Begegnungen im Januar 2023 (2)

Anfang Januar betrat zur Mittagszeit, als ich gerade übte, ein älterer Herr die Kirche, setzte sich und betete, bis ich mein Üben beendet hatte. Dann kam er zu mir und sagte, dass ihm die Klänge sehr gefallen hätten. Er hatte sogar den richtigen Grundton herausgefunden und bemerkte, dass ich ein hübsches Hugenottenkreuz an meiner Halskette trage. Ich wunderte mich und fragte: «Vous êtes un expert?» Ja, er sei ein pensionierter reformierter Pfarrer und wohne hier in der Gegend. Ich erzähle ihm, dass meine Grossmutter väterlicherseits von einer Hugenottenfamilie stammte, die aus Frankreich – Colmar – fliehen musste, und zwar in die Hansestadt Lübeck. Meine Grossmutter hatte sich als kleines Mädchen den Erwachsenen immer so vorgestellt: «Ich heisse Cayé und esse am liebsten Cailler-Schokolade.» Daraufhin erzählt mir der Herr Pfarrer, dass er ebenfalls aus dem Elsass stamme. Er möchte noch wissen, woher meine Kristall-Klangschalen kommen und ob ich nur meditative oder auch andere Musik spiele. Erfreut über das Gespräch meint er, dass er wohl mal an einem Freitag nach Leukerbad käme, wenn ich «offiziell» eine Klangmeditation gebe.

Am Freitag, den 13. Januar ist es wieder so weit: Bereits eine Viertelstunde vor Beginn meiner Klangmeditation finden sich etwa 17 Personen ein, meistens ältere Ehepaare. Die Sakristanin hatte die Stühle im hinteren Bereich der Kirche um 90° gedreht, sodass das Publikum mit Blick in Richtung Seitenkapelle, auch Barbara-Kapelle genannt, Platz nehmen kann. Die Beleuchtung ist gedämpft, bei der Marienstatue brennen etwa 20 kleine Kerzen in ihren kleinen roten Plastikbechern, eine davon stelle ich auf den Holzaltar, auf den ich meine Kristall-Lyra und drei Klangschalen gelegt habe. In die feierliche und andächtige Stille hinein schlagen die Turmglocken viermal, um die volle Stunde anzukündigen, danach gibt die tiefste Glocke kund, dass es fünf Uhr ist. Zufälligerweise tönen meine drei Klangschalen ähnlich wie die Kirchenglocken, sodass ich mit einem «Kanon für Kirchenglocken und Kristall-Klangschalen» beginnen kann. Singend schaffe ich den Rahmen für die Meditation: «In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti», begrüsse das Publikum mit «Benedictus, benedicta, qui venit in nomine Domini». Danach improvisiere ich auf meiner Kristall-Lyra, anschliessend kommt das «Gloria in excelsis Deo». Für mich verstärken die lateinischen Sätze die Kraft des Gebets. Besonders das «Sanctus, sanctus, sanctus» mit «pleni sunt caeli et terra gloria tua», «voll oder gefüllt sind Himmel und Erde mit deiner Glorie».  Was bedeutet Glorie? Ich stelle mir darunter einen göttlichen Überfluss vor, den man sich als Mensch kaum vorstellen kann. Wenn einen solchen im Himmel und auf der Erde gibt, wie können wir dann von Energiemangel sprechen? Die Schöpfung Gottes fliesst über, der Mensch sieht überall Mangel. Beim «Sanctus» bemerke ich, dass die Zuhörenden meinen Worten und Klängen folgen und im Gebet versinken, bei «Agnus Dei» und «dona nobis pacem» verdichtet sich diese Andacht noch mehr. Dies sind für mich sehr kostbare Momente. Meine innere Antenne stelle ich auf Empfang und sehe, wie die Seelen von in Leukerbad Verstorbenen in Form von durchsichtigen Lichtkugeln herbeischweben und wie Christus in einem smaragdgrünen Gewand durch die ehemalige Haupttüre der Kirche hereintritt, seine Arme ausbreitet und von hinten her mein Publikum liebevoll umarmt. Zum Abschluss singe ich «Pax Domini sit semper vobiscum», «der Friede des Herrn sei immer mit euch», und «Andate in pacem», «Gehet hin in Frieden» begleitet von meinen Klangschalen. In das «Amen» hinein tönt der Viertel-vor-sechs-Schlag zweier Glocken. Ich bedanke mich bei allen für ihr Kommen, wünsche inneren Frieden und reiche zwei Körbchen für die Kollekte herum. Drei Damen möchten sich noch persönlich bei mir bedanken. Sie erzählen mir, dass sie Hebammen aus Bern und dem Emmental seien. Sie hätten ein Wellness-Wochenende in Leukerbad gebucht, meine Klangmeditation sei ein wunderbarer Auftakt dazu gewesen. Eine erzählt mir, dass sie auf meiner Webseite dolphinkissis.ch Fotos von mit meiner Stimme besungenem Wasser nach der Methode von Masaru Emoto* aufgeschaltet hätte. Vor einigen Jahren hätten sie ein Projekt gehabt, das Fruchtwasser von schwangeren Frauen, die keinen Ultraschall machen liessen, von Prof. Emoto untersuchen zu lassen. Leider sei dieser noch vor dem Projektbeginn gestorben. Ich sage: «Das ist ein wichtiges Thema. Ich hoffe, dass Sie daran weiterforschen können. Es gibt im Kanton Bern und im Tessin Fotografen, die mit dieser Methode arbeiten.»
Beglückt von den Erfahrungen und Begegnungen der letzten Stunde verlasse ich die Kirche und treffe zufälligerweise noch den Pfarrer. Ein «Spion» hätte ihm bereits erzählt, wie viele Leute gekommen seien.

* Vor mindestens 25 Jahren entdeckte der Japaner Masaru Emoto, dass Wasser Informationen aufnimmt und je nach Art dieser Information unterschiedliche Formen von Eiskristallen bildet. Er experimentierte mit der Beschallung von Wasser mit verschiedener Musik, mit Schimpfworten und liebevollen Worten, untersuchte auch Wasser von Heilquellen wie zum Beispiel Lourdes oder aus einem See vor und nach der Meditation einer Gruppe am Ufer. Eine Wasserprobe, die mit dem Wort «Liebe» oder «Danke» beschriftet worden ist, bildet wunderschöne sechsstrahlige Eiskristalle aus. Leitungswasser grosser Städte oder Proben, die beschimpft worden waren, wiesen eine zerfallene Struktur auf. Wenn wir bedenken, dass unser Körper mindestens zu 70% aus Wasser besteht und welche Informationen täglich auf uns einprasseln, ist es nicht verwunderlich, dass so viele Menschen krank sind. 

Foto: Seitenkapelle mit Maria von Fatima in der Leukerbader Pfarreikirche

und Text: Petra Dobrovolny

  

Begegnungen im Januar 2023

Leukerbadner Rosinen – Begegnungen im Alltag

Warum Leukerbadner und nicht Leukerbader? Leukerbad hiess einmal Baden, die Einwohner*innen wurden als «Badner*innen» bezeichnet. Noch heute eröffnet der Gemeindepräsident die Gemeindeversammlung mit «Liebe Badner und Badnerinnen!» Seit Oktober 2020 gehöre ich dazu.

Am 11. Januar 2022 besuchte ich einen Vortrag über die Chronik der alteingesessenen Familien von Leukerbad und Albinen unter dem Titel: «Die alten Häuser noch, die alten Freunde aber nicht mehr».

Der Vortragende, der 80jährige Lehrer im Ruhestand, Bruno Zumofen, zitiert das Bundesamt für Statistik. Dieses stellt für das Jahr 2022 für Leukerbad 1320 Einwohnende fest. Davon tragen 94 den Namen Grichting, ebenfalls 94 den Namen Loretan, 30 heissen Roten und je 14 Da Silva und Pereira. Die zwei letzten Namen lassen darauf schliessen, dass es hier eine portugiesische Gemeinschaft gibt. Die alten Familien Grichting und Loretan waren meistens in Verwaltung und politischen Ämtern tätig. An den alten Häusern kann man heute auf den Balken der Hauptfassade die Initialen der Bauherren entdecken. Die Initialen zeugen von Familien mit Namen Oggier, Schulier oder Julier, Matter, Hofer, Tschopp oder Zumofen, deren Nachfahren inzwischen ausgewandert ins Rhonetal oder weiter weg bis in die USA ausgewandert sind. Einige begaben sich in den Dienst des Vatikans. Auch von Todesursachen wird berichtet: Steinschlag, Lawinen, bei der Schlacht in Pfyn oder im Dienst als Rekruten des Königreichs Sardinien. In Leukerbad waren ganze Familien über Generationen hinweg tätig als Bäcker, Hoteliers oder Ärzte. Der Gemeindeschreiber hielt in kunstvoller Handschrift insgesamt 5 Klassen Einwohnende fest: Die 1. Klasse waren die Burger, die 2. Klasse die Zugewanderten, die 5. Klasse Handwerker wie Schmiede oder Schreiner ohne festen Wohnsitz. Im Jahre 1829 zählte Leukerbad 419 Einwohnende, davon waren 213 Männer und 206 Frauen. Die Männer hiessen mit Vornamen meistens Joseph, Johann oder Alois, die Frauen Katharina oder Marie. Um sie im Alltag besser unterscheiden zu können, erhielten sie einen Über- oder Spitznamen. Ein Pfarrer wurde «Pfund» genannt, weil er über einen gewissen Bauchumfang verfügte. Der Vortragende erwähnt, dass einer seiner Urahnen einen Seitensprung gemacht hätte. Dank dem stünde er, Bruno Zumofen, heute hier und könnte diesen Vortrag halten. – Im Jahre 1501 wurde Leukerbad eine selbständige Pfarrei, damit sich die Gläubigen während der langen strengen Winter nicht mehr ins Tal nach Leuk zur Messe begeben mussten. Die Kirche war zunächst der heiligen Barbara geweiht. Sie gilt für die Bergbevölkerung als Patronin, die vor schweren Unwettern, Lawinen und weiteren Gefahren schützt. Im Jahre 1864 bis 1866 wurde die Kirche erweitert: Das ursprüngliche Hauptschiff mit der traditionellen Ost-West-Achse wurde zur Seitenkapelle, das daran angebaute neu entstandene Hauptschiff mit einer Nord-Süd-Achse wurde der heiligen Maria geweiht. 

Anfang den 50er Jahre wanderten immer mehr Portugies*innen nach Leukerbad. Sie sind auch heute noch vorwiegend in der Gastronomie und in den Bädern tätig. Einmal im Monat findet in der Pfarreikirche Maria, Hilfe der Christen, eine Messe auf Portugiesisch statt. In einer Nische der Seitenkapelle steht eine Marienstatue aus dem portugiesischen Dorf namens Fatima. Diese hat ein Künstler aus Zedernholz nach der Erzählung der drei Hirtenkinder, denen die heilige Maria erschienen war, erschaffen. Im Marienjahr 1954 «wanderte» diese Statue im Rahmen der Feierlichkeiten mit Prozessionen ins Wallis. Der damalige Leukerbadner Pfarrer erwarb sie für seine portugiesischen Gemeindemitglieder. Jeden Tag spenden Einheimische und Tourist*innen der «Königin des Himmels» Kerzen als Zeichen des Danks oder der Fürbitte.

Seit September 2022 darf ich jeweils zur Mittagszeit unter dem barmherzigen Blick der Maria von Fatima mit meinen Instrumenten aus Bergkristall und meine liturgischen Gesänge in Latein üben. Währenddessen schauen Wandernde und Einheimische in die Kirche herein, lauschen für kürzere oder längere Zeit meinen Klängen, manche beten still für sich, bedanken sich mit einer Geste bei mir, fragen nach der Herkunft meiner Instrumente oder dem Komponisten meiner Liturgie. Im letzten September kam eine Frau aus dem Zürcher Oberland vorbei und hörte mir längere Zeit zu. Sie meinte, dass die Klänge sehr heilend wirkten, auch wenn sie nicht katholisch sei. Wann würde ich denn mal ein offizielles Konzert geben und wie könnte sie das Datum erfahren. In diesem Jahr 2023 werde ich jeden 2. Freitag im Monat eine Klangmeditation anbieten.

Am 3. Januar kam eine Mutter mit ihrem etwa 4-jährigen Buben in die Kirche, als ich gerade beim Üben war. Der Kleine schaute mich gross an und zeigte mir den «Daumen hoch». Auf dem Schoss seiner Mutter hörte er mir eine gute Viertelstunde lang zu und begann dann mit den Buntstiften, die auf einem Tisch für Kinder bereitstehen, ein Bild für mich zu malen: Eine Blume mit einem schwarzen Kreis als Mitte und sechs gelben Blütenblättern. Ein violettes Rechteck – ähnlich meiner grössten violetten Klangschale – , welches mit der Quelle der Schöpfung, dem schwarzen Loch in der Mitte verbunden ist, schickt violette Linien auf die Erde. Nachdem der Bub mit seiner Mutter wieder gegangen war, fotografierte ich das Gemälde. Man könnte es so verstehen: Aus einem schwarzen Loch entstehen lichtvolle Blätter, es entsteht eine neue Erde und meine Klänge begleiten diesen Schöpfungsprozess.

Foto: Kinderzeichnung zu meinen Klängen

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 08.01.2023

08.01.2023, Sonntag: Wünsche, Nachrichten, Prophezeiungen

Seid herzlich gegrüsst im neuen Jahr. Mögen die drei heiligen Könige euch dieses Jahr mit dem Gold der Weisheit, mit Weihrauch zur Klärung von Gefühlen und Gedanken und mit Myrrhe zur Stärkung des Immunsystems beschenken!

Eigentlich wollte ich nichts mehr zum Thema C schreiben. Doch es ist immer noch unglaublich, was passiert. Am 5. Januar berichtete Dr. John Campbell auf seinem Youtube-Kanal von einer Studie mit über 50’000 Probanden, die während dreier Monate an der Universität Cleveland lief. Das Resultat ist eindeutig: Je öfter die Teilnehmenden geimpft worden waren, um so signifikant öfter erkrankten sie an Covid. Einen Tag später hat Dr. Campbell das Video gelöscht und entschuldigt sich ohne Begründung dafür, dass es nicht mehr zugänglich ist. In einem späteren Video berichtet er von einer Statistik eines Krankenhauses in Swindon (UK), die im Vergleich zum Jahr 2019 einen fast achtfachen Anstieg an Fällen mit entzündlichen Herzkrankheiten bis zum Jahr 2022 zeigt.  Am Tag darauf meldet sich diese Institution bei ihm mit der Entschuldigung, dass die publizierten Zahlen fehlerhaft seien, und liefert harmlose und unauffällige Zahlen nach, die jetzt korrekt sein sollen. Dr. Campbell korrigiert dementsprechend in einem nächsten Video seinen Bericht und sagt, er freue sich darüber, dass die ursprüngliche Schreckensnachricht nicht stimmte. Fehler könnten eben passieren. Demonstrativ streicht er die zuerst gezeigten Zahlen durch. Als Kommentar zum Video schreibe ich: Dr. Campbell sollte einen Preis für wissenschaftlichen Humor erhalten. Innerhalb von 24 Stunden bekomme ich 559 «Likes».

An Silvester starb der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Alter von 95 Jahren. Zum ersten Mal beerdigt ein Papst einen Papst.

In der Silvesternacht wurde hier in Leukerbad nach zwei Jahren «Corona-Ruhe» sehr viel geknallt. Die Floristin erzählt mir, was sie wütend macht: «Da kommen die Leute und beschweren sich darüber, was hier alles teurer geworden ist und geben dann so viel Geld sinnlos für Feuerwerk aus.» Georg meint: Die denken gar nicht daran, wie sehr sie damit die chinesische Wirtschaft unterstützen. In den Nachrichten hören wir, dass in deutschen Städten, besonders in Berlin, Jugendliche mit Feuerwerkskörpern gewalttätig auf Polizei und Feuerwehrmänner losgegangen sind.

Am 6. Januar feiert der bekannte Schweizer Komiker Emil seinen 90. Geburtstag. Der sympathische Luzerner steht immer noch auf der Bühne und bringt das Publikum durch Lachen zu Selbsterkenntnis.

Eine gute Nachricht vom Haus: Unser Nachbar Hans aus Bremen hat das Fleisch, das er wie in den letzten 20 Jahren auch diesen Winter im Keller trocknen wollte, auf unsere Beschwerde hin verschwinden lassen. Der üble Geruch nach Verwesung, der sich in der Waschküche, wo auch Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird, und im Treppenhaus verbreitet hatte, schwächt sich allmählich ab. Georg, mein Lebenspartner und ein Fragekünstler, hatte Hans gefragt, ob er ihm die toten Schaben aus dem Keller in einem Briefumschlag in den Briefkasten legen solle. 

Für den 7. Januar hat Herr P eine Feuerpause angekündigt. Gemäss dem julianischen Kalender feiert die orthodoxe Kirche an dem Tag Weihnachten. In mehreren Kirchen der Schweiz, so zum Beispiel in der russisch-orthodoxen Kirche in Zürich, feiern Russ:innen und Ukrainer:innen gemeinsam. Vorhersagen von Kartenleger:innen auf Youtube gehen in die Richtung, dass der Krieg spätestens im März, wenn nicht schon Ende Januar beendet sein wird. Hoffen wir das Beste!  

In eigener Sache:

Nach drei Jahren schliesse ich heute mein Tagebuch in dieser Form ab. Zum Thema C habe ich alles Nötige geschrieben, zu den Themen Angriffskrieg auf die Ukraine und Solarenergie ebenfalls. Wir wünschen uns eine kritische Aufarbeitung der Corona-Zeit und Frieden in der Ukraine und der Russischen Föderation.

Verweisen möchte ich auf folgende englische, deutsche und schweizerische Youtube-Kanäle von :  

Dr. John Campbell, Gunnar Kaiser, Heike Michaelsen, Amanda Ellis, Mystica Magazin von Thomas Schmelzer, QS24tv über Naturmedizin, Wolf-Dieter Storl, Eckhart Tolle, Kusumitra TV , Clemens Arvay, Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch, Prof. Dr. Stefan Hockertz (Psychoneuroimmunolgie), ….

Meinen Blog werde ich weiterhin mit einer neuen Form von Tagebuch bedienen ohne die ganze Welt abzudecken, sondern mit Geschichten aus dem Alltag. Zum Beispiel: Begegnungen bei der heiligen Maria von Fatima.

Foto: Krippe in der Kirche Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny

 

Mein Tagebuch: Rückblick 2. Hälfte 2022

Jahresrückblick
2. Teil: Juni bis Dezember 2022
 

Am 1. Wochenende im Juni feiert UK das «Platinum Jubilee». Zum 70. Mal jährt sich der Tag der Krönung von Her Majesty Queen Elizabeth II. Das erste grosse Fest seit der «Corona-Zeit» verläuft friedlich.

Ende Juni findet in Leukerbad das jährliche internationale Literaturfestival statt. Dieses Jahr muss das Publikum keine Hygienemasken mehr tragen. «Corona» ist in den Beiträgen der Autoren und Autorinnen kein Thema, auch nicht die durch die Massnahmen der Behörden entstandene Erosion der Demokratie, der Menschenrechte, insbesondere der Meinungsfreiheit … Ist es für eine solche literarische Aufarbeitung noch zu früh? Stattdessen ist das Thema «Ukraine» und «Heimat» präsent. Die ukrainische Schriftstellerin Tanja Maljartschuk liest vor: «Was ist Heimat? Heimat ist, woher die Traumata kommen.»


Statt Covid-Wellen beschäftigen uns jetzt Hitzewellen. Sogar in Leukerbad auf über 1400 Meter ü.d.M. werden es an einigen Tagen 30°C, in Basel 40°C. Wegen grosser Waldbrandgefahr werden in den meisten Kantonen für den Nationalfeiertag am 1. August Feuerwerke verboten. Georg und ich lancieren eine Petition, die Knallerei auch noch aus einem anderen Grund – und nicht nur der Tiere zuliebe – sein zu lassen: Bei jedem Knall erleben die zahlreichen Flüchtlinge in der Schweiz – nicht nur jene aus der Ukraine – die Kriegssituation wieder, vor welcher sie unter Lebensbedrohung geflohen sind. Ihr Trauma wird reaktiviert. In der Traumatherapie wird diese Reaktion mit «Flash back» bezeichnet. Ausser den Fachleuten für Traumata ist dieses Phänomen nur wenigen bekannt. Noch im Juli schreiben wir an verschiedene Politiker:innen. Unser Anliegen wird mehrheitlich positiv aufgenommen, besonders in unserem Wohnquartier in Bremgarten. Es gibt auch negative Reaktionen: «Warum sollen wir uns ausgerechnet wegen der Flüchtlinge die demokratischen Errungenschaften der Schweiz nicht mit Knallen feiern?» In Bremgarten bleibt es am 1. August ruhiger als sonst. Eine Nachbarin hatte den Brief mit unserem Aufruf fleissig weiterverteilt. In vielen Gärten feierten Familien und Bekannte ohne Knallerei.

Das Verfassungsgericht Lichtenstein erklärt die 2G-Regel als verfassungswidrig. In der Schweiz gibt es kein Verfassungsgericht. Das Volk ist der Souverän. Der Rütli-Schwur lautet:
«Wir wollen sein ein einig’ Volk von Brüdern, …
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.»

Am 8. September stirbt die Queen in ihrem Sommerschloss in Schottland. Eindrucksvolle tagelange Zeremonien begleiten das Ende einer Ära. Leider ist das Ende der Ära der russischen Angriffskriege noch nicht zu Ende. Trotzdem wagen unsere ukrainischen Nachbarinnen mit ihren Kindern die Rückkehr in ihr Heimatland. Nach drei Wochen kehrt eine von ihnen, Veronika, mit ihren drei Kindern wieder zurück. Ihr Mann, der die Ukraine nicht verlassen darf, konnte wenigstens seinen jüngsten Sohn, der 2-monatigen Platon kennenlernen, doch es gab keine sichere und bewohnbare Bleibe für die Familie. Dies erinnert Georg an die Zeit nach dem «Jugoslawien-Krieg» von vor 25 Jahren. Damals konnte Georg mit seiner Organisation Forum Ost-West bewirken, dass die Schweiz Baumaterial nach Kosovo lieferte. Die dortige Bevölkerung konnte so ihre eigenen Häuser selbst wiederaufbauen. Die damalige Schweizer Hilfe war ein Erfolg, der auch im Ausland Anerkennung fand. Georg schreibt an das EDA (Aussenministerium) und fragt, ob die damalige Hilfe an Kosovo als Modell auch jetzt für die Ukraine gelten könne. Die Antwort lautet: Es möge sein, dass es eine solche Hilfe gegeben hätte. Informationen darüber lägen der Behörde jedoch nicht vor.

Ab Oktober darf ich mit Genehmigung des neuen Pfarrers, der ursprünglich aus Deutschland stammt, hier in der Leukerbadner Marienkirche zur Mittagszeit für meine geplanten Klangmeditationen üben. Die wunderbare Akustik des hohen neu-romanischen Kirchenschiffs bringt die Klänge meiner Musikinstrumente aus Bergkristall und meiner Stimme erst recht zur Entfaltung. Besuchende, die mich dabei zufälligerweise antreffen, nehmen auf den Bänken Platz, lauschen oder beten still für sich. Oft spenden sie bei der Marienstatue, neben der ich spiele, eine Kerze und bedanken sich bei mir.
Am 15. Oktober darf ich die Samstagabend-Messe begleiten. Am 9. und 23. Dezember von 17 bis 17.45 Uhr halte ich jeweils eine Klangmeditation mit dem Titel «Dona nobis pacem». Die Kollekte überweise ich an die schweizerische Organisation «Pro Mundo» für ein Projekt zugunsten der Therapie und Rehabilitation kriegstraumatisierter Menschen in der Ukraine.

Im Oktober darf ich meinen 70. Geburtstag feiern. Statt einer grossen Familienfeier wünschte ich mir über das Jahr verteilte Besuche. Rückblickend war dies eine gute Entscheidung, denn wir verbrachten wunderbare Tage mit einzelnen Familienmitgliedern und ihren Kindern, die wir noch nicht näher kannten.

Im Hinblick auf den nahenden Winter wird von offiziellen Stellen her der Bevölkerung Angst vor einem Energiemangel gemacht. Endlich soll die Abhängigkeit vor allem von russischem Gas und Öl vermindert oder bestenfalls gemieden werden. Diskussion über erneuerbare Energiequellen und Selbstversorgung, wie sie in den 70er Jahren während der sogenannten Erdölkrise bereits üblich waren, werden wieder aktuell. Haben wir 50 Jahre lang geschlafen? Bereits damals entstand in Leukerbad die Idee, das reichlich fliessende 51°C heisse Thermalwasser – vier Millionen Liter pro Tag – für ein Fernwärmenetz zu nutzen. Die Erdöllobby konnte dies bis heute erfolgreich verhindern. Jährlich werden 80 Millionen Liter Heizöl für die Gemeinde benötigt. Ohne Wertschöpfung. Das für wenige lukrative Geschäft geht nun langsam zugunsten der Allgemeinheit zu Ende.

Zu Jahresende gedenken wir immer auch den Menschen unseres Freundeskreises, die uns verlassen haben. Dieses Jahr gibt es auffallend viele darunter, die einen plötzlichen und unerwarteten Tod im Zusammenhang mit einer nRNA-Impfung gegen Covid19 erlitten haben. In vielen Ländern weltweit gibt es eine Übersterblichkeit. Mutige Ärzt:innen und andere Wissenschaftle:innen fordern einen Diskurs, der früher üblich war, sowie unterschlagene Daten. Sogar renommierte Fachleute riskieren Schikanen und Repressalien. So zum Beispiel auch der in Deutschland lebende Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, dem im März nächsten Jahres der Prozess gemacht werden soll. Nicht etwa wegen der Verbreitung seiner Fachkenntnisse, sondern wegen Volkverhetzung. Unter seiner Mitwirkung wurde die internationale Gesellschaft «Doctors4covidethics» gegründet.

 Unterdessen plant die Pharmaherstellerin Moderna weitere Produktionsstätten für den immer noch nur provisorisch und notfallmässig zugelassenen mRNA-Impfstoff in Kanada, UK und Australien. Es gibt Regierungen, die für die kommenden 7 bis 10 Jahre weitere Kaufverträge für Millionen von Impfdosen auf Kosten der Steuerzahlenden abgeschlossen haben. Ausführlich berichtet darüber Dr. John Campbell auf Youtube. In der Schweiz hat ein Gericht durchgesetzt, dass das BAG (Bundesamt für Gesundheit) die bisher geheimen Kaufverträge offenlegen muss.

Wie lauten Georgs und meine Wünsche für 2023 und die weitere Zukunft? Um ihnen mehr Nachdruck zu verleihen, formuliere ich sie so, als wären sie bereits in Erfüllung gegangen:

1. In der Ukraine herrscht Frieden. Der kleine Platon kann in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen und sich seinen Begabungen gemäss entfalten.

2. Die Menschen hören einander zu, ohne den anderen zu verurteilen.

3. Der wissenschaftliche Diskurs ist wieder möglich und nachvollziehbar. Die Wahrheit kommt ans Licht. Die «Pandemie-Zeit» wird kritisch aufgearbeitet.

4. Die Menschen setzen sich mehr und mehr für das Gemeinwohl ein. Im Kleinen wie im Grossen. Die internationale Zusammenarbeit verbessert sich.

5. Die zivile Gesellschaft entdeckt ihren Mut zur Eigeninitiative und die Vorteile der Eigenverantwortung.

6. Die Schulen fördern die Talente und Begabungen der Kinder. Neue Berufe entstehen aus Bedarf und Freude am Tun.

Nun wünschen wir allen ein glückliches 2023. Schreibt eure Wünsche auf, um zu unterstreichen, was ihr manifestieren möchtet. Als Kommentar könnt ihr sie auch in meinen Blog schreiben.

Wir sind die Zukunft, die wir sehen wollen!

Foto: Tulpen von Georg

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 30.12.2022

30. Dezember, Freitag: Über Geruchsempfinden und Vermisste in der Ukraine

Über Nacht hat der Schnee Leukerbad wieder in eine Winterlandschaft verwandelt. Die Kinder jauchzen!
Nach Italien führt auch Spanien ab sofort Corona-Tests bei der Einreise chinesischer Tourist:innen durch. Vor einem Monat hatte die Regierung in Peking nach heftigen Protesten der Bevölkerung die Null-Covid-Strategie beendet und die strengen Massnahmen aufgehoben. Seither steigen die Infektionszahlen exponentiell, es gibt mindestens 250 Millionen Infizierte, das Gesundheitssystem ist völlig überlastet. Chines:innen dürfen ohne Tests ausreisen.
Gestern traf ich zufälligerweise unseren Nachbarn Hans aus Bremen in der Waschküche. Er schaut mich mit grossen Augen an: «Ich habe heute euren Brief im Briefkasten gefunden und musste sehr staunen. Von einem Neuankömmling lasse ich mir schon gar nicht verbieten, was ich 20 Jahre lang getan habe! Das Fleisch lasse ich noch 3 Wochen lang trocknen. Denn 700 Franken in die Abfalltonne werfen, das tu’ ich nicht.» Noch nie hätte jemand in all den Jahren reklamiert, denn es sei auch nichts zu riechen, auch jetzt rieche er nichts. Zum Beweis schnuppert er in der für mich übelriechenden Waschküche herum. Nun staune ich! Dabei bin ich nicht die Einzige, die den Gestank bemerkt hat. Die letztjährige mündliche Beschwerde hatte Hans wohl nicht erreicht. Das inzwischen 40-jährige Reglement gelte für alle, egal wie lange jemand im Haus wohne, gebe ich zu Bedenken. Er werde sich erkundigen, was im Wallis üblich sei und an der nächsten Stockwerkeigentümerversammlung darüber abstimmen lassen, ob er weitermachen dürfe. Und natürlich gäbe es Ungeziefer im Keller, so wie in jedem Haus. Es sei nicht bewiesen, dass es einen Zusammenhang mit dem Fleischtrocknen gäbe.

Gut zehn Monate nach Kriegsbeginn gelten in der Ukraine nach Angaben der ukrainischen Präsidentenberaterin Alona Verbytska viele Menschen als vermisst. «Russland hat aktuell 3392 ukrainische Kriegsgefangene bestätigt, aber in der Ukraine gelten derzeit 15 000 Menschen als vermisst, darunter viele Zivilisten», sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Schicksal dieser Menschen sei völlig ungewiss, sagte Verbytska, die sich als Ombudsfrau für die Rechte ukrainischer Soldaten engagiert. «Wir wissen nicht, was mit ihnen geschehen ist.»

Foto: Krippe in der Leukerbadner Kirche

und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: Rückblick 1. Hälfte 2022

28. Dezember, Mittwoch: Jahresrückblick 1. Teil: 20.12.2021 bis Mai 2022

Georg meint, es sei noch zu früh für einen Jahresrückblick, denn das Jahr sei noch nicht zu Ende, es könnte noch viel passieren. Doch ich möchte schon mal damit beginnen und kann immer noch hinzufügen, was sich in den folgenden Tagen zeigen mag.

Zunächst schaue ich in meinem Tagebuch 2021* nach, wie die letztjährige Weihnachtszeit war und staune, denn jene Ereignisse scheinen mir schon ewig her und wegen ihrer Unglaublichkeit und Absurdität wie aus einer anderen Welt zu sein. Unter dem Datum vom 22. Dezember 2021, Mittwoch, hatte ich geschrieben: «Seit letztem Montag gilt in der ganzen Schweiz für öffentliche Innenräume die 2G-Regel: Nur Geimpfte und nachweislich Genesene dürfen zum Beispiel in Restaurants und Kirchen. … Welche Kirche unterstützt eine solche Diskriminierung? Dazu noch mit welcher Begründung, wenn es klar ist, dass Geimpfte das Virus auch verbreiten können? Wurde die Botschaft von Christus vergessen? Hier in Leukerbad lese ich den Fahrplan der Gottesdienste und Messen über Weihnachten und Neujahr: Zertifikatspflicht! Ich kann es kaum glauben!»
Für die Therme galt sogar die 2Gplus-Regel: Geimpfte und Genesene mussten beim Eingang zusätzlich einen negativen Test vorweisen! Spätestens im Dezember 2021 war also bekannt, dass Geimpfte ansteckend sind. Diese Massnahmen dauerten zwei Monate lang.
Für uns Ungeimpfte bedeutete dies: Wir durften weder ins Thermalbad noch in die Kirche. Restaurants durften wir nur zum Besuch der Toilette betreten, Getränke und Mahlzeiten mussten wir egal bei welchem Wetter draussen einnehmen. Unsere Bekannten in Deutschland meinten: «Da habt ihr es in der Schweiz noch gut! Hier dürfen Ungeimpfte noch nicht einmal ein Geschäft betreten. Ihr dürft wenigstens noch selbst einkaufen!»

Einer der bekanntesten Ungeimpften ist der Tennisspieler Novak Djokovic. Er darf nach längerem Hin und Her und 11 Tagen Quarantäne in einem Hotel mit Trainingsverbot nicht an den «Australian Open» teilnehmen und muss das Land verlassen.
Ende Januar beginnen in Kanada die «Truckers» gegen die Impfpflicht für LKW-Fahrer:innen, die die kanadisch-amerikanische Grenze überqueren, zu streiken. Die Bilder der langen Lastwagenkolonnen in den Strassen von Ottawa bei Schnee und Kälte von -30°C gehen um die Welt. Der Bevölkerung wird verboten die Streikenden mit Lebensmitteln zu versorgen. Schliesslich wird die Demonstration mit Polizei- und Militärgewalt aufgelöst. Gegen Ende dieses Jahres wird die Impfpflicht für die «Truckers» aufgehoben. Doch viele haben längst ihren Job verloren.

Das deutsche Verfassungsgericht entschied im Frühjahr, dass eine Impfpflicht für bestimmte Berufe rechtens ist. Im Verlaufe dieses Jahres werden immer mehr Impfnebenwirkungen bekannt. Ende Jahr krebst Gesundheitsminister Lauterbach zurück, angeblich weil die Impfung nicht gut gegen die jetzige Omikron-Variante wirkt. Die «einrichtungsbezogene» Impfpflicht wird in Deutschland auslaufen, d.h. nicht mehr verlängert. Viele Pflegende haben inzwischen entweder ihren Job verloren, freiwillig gekündigt oder ihren Beruf aufgegeben.

Am 19.2.2022 wird in der Schweiz plötzlich alles wieder anders: Von einem Tag auf den anderen fallen die meisten Covid-Massnahmen weg. Das Zertifikat gibt es nur noch für Auslandreisen. «Corona» sei ab sofort die Sache der Kantone.

Am 24. Februar passiert etwas, was das Thema «Corona» bis heute in den Nachrichten der Medien beiseitedrängt: Unter der Führung des Kremls greift die russische Armee die Ukraine an. Dieser brutale und sinnlose Krieg ist auch heute noch nicht beendet. Wir erleben die Folgen aus nächster Nähe mit: Seit Ostern haben wir in Bremgarten ukrainische Nachbarinnen aus der inzwischen zerstörten Stadt Mariupol: eine Grossmutter, ihre zwei Töchter mit je zwei kleinen Kindern. Ein weiteres Kind erblickt Ende Juni das Licht der Welt und heisst «Platon».
Für den 31. März erklärt der Bundesrat ab Mitternacht die «Corona-Krise» für beendet. Im öffentlichen Verkehr gilt die Maskenpflicht nicht mehr. Wer möchte, kann freiwillig eine Maske tragen. Dies tut jedoch kaum jemand.
Am 1. und 2. April darf ich mein Video «A Prayer for Peace» in London an einer Ausstellung der Stanley Picker Gallery zeigen und erhalte viele positive Rückmeldungen. Ihr findet es auf meinem Youtube-Kanal unter  https://www.youtube.com/watch?v=hibUT-AiHcE&t=136s

Am 24. April darf ich im evangelisch-reformierten Kirchenzentrum in Leukerbad unter dem Titel «Dein Leben ist wie ein Gedicht» meine in den Jahren 2018 bis 2020 veröffentlichten Gedichte vorlesen. Am 28. September findet eine zweite Gedichtlesung statt: «Was die Eiche dir flüstert». Eine Kostprobe findet ihr als Video auf meinem Youtube-Kanal unter «Frühlingsgedichte zur Erbauung der Seele»  https://www.youtube.com/watch?v=N-h_yASvH_s

*Im Mai 2022 erscheint der Erzählband «Tanz im Zwielicht» mit meinem 140-seitigen Beitrag: «Mein Tagebuch 2021: Lebensweg und Wandlung». Während ich dies schreibe, fällt mir erst auf, wie viele meiner Werke ich dieses Jahr der Öffentlichkeit näherbringen konnte:
Das bereits erwähnte «Friedensgebet-Video», A Prayer for Peace, weitere Videos auf meinem Youtube-Kanal, zwei Gedichtlesungen, zwei neue Alben oder CD Nr. 51 und 52 mit den Titeln «Waves of Love» und «Holy Grail» – mehr dazu bei www.dolphinkissis.ch  , am 15. Oktober begleiteten meine Klänge die abendliche Samstagsmesse in der Marienkirche von Leukerbad, im Dezember bot ich zwei Klangmeditationen in der Seitenkapelle dieser Kirche unter der Obhut der Maria von Fatima an. Darüber freue ich mich sehr.

Foto: Umgebung Leukerbad und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 25.12.2022

25. Dezember, Sonntag: Erster Weihnachtstag mit «Musik» und neuer Duftnote

Während rund um Leukerbad die Wasserfälle schon wie im Frühling rauschen und die Schneegrenze auf 1800 m liegt, versinken die nördlichen Teile der USA, Kanada und Japan im Schnee. Millionen von Menschen sind von der Stromversorgung abgeschnitten. Und das an Weihnachten!

Georg schenkt mir rot-gelbe Tulpen mit duftenden Kiefernzweigen. Die Floristin habe ihm erzählt, dass es in Italien üblich sei, an Weihnachten Tulpen zu schenken. Heute wollen wir zum Weidstübli wandern, um dort eine Suppe und ein Glas Wein zu geniessen. Die Walliser Sonne zeigt sich wieder. Die Restaurantterrasse ist für viele Gäste vorbereitet, aber wegen des Schneemangels können die Skifahrenden nicht vorbeikommen. Ausser uns finden sich nur zwei weitere Gäste ein. Die Chefin und das Personal sind fühlbar schlecht gelaunt. Laute Musik mit kitschigen amerikanischen Weihnachtsliedern schallt über die leeren Tische und Stühle hinweg und versucht vergebens weitere Gäste anzulocken. Wir müssen zweimal bitten, damit sie die «Musik» leiser stellen. Unsere gute Laune lassen wir uns nicht verderben. Die Kürbissuppe schmeckt gut, die Portion ist grösser als sonst. Ob wir noch einen Kaffee oder ein Dessert wünschen? Wir lehnen dankend ab, denn die «Musik» sei wirklich nicht auszuhalten, bezahlen und verlassen diesen eigentlich sehr schönen Ort. Georg meint, dass wir in Zukunft unser Picknick mitnehmen und uns auf eine Bank setzen werden, um die wunderbare Stille der Berge und des Waldes zu geniessen. Oder wir ändern unsere Route, denn auf der anderen Seite von Leukerbad gibt es tatsächlich ein Restaurant, «Buljes» genannt, ohne Musik.

Gemäss dem julianischen Kalender feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten erst am 7. Januar. Doch die Kirchen bieten schon heute Weihnachtsmessen an, mit grossem Erfolg. Die Menschen wollen nicht mehr gleichzeitig mit jenen in Russland die Geburt Christi feiern. Der Kiewer Patriarch stellt fest, dass die diesjährigen Feiern ein historischer Moment seien. Die deutsche Tagesschau zeigt einen ukrainischen Soldaten neben einem Panzer. Er schmückt einen kunstvoll aus Draht gebastelten Weihnachtsbaum und sagt: «Krieg hin oder her, Weihnachten muss gefeiert werden!»
 Der Geruch von Verwesung in Waschküche und Treppenhaus hat inzwischen eine neue Duftnote erhalten: Ein anderer Nachbar, in dessen Kellerabteil der zurzeit immer noch abwesende Hans sein Fleisch trocknet, hat auf unsere Beschwerde hin die Räume mit „zitronigem“ Toiletten-Duftspray eingenebelt. Wie wohl die Waldschaben darauf reagieren werden? Georg meint: „Das ist doch gut so! Letztes Jahr wurdest du noch wegen deiner Reklamation beschimpft, dieses Jahr wirst du mit Duft besprayt!“

Foto: Leukerbad und Text: Petra Dobrovolny              

Mein Tagebuch: 24.12.2022

24. Dezember, Samstag: Duftende Weihnachten!

Seit fünf Tagen herrscht Tauwetter, das noch mindestens eine Woche anhalten soll. Lawinengefahr, Regen, Nebel. Die Schneefallgrenze steigt auf 1800m, zeitweise sogar auf 2400m. Nachts sinkt das Thermometer kaum unter +4 °C. In Leukerbad ist es still. Die Tagesgäste bleiben aus. Gäste, die kurzfristig buchen können, suchen eine Destination mit Sonne. Und doch fanden sich gestern zu meiner Klangmeditation mehrere Besuchende ein, dieses Mal vor allem Französischsprachige. Der Eintritt ist frei, die Kollekte ist für das Projekt „Rehabilitation kriegstraumatisierter Menschen in der Ukraine“ der Organisation Pro Mundo www.promundo.ch bestimmt. Das Publikum begleitetet meine Klänge und lateinischen Gesänge mit stillen Gebeten. Eine friedliche Stimmung breitete sich aus. In einer Laterne brannte und brennt immer noch das «Friedenslicht Schweiz» aus Bethlehem. Dort finden nach zwei Jahren „Corona“ erstmals wieder Feiern zur Geburt Christi statt.

In unserem Haus trocknet ein Nachbar Hans aus Bremen im allgemeinen Schutzraum neben der Waschküche etwa 30 Kilo gesalzenes rohes Schweine- und Rindfleisch. Wie auch letztes Jahr. Meine letztjährige mündliche Beschwerde hat nichts genützt. Ein strenger Leichengeruch breitet sich im ganzen Treppenhaus aus. Es duftet nicht nach Weihnachten. Wäsche, die man zum Trocknen aufhängt, nimmt diesen Gestank an. So sehe ich mich genötigt, eine schriftliche im Ton freundliche Beschwerde mit Zitat eines entsprechenden Paragrafen aus dem «Reglement für die Stockwerkeigentümer» an den Fleischtrockner mit Kopie an den Hausverwalter zu schicken.  So etwas mache ich gar nicht gerne. Doch was bleibt mir anderes übrig?

Allen Lesenden wünsche ich friedliche Festtage. Möge sich ein wunderbarer Weihnachtsduft in eurer guten Stube verbreiten.

Foto: Das Friedenslicht aus Bethlehem in der Leukerbadner Marienkirche

und Text: Petra Dobrovolny

Spenden für die Therapie und Rehabilitation kriegstraumatisierter Menschen in der Ukraine: www.promundo.ch IBAN CH82 8080 8003 9639 42234 Raiffeisenbank in der Schweiz, Verein Pro Mundo

Mein Tagebuch: 18.12.2022

18. Dezember, Sonntag: Die neue Torrent-Seilbahn und überraschende Informationen bei der Gemeindeversammlung Gestern war ein Festtag: Die Torrent-Bahn wurde 50 Jahre alt und erhielt zwei neue Kabinen. Oben bei der Bergstation auf 2300 m Höhe fand ab 10 Uhr die feierliche Einweihung durch den Pfarrer statt. Die Leukerbadner Musikkapelle spielte, Walliser Wein, Brot, Alpkäse und Schinken wurden serviert. Das Wetter war prächtig, es war, als ob die ganze Alpenkette vom Matterhorn bis zum Mont Blanc mitfeierte. Die klare Aussicht ins Rhonetal war überwältigend.
Ich fragte den Pfarrer, welcher Heilige für Seilbahnen zuständig sei. Er wusste es auf Anhieb nicht, meinte aber, dass sich Christophorus gut eignen würde.
Den ganzen Tag lang feierten Gross und Klein. Ein solches Jubiläum gibt es nicht jeden Tag. Ich bin dankbar, dass ich es miterleben durfte.
Wird die Torrent-Bahn irgendwann einmal mit Solarenergie betrieben?
Am 15. Dezember fand die Gemeindeversammlung statt. Es wurde dafür gestimmt, dass Leukerbad sich mit den Gemeinden in der Umgebung sich zum «Energiebereich Leuk» zusammenschliesst. Auf einer Homepage sollen alle Hausdächer aufgeführt sein. Man kann nachschauen, welches sich für Photovoltaik eignet. Ausserdem wird die Versammlung darüber informiert, dass die Gemeinde eine erste öffentliche Solaranlage auf dem Dach der seit Jahren stillgelegten Talstation eines ehemaligen Skilifts installieren wird. Dieses Dach befindet sich etwa 80 m von unserer Wohnung entfernt und ist noch nicht einmal so günstig zur Sonne ausgerichtet wie unser Dach! Beim anschliessenden Apéro lerne ich den Gemeinderat, der für den Bereich Energie zuständig ist, kennen und erzähle ihm, dass die Stockwerkeigentümer sich schwer tun mit dem Entscheid, den Moment der Dachrenovation für die Installation einer Solaranlage zu nutzen. Der nette Herr rät mir, mich unbedingt dafür einzusetzen, denn unser Dach – er kennt alle Dächer von Leukerbad – eigne sich bestens dafür. Wunderbar! Bei einem Glas Walliser Wein erhalte ich die nötigen Informationen! Vor kurzem hatte unser Hausverwalter noch behauptet, es sei ein 6000.- Franken teures Gutachten nötig, nur um festzustellen, dass es doch nicht genug Sonne gäbe und sich eine Anlage nicht lohnt. Nun habe ich für eine weitere Diskussion die richtigen Argumente.

Foto: Die neue Seilbahn auf den Torrent und Text

Petra Dobrovolny          

Mein Tagebuch: 12.12.2022

12. Dezember, Montag: Ärztemangel im Wallis und wie weiter?

Vor ein paar Tagen, am 5. Dezember, fiel mir aus meinem vorderen Zahn eine Füllung heraus. Oh je! Ich weiss: In Leukerbad gibt es trotz einer Million Gäste jährlich keine Zahnarztpraxis … und auch keine Arztpraxis. Von einem Nachbarn hatte ich gerade gehört, dass er in Susten unten im Tal fündig geworden war. Dieser Ort ist eine halbe Stunde mit dem Bus von Leukerbad entfernt. Meine telefonische Anfrage wird dort zwar wohlwollend entgegengenommen, doch vor Ende Januar sei kein Termin frei. «Wir sind sehr gut ausgelastet, bitte rufen Sie den Notfalldienst an.» Was bleibt mir anderes übrig? Die automatische Beantworterin lässt mich wissen, dass zurzeit ein einziger Zahnarzt Notfalldienst hat: Sie nennt einen Namen und eine Telefonnummer. Die Adresse muss ich per Internet selbst herausfinden. Es ist das kleine Dorf Fiesch am Fusse des Fiescherhorns im Oberwallis, zwei Stunden mit dem öV von Leukerbad entfernt, wie ich – Internet sei Dank – schnell herausfinde. Zum Glück gibt es für Donnerstag, den 8.12. um 13 Uhr einen freien Termin, obwohl im katholischen Wallis eigentlich Feiertag wäre: Mariä Empfängnis. Die Wettervorhersage verspricht einen wolkenlosen Himmel, ich freue mich auf diesen besonderen Tagesausflug.
Eine Stunde vor dem Termin komme ich nach einer Zugfahrt durch das bis zur Mittagszeit im Schatten liegende enge Rhonetal im sonnigen Fiesch an. Die Talstation der Gondelbahn zum Fiescherhorn muss ich leider aus Zeitmangel links liegen lassen. Stattdessen gehe ich vom Bahnhof aus Richtung Dorf und den kleinen Hügel hinauf zur grossen St. Johannes Kirche, vor deren Eingangsportal ich in der Mittagssonne mein von Georg liebevoll zubereitetes Picknick trotz Zahnlücke geniessen kann. Das einzige Restaurant, an dem ich vorbeikam, öffnet erst um 16 Uhr. Dafür gibt es einen «Aura»-Laden, der handgemachte Seife und Kräutertee anbietet, und einen Silber- und Goldschmuckladen, in welchem auch Bergkristalle zu finden sind. Und immerhin hat Fiesch eine Zahnarztpraxis und Leukerbad nicht.
Um 13 Uhr ist es so weit: In seiner Praxis empfängt mich der etwa 50-jährige Chef persönlich und fragt nach meinem Befinden. Er staunt, dass ich die weite Reise auf mich genommen habe. Doch ich erkläre ihm, dass es in Leukerbad keinen Zahnarzt gibt – das ist für ihn natürlich nichts Neues -, dass ich schlecht schlafe, wenn meine Zunge ständig Alarm schlägt, und dass ich am nächsten Tag in der Kirche während meiner Klangmeditation singen möchte, ohne durch einen havarierten Zahn abgelenkt zu werden. Dafür hat der Doktor volles Verständnis und macht sich sofort an die Arbeit. Ein Röntgenbild sei nicht nötig. Nach einer knappen halben Stunde ist alles wieder in Ordnung. Ich verabschiede mich von Herrn Dr. Flüeler mit der Bitte, dass er doch eine Filiale in Leukerbad eröffnen möge. Diese Idee quittiert er nur mit einem amüsierten Lächeln.

Am Freitag, den 9.12. kann ich mich gut auf meine Klangmeditation konzentrieren, ohne «dentale» Ablenkung. Die Anwesenden sind meiner Einschätzung nach auswärtige Besuchende. Sie hören mir und den lang nachklingenden Kristallinstrumenten andächtig zu, einige verweilen zeitweise in einem stillen Gebet. Die wunderbare Akustik des Kirchenraums unterstützt die Friedensbotschaft meiner Klänge und lässt sie weiter in die Welt hinaus schweben. Maria von Fatima lächelt sanft, verstorbene Seelen kommen zu Besuch. Am Schluss sammelt Georg die Kollekte in dem dafür vorgesehenen Körbchen ein. Sie kommt kriegstraumatisierten Menschen in der Ukraine zugute. Am gestrigen Sonntag treffe ich eine Bekannte und ihre Freundin. Die mangelhafte medizinische Versorgung in Leukerbad mache ich in unserem Gespräch zum Thema und frage, wie sie damit umgehen. Meine Bekannte konnte dank einer glücklichen Fügung noch in einer sonst ausgebuchten Zahnarztpraxis in Brig – eine Stunde von Leukerbad entfernt – unterkommen, ihre Freundin fährt mit ihren zwei Kindern sogar nach Bern, was für einen Weg mindestens zwei Stunden bedeutet. Sonst liessen sich viele Einheimische im nahegelegenen Italien behandeln. Dort sei es billiger. – Da es in Leukerbad auch keine allgemeinmedizinische Praxis gibt, frage ich die beiden Damen, wie sie dies handhaben. Meine Bekannte antwortet: «Ich gehe zu gar keinem Arzt, wenn er nicht spirituell ist. Aber die Medizin der Zukunft ist sowieso die Schwingungsmedizin. Man wird nur noch mit Farben, Klängen und sonstigen Schwingungen heilen.» Ich bin erstaunt und sage: «Genau das mache ich. Vor 18 Jahren, als ich damit begann, war diese Methode kaum bekannt! Inzwischen gibt es viele Selbstheilungsmeditationen auf meinem Youtube-Kanal mit Klängen und Farben. Wenn jemand eine persönliche Behandlung möchte, kann ich aufgrund einer Haaranalyse herausfinden, welche Klänge, Farben oder andere Art von Schwingung hilfreich sind.» Da staunt wiederum meine Bekannte und meint: «Das ist ja toll, dass es dich in Leukerbad gibt!» Ihre Freundin meint: «Da werde ich mich bei Ihnen melden! Denn mein Hausarzt wurde gerade pensioniert und hat keinen Nachfolger.»

Foto: Fiesch im Oberwallis

und Text: Petra Dobrovolny