Mein Tagebuch: 31.12.2020

31. Dezember, Donnerstag:

Ein Kreis schliesst sich

Es hat viel geschneit. Georg dreht eine Runde auf unserer verschneiten Dachterrasse, barfuss.

Im Kanton Luzern ist ein 91-Jähriger an Demenz erkrankter Mann 5 Tage nach der Impfung gegen Covid19 gestorben. Die Zeitschrift Zeitpunkt bringt als erste die Meldung: «Erster Todesfall in Folge der Covid-19-Impfung in der Schweiz!» Die Zulassungsbehörde Swissmedic beeilt sich zu entwarnen: Es sei kein Zusammenhang mit der Impfung ersichtlich. Auch eine andere Tageszeitung beschwichtigt: Pro Monat sterben in der Schweiz sowieso 1400 Menschen, davon seien 600 über 85-jährig.

Zahlreiche Astrolog*innen sagen uns ein lichtvolles und glückliches neues Jahr voraus. Zusammenarbeit werde ein wichtiges Thema, um die beste Lösung für alle zu finden.

Wir wünschen allen ein Jahr voller Freude. 2021 hat die Quersumme 5: Diese Zahl spricht für einen Willen zur Freiheit und den Mut zu Abenteuern. Treffen wir dieses Jahr Entscheidungen aus dem Herzen, werden wir ein Magnet für Fülle und Erfolg.

Morgen werde ich hier in Leukerbad im Hotel Beau Séjour eine Klangmeditation geben. Ich werde die Gäste dazu auffordern, sich ihre Wünsche für das neue Jahr so vorzustellen, als wären sie bereits Wirklichkeit geworden. Die Klänge meiner Kristall-Lyra werden sie darin unterstützen. An Weihnachten 2019 durfte ich die Christnachtfeier in der Kirche Meikirch bei Bern mit meinen Klängen begleiten, nun schliesst sich für mich ein Kreis, und es öffnet sich ein neuer hier in Leukerbad. 

Im vergangenen Frühjahr waren unsere Nachbarn in Neuseeland wegen Corona gestrandet und konnten erst im Juli wieder in die Schweiz zurückkehren. Heute meldet das Schweizer Radio: Neuseeland begrüsst das neue Jahr mit Feuerwerken und ohne Corona-Massnahmen. Seit einem Monat sei das Virus nicht mehr nachgewiesen worden. So etwas ist also tatsächlich möglich!

Zum Schluss meines Tagebuchs möchte ich die Engel zu Wort kommen lassen.
  
In Deutschland spielen bei den Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen der Regierung Fahnen eine wichtige Rolle. Es ist ein grosses Thema, wer sich was auf die Fahne schreibt. Ich frage die Engel um ihre Meinung, und sie sagen:

«Schreibt die Demut
auf eure Fahne
und alles wird heil.

Schreibt die Dankbarkeit
auf eure Fahne
und ihr werdet alles bekommen.

Schreibt die Liebe
auf eure Fahne
und ihr kommt in Frieden.

Erinnert euch:
Ihr seid göttlich
in Demut, Dankbarkeit und Liebe.
Und ihr werdet unendlich geliebt.

Eure Engel»

Foto: Fenster in Leukerbad mit Sinnspruch zur Poesie der Winterreise
und Text: Petra Dobrovolny

P.S.: Allen Blog-Lesenden wünsche ich ein glückliches neues Jahr! Vielen Dank, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid. Diesen Text werde ich in den nächsten Wochen redigieren und an das www.literaturpodium.de schicken. Im Frühjahr 2021 wird mein Tagebuch gemeinsam mit den Erzählungen anderer Autor*innen in einem ca. 400-seitigen Sammelband erscheinen und auch in der Schweiz im Buchhandel erhältlich sein. Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass so viele Seiten zusammenkommen werden.

Welche Erzähl- und Gedichtbände mit meinen Beiträgen bis jetzt in der Dorante Edition Berlin erschienen sind, könnt ihr bei www.petrasmaerchen.ch unter „Angebot“ oder bei www.literaturpodium.de nachschauen.

Ich werde auch weiterhin Tagebuch-Beiträge auf diesem Blog posten. Lassen wir uns überraschen, was das neue Jahr bringt! Ich freue mich, meine Gedanken mit euch zu teilen.


Mein Tagebuch: 12. September 2020

12. September, Samstag:

Meine Freundin Emilie widmet sich der ostasiatischen Kalligrafie. Viele Stunden hat sie während der anfänglichen Corona-Zeit in ihrem Atelier verbracht. Diese Abgeschiedenheit hat sie sehr inspiriert. Heute und morgen zeigt sie ihre neuen Werke in einer Galerie der Berner Altstadt. Ich besuche die Ausstellung und erlebe ein Gesamtkunstwerk: An der Türe werde ich von einer netten jungen Frau mit Maske empfangen, die mich anweist, ebenfalls meine Maske aufzusetzen, meine Hände zu desinfizieren und meine Kontaktdaten anzugeben. Schliesslich werde ich gebeten meine Schuhe auszuziehen. Sodann darf ich den schwarzen Boden eines etwa 50 m2 grossen Raums mit weissen Wänden betreten. Die Künstlerin mit Maske ist anwesend, man darf ihr wegen der Abstandsregel nicht zu nahe kommen, drei weitere Besucher und Besucherinnen betrachten schweigend die auf dem Boden in unterschiedlich langen vertikalen Reihen ausgelegten weissen A4-Blätter mit den geheimnisvollen chinesischen und japanischen Zeichen. Sie bedeuten u.a. „Pinsel“, „Papier“, „Tugend“, „Frau“, „schreiben“, „Drachen“, jedes Zeichen hat eine andere Farbe. Ich darf fotografieren. Auf der rechten Seite des Raumes hängen lange weisse Papierrollen mit schwarzen Zeichen von der Decke herunter. Mit den schwarzen Vorhängen im Hintergrund sehen die Pinselstriche aus, als würden sie tanzen oder durch den Raum schweben. Meditativ umkreise ich die Blätterreihen am Boden und erahne die Abfolge der Striche, die die Künstlerin zu Zeichen verdichtet hat. Die ganze Ausstellung ist eine Art Ge-dicht, welches noch lange in mir nachwirkt. Dankbar verabschiede ich mich.

Text und Foto mit Kalligrafien von Emilie Inniger Koch:
Petra Dobrovolny