Mein Tagebuch: 21.12.2021

21. Dezember, Dienstag: Wintersonnenwende

Das Motto des Kanals von Boris Reitschuster hat zum Titel ein Zitat aus der Bundespressekonferenz in Berlin: «Eine Frage noch Herr Reitschuster!»

Meine Frage lautet:
«Will ich, dass eine Regierung angeblich aus lauter Liebe und Fürsorge zur Bevölkerung darüber bestimmt, wie und wann ich sterbe?»
Ich antworte mit einem Zitat aus dem Song der Band «Queen»:
«Too much love can kill you!» Auf Deutsch: «Zuviel Liebe kann töten!»

Heute ist Wintersonnenwende in einer kraftvollen Sternkonstellation, die begünstigt, dass wir uns nach unserer Göttlichkeit fragen.

Wo ist mein inneres Licht? Wie bringe ich es in die Welt? Was möchte ich noch in die Welt bringen?

Foto und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 07.02.2021

7. Februar, Sonntag: Eine Karikatur, ein neues Buch und Statistiken

Eine Karikatur:
Eine Labormaus fragt die andere: «Lässt du dich gegen Corona impfen?» Antwort: «Bist du verrückt? Die Versuche an den Menschen laufen doch noch!»

Die Universität Oxford misst mit einem sog. Stringenz-Index die Strenge der Massnahmen der einzelnen Länder. Italien steht an erster Stelle, gefolgt von Grossbritannien, Portugal, Spanien, … Deutschland befindet sich auf dem 7. Platz, die Schweiz auf dem 12.

Prof. Bhakdi will mit seiner Familie Deutschland, ein Land, welches er einmal wegen seiner Demokratie bewundert hatte, verlassen.  Er hat genug von den Diffamierungen besonders wegen seines Buches «Corona Fehlalarm?», welches er gemeinsam mit seiner Frau Dr. Karina Reiss geschrieben hat. Er möchte, dass sein kleiner Sohn in einem freien Land aufwächst. Eine Frage in Klammern: Welches Land wird das wohl sein?

Angst nimmt gefangen. Letzten Oktober wollten sich in der Schweiz nur etwa 20% impfen lassen, jetzt sind es schon fast 45%. Dänemark will Geimpften bald gewisse Privilegien zugestehen. Sympathie findet, man höre und staune, der russische Impfstoff Sputnik V. Damals überholten die Russen die USA mit dem Flug der ersten Rakete in den Weltraum, jetzt ebenfalls mit der Zulassung der Corona-Impfung. Bayerns Ministerpräsident findet das unbedenklich und ist offen für einen Import. Andere fragen sich: Wohin wird uns Sputnik V katapultieren?
Unser Freund in Köln, der kein Freund der deutschen Corona-Politik ist, will sich nun doch impfen lassen. Das Argument, dass die Impfung Covid zwar nicht verhindern, doch zumindest abschwächen kann, habe ihn überzeugt. An sein eigenes Immunsystem scheint er nicht mehr zu glauben.

Ein Bestatter berichtet: Im letzten Frühjahr hätte er Kurzarbeit anmelden müssen, seit November 2020 sei er völlig überlastet. Besonders vor Weihnachten seien viele alte Menschen gestorben. Ich denke, dass viele Menschen eine solche Weihnacht ohne ihre Liebsten gar nicht mehr erleben wollten. Die zermürbenden monatelangen Massnahmen schwächten zusätzlich den Lebenswillen und das Immunsystem. Viele Menschen sind erschöpft und haben genug. Suizide nehmen zu, psychiatrische Einrichtungen sind überfüllt, vor allem mit Jugendlichen ab 13 Jahren.

In diesen Tagen erscheint das von dem österreichischen Biologen Clemens G. Arvay für Laien verständlich geschriebene Buch «Corona-Impfstoffe: Rettung oder Risiko? – Wirkungsweisen, Schutz und Nebenwirkungen der Hoffnungsträger» ,  Bastei Lübbe Verlag.

Ich erhalte eine Abrechnung über den Online-Verkauf meiner Klänge. Beim Streaming-Dienst Spotify habe ich in den letzten 30 Tagen 21 Rappen verdient. Deutschland steht an erster Stelle, dort wurde das Stück «Sacred Union – Heilige Hochzeit» meines 48. Albums 57mal verkauft. Es folgen Belgien und Brasilien. Auch das Stück «Free yourself from pain» meines 41. Albums findet Abnehmende. Ich freue mich darüber, dass meine Klänge den Weg in die Welt finden und ihr Licht verbreiten. Die Verkaufsstatistiken faszinieren mich. Sie sagen etwas über die Sehnsucht und Wünsche der Menschen aus, ob in Deutschland oder Brasilien: In dieser Zeit der Trennung sehnen wir uns wieder danach wieder vereint zu sein. Meine Klänge vermitteln auf legale Weise jenseits aller Verbote, wie sich dies anfühlt.  
   Wie sagt es die junge amerikanische Dichterin Amanda Gorman?

«Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.»

Foto: Sonnenaufgang über den Walliser Bergen
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 25.01 2021

25. Januar, Montag: Heiter durch die Räume …

Erinnert ihr euch an das «Stufen-Gedicht» von Hermann Hesse?

«Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.»

Heute gebe ich dem Verwalter die Schlüssel zu meinem Praxisraum ab. Nach 12 ½ Jahren unter einem Dach in der Mitte der Berner Marktgasse. Ein langer Zyklus geht zu Ende: 40 Jahre lang habe ich Raum um Raum durchschritten, während meiner Tätigkeit als selbständige Psychotherapeutin und Erwachsenenbildnerin: Davon 33 Jahre in der Stadt Bern, 19 Jahre lang in der Altstadt. Etwa 25 Jahre davon war ich auch beteiligt an Georgs Projekten, die er im Rahmen des Forums Ost-West durchführte. Diese Organisation hatte er 1994 in Bern gegründet, um nach der Wende und dem Fall der Berliner Mauer eine neue partnerschaftliche Zusammenarbeit von Ost und West zu bewirken. Mit Georg zusammen habe ich interkulturelle Trainings entwickelt und durchgeführt, zahlreiche Veranstaltungen organisiert und den Youtube-Kanal mit Interviews von Zeitzeugen ins Leben gerufen. Es war eine wunderbare und sehr erfüllte Zeit, manchmal durchschritten wir Räume gemeinsam, manchmal allein.

Meine Arbeit verlangte viel Verantwortung und Kraft von mir, sodass meine Heiterkeit in manchen Zeiten der Erschöpfung wich. Ich sehnte mich nach langen Ferien, auch nach einem Sabbatjahr, welches bis jetzt nie stattfinden konnte. Am meisten Energie brauchte ich für Menschen, die ein Trauma oder mehrere Traumata erlitten hatten. Ein schweres Erlebnis in einem Krieg, unter einer Diktatur, durch einen Verkehrsunfall, durch sexuellen Missbrauch oder noch schlimmer durch jahrelangen Inzest, durch Misshandlungen im Kinder- oder Jugendalter …  Grosse Freude brachte jeweils eine gelungene Wandlung von einer Lebenskrise zu einem neuen Lebenssinn, wenn endlich der richtige Partner geheiratet wurde, wenn endlich ein Kind geboren werden konnte, wenn sich endlich der berufliche Erfolg einstellte. Oder wenn nach vielen Rekursen endlich die rechtmässige Rente ausbezahlt wurde. Ich ermunterte immer zum Weitermachen, Weiterkämpfen. Oft sagte ich: «Wenn wir jetzt – im Kampf für das eigene Recht oder mitten in einem seelischen Heilungsprozess – schon so weit gekommen sind, dann geben wir erst recht nicht auf.»

Mit einem Ritual habe ich gestern Abend Abschied genommen. Zum letzten Mal habe ich in dem nun leeren Raum eine Kerze und ein Räucherstäbchen angezündet. Ich danke für alles, was ich in den vergangenen 40 Jahren erleben und bewirken durfte, weil die Ratsuchenden mir ihr Vertrauen schenkten. Ich danke vor allem dafür, dass ich Zeugin sein durfte für das heilende Wirken der Träume, des bewusst wahrgenommenen Atems und meiner harmonisierenden Naturtonklänge.  
Die geistige Welt antwortet auf meinen Dank mit einem Bild: Georg und ich stehen nebeneinander mit je einer brennenden Fackel in der rechten Hand. Eine Schlange von Menschen geht an uns vorbei, jeder und jede entzündet an unserem Feuer die eigene Fackel und trägt das Licht weiter in die Welt. Dieses Bild berührt mich sehr.

Neue Räume erwarten uns. Auch diese möchten wir heiter durchschreiten und freuen uns auf die nächste Stufe. Denn, so Hermann Hesse, der Weltgeist will uns «nicht fesseln und engen», sondern «heben und weiten».

Und noch einmal zum Stufen-Gedicht:

«Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben …»  

Foto: Die leere Marktgasse in der Berner Altstadt zu Corona-Zeiten
und Text: Petra Dobrovolny          

Mein Tagebuch: 24.01.2021

24. Januar, Sonntag: Ein Gedicht und «höchst wahrscheinlich»

Die Amtseinsetzung von Joe Biden, dem 46. Präsidenten der USA und Kamala Harris, der ersten Vizepräsidentin, dazu noch von indischer und jamaikanischer Abstammung, hat inzwischen stattgefunden. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen gegen die gefürchteten Anhänger von Donald Trump, die vor ein paar Tagen das Capitol erstürmt hatten, und gegen das Virus. Die Korrespondenten fanden dieses Ritual sogar feierlicher als sonst, ernsthafter, weniger als Show. Mich beeindruckt hat vor allem die 22-jährige Dichterin Amanda Gorman, die ihr Gedicht «The Hill we climb» vorlas. Hier ein paar Zeilen daraus:

«Der Hügel, den wir erklimmen»

«Wenn es Tag wird, fragen wir uns, wo wir Licht zu finden vermögen,
in diesem niemals endenden Schatten? …
Und wir haben gelernt, dass die Normen und Vorstellungen von dem was gerecht ist, nicht immer Gerechtigkeit ist …  
Und doch gehört die Morgendämmerung uns,
noch ehe wir es wussten.
Irgendwie schaffen wir es.

… der Sieg wird nicht in der Klinge liegen,
sondern in all den Brücken,
die wir gebaut haben.

Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.»

Ein Basler Kantonsarzt findet die Angst vor den Mutationen «überzogen». Statt Angst zu schüren wünscht er sich mehr Aufklärungsarbeit. Boris Johnson hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass die neue Mutation tödlicher sei. Eine britische Virologin pfeift ihn zurück und sagt: Das sei noch überhaupt nicht bewiesen. Deutschland und die Schweiz tun schon aber so, als sei dies eine Tatsache. In unserem Dorf sind 2 Schulkinder aus dem betroffenen Skiort Wengen im Berner Oberland zurückgekehrt und haben anscheinend das neue Virus mitgebracht. Die Folge: Mindestens 300 Personen mussten in Quarantäne, also auch die Kontaktpersonen der Kontaktpersonen. Nach gut einer Woche wird der Alarm abgeblasen: Die Tests seien negativ. Es sei auch gar nicht bewiesen, dass die 2 Schulkinder tatsächlich angesteckt worden waren. Es sei nur höchst wahrscheinlich.

Wie lange müssen wir noch in einem höchst wahrscheinlichen Szenario leben?

Ab Montag gilt eine neue Regelung für die Quarantäne: Sie soll nur 7 statt 10 Tage dauern, wenn der PCR-Test am 7. Tag negativ ist. Das ist schon mal ein kleiner Lichtblick.

Foto: Blick auf das Berner Oberland
und Text: Petra Dobrovolny






Mein Tagebuch: 15.01.2021

15. Januar, Freitag: Lockdown nach Schweizer Art

Es schneit und schneit. In den Bergen haben Lawinen einige Strassen versperrt.

Ab nächstem Montag hat der Bundesrat wieder einen strengeren Lockdown verordnet. Die Begründung: Die Zahlen seien nicht tief genug gesunken, wegen der Feiertage sei viel zu wenig getestet worden. Vor allem sei das Virus mutiert und um 70% ansteckender. Wir fragen uns: «Woher weiss man das? Wer hat das wie festgestellt?» Grossbritannien sei ein abschreckendes Beispiel, das dortige Gesundheitswesen ist anscheinend wegen des mutierten Virus zusammengebrochen. Die Queen (94) und ihr Ehemann (99) haben sich vorbildlich impfen lassen. Deutschland ist ein positives Vorbild für die Schweiz. Die dortigen Massnahmen sind wieder sehr streng, sogar Bewegungseinschränkungen für einen Radius von mehr als 15 km sind an der Tagesordnung. Wurde dem mutierten Virus ein Kilometerzähler eingebaut?

Der Lockdown der neusten Ausgabe zeichnet sich durch die üblichen schweizerischen Kompromisse aus, denn der Gewerbeverband durfte im Unterschied zu letztem Frühjahr mitreden. Dinge für den kurzfristigen täglichen Bedarf – wer definiert das? – dürfen verkauft werden: «Blumen ja, Kleider nein» heisst die heutige Schlagzeile im «Bund»: «Ab nächstem Montag dürfen wir in der Schweiz keine Schuhe mehr kaufen, Blumensträusse aber sehr wohl. Wir dürfen in den Baumarkt, nicht aber ins Möbelgeschäft. Wir können im Handel Briefpapier und Stifte erstehen, aber keine Sportbekleidung.» Mein Zusatz: Zum Coiffeur darf man, operiert werden darf man nicht, Geschirr und Kochtöpfe, auch Unterwäsche kann man kaufen, T-Shirts nicht. Druckertoner muss ich heute noch dringend besorgen. Auch dieser gehört nicht zum täglichen kurzfristigen Bedarf, obwohl er alles andere als langfristig hält.

Restaurants, Bars und Freizeitbetriebe können nicht wie ursprünglich vorgesehen ab dem 22. Januar wieder öffnen, sondern müssen noch 5 weitere Wochen geschlossen bleiben. Die SVP – die Schweizer Volkspartei, deren Freunde wir nicht gerade sind, die uns jedoch im Verlaufe des letzten Jahres sympathischer geworden ist, schreit auf: «Heimbewohner*innen haben sich sicher nicht im Fussballstadium und in Restaurants angesteckt!» Das ganze Szenario wird immer absurder. Georg meint: «Wenn man alles den Bürokrat*innen überlässt, kommt nichts Gescheites dabei heraus ausser neue Formulare.» Eine Wirtin erzählt im Radio, dass sie 2 Restaurants in 2 verschiedenen Kantonen führe und 2 verschiedene Formulare ausfüllen müsse, um eine Entschädigung zu beantragen.

Bundesrat Berset hat die Psycholog*innen vertröstet: Seine Sachbearbeitenden seien wegen Corona völlig überlastet. Der über 20 Jahre pendente Antrag der Psychologieverbände, die Dienstleistung der psychologischen Psychotherapeut*innen von den Krankenkassen vergüten zu lassen, wird wieder einmal aufgeschoben. Dabei ist die Versorgung von Menschen mit psychischen Problemen in der Schweiz jetzt erst recht durch Corona sehr mangelhaft. Der Berufsverband reagiert mit grossem Verständnis, wie es Psycholog*innen eben tun.

Ob die Skigebiete schliessen, bleibt den Kantonen überlassen. Ein paar Kantone wehren sich vehement gegen die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns. Die Zahlen sind gesunken, die Spitäler haben genügend Kapazitäten, es sterben weniger Menschen als sonst. Von Grippe spricht niemand mehr. Wurde diese dank Impfungen ausgerottet? Mir kommt es vor, als würden wir alle in ein steriles Versuchslabor gesteckt, auf eine fürsorgliche Art und Weise durchgetestet und durchgeimpft, dann weiterhin noch für eine lange Zeit beobachtet … Doch so etwas darf ich weder denken noch äussern, denn dann wäre ich eine Verschwörungstheoretikerin. Man darf auch das Wort Plandemie statt Pandemie nicht in den Mund nehmen.

Ein Beispiel dafür, wie wir auf dies alles positiv reagieren können, gibt die britische spirituelle Lehrerin Diana Cooper. Gerade jetzt ist die Zeit günstig, um unsere Schwingungen zu erhöhen und spirituell zu wachsen: «Lets collectively raise our frequency during this new wave of change and use lockdown positively to grow spiritually and spread the light.»

Become a star! Doch bitte bleibe mit beiden Füssen auf der Erde, auch wenn du wie ein Stern leuchtest! 

Foto und Text: Petra Dobrovolny   

Mein Tagebuch: 12. – 14. Juni 2020

12. Juni, Freitag:

Heute habe ich während einer Klangmeditation zur Erdheilung eine besondere Vision:
Aus der Perspektive eines Adlers sehe ich eine Gegend in der Ukraine, in der im letzten Jahrhundert eine grosse Schlacht stattgefunden hat. Die flachen Felder sind zwar jetzt grün überwachsen, doch ich sehe noch das tiefer in der Erde versickerte Blut. Während der Monochordklänge zieht es sich konzentrisch in Form einer grossen roten an der Erdoberfläche liegenden Spirale zusammen. Sodann erhebt sich diese und dreht sich spiralig in Richtung Himmel. Dabei nimmt sie eine violette Farbe an, welche nach oben hin allmählich zu einem weissen Licht wird. Dies dauert eine Weile. Es scheint eine Reinigung und Heilung zu geschehen, während der ich alte Schlachtrufe und Schreie vergangener Zeiten höre. Das ganze Blut wird wie vom Himmel spiralig aufgesogen und in Licht verwandelt. Zurück bleibt ein im Sonnenschein leuchtendes Weizenfeld und eine Stimme vom Himmel sagt: „Es ist vollbracht.“ Nach einer Weile sehe ich ein weiteres ehemaliges Schlachtfeld in der Nähe, und diese Art von Reinigung geschieht noch einmal. Das Blut erhebt sich wieder als violette Lichtspirale zum Himmel, bis es ganz und gar aufgesogen und weiss durchlichtet ist. In einer dritten Phase sehe ich die Länder Europas unter mir. Alle ehemaligen Schlachtfelder leuchten nacheinander in Form roter Spiralen auf und erheben sich sodann als violette Lichtsäulen spiralig zum Himmel. Solange, bis die Gegend des Schlachtfelds geheilt ist. Am Schluss fliegen tausende von Schwänen spiralig vom Himmel auf die Erde und lassen sich auf den Seen und Flüssen Europas nieder. Ein Schwan sagt zu mir: „Wir sind die Hüter des neuen Friedens.“

13. Juni, Samstag:

Während der heutigen Klangmeditation gibt es eine Fortsetzung. Ich sehe die hohen Berge des Himalayas und einen langen Strom von Flüchtlingen. Es werden immer mehr, die Landschaft wird flacher, aus dem Norden, Osten und Süden strömen die Flüchtlinge nach Westen. Teilweise mit beladenen Reittieren, auch mit Handwagen. Von Regen und Schnee bleiben die Menschen nicht verschont. Dies dauert eine Weile an. Auf einmal drehen die Flüchtlinge am Ende um und wandern in die Richtung, aus der sie gekommen waren, zurück. Es gibt eine langsame, aber deutliche Kettenreaktion: Eine Gruppe nach der anderen dreht sich um und kehrt zurück. Die Luft wird wärmer, die Sonne scheint wie im Frühling. Eine Stimme sagt: „Alle Menschen finden wieder ihr Zuhause, ihren Ort, wo sie in Frieden leben werden. Es werden neue Gemeinschaften entstehen.“
Ich sehe dann ein friedliches China, einen regen Betrieb auf den Handelsstrassen und den grossen Flüssen, in denen wieder Delfine schwimmen.
Auf einmal nehme ich eine neue Anwesenheit im Raum wahr: Ein alter chinesischer Meister sitzt mir gegenüber auf einem niedrigen Hocker und spielt mit einem Bogen auf einem uralten zweisaitigen Instrument. Dann sehe ich, wie weitere alte Meister eintreffen und sich in einen Kreis setzen: Es sind Meister Konfuzius, Lao Tse und weitere chinesische Meister, dann tibetische, Sufi-Meister, Meister der Kaballah, alles Männer. Schliesslich kommen auch christliche Mystiker und hier auch Frauen, wie Hildegard von Bingen dazu. Die stille Botschaft der Versammlung lautet: Wir sind alle auf dem gleichen Weg, wir suchen das Göttliche in unserer Seele. Alle Wege sind richtig, der innere Frieden ist das Ziel. Der Weg ist das Ziel. Und jemand sagt: „Es werden bald wichtige alte Schriften auftauchen oder gefunden, die dies bestätigen.“

14. Juni, Sonntag:

Während der heutigen Klangmeditation zeigt sich mir eine Lichtspirale vom Himmel her zur Erde kommend. Die Engelchöre singen, auch das Läuten von Glocken ist zu hören. Eine Stimme sagt. „ICH BIN das Alpha und das Omega der Welt. WIR SIND das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende der Welt. Nach dem Ende geht es weiter. Das Alpha und das Omega … und ein neues Alpha. Ein Zyklus endet, und ein neuer beginnt. Jetzt sind wir in der Zeit des „und“, in der Zeit des Übergangs. Unsere Träume erschaffen den neuen Anfang.“ 

Text und Foto: Petra Dobrovolny  


Mein Tagebuch: 7. Juni 2020

7. Juni, Sonntag:

In der Nacht habe ich geträumt, dass unsere Nachbarn aus Neuseeland zurückkommen. Ich empfange sie bei ihrer Haustüre, erkläre ihnen die neusten „Corona-Regeln“ und schenke ihnen zwei Hygienemasken.

„Das Magazin“ Nr. 23 zum Wochenende ist ein „Corona-Erinnerungsheft“ mit 28 Beiträgen verschiedener vom Lockdown Betroffener. Ein Obdachloser, eine Schriftstellerin, ein Ausstellungsmanager und Fachleute aus den Bereichen Pädagogik, Virologie, Epidemiologie, Pathologie und der Krankenpflege, die „an der Front“ arbeiteten, erzählen von ihren Erlebnissen. Auch unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beschreibt, wie sie die grosse Verantwortung in dieser Zeit erlebt hat. Sie sei sehr erleichtert darüber gewesen, dass die Bevölkerung so gut mitmachte und die Massnahmen befolgte. Da sei ihr ein Stein vom Herzen gefallen, sie hätte alle umarmen können.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie erschrocken ich am 16. März darüber war, dass ich ungefragt plötzlich zu einer Risikogruppe gehören sollte. Sehr fürsorglich wurde mir dingend empfohlen, zu Hause zu bleiben, um so Leben zu retten. Den täglichen Einkauf sollte mir jemand vor die Türe stellen. Zum Glück liess sich Georg nicht davon abhalten, für uns einzukaufen. Fast jeden Tag fuhren wir abwechselnd in die Stadt zu meiner Praxis. Nie wurden wir von der Polizei angehalten, noch von Nachbarn denunziert. Uns war klar: Solange es keine Schutzmasken gibt, bleibt der Lockdown. Doch der Bundesrat wurde für diese materialorientierte Massnahme erst viel später kritisiert. Ich vermute, dass auch deswegen Frau Sommaruga ein Stein vom Herz plumpste: Alle waren während der anfänglichen Schockstarre brav, niemand ging auf die Barrikaden. Im Unterschied zu anderen Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien, war es nicht verboten, das Haus zu verlassen, in der Schweiz blieb es immerhin „nur“ bei einer Empfehlung.    

Eindrucksvoll sind in diesem Magazin auch die Fotos von menschenleeren Zügen, Autobahnen, dem Zürcher Flughafen und Hauptbahnhof.

„Wo ist das Virus hin?“ fragt die Berner Zeitung von gestern. Brachte das Sommerwetter den Plagegeist zum Verschwinden? Studien zeigen einen nur bescheidenen Effekt der warmen Temperaturen. Weitere Forschungsergebnisse bestätigen die gute Wirkung von Masken und Abstandhalten. Nur ein Fünftel aller Infizierten erkrankt schwer. Der Epidemiologe der ETH Lausanne, Marcel Salathé, sagt. „Die Rechnung für die Zukunft ist einfach: Je mehr man lockert, desto besser müssen die Schutzkonzepte greifen.“
Die Restaurantbesitzer*innen sind nicht zufrieden. Bars und Clubs dürfen auch wieder öffnen und haben weniger strenge Vorschriften als Restaurants zu befolgen. Auch das Rotlichtmilieu darf die Arbeit wieder aufnehmen, mit einem gewissen Abstand von Kopf zu Kopf und dem häufigen Wechsel der Leintücher. In den Stadien ist ein Publikum von 10‘000 Menschen erlaubt. Eine meiner Freundinnen findet es bezeichnend, dass sich wieder mal die Lobby der Machos in Bezug auf Fussball und Sex durchgesetzt hätte.

Estelle schaut für die kommende Woche wieder in die Karten: „It’s all about love!“ Wir werden uns von etwas verabschieden, von der Dunkelheit nach vorne ins Licht gehen. Wir werden Geschenke erhalten oder geben, innere Entscheidungen treffen, die unserem Herzen guttun. Die Engel sagen wieder mehrmals: „Yes!“ Wir sollen uns keine Sorgen machen, wir werden es schaffen!  

Foto – Petra Dobrovolny – der neuen „Corona“ – Fahne, die zur Solidarität aufruft: : Schweizer Kreuz in den Wort „wir“ in den 4 Landessprachen 

Mein Tagebuch: 4. und 5. April 2020

4. April: Der UNO-Generalsekretär Guterres lanciert einen Aufruf, um weltweit einen Waffenstillstand durchzusetzen. Jede/r kann unterschreiben. Werden wir doch noch eine neue Erde sehen? Zurzeit zeigt sie sich bei uns im Frühlingskleid.
Unser georgischer Freund erkundigt sich besorgt nach unserer Gesundheit. Die Schweiz ist weltweit die Nummer 1 in Bezug auf Infizierte pro Kopf: Inzwischen sind es fast 20’000 und 500 Verstorbene. Das weiss man auch in Georgien.
Dieses Wochenende drängen viele Leute bei dem wunderbaren Wetter hinaus. Die Polizei hat mit Ermahnungen alle Hände voll zu tun.
Andere Nachbarn sind heute aus Uruguay zurückgekommen. Wie jedes Jahr sind sie im Januar dorthin geflogen. Anfang März gab es noch keinen Virus in dem Land. Bis eine Modeschöpferin von ihrer Geschäftsreise nach Mailand und Madrid zurückkam. Seither ist die Epidemie auch dort ausgebrochen. Wir hoffen, dass unsere Nachbarn das Virus nicht als Souvenir mitgebracht haben.
Die Kartenlegerin Estelle zieht die Karte für die kommende Woche: «The situation will improve!» Es wird sich also bessern!
Nachbar Florim tanzt vor inbrünstig vor seinem Box-Sack. Wahrscheinlich hat er wieder Post vom Steueramt erhalten.
In meiner Erdheilungsmeditation sehe ich, wie der heilige Ort der Aborigenes, der orange Felsen Uluhuru, in Australien vibriert: Weissgoldenes Licht dringt vom Himmel in ihn ein, der Felsen bewegt sich als ob er atmen würde, und sendet orange-goldenes Licht in Richtung Westen allmählich bis nach Indien. Ist dies das berühmte «Ex oriente lux?», das Licht aus dem Osten?

5. April: Palmsonntag. Jetzt beginnen die Schulferien. Heute ist der bisher wärmste Tag des Jahres.
Mein englischer Freund John ist Pfarrer und schickt mir ein Foto seines Hausaltars, den er jedes Jahr während der Karwoche aufstellt. Auf einem kleinen Tisch aus Holz steht eine Vase mit immergrünen Zweigen – anstatt Palmen – und ein weisses Schälchen mit gesegnetem Olivenöl als Erinnerung an das Öl, mit welchem Maria Magdalena Christus im Grab gesalbt hat. John schreibt , dass nun jeden Tag noch ein symbolischer Gegenstand dazu käme, er schicke mir dann das Foto zu Ostern. Eine wunderbare Idee! Ich freue mich sehr darüber.
Die Ukraine berichtet über erhöhte radioaktive Werte in der Luft: In der Nähe von Tschernobyl ist ein Waldbrand ausgebrochen, der bereits ein grosses Ausmass erreicht hat. Auch das Thema «Kernkraftwerke» meldet sich zurück! Alles kommt ans Licht! «Die Krise hält uns den Spiegel vor!» So lautete gestern die Hauptschlagzeile der NZZ. Das AKW Mühleberg, welches 30 km von uns entfernt ist, wurde im letzten Dezember geschlossen. Der Abbau sei bis jetzt planmässig verlaufen. Gerade werden die Brennstäbe isoliert. Sie werden aber noch 5 Jahre vor Ort bleiben. Die Radioaktivität sei in Mühleberg gestiegen. Das sei normal.
Ausser den Wiederholungen der Ermahnungen und Massnahmen hören wir im Radio und auf den Pressekonferenzen des Bundesrates auf Youtube nichts Neues. Zahlen über Genesene fehlen, validierte Antikörpertests gibt es noch nicht, Schutzmasken kaum. Den Besuch des Kaminfegers haben wir verschoben. Gerade Handwerker, die von Haus zu Haus gehen, könnten auch das Virus verbreiten. Auch Kuriere sollten eine Maske tragen. Und das Verkaufspersonal von Lebensmittelgeschäften. Stattdessen wird gepredigt: Wenn alle zuhause bleiben, vor allem die Alten, werden wir es schaffen. In Schweden sind die Massnahmen strenger geworden. Das Land setzt aber immer noch auf Selbstverantwortung.
Ab sofort gilt in der Lombardei Maskenpflicht, Joggen ist bereits länger verboten. In der Schweiz steigt die Zahl der registrierten Infizierten um 1000 Personen pro Tag. Die Lage scheint sich allmählich zu stabilisieren.
Ein Virologe am Universitätsklinikum Bonn, Prof. Hendrik Streeck, hat in der am stärksten betroffenen Gemeinde Heinsberg eine Feldstudie durchgeführt. Die neusten Erkenntnisse: Als häufige Symptome der letzten Phase der Erkrankung berichteten Betroffene von einem vorübergehenden Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns. Katzen waren nicht infiziert. Proben von Türklinken und Waschbecken zeigten zwar Spuren des Virus. Dieser war im Labor jedoch nicht mehr vermehrungsfähig. Eine Ansteckung passiere aber, wenn jemand in die Hand hustet und sich anschliessend an einer Haltestange im Bus festhalte, die danach von weiteren Fahrgästen ebenfalls berührt wird. Der Virologe meinte, dass uns die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen auf die Dauer nicht weiterbrächten. Problematische Orte seien Krankenhäuser und Pflegeheime. Hier müsste das Personal alle 4 Tage getestet werden. Das schwedische Experiment fände er gewagt, aber interessant.
Ich schreibe einen weiteren Leserbrief an den »Bund»:

«Psychoneuroimmunologie
Wo sind jetzt die Psychoneuroimmunolog*innen, die den Bundesrat beraten könnten? Die Erkenntnisse dieser interdisziplinären Wissenschaft sind über 40 Jahre alt: Das Immunsystem arbeitet mit dem zentralen Nervensystem zusammen: Stress, Angst und Depressionen wirken schwächend, Optimismus, Selbstwert, positive Gefühle wie Dankbarkeit und Selbstkompetenz stärkend. Die vorherrschenden Lebensgefühle sind Stress und Angst. Besonders solange es keinen Impfstoff und Medikamente gegen die Covid-19 gibt, wären Botschaften zur Immunstärkung angesagt. Ausserdem: Wo sind die Schutzmasken, Teströhrchen und Desinfektionsmittel? Hauptsache: Alle bleiben zuhause!»

Georg meint: Präsident Trump sei jetzt auffallend ruhig, seitdem sein Freund Boris Johnson auf der Intensivstation sei. Beide hätten sich für unbezwingbare starke Männer gehalten.
Im Netz kursieren bereits Witze aus Tschechien für die Zeit danach: Aus zwei Stoffmasken wird das Oberteil für einen Bikini gebastelt.


Text und Fotos: Petra Dobrovolny

 

Ein Gedichtband …

Dieser Sammelband mit 24 Gedichten von
Petra Dobrovolny ist soeben erschienen
ISBN 9783749410194
Hrsg.: www.literaturpodium.de
Im Buchhandel und auch als e-book erhältlich

Ein Gedichtband ist wie ein Freund

Ein Gedichtband
ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und bewirkt, dass du
dich fühlst zu Haus.

Bescheiden reiht er sich
in dein Bücherregal ein,
zwinkert dir zu
ab und zu
und lädt dich ein:
„Schau‘ doch wieder mal
herein
zur Erbauung deiner Seele,
auf dass es ihr und dir
an Herzensnahrung
nicht fehle!“

Ein Gedichtband
ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und bewirkt auf seine Art
artig und fein,
dass du dich nicht mehr fühlst allein.
… und er bewirkt ganz leise,
dass du dich fühlst bescheiden weise.

Ein Gedichtband zwinkert dir zu:
„Setz‘ dich mal hin
und lies in aller Ruh‘
meine Botschaft der Liebe und des Friedens.
Dann mag dich nichts mehr betrüben!“

Drum schickt Gedichte um die Welt,
damit sie nicht auseinanderfällt.
Gedichte vereinen euch in Frieden.
Ihr möchtet euch nur noch in den Armen liegen.

Gedichte
bringen das Menschliche ans Lichte,
auf dass es scheine ewiglich
in jedem Herzen
und in der ganzen Welt,
auf dass sie in Kriegen
nicht nur innehält,
sondern ganz und gar davon absieht.
Es ist der Frieden, der siegt!

Gebt dies den Kindern weiter,
auf dass sie dichten mögen
heiter weiter
und mögen lesen Gedichte
im Lichte
des Friedens und der Liebe.

Ein Gedichtband ist wie ein Freund.
Er reicht dir die Hand
über die Seiten hinaus
und wirkt in dein Herz hinein.
Was gibt es Schöneres
als mit einem Gedichtband
in der Hand
einfach zu träumen
und zu sein?

Text: Petra Dobrovolny

Neujahrsgedicht

Neujahrsgedicht

Was bringt dir wohl das neue Jahr?
Dessen bist du dir noch nicht gewahr.
Über deinem Weg der Nebel liegt,
an der nächsten Kreuzung du vielleicht abbiegst.

Geh‘ Schritt für Schritt im Vertrauen,
es wird wohl nicht lange dauern
bis den Nebel verdrängt die Sonne
und dir zeigt wohin
in Freude und Wonne!

Text und Foto: Petra Dobrovolny