von der anderen Seite für dich.
Nun dankst du ihnen
und richtest aus ein Fest,
bevor du dich in Frieden niederlässt,
ohne aufzuhören ein Hüter – eine Hüterin – zu sein:
Ein Hüter – eine Hüterin – für den Frieden
für gross und klein.

Und du gibst weiter dein Vermächtnis.
Niemals geht vergessen das Zeugnis
deines Tuns im Dienste der Wahrheit!
Du siehst es gemeisselt in Stein
und Gott dankt dir für dein Sein.

Text: Petra Dobrovolny
…. auch im Andenken an die Tschechoslowakei
vor 50 Jahren, am 21. August 1968

Foto: PD: Phloxien

Dein Weg

Tapf, tapfer, am tapfersten
gehst du deinen Weg
über Stock und Stein
unbeirrt,
manchmal etwas verwirrt,
doch immer sicher
geführt von Engeln,
die dich nie drängeln.

An mancher Kreuzung biegst du ab,
schweifst ab,
doch immer nur zum Schein,
denn immer hält dich das Labyrinth:
Es kann nicht anders sein.

Auf deinem Weg gehst du tapfer und geschwind,
auf dass du unbeirrt zum Ziele findst:
In der Mitte deiner Lebenskreise
findst du dich selbst und wirst weise!

Text: Petra Dobrovolny
Foto: PD: Birchi Plateau mit Bank und Eiche

Neues Leben

Deine Sorgen
sind gestorben
in der Nacht.
Nun bist du aufgewacht
an diesem wunderbaren Morgen
und fragst dich:
„Wo sind meine Sorgen?“

Du wunderst dich,
du spürst nicht mehr
ihr schweres Gewicht!
Der Sonne Schein lädt
zu neuem Leben dich ein.

An die Leichtigkeit
bist du noch nicht gewöhnt,
der Gesang der Vögel dein Herz verwöhnt,
es spürt Freude und fühlt sich geborgen
in diesem neuen Leben
ohne Sorgen.

Text: Petra Dobrovolny
Foto: PD: Johanniskraut

 

Lass los und werd‘ ein Narr

Lass los!
Du musst die Welt nicht mehr tragen!
Du musst auch nicht fragen,
ob du loslassen darfst.
Und wo bleibt meine Kontrolle?
O, spiel doch nicht mehr diese Rolle!

Zunächst ein Chaos entsteht:
Alles wird durcheinandergepurzelt,
dann wird alles neu verwurzelt
in höherer Ordnung.
Und zu deiner Verwunderung
war das nicht der Welt Untergang,
sondern ein neuer Anfang.

Es gibt dich noch
befreit vom Joch
Du lässt dich von Mutter Erde tragen,
vergisst deine Bedenken und deine vielen Fragen.
Für dich werden nur noch Rosen blühen.
Die sagen dir: „Vergiss deine Müh’n!
Erfreu‘ dich an unserem Duft
und mach‘ deinem Herzen Luft!
Geh‘ frohgemut deinen neuen Weg
auf dem kein Hindernis mehr steht.
Du hast jetzt freie Bahn
und fängst nicht mehr von vorne an!“

Reicher an Erfahrung gehst du weiter,
die Wolken sind verschwunden
und du gibst zu unumwunden:

Die Welt in dir ist heiter!

Wie der Narr im Deck des Tarot
kommst du nun den andern vor.
Du sagst ihnen:
+Der Schritt ins Leere
ist eine prima Lehre
in der Schule des Vertraun’s.“
Nach einem Sturz
ist das Leben nicht vermurkst.
Es ordnet sich in neue Bahnen,
die du vorher nie konntest erahnen.
Du stehst auf im Licht des neuen Tags
und staunst darüber,
was da kommen mag.

Text: Petra Dobrovolny
Foto: PD   Jungfrau im Berner Oberland,
vom Harder ob Interlaken aus gesehen

 

 

Neues Wunderland

Neues Wunderland

Lass dich wie ein Kind schaukeln
und lass dir nichts mehr vorgaukeln:
schau hinter die Schleier,
dann kommt der Geier
und frisst auf die Illusionen
und hebt dich in neue Dimensionen.

Du hast den Schlüssel in der Hand
zu einem Land, das noch niemand fand.
Es liegt vor dir noch unbetreten,
vor Ehrfurcht möchtest du beten.
Du bist beschützt und gesegnet,
ein Engel dir begegnet.

Eine neue Stille breitet sich aus.
Auch wenn du hier noch nie warst,
spürst du, du kommst nach Haus.
Eine neue Sonne geht auf,
erfreut dein Herz mit ihren Strahlen:
Soviel Schönheit konntest du dir nicht ausmalen!

Alles ist neu,
es gibt viel zu entdecken!
Du weisst noch nicht,
was alles soll bezwecken.
Vertrau‘! Denn jemand führt dich an der Hand
durch dieses neue Wunderland.

Petra Dobrovolny

Feier des Lebens

Feier des Lebens

Du träumst einen neuen Traum,
du hörst ihm zu und lässt ihm Raum.
Es wächst weiter dein Lebensbaum
und schlägt aus mit neuen Zweigen.
Um seinen Stamm eröffnest du
einen neuen Reigen.
Die weise Eule lässt sich nieder,
Elstern, Amseln, Spechte,
Feen und Zwerge kommen auf Besuch.
Alte Freunde kommen wieder,
gemeinsam singt ihr viele Lieder,
lasst kreisen einen Krug mit Wein
zur Feier des Lebens:
Wunder dürfen sein!

Petra Dobrovolny