Mein Tagebuch: 17.01.2022

17. Januar, Montag: Vollmond und Emotionen

Das Jahr 2022 ist in bezug auf seine Quersumme ein Sechserjahr. Die Sechs steht für Gemeinschaft, Mitgefühl und Kreativität. Auf Englisch sind dies drei C: community, compassion and creativity. Heute findet der erste Vollmond des Jahres im Zeichen des Krebses statt. Der Krebs steht für Gefühle – welcher Art auch immer – und für die Themen Familie, Zuhause und Geborgenheit. Somit sind für dieses Jahr die Leitthemen gegeben. Ich bin gespannt, wie sie sich im Verlaufe des Jahres bei mir persönlich und kollektiv zeigen werden.

Breaking news: Der Chef der European Medicine Agency EMA hat in einem offiziellen Fernsehinterview gesagt: «Too many boosters could weaken immune response.» Zu viele Auffrischungsimpfungen könnten die Antwort des Immunsystems schwächen. Weil die T-Zellen erschöpft seien. Nach kurzer Zeit wurde das Interview gelöscht, doch die Aussage hatte bereits den Weg in die Medien gefunden. Die Schlagzeilen werden jedoch ständig geändert und in ihrer Brisanz abgeschwächt in dem Sinne, dass ein oder zwei Booster sinnvoll, weitere vielleicht keine nachhaltige Lösung seien.

Novak Djokovic muss nach 11 Tagen hin und her zwischen Gerichten und Instanzen Australien doch verlassen. Seinen Titel an den heute beginnenden «Australian Open» darf er nicht verteidigen. Er würde die Sicherheit des Landes gefährden. Die Emotionen gehen hoch: Viele empfinden Schadenfreude und triumphieren, andere kochen vor Wut über diese Ungerechtigkeit. Vollmond im Krebs! Djokovic gefährdet wohl so oder so die Macht der Regierung, ob er nun hätte bleiben dürfen oder nicht. Wenn die australischen Gerichte sich untereinander nicht klar sind, welche Vorschriften gelten, desavouiert sich der Staat durch den «Fall Djokovic» selbst.

Dieser Vorfall erinnert mich an meinen Schwiegervater, der in den 1950er Jahren als politischer Gefangener in der Tschechoslowakei zu 10 Jahren Zwangsarbeit in den Urangruben des böhmischen Erzgebirges verurteilt worden war. Der Richter begründete die Strafe so: «Sie erschüttern das Fundament der Republik.» Daraufhin entgegnete Georgs Vater: «Da überschätzen Sie mich aber sehr! Oder das Fundament muss in dem Fall ziemlich schwach sein.» Daraufhin wurden ihm zwei weitere Jahre aufgebrummt. Die Machthabenden eines Staates können vor einem einzigen Menschen so viel Angst haben!

Foto: Vollmond über Leukerbad

und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: 24.06.2021

24. Juni, Donnerstag: Das Neuste zu Corona

Gestern hat Gunnar Kaiser auf seinem Youtube-Kanal sein Interview mit Prof. Dr. Sucharit Bhakdi und seiner Frau Prof. Dr. Katarina Reiss hochgeladen. Beide erzählen voller Freude von den neusten Ergebnissen dreier internationaler Forschungsgruppen, die vor 10 Tagen in renommierten Fachzeitschriften wie «The Lancet» erschienen sind. Unabhängig voneinander kamen die Forscher und Forscherinnen zum gleichen Ergebnis: Die angestrebte Herdenimmunität ist auch ohne eine flächendeckende Impfung bereits bei über 90% der Menschen erreicht. Geimpfte wurden untersucht mit der Frage, wie stark die Immunantwort nach einer Impfung ist. Sie war sehr schnell und sehr stark. Das bedeutet: Die Geimpften hatten bereits vor der Impfung Antikörper und T-Lymphozyten, die das Corona-Virus erkennen und bekämpfen können. Sonst wäre ihre Antwort auf die Impfung nicht so ausgefallen. Prof. Bhakdi berichtet noch von einer vor 4 Tagen erschienenen dänischen Studie, die nicht nur Genesene, sondern auch Symptomlose mit einem positiven PCR-Test, Antikörper und schützende Lymphozyten gegen das Virus erworben hatten.
Das Ehepaar Bhakdi Reiss möchte vor allem Ärzte und Ärztinnen in Deutschland über diese neuen Forschungsergebnisse informieren, damit diese ihre Patienten vor und nach dem Impfen besser beraten können.

Hier der Link zum Interview,
https://www.youtube.com/watch?v=GML2CFhyacc&t=1069s

… falls es sich dort noch befindet …

Foto: Eine Trockenmauer in Leukerbad
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 02. 04. 2021

2. April, Karfreitag: Würmer, Immunsystem und Fazit nach einem Jahr

Heute kommt Georg nach Leukerbad mitsamt Kompostwürmern. Diese finden Unterkunft im Blumenkistli auf unserer Dachterrasse. In letzter Zeit war es sehr trocken, sodass Georg in unseren Garten in Bremgarten tief graben musste und nur 3 Exemplare finden konnte. Deswegen hält er hier in Leukerbad Ausschau nach weiteren und wird sofort in einer verlassenen Gärtnerei in der Nachbarschaft fündig. Nun gibt es bei uns acht Würmer unterschiedlicher Herkunft. Vielleicht entsteht eine neue Rasse? Eine Wurm-Mutante?

Präsident Macron ordnet für Frankreich einen vierwöchigen landesweiten Lockdown ab Ostersamstag an. Ist dies das richtige Mittel gegen die Verbreitung des Virus und dessen Mutanten? Die WHO hatte im letzten Oktober einen Lockdown nur empfohlen, um sich neu zu organisieren und um das Pflegepersonal zu schützen, jedoch nicht als Dauermittel. Die tschechische Wissenschaftlerin Frau Dr. med. Irena Koutna findet repressive Anordnungen nicht förderlich. Die Hauptrolle spiele die Frage, wie der Mensch sein Immunsystem in Eigenverantwortung pflegen könne. Wichtig seien eine gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft.

Ich finde es bedenklich, wenn ein Staat seine Mitbürger*innen und Kinder einsperrt. Das schlägt auf’s Gemüt und schwächt das Immunsystem erst recht. In der Schweiz war und ist immer noch Wintersport möglich. Daraus haben sich keine «Superspreader» ergeben. Alle verhalten sich diszipliniert und halten die Regeln ein. In der deutschen Tagesschau sehe ich, wie die Polizei an Ostern Tagesausflügler*innen daran hindert zu einem Spaziergang bei schönem Wetter an die Nord- oder Ostsee zu fahren. Wie traurig!

Georg zieht nach einem Jahr Fazit zur Corona-Pandemie und zum Verhalten der Behörden in der Schweiz: «Vor einem Jahr, zu Beginn des Ausbruchs, war das Bundesamt für Gesundheit BAG überhaupt nicht vorbereitet. Der bereits seit Jahren vorliegende Pandemieplan, der u.a. vorschreibt, wie viel von welchem benötigten Material ständig gelagert werden soll, blieb in der Schublade. Es gab bei weitem nicht genug Material, welches dazu gar nicht im Land hergestellt wird: Masken, medizinische Schutzkleidung, Desinfektionsmittel usw. Deutschland und Frankreich hinderten sogar mit medizinischem Hilfsmaterial beladene Schweizer LKWs an der Ausreise in die Schweiz. Die Folge waren materialbedingte Empfehlungen und Massnahmen: Man sollte zuhause bleiben, über 65-Jährige wurden pauschal als Risikogruppe bezeichnet, auf welche die Jungen, die immun seien, Rücksicht nehmen sollten. Es wurde ein paar Monate lang über den Sinn von Masken debattiert, bis schliesslich genug vorhanden waren. Heute sind sie im öffentlichen Verkehr selbstverständlich. – Was haben das BAG und der Bundesrat das ganze Jahr lang gemacht? Man soll sich nicht die Hand geben, aber zum Beispiel gibt es immer noch keine Abfallcontainer mit Pedal. In Wien wurden solche schon vor einem Jahrlängst eingeführt. In öffentlichen Toiletten muss man Türen, Abriegelungen und Wasserhähne meistens von Hand bedienen, wie auch die Tastaturen von Automaten, Türöffnungen im öffentlichen Verkehr und vieles mehr.» Georg versteht die Jugendlichen, die jetzt auf der Strasse protestieren. Sie gelten jetzt nicht mehr als immun, ihre Ausbildung leidet, wegen Corona fallen für den Lebenslauf so wichtige Auslandaufenthalte aus. Welche Zukunftsperspektive haben die Jungen?   

Die Walliser Firma Lonza stellt nun Impfstoff für «Moderna» her und hatte Bundesrat Berset angeboten, eine Produktionsstrasse speziell für die Schweiz zu bauen. Alain Berset ging weder auf das Angebot ein noch informierte er den Bundesrat darüber. Dabei will die Schweiz immer autark sein! Immerhin soll dieses Jahr ein inländischer Standort mit der Produktion von Desinfektionsmitteln beginnen.

Foto und Steinmandala von Petra Dobrovolny, auch der Text

Mein Tagebuch: 23. und 25.03.2021

23. März, Dienstag: Auf nach Mallorca! We can’t go on together …

Endlich hat sich der Nordwind gelegt, es wird wärmer!
Im Radio erklingt ein Song aus dem Jahre …? … mit Elvis Presley, ich spitze die Ohren, denn der Text scheint interessant zu sein: «We can’t go on together with suspicious minds!» Meiner Meinung passt diese Aussage in unsere jetzige Zeit: Wir können doch so nicht weitermachen, wenn wir uns gegenseitig misstrauen! Wenn wir uns verpetzen, denunzieren oder auch einfach nicht mehr miteinander reden, weil das Gegenüber anderer Meinung ist!

Auch wir erleben dies: Einige Bekannte haben sich in letzter Zeit von uns abgewendet, manchmal «mit besten Wünschen für unseren persönlichen Weg», will heissen: «Ihr werdet schon sehen, wo ihr landen werdet!» Andere sagen uns im Vertrauen: «Es ist gut, wenn ihr mutig seid und Fragen stellt. Über Corona können wir mit unseren Familien und Freunden schon längst nicht mehr reden.»

Die Nachrichten des Schweizer Radios berichten über Deutschland: Die Regierung hat wegen der «exponentiell steigenden Zahlen» schärfere Massnahmen bis zum 18. April angeordnet. Das öffentliche Leben wird besonders über Ostern heruntergefahren, Gottesdienste dürfen nur virtuell stattfinden, im privaten Kreis dürfen sich höchstens 5 Personen treffen, Menschenansammlungen im öffentlichen Raum sind grundsätzlich verboten. – Fazit: Die Bevölkerung war nicht brav genug, der Osterhase bleibt aus. Es ist bereits gesundheitsschädlich bzw. verantwortungslos gemeinsam die Auferstehung Christi zu feiern!

Man konzentriert sich nur darauf, wie sich die Massnahmen auf die Zahlen auswirken, aber nicht auf die Menschen. Kafka und Orwell werden in letzter Zeit oft zitiert. Wo bleiben vertrauensfördernde Massnahmen? Warum spricht man immer noch von «mit und an» oder «im Zusammenhang mit» Covid-Verstorbenen? Warum werden die Proben für den PCR-Test in manchen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland und der Schweiz 40mal sequenziert? Die WHO sagte, dass das Resultat ab der 30. «Sequenzierung» d.h. Vergrösserung nicht mehr aussagefähig sei. Ausserdem wurde dieser Test bisher nicht für die Diagnostik im Alltag validiert. Ausgerechnet auf dieser Grundlage basieren die Massnahmen der Regierungen fast aller Länder weltweit. Menschen, die dieses Vorgehen hinterfragen, sogar angesehene Fachleute, werden beschimpft, diffamiert und mit Sanktionen bestraft. Und warum sollen gesunde und von Covid genesene Menschen geimpft werden? Dazu mit einem Impfstoff, der innerhalb von höchstens 7 Monaten entwickelt wurde und dessen Folgen noch gar nicht bekannt sind? Wo bleibt die Aufklärung über Immunsystem und Selbstheilungskräfte? Warum wird nur von Impfungen gesprochen und nicht von bereits erprobten Pflanzenheilmitteln?

«We can’t go on together with suspicious minds!»

Die neusten Nachrichten aus Deutschland: Der Lockdown wird nochmals verschärft. Fünf Tage «Osterruhe» ab Gründonnerstag, alles geschlossen. Ferien im eigenen Land und Wohnwagen sind nicht erlaubt, dafür Ferien auf Mallorca. Dort grassiert gerade die brasilianische Mutante des Virus. Die Festlandspanier selbst dürfen zurzeit nicht nach Mallorca reisen! Soviel ich mich erinnere, war es der deutsche Dichter Heinrich Heine, der einmal sagte: «Denk’ ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf
gebracht.»

25. März, Donnerstag:

… dann passiert ein Wunder: Frau Merkel hat am Mittwoch die Verordnung der Osterruhe zurückgenommen und sich entschuldigt. Die Begründung: Sie hätte sich für diese Massnahme zwar in bester Absicht entschieden, jedoch einsehen müssen, dass dies in einer so kurzen Zeit nicht durchsetzbar war.

Der Bundesrat hat entschieden, dass pro Person und Monat je 5 Selbsttests gratis in Apotheken zur Verfügung stehen sollen. Bundesrat Berset hatte die frohe Botschaft verkündet, dass man sich ab sofort selbst testen könne, bevor man an Ostern Verwandte und Bekannte trifft. – Ich frage hier in Leukerbad in der Apotheke nach. Die Pharma-Assistentin sagt mir: Dies sei frühestens ab dem 1. April der Fall, doch man glaube es erst, wenn die Selbsttests auch tatsächlich geliefert werden.

In Berlin bleibt das Impfzentrum, in dem ausschliesslich mit AZ geimpft wird, leer. Die Skepsis ist zu gross, besonders bei den Polizisten, denen diese Impftermine angeboten wurden. So will man denn den Impfstoff der «normalen» Bevölkerung anbieten. – Ich lese zurzeit das sehr empfehlenswerte Buch von Clemens G. Arvay: Corona Impfstoffe: Rettung oder Risiko. Es ist unglaublich, welche Tricks sich die ForscherInnen von AZ ausgedacht haben. Die Probanden erhielten ein paar Tage vor der Impfung prophylaktisch ein Mittel gegen Fieber und Erkältung. Die Versuchsgruppe erhielt nicht wie sonst üblich ein Placebo, sondern eine Impfung gegen Hirnhautentzündung. Dies alles bewirkt, dass die Statistik, die die Wirkung des Stoffs von AZ belegt, besser aussieht.

Zurzeit vergeht kein Tag, an welchem in den Medien nicht über Impfungen gesprochen wird. Die Forderungen, dass Geimpfte Privilegien erhalten sollten, und der soziale Druck sich impfen zu lassen, nehmen zu. Dabei ist es nicht erwiesen, dass sie immun gegen Covid sind, also über eine sog. sterile Immunität verfügen. Bereits Geimpfte können an dem Virus erkranken, nur das Risiko für einen schweren Verlauf und daran zu sterben, ist geringer. Dies bedeutet, dass Geimpfte das Virus weitergeben können.

Wo bleibt die Forschung über die grosse Gruppe der von Covid Genesenen? Diese macht immerhin 95% aus. Was wäre, wenn sich gerade diese als steril immun erweisen? Georg hat vor ein paar Wochen einem Freund gesagt: «Wenn es dir möglich ist, warte noch mit der Impfung. Es könnte sein, dass einmal nur noch Nicht-Geimpfte ein Flugzeug besteigen dürfen.»  

Das eidgenössische Jodlerfest, das im Juni in Basel hätte stattfinden sollen und welches bereits 2020 wegen Corona abgesagt worden war, wird noch einmal abgesagt. Auch dieses Jahr werden Grossveranstaltungen mit ca. 150’000 Personen in der Schweiz kaum möglich sein. – Und die Ferienreise im Sommer ins Ausland? Einige Fluggesellschaften haben bereits eine Art Impfpass eingeführt. Nun stellt sich heraus, dass es fraglich ist, ob alle Impfwilligen bis Ende Juli mit 2 Dosen geimpft werden können.

Zum Glück kann der Frühling nicht abgesagt werden und macht sich auch in den Bergen breit.

Foto und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 25.02.2021

25. Februar, Donnerstag: Bärlauch und ein besonderer Klang

Wunderbares Wetter, der Frühling macht sich bemerkbar. Auf unserer Dachterrasse werden es heute bis zu 21°C im Schatten. Georg hat mir per Post ein paar Blätter Bärlauch geschickt. Bärlauch reinigt das Blut und stärkt das Immunsystem. Nach ihrem Winterschlaf stärken sich die Bären damit.

Finanzexperten raten, jetzt in Sachwerte zu investieren. Seit 2 Wochen bin ich stolze Besitzerin einer Kristallklangschale aus Bergkristall und Rubin. Sie klingt in H moll bei einem Kammerton von 433 HZ. Diese Frequenz nennt sich «Sarosperiode» und löst Angstzustände und Schocks. Genau das brauchen wir jetzt: Tiefenentspannung und Beruhigung. So wird der Weg frei für Wandlung, Neu-Strukturierung und Neu-Orientierung. Also sitze ich auf der Dachterrasse und sende die heilenden Klänge hinaus in die Welt.

Foto mit Klangschale und
Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 21. September 2020

21. September, Montag:

Die Tag- und -Nachtgleiche, im keltischen Kalender ein wichtiges Datum. Den Erdgöttinnen und Fruchtbarkeitsgöttern wird für die reiche Ernte gedankt. Vor 6 Jahren hatten wir diesen Tag bei einem Steinkreis in Irland erlebt. Ich habe darüber einen Reisebericht geschrieben, der im Sammelband „Reiseträume erfüllen sich“ vom Literaturpodium in Deutschland herausgegeben wurde.

Heute wäre Ilse Middendorf 100 Jahre alt geworden. Sie ist die Gründerin der Lehre des Erfahrbaren Atems. Das bewusste Üben am eigenen Atem sah sie als wichtig für jeden Menschen an. Ich selbst bin in dieser Methode ausgebildet und habe sie über 20 Jahre lang unterrichtet. Als ich 1998 mein erstes Buch mit dem Titel „Lass mich atmen!“ schrieb, ahnte ich noch nicht, dass dieses „Let me breathe!“ in diesem Jahr eine so grosse Bedeutung erhält. Ein ungehinderter Atem steht für Leben, Freiheit und Entfaltung. Er wirkt auf Körper und Seele, stärkt das Immunsystem und baut Stress ab. Ilse Middendorf hatte leider vergeblich versucht, das Üben am Atem als Schulfach einzuführen. Viele Menschen, die ich unterrichtete, waren erstaunt, dass sie nichts davon in der Schule gelernt hatten und dankbar, endlich mehr über den so lebenswichtigen Atem zu erfahren.

Text: Petra Dobrovolny

Foto und Arrangement: Georg Dobrovolny

Mein Tagebuch: 18. September 2020

18. September, Freitag:

Altweibersommer ohne Ende! Der Herbstnebel bleibt vorläufig noch aus. Wir werden mit reifen, süssen Früchten beschenkt! Die Obstbäume beugen sich unter ihrer Last. Die Weinlese hat begonnen: Es wird ein guter Jahrgang!
Die Stare und Schwalben sammeln sich. Auch die Menschen am Abend in der Berner Altstadt: Manche Gassen sind voll mit gedeckten Tischen, oft sind alle Stühle besetzt. Es duftet nach Pizza.

Am kommenden Wochenende beginnen die Herbstschulferien. Die Schweiz ist seit dem 14. September gemäss eigenen Kriterien ein Risikoland: Während eines Zeitraums von 14 Tagen wurden jeden Tag 60 von 100‘000 Personen positiv getestet. Dänemark setzt die Schweiz auf die rote Liste und rät ausser in dringenden Fällen von Reisen ab. Wir bleiben – wie viele andere auch – lieber im Land und möchten die Walliser Berge auskundschaften. Die Sonne ist dort so stark wie im Süden, es gibt guten Käse und Wein.

In Quarantäne müssen ab Montag Rückkehrende aus Wien und einigen französischen Regionen. Die unmittelbar angrenzenden Regionen unserer Nachbarländer werden ausgenommen. Bundesrat Berset begründet dies mit der zu engen wirtschaftlichen Verflochtenheit und sozialen Nähe.

Bald gibt es von der Basler Firma Roche einen neuen Schnelltest: Innerhalb von einer viertel Stunde kennt man das Ergebnis. Beim bisherigen PCR-Test dauert dies 2 Tage. Der Schnelltest wird zunächst Spitälern und Pflegeheimen zur Verfügung gestellt. Er darf nur von medizinischem Personal vorgenommen werden, Auch der unangenehme Nasenabstrich ist noch nötig. Doch wird er die Testkosten senken. Einen grösseren Fortschritt brächte ein Test, für den nur Speichelproben nötig wären. Daran werde gearbeitet. Dies schreibt „Der Bund“ von heute.

Gemäss Prof. Haditsch kann der PCR-Test Bruchteile der Erbsubstanz von Corona-Viren, also Gen-Segmente, nachweisen, jedoch nicht klassifizieren. Es gibt Dutzende von Corona-Viren, ca. 400 verschiedene Tests sind in Gebrauch. Und Dr. Bodo Schiffmann hat einmal erwähnt, dass jemand in Deutschland eine Belohnung von 100‘000 EUR ausgeschrieben hat für den Wissenschaftler oder die Wissenschaftlerin, der oder die den mikrobiologischen Nachweis für das SARS-CoV2 erbringen kann. Bisher hat sich niemand gemeldet. 

Furore macht ein Naturheilmittel aus dem Thurgau: Der rote Sonnenhut bzw. die Echinacea-Tinktur. Das bundeseigene Labor in Spiez hat herausgefunden, dass diese Heilpflanze Viren in Zellkulturen töten kann. Seit ein paar Tagen ist das Mittel bereits in vielen Apotheken ausverkauft. Es ist ohne Rezept erhältlich und schon seit Jahren bekannt. Viele verwenden es im Winter als Vorbeugung oder Behandlung einer Erkältung oder Grippe. Der Schweizer Heilpraktiker Alfred Vogel brachte den Sonnenhut in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aus South-Dakota nach Thurgau. Der Sioux-Häuptling Black Elk hatte ihm eine Pflanze geschenkt und ihn in die indianische Pflanzenheilkunde eingeweiht. Inzwischen blüht der Rote Sonnenhut in vielen Gärten, auch in unserem. Bald werde ich die Wurzel ausgraben und in Cognac einlegen.

Auf Youtube schaue ich mir die Nachrichten von den Demonstrationen in Deutschland an, auch Interviews und Vorträge mit Prof. Bhakdi und seiner Frau, dem Rechtsanwalt und Bürgerrechtler Markus Häntz, Prof. Haditsch, Dr. Bodo Schiffmann und dem Pfarrer Jürgen Fliege. Mich beeindruckt die starke Ausstrahlung einer friedlichen Haltung von Menschen, von denen sich viele auf Mahatma Ghandi und Martin Luther King berufen. Wenn Kameras und Mikrophone abgeschaltet sind, gesellen sich Polizisten zu den Demonstrierenden, nehmen ihren Helm ab und sprechen als Bürger zu Mitbürgern. Sie sagen, dass es ihnen das Herz bricht, die Befehle der Regierung ausführen zu müssen.

Bodo Schiffmann sagt, das Schlimmste, was ihm passieren könne sei, dass er sich morgens im Spiegel nicht mehr in die Augen schauen könne. Das kann ich ihm sehr gut nachfühlen. Einige Male musste ich in meinem Leben eine Entscheidung treffen und bin dann immer meinem Herzen gefolgt, um mir selbst weiterhin in die Augen schauen zu können.

Text und Foto „Sonnenuntergang am Neuenburgersee“ :
Petra Dobrovolny        

Mein Tagebuch: 26. Juli 2020

26. Juli, Sonntag:

Herrliches Sommerwetter, in den letzten Tagen gab es ab und zu ein kurzes Gewitter, vorgestern sah ich zum ersten Mal einen vierfachen Regenbogen: Der untere war ungewöhnlich breit. Es zeigte sich dreimal die ganze Farbpalette dicht nebeneinander, oben drüber war ein einzelner zu sehen.
Die ersten Klaräpfel in der Bio-Gärtnerei sind bereits reif und schmecken dieses Jahr süsser als sonst.

Unsere Nachbarn haben uns kurz besucht und Geschenke aus Neuseeland überbracht, darunter 2 Büchlein mit eindrucksvollen Fotos der dortigen Landschaften. Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht mehr um ihr Aquarium kümmern muss, auch wenn mir die Fische, besonders Edwin, inzwischen ans Herz gewachsen sind.
Im linken Nachbarhaus herrschen Leere und Stille. Wir vermuten, dass die „Neuen“ erst Ende August einziehen werden.     

Am 22. Juli erschien im „Bund“ ein ganzseitiger Artikel mit dem Titel: „Sieben unbequeme Fragen zu Corona“: „Wie hoch ist die Sterberate bei Covid-19? Wie lange hält der Immunschutz nach einer Infektion? Was hat der Lockdown gekostet? Und so weiter. Wir hätten da noch mehr Fragen: Warum hat man die Zeit des Lockdowns nicht genutzt, um die Bevölkerung über das Immunsystem aufzuklären? Warum ist bei uns nicht bekannt, was Taiwan genau gemacht hat, um die Pandemie so schnell und erfolgreich bei 25 Mio Einwohnern in den Griff zu bekommen? Zur Erinnerung: Taiwan hatte nur 450 Falle, 7 davon sind u.a. an Covid-19 gestorben. Ein Lockdown wurde nicht verordnet, es gab überall Gratismasken und die Grenzen vor allem für Festlandchinesen wurden sofort geschlossen. Taiwan hatte die WHO sofort informiert. Diese hatte jedoch nicht weiter reagiert, da Taiwan kein Mitglied der WHO sein darf, China war dagegen.
Inzwischen habe ich das Buch „Corona Fehlalarm?“ von Prof. rer. nat. Dr. Karina Reiss, Fachfrau für Biochemie, Infektionen, Zellbiologie und Medizin, und Univ.-Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, bestellt. Es ist „Spiegel“- Bestseller und dieses Jahr bereits in der 4. Auflage erschienen. Besonders wichtig finde ich drei Aussagen.
1. Die Infektion mit Covid-19 ist je nach Land und Region mit einer saisonalen Grippe vergleichbar. Die Sterblichkeitsrate beträgt 0.02 bis 0.4 %. Obwohl Mitte April 2020 offenbar wurde, dass sich die Epidemie ihrem Ende zuneigte, hielt die Bundesregierung an ihrem „Kurs der Unverhältnismässigkeit und Ignoranz“ fest.
2. Unter dem Kapitel „Pandemie oder keine Pandemie – die Rolle der WHO“ auf Seite 120 erfahre ich zum ersten Mal, dass just vor dem Ausbruch der Schweinegrippe-Pandemie im Mai 2009 die Definition einer Pandemie geändert wurde. Die ersten zwei Kriterien gelten auch heute noch: Es muss sich um einen neuen Erreger handeln, auf den unser Körper noch nicht vorbereitet ist. Dann muss sich dieser schnell von Land zu Land ausbreiten, so dass die ganze Welt betroffen werden könnte. Das 3. Kriterium wurde 2009 gestrichen: Der Erreger müsse wirklich gefährlich sein, sodass weltweit mit einer grossen Anzahl von Todesfällen gerechnet werden könne.
Meine Meinung dazu: Diese Streichung hat zur Folge, dass in Zukunft häufiger Pandemien ausgerufen werden können, und es den Anschein hat, dass wir diesem Phänomen zunehmend häufiger ausgeliefert sein werden. Umso leichter werden sich Spendengelder für die Erforschung „lebensrettender“ Impfstoffe generieren lassen.
3. Das Kapitel „Worauf beruht Immunität gegen Corona-Viren?“ ab der Seite 114 ist ebenfalls sehr aufschlussreich: Es gibt also 2 Phasen: Zunächst wehren sich die Antikörper unseres Immunsystems gegen die Stacheln der Viren, wenn diese versuchen an eine Körperzelle anzudocken. Dieses Andocken wird durch die „Stacheln“ oder „Händchen“ der Antikörper verhindert, jedoch nicht immer. Es kann den Viren gelingen, in die Körperzelle einzudringen. Doch sie werden hier erkannt und durch Helfer- und Killer-Lymphozyten, der 2. Säule unseres Immunsystems, abgetötet. Eine Virusvermehrung kann nicht mehr stattfinden. Alle Impfungen gegen Viren regen lediglich die Bildung von Antikörpern an, unterstützen bestenfalls nur die 1. Säule unserer Abwehr. Die zweite Säule der Immunität gegen Corona-Viren ist fast nicht bekannt. Sie kann weder durch Antikörper-Tests erfasst werden, noch kann eine Impfung zu deren Unterstützung entwickelt werden.
Auf der Rückseite des Buches steht: „Dieses Buch klärt sachlich auf. Es bietet wissenschaftlich fundierte Information und untermauert Fakten. Bilden Sie sich Ihrer Meinung – und begründen Sie sie anhand von belegtem Hintergrundwissen.“

Der Naturheilmedizin ist bekannt, dass Impfungen das Immunsystem belasten, da dieses ständig auf Vorrat trainiert wird, auch wenn keine akute Gefahr besteht. Dadurch wird wertvolle Lebensenergie verbraucht, die das Immunsystem schlussendlich wieder schwächt. Die Folge davon können u.a. allergische Reaktionen auf alle möglichen Stoffe sein.
Jetzt will man Impfstoffe schneller bewilligen. Die bisher als nötig befundene Zeit für ausgedehnte Studien zur Erforschung der Nebenwirkungen soll massiv gekürzt werden. In Südafrika melden sich besonders viele freiwillige Testpersonen. Die Regierung meint, dass sich dadurch das Land genügend Impfstoff sichern kann, sobald dieser offiziell genehmigt wird. Es gibt also einen Wettlauf der Länder, wer wie schnell genügend Dosen Impfstoff ergattern kann.

Wie wird das alles weitergehen? Während meiner Klangmeditationen frage ich nach einer Botschaft aus der geistigen Welt. Die Engel sagen: „Habt Vertrauen! Die Sehnsucht eures Herzens wird gestillt werden.“

Foto: Georg Dobrovolny
Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 29. April 2020

29. April, Mittwoch:
Gestern und auch während der Nacht auf heute hat es seit 6 Wochen wieder mal geregnet. Es lässt sich besser atmen, denn der Blütenstaub in der Luft konnte sich setzen. Auch die Natur atmet auf, die Bauern wünschen sich noch mehr Regen, natürlich gut dosiert. Kennt ihr den Bauern aus dem Märchen? Er beschwert sich bei Gott über das Wetter und bittet ihn um Erlaubnis, ein Jahr lang das Wetter bestimmen zu dürfen. Gott gewährt ihm seinen Wunsch und voller Tatendrang macht sich der Bauer an die Arbeit. Im Herbst muss er einsehen, dass er noch nie so wenig ernten konnte als in all den Jahren zuvor. Er klagt Gott sein Leid und fragt nach dem Grund. Die Antwort: „Du hast den Wind vergessen!“ 

Ich mache zum ersten Mal Pesto aus Löffelkraut. Man nehme 50 g Löffelkraut aus dem Wald, 1 Knoblauchzehe, 1 Esslöffel Sonnenblumenkerne, ein paar Caschewnüsse. Dies verarbeite ich in unserer Küchen-Häckselmaschine. Dann füge ich etwas Olivenöl und weissen Aceto balsamico, auch etwas Gomasio – also geröstete Sesamsamen mit Meersalz. Das Pesto kann man als Brotaufstrich verwenden, oder auch zu Spaghetti, Reis oder Quinoa geniessen. Es schmeckt ähnlich wie Brunnenkresse.
Löffelkraut ist immunstärkend, blutreinigend und enthält Vitamin C. Georg hatte die Setzlinge im Bio-Garten gefunden. Sie zieren mit ihren weissen Blüten nun in Kästli unsere Fensterbank und erfreuen ausser uns auch die Bienen. Wenn man keine Setzlinge zur Verfügung hat, findet jetzt noch bis Juli genügend blühendes Löffelkraut im Wald, besonders an schattigen und feuchten Stellen.

Gemäss Gregg Braden gibt es das Gesetz oder Prinzip der nicht reduzierbaren Komplexität, „irreducible complexity“. Nur wenn genügend Aspekte in Betracht gezogen werden, und dazu wird eine Absicht benötigt, kann ein System funktionieren. Also meine Absicht ist zum Beispiel ein gesundes Pesto herzustellen. Dazu benötige ich verschiedene Zutaten in einer bestimmten Menge, sonst funktioniert die Sache nicht. Wenn in einem Land zum Beispiel  Virologen und Epidemiologen viel Macht erhalten und die Regierung nur deren Analysen und Empfehlungen entsprechend handelt, dann geht „der Wind“ vergessen. Vergessen geht das Leiden der Kranken, die dringend eine Behandlung oder Operation benötigten, aber warten mussten. Vergessen geht die Angst vor der Armut und Insolvenz, die viele in den Selbstmord treibt. Verunmöglicht werden Küsse und Umarmungen, geselliges Beisammensein, …

Welche Absicht steckt dahinter, wenn wir gezwungen werden, unsere Freiheitsrechte aufzugeben? Wenn Risikogruppen willkürlich definiert werden? Wenn die R-Zahl alles dominiert? Wenn uns Angst gemacht wird vor einer oder weiteren nächsten Wellen? Wenn die Welt erst wieder durch einen Impfstoff sicher wird?
Was können wir von Taiwan, Südkorea und Schweden lernen?

Oben im Bild: Löffelkraut
Text und Foto: Petra Dobrovolny       

Mein Tagebuch: 28. April 2020

28. April, Dienstag:
Die Kartenlegerin Estelle gibt das Motto der Woche bekannt: „Re-create your life!“ Die Zeitqualität sei jetzt günstig, sich selbst und das eigene Leben neu zu erschaffen. Die besten Ideen kämen in einem Zustand der Zurückgezogenheit. Die Botschaft der Engel lautet: „Es kommt noch etwas Besseres – als dein bisheriges Leben -, lass alles los, was dir nicht dient und nicht mehr zu dir passt. Mit Liebe und Leidenschaft schöpfst du neue Ideen aus deiner Tiefe. Dream big! Das bedeutet: Der neue Lebensentwurf soll ein grosser Traum ohne Beschränkungen sein.“ Das klingt gut, denke ich. Wenn man mal von den derzeitigen Beschränkungen absieht. Doch mit einer Schutzmaske dürfen wir bald wieder fast alles. Und Träumen geht auch ohne Schutzmaske.
Georg meint, es seien noch viele grundsätzliche Fragen nicht beantwortet. Zum Beispiel: Wie lange bleibt das Virus vermehrungsfähig? Wie verschwindet es wieder, wenn überhaupt? Unter welchen Bedingungen? Weiss jemand etwas über die Mutation des Virus?

Also nochmal:
Erschaff‘ dir ein neues Leben. Sei dir deiner Absichten bewusst. Entspanne dich, schaue auf einen weiten Horizont. Dein innerer Skeptiker schweigt, es gibt keine Grenzen, alles ist möglich. Spürst du, wie dein Atem dich weitet?                     
      
Der Bundesrat hat erlaubt, dass Grosseltern ihr Enkel wieder umarmen, aber noch nicht hüten dürfen.
Der Ansturm auf die Bau- und Gartencenter sei nach der gestrigen Eröffnung riesig gewesen. Coiffeursalons sind für die kommenden 3 Monate ausgebucht. Es ist doch wunderbar, wenn die Menschen wieder bauen, ihre Gärten und Balkone bepflanzen und sich schön machen lassen wollen! Spitäler dürfen wieder alle Operationen durchführen, doch aus Angst geht jetzt kaum jemand hin. Am 11. Mai dürfen die Schulen wieder öffnen und der öffentliche Verkehr wird den Fahrplan wieder hochfahren. Die Masken werden dann zur Pflicht.

Das Robert-Koch-Institut RKI in Berlin lobt die gemeinsame Anstrengung der Bürger, die Regeln einzuhalten. Dank dessen stehe Deutschland relativ gut da. Der Anteil der Verstorbenen beträgt 3.8 % der Infizierten. Dies ist wesentlich tiefer als zum Beispiel Spanien mit 12 % und dem Vereinigten Königreich mit 13 %. Trotzdem – oder deswegen? – betont Frau Merkel immer wieder: „Wir sind erst am Anfang der Pandemie.“ Was soll denn noch kommen? Die Kliniken sind nur zu 20% ausgelastet. Zum ersten Mal höre ich von der deutschen Tagesschau, dass sich jetzt Statistikfachleute kritisch zu Wort melden: Die berühmte R-Zahl – die Ansteckungsrate – beruhe auf falschen Stichproben, die für die Bevölkerung nicht repräsentativ seien. Die Tagesschau zeigt heute nicht mehr die seit Wochen aufaddierten Fallzahlen in einer ständig ansteigenden Kurve, sodass man den Eindruck erhält, alles würde jeden Tag schlimmer. Es werden nur die Zahl der Neu-Infizierten des Vortages sowie die Zahl der Verstorbenen gezeigt. Schweden legt das Gewicht nur auf die Anzahl der Verstorbenen, die R-Zahl sei immer über 1 gewesen, trotzdem sind Schulen und Geschäfte geöffnet.
Wie unser Freund, der Chemiker, sagen viele Leute, Zahlen seien Zahlen und deswegen immer objektiv und unbestechlich. Aber: Es gibt unterschiedliche Statistische Modelle und Darstellungsweisen. Prof. Homburg der Uni Hannover, ein Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Statistik, stellt die offiziellen Daten des RKI anders da. Und, oh Wunder, das Virus hält sich sogar an die berühmte Gauss’sche Verteilung, die Kurve für das Aufkommen der Infektionen verläuft in der Form einer Glocke. Der Höhepunkt war bereits Anfang bis Mitte März, erst am 23. März erfolgte in Deutschland das Lockdown. Zu der Zeit begann die Kurve bereits zu sinken. Österreich nimmt es seit gestern, Montag, locker und lockert. Kanzler Kurz ist für ausländische Fernsehsender ein beliebter Interviewpartner, die Welt will wissen, wieso Österreich bereits dabei ist, einen „smart restart“ zu schaffen. Er sagt, die Regierung hätte rechtzeitig gehandelt, die Massnahmen seien sehr strikt gewesen, deswegen … Die Hotels dürfen Ende Mai wieder öffnen.
Statistische Zahlen lassen sich so oder so auslegen. Ausser auf die Zahlen kommt es immer auf genügend grosse und repräsentative Stichproben an. Heute berichtet der „Bund“ von teilweise fehlerhaften Zahlen. In der Schweiz übermitteln die meisten Arztpraxen ihre Meldungen an das Bundesamt für Gesundheit immer noch per Fax. Dazu müssen sie ein Formular des BAG von Hand ausfüllen, das BAG überträgt dann ebenfalls von Hand die Zahlen in die Statistiken. Bei diesem Vorgang passieren immer wieder Fehler: So war zum Beispiel ein 109jähriger verstorbener Patient als 9jähriger registriert, just zu der Zeit, zu der über die Wiedereröffnung der Schulen diskutiert wurde. Auf einem anderen Formular, mit welchem die Arztpraxen Todesfälle allgemein melden, können sie nur eine einzige Ursache aufführen.
Sehr breiten Raum in den Medien erhalten Experten, die sich mit statistischen Wahrscheinlichkeiten und Vorhersagen befassen. Diese werden dann so formuliert: „Es könnte sein, dass im Juli eine nächste Covid19-Welle auf uns zukommt.“ Statistisch gesehen könnte es aber auch nicht sein. Nur sagt das niemand. Die bisherige Welle in den Schweizer Spitälern ist ausgeblieben. Wieviel Leid wurde jedoch wegen verschobener Behandlungen und Operationen verursacht? Dies wird nicht erfasst.
Mein Tipp für Statistiker: „Lassen Sie ihre Vorhersagen von Kartenlegerinnen überprüfen. Oder ziehen Sie eine Weiterbildung in Kartenlegen in Erwägung.“
„Re-create your life!“  

Schweizer Kuh. Die Hörner wurden ihr gelassen.