Mein Tagebuch: 02.09.2021

02. September, Donnerstag: Denunzieren oder Zivilcourage und Sirtaki

Altweibersommer oder «Indian Summer»: Die Berge laden zum Wandern ein.
Auf meinen Ausflug nehme ich einen von Georg geschickten Artikel aus der NZZ vom 31. August, um ihn im Bergrestaurant zu lesen. Claudia Rey schreibt dort auf der Seite 17: «Zwischen Denunzieren und Zivilcourage». Im letzten Jahr gingen bei der Zürcher Polizei 4000 Meldungen bzw. Beschwerden darüber ein, dass jemand sich nicht an die Corona-Massnahmen gehalten hätte. Die Städte Essen und Frankfurt und der Staat Neuseeland bieten im Netz sogar «Spitzel-Tools» für solche Meldungen an. Dort kann jede Person Verstösse gegen Corona-Massnahmen melden, die Angabe der eigenen Kontaktdaten ist optional. Dies hat wohl eher mit Denunzieren als mit Zivilcourage zu tun. Claudia Rey schreibt dazu: «Es macht einen Unterschied, ob jemand die Person hinter sich in der Schlange an der Kasse bittet, etwas mehr Abstand zu halten, oder ob er oder sie jemanden heimlich fotografiert und das Bild in einem Meldetool des Ordnungsamtes hochlädt.» Während seit der Corona-Zeit das Denunzieren blüht, mangelt es unserer Gesellschaft an Zivilcourage. Letztere sei, gemäss Carmen Tanner, Psychologieprofessorin an der Uni Zürich, lernbar. Sie möchte ein Videospiel entwickeln, mit dem sich Zivilcourage lernen lässt. Zurzeit fehlen dafür jedoch die finanziellen Mittel. Claudia Rey gelangt zu dem Fazit: «Die Behörden täten gut daran, dem Denunziantentum mittels Meldetools nicht noch mehr Auftrieb zu verleihen. Etwas mehr Zivilcourage im Alltag würde uns allen gutstehen. Wer in sich hineinhorcht, dürfte den feinen Unterschied zwischen Zivilcourage und Denunziantentum auch ohne Training spüren.»

Mir stellen sich dazu ein paar Fragen: Warum wird Zivilcourage erst im Studium ein Thema und nicht schon im Kindergarten? Welches Lehrmaterial haben Lehrende dafür zur Verfügung? Als Kinder haben wir mit Begeisterung «Monopoly» gespielt, uns aber in der Schule furchtbar gelangweilt, wenn wir «Staatskunde» hatten. Warum gibt es ausreichend Finanzen zur Entwicklung von digitalen Spitzel-Tools und nicht von Lernvideos über Zivilcourage?

Gestern ist Mikis Theodorakis gestorben. Er war 96 Jahre alt. Seine Musik steht für das Leben, die Freiheit und die Liebe. Der Film «Zorbas, der Grieche» ging um die Welt. Wie wäre es, wenn wir in der Warteschlange vor der Kasse hinter uns blickten und die nächste Person nicht zu mehr Abstand, sondern alle Wartenden zu einem gemeinsamen Sirtaki aufforderten?

Foto
und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 31.12.2020

31. Dezember, Donnerstag:

Ein Kreis schliesst sich

Es hat viel geschneit. Georg dreht eine Runde auf unserer verschneiten Dachterrasse, barfuss.

Im Kanton Luzern ist ein 91-Jähriger an Demenz erkrankter Mann 5 Tage nach der Impfung gegen Covid19 gestorben. Die Zeitschrift Zeitpunkt bringt als erste die Meldung: «Erster Todesfall in Folge der Covid-19-Impfung in der Schweiz!» Die Zulassungsbehörde Swissmedic beeilt sich zu entwarnen: Es sei kein Zusammenhang mit der Impfung ersichtlich. Auch eine andere Tageszeitung beschwichtigt: Pro Monat sterben in der Schweiz sowieso 1400 Menschen, davon seien 600 über 85-jährig.

Zahlreiche Astrolog*innen sagen uns ein lichtvolles und glückliches neues Jahr voraus. Zusammenarbeit werde ein wichtiges Thema, um die beste Lösung für alle zu finden.

Wir wünschen allen ein Jahr voller Freude. 2021 hat die Quersumme 5: Diese Zahl spricht für einen Willen zur Freiheit und den Mut zu Abenteuern. Treffen wir dieses Jahr Entscheidungen aus dem Herzen, werden wir ein Magnet für Fülle und Erfolg.

Morgen werde ich hier in Leukerbad im Hotel Beau Séjour eine Klangmeditation geben. Ich werde die Gäste dazu auffordern, sich ihre Wünsche für das neue Jahr so vorzustellen, als wären sie bereits Wirklichkeit geworden. Die Klänge meiner Kristall-Lyra werden sie darin unterstützen. An Weihnachten 2019 durfte ich die Christnachtfeier in der Kirche Meikirch bei Bern mit meinen Klängen begleiten, nun schliesst sich für mich ein Kreis, und es öffnet sich ein neuer hier in Leukerbad. 

Im vergangenen Frühjahr waren unsere Nachbarn in Neuseeland wegen Corona gestrandet und konnten erst im Juli wieder in die Schweiz zurückkehren. Heute meldet das Schweizer Radio: Neuseeland begrüsst das neue Jahr mit Feuerwerken und ohne Corona-Massnahmen. Seit einem Monat sei das Virus nicht mehr nachgewiesen worden. So etwas ist also tatsächlich möglich!

Zum Schluss meines Tagebuchs möchte ich die Engel zu Wort kommen lassen.
  
In Deutschland spielen bei den Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen der Regierung Fahnen eine wichtige Rolle. Es ist ein grosses Thema, wer sich was auf die Fahne schreibt. Ich frage die Engel um ihre Meinung, und sie sagen:

«Schreibt die Demut
auf eure Fahne
und alles wird heil.

Schreibt die Dankbarkeit
auf eure Fahne
und ihr werdet alles bekommen.

Schreibt die Liebe
auf eure Fahne
und ihr kommt in Frieden.

Erinnert euch:
Ihr seid göttlich
in Demut, Dankbarkeit und Liebe.
Und ihr werdet unendlich geliebt.

Eure Engel»

Foto: Fenster in Leukerbad mit Sinnspruch zur Poesie der Winterreise
und Text: Petra Dobrovolny

P.S.: Allen Blog-Lesenden wünsche ich ein glückliches neues Jahr! Vielen Dank, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid. Diesen Text werde ich in den nächsten Wochen redigieren und an das www.literaturpodium.de schicken. Im Frühjahr 2021 wird mein Tagebuch gemeinsam mit den Erzählungen anderer Autor*innen in einem ca. 400-seitigen Sammelband erscheinen und auch in der Schweiz im Buchhandel erhältlich sein. Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass so viele Seiten zusammenkommen werden.

Welche Erzähl- und Gedichtbände mit meinen Beiträgen bis jetzt in der Dorante Edition Berlin erschienen sind, könnt ihr bei www.petrasmaerchen.ch unter „Angebot“ oder bei www.literaturpodium.de nachschauen.

Ich werde auch weiterhin Tagebuch-Beiträge auf diesem Blog posten. Lassen wir uns überraschen, was das neue Jahr bringt! Ich freue mich, meine Gedanken mit euch zu teilen.


Mein Tagebuch: 7. Mai mit Gedicht

Grenzenlos                   

Willst du deine Liebste
zum Wochenende einladen,
so musst du erst die Ämter fragen.
Das ist schwer zu ertragen.
Doch deine Liebste könnte haben
das Virus im Gepäck.
Und zu diesem Zweck
sind die Grenzen zu.
Dies raubt dir nächtens deine Ruh‘!
Alles hängt jetzt ab
von der Entwicklung in Italien.
Das sind keine Lappalien.

Du klagst über dein schweres Los,
doch wisse: Eure Liebe ist grenzenlos!
Und bald seid Ihr wieder vereint
und werdet vergessen, wie oft Ihr geweint.

Eure Herzen zueinander finden.
Das kann kein Amt der Welt verhindern.
Trotz Stacheldraht und Zaun
nimmt sich die Liebe ihren Raum.
Du merkst es daran,
dass in der Luft
liegt ein ganz besond’rer Duft
von Maiglöckchen und Flieder.
Liebe kann man nicht verbieten,
und wir sehen uns bald wieder!

Mein Tagebuch: 3. Mai 2020

3. Mai, Sonntag:

Nach regnerischen Tagen scheint heute wieder die Sonne. Das Maigrün strahlt mit voller Kraft in die Welt hinaus. Ich entscheide mich für meine 2-stündige Runde: Hinauf auf das Plateau mit Ausblick auf die ganze Alpenkette einschliesslich Eiger, Mönch und Jungfrau, dann hinunter zum Uferweg der Aare entlang. Die Luft ist erfüllt mit Vogelgesang und Grillenzirpen. Die Menschen, die mir begegnen, grüssen mich mit einem freundlichen Lächeln oder ignorieren mich völlig. Man hält Abstand, wenn möglich. Joggern begegne ich nur zweimal. Die meisten gehen bedächtig, fast meditativ. Alle zusammen, auch wenn wir uns nicht weiter kennen, geniessen diesen Sonntagsspaziergang. Eine Atmosphäre der Dankbarkeit liegt in der Luft.
Der spirituelle Lehrer Mooji empfiehlt für die Zeit wie diese, bewusst wahrzunehmen, wofür wir dankbar sein können. Ein wichtiges Mantra sei „Thank you“, dreimal hintereinander ausgesprochen. Es helfe bei Angst und Depression.
Dr. Joe Dispenza, ein amerikanischer Neurowissenschaftler, ruft auf Youtube zu einer täglichen etwa 10minütigen Meditation auf, in welcher wir an einen geliebten Menschen denken und ihm im Stillen sagen sollen, was wir an ihm lieben. Wenn wir dabei ein Foto dieser Person betrachten, können wir uns besser konzentrieren. Dies Meditation bewirke bei uns einen gleichmässigen wohltuenden Herzrhythmus, der unser Immunsystem stärke. Darüber hinaus haben Untersuchungen ergeben, dass diese Frequenz oder Kraft der Liebe auf die ganze Umgebung, auf die Dauer sogar in die weite Welt wirkt: Menschen, die weder die meditierende Person kennen, noch Ahnung von deren Tätigkeit hätten, zeigen nach einiger Zeit ebenfalls den gleichen Herzrhythmus. Stell dir vor: Alle Herzen der Welt werden von diesem Rhythmus der Liebe ergriffen und senden ihn weiter aus! Da bleibt kein Platz mehr für Angst und Panik! Wir können viel mehr bewirken, als wir meinen. Yes, we can!
Der Psychoanalytiker C. G. Jung hatte das Feld des kollektiven Unbewussten entdeckt. Der Quantenphysiker Fritjof Capra ging in den 70er Jahren noch weiter und forderte für die Wissenschaften einen ganzheitlich-systemischen Ansatz. Gregg Braden spricht von „Der Matrix“, der Blaupause der Schöpfung, die alles umfasst. Dr. Joe Dispenza hat diese mit wissenschaftlichen Messmethoden erforscht und sagt, wie wichtig es ist, sich bewusst zu werden, mit welchen Sätzen unseres Glaubenssystems wir uns selbst oder andere fördern oder behindern können. Die 10-minütige Meditation stellt er unter das Motto „Go Love 2020“, abgekürzt „Golov20“.     

Estelle hat für die kommende Woche wieder Karten gelegt. Zur Erinnerung: In dieser Woche waren wir aufgefordert, wichtige innere Entscheidungen zu treffen. Die Engel kennen uns Menschen anscheinend sehr gut, denn bei so wichtigen Entscheidungen kommen uns auch wieder Selbstzweifel und viele Fragen: „Kann ich das wirklich schaffen?“ Estelles Engelkarten sagen: „Yes, yes, yes!“ Sie unterstützen das Wagnis, ein neues Leben, das besser zu uns passt, zu beginnen. Wenn es denn in Einklang mit unserem Herzen sei, wäre es in Ordnung, den Job zu kündigen, die Beziehung zu beenden oder an einen anderen Ort umzuziehen. In der kommenden Woche ist es Zeit, das alte Leben zu beenden. Die Engel versichern uns ihre Unterstützung.

Heute bringt die Sonntagszeitung einen sehr aufschlussreichen Artikel: „Das Virus und die Schweiz: Chronik des Kontrollverlusts.“ Wir finden es sehr spannend zu lesen, dass die Schweiz bereits am 31. Dezember von der WHO informiert worden war. Bereits am 24. Januar erschien eine Studie der Epidemiologen Christian Althaus und Julien Riou der Universität Bern zur Übertragbarkeit des Virus. Das Fazit: Die neue Krankheit verbreite sich wie die Spanische Grippe von 1918!
Patient Nr. 1 ist bekannt: Ein Engländer, der aus Singapur nach Genf geflogen war, um mit seiner Familie in Frankreich Skiurlaub zu machen. Er traf auch Schweizer Freunde, spürte Symptome, aber keine starken, und flog nach einer Woche von Genf nach London. Am 6. Februar wurde er dort positiv getestet. Inzwischen war auch ein 70jähriger Bewohner vom Tessin aus Mailand mit dem Virus nach Hause zurückgekehrt. Damit ging die Welle so schnell los, dass die Kontaktketten wegen mangelndem Personal und Testmaterial nicht mehr nachverfolgt werden konnten. Ab 8. März sollten nur noch Personen mit deutlichen Symptomen getestet werden. Schutzmasken fehlten, Virologen warnten, am 11. März erklärte die WHO die Krankheit Covid19 zur Pandemie. Österreich hatte schon längst seine Grenze zu Italien geschlossen, unser BAG fand dies noch für unnötig. Am 16. März erklärte der Bundesrat die „ausserordentliche Lage“, liess die Grenzen schliessen und schickte das Land in den Lockdown. Inzwischen hat sich die Schweiz im internationalen Vergleich zwar gut geschlagen: Das Gesundheitssystem kam weder in Bedrängnis, noch brach es zusammen. Doch viele Experten sagen, dass es durchaus Grund zur Kritik gäbe. Wäre medizinisches Schutzmaterial in genügendem Masse vorhanden, würde sich das Virus nicht so sehr in Altersheimen und Spitälern ausbreiten. Auch hätten die Grenzen früher geschlossen werden müssen. Die Fallverfolgung hätte nicht so früh gestoppt werden sollen. Die Knappheit der Testkapazitäten in der Schweiz sei ein schweres Versäumnis. Jetzt müsste der Pandemieplan erweitert werden.

Georg setzt Kartoffeln in einen grossen Sack mit Erde. Das sei Teil seines Pandemieplans für die 2. Welle, verkündet er. Unsere Tomatensetzlinge bekommen grosse Töpfe und frische Erde vom Bio-Garten. Georg darf sich dort selbst bedienen, denn die Erde ist sein Lohn in Naturalien. Schliesslich ist er dort schon seit zwei Jahren Kompostmeister. Naturalien als Lohn müssen eigentlich bei der Steuererklärung angegeben werden. Doch dies habe ich jetzt mal unterlassen. Eine Tomatensorte heisst Berner Rose, die wir sehr lieben.
Georg sei Dank, haben wir alles an Lebensmitteln, was wir brauchen. Und ab dem 11. Mai werden weitere Geschäfte öffnen. Dann kann ich eine neue Speicherkarte für unseren Fotoapparat und Toner für unseren Drucker kaufen.   

Yes! Yes! Yes!
Thank you, thank you, thank you!

Ja! Ja! Ja!
Danke, Danke, Danke!
                  

Mein Tagebuch: 2. Mai 2020

2. Mai, Samstag:

Heute berichtet der „Bund“ darüber, wie die Isolation auf die Dauer auf alte Menschen wirkt, besonders wenn sie allein leben: Sie erlahmen. Die geistige und körperliche Vitalität geht verloren. Marcel Schenk, der Geschäftsleiter Pro Senectute des Kantons Bern, sagt: „Das Risiko, als Angehöriger der Risikogruppe an Corona zu erkranken, muss man abwägen gegen das Risiko, seine Vitalität einzubüssen.“ (Berner Zeitung vom 2. Mai) Erste Altersheimbesuche sind ab 11. Mai wieder möglich, mit der notwendigen Vorsicht.
Noch Mitte März hatte unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Alten angefleht, zuhause zu bleiben und sich zu isolieren, um keinem Covidkranken ein Spitalbett oder noch schlimmer einen Platz an einem Beatmungsgerät wegzunehmen. In der Stadt tauchen Plakate vom Bundesamt für Gesundheit auf mit dem Motto: Zuhause bleiben – Leben retten. Wenn du also an dem Plakat vorbeispazierst, bist du schon ein potenzieller Mörder bzw. eine Mörderin.
Nach dem Aufruf unserer Bundespräsidentin erweitern viele alte Menschen, darunter auch eine unserer Nachbarinnen, ihre Patientenverfügung. Die Nachbarin erzählt mir, sie habe noch den wichtigen Zusatz angefügt, dass sie auf keinen Fall künstlich beatmet werden wolle.

In der ganzen Welt waren 150‘000 Reisende unterwegs, der überwiegende Teil konnte inzwischen nach Hause zurückkehren, 50‘000 sind noch gestrandet. Von unseren Nachbarn in Neuseeland haben wir schon lange nichts gehört.
  
„Hallöchen“, sagt die Heilerin Natascha auf Youtube und schickt die Energie der bedingungslosen Liebe Gottes durch ihre Hände in die Kamera und weiter durch unseren Bildschirm.

Mein Tagebuch: 28. April 2020

28. April, Dienstag:
Die Kartenlegerin Estelle gibt das Motto der Woche bekannt: „Re-create your life!“ Die Zeitqualität sei jetzt günstig, sich selbst und das eigene Leben neu zu erschaffen. Die besten Ideen kämen in einem Zustand der Zurückgezogenheit. Die Botschaft der Engel lautet: „Es kommt noch etwas Besseres – als dein bisheriges Leben -, lass alles los, was dir nicht dient und nicht mehr zu dir passt. Mit Liebe und Leidenschaft schöpfst du neue Ideen aus deiner Tiefe. Dream big! Das bedeutet: Der neue Lebensentwurf soll ein grosser Traum ohne Beschränkungen sein.“ Das klingt gut, denke ich. Wenn man mal von den derzeitigen Beschränkungen absieht. Doch mit einer Schutzmaske dürfen wir bald wieder fast alles. Und Träumen geht auch ohne Schutzmaske.
Georg meint, es seien noch viele grundsätzliche Fragen nicht beantwortet. Zum Beispiel: Wie lange bleibt das Virus vermehrungsfähig? Wie verschwindet es wieder, wenn überhaupt? Unter welchen Bedingungen? Weiss jemand etwas über die Mutation des Virus?

Also nochmal:
Erschaff‘ dir ein neues Leben. Sei dir deiner Absichten bewusst. Entspanne dich, schaue auf einen weiten Horizont. Dein innerer Skeptiker schweigt, es gibt keine Grenzen, alles ist möglich. Spürst du, wie dein Atem dich weitet?                     
      
Der Bundesrat hat erlaubt, dass Grosseltern ihr Enkel wieder umarmen, aber noch nicht hüten dürfen.
Der Ansturm auf die Bau- und Gartencenter sei nach der gestrigen Eröffnung riesig gewesen. Coiffeursalons sind für die kommenden 3 Monate ausgebucht. Es ist doch wunderbar, wenn die Menschen wieder bauen, ihre Gärten und Balkone bepflanzen und sich schön machen lassen wollen! Spitäler dürfen wieder alle Operationen durchführen, doch aus Angst geht jetzt kaum jemand hin. Am 11. Mai dürfen die Schulen wieder öffnen und der öffentliche Verkehr wird den Fahrplan wieder hochfahren. Die Masken werden dann zur Pflicht.

Das Robert-Koch-Institut RKI in Berlin lobt die gemeinsame Anstrengung der Bürger, die Regeln einzuhalten. Dank dessen stehe Deutschland relativ gut da. Der Anteil der Verstorbenen beträgt 3.8 % der Infizierten. Dies ist wesentlich tiefer als zum Beispiel Spanien mit 12 % und dem Vereinigten Königreich mit 13 %. Trotzdem – oder deswegen? – betont Frau Merkel immer wieder: „Wir sind erst am Anfang der Pandemie.“ Was soll denn noch kommen? Die Kliniken sind nur zu 20% ausgelastet. Zum ersten Mal höre ich von der deutschen Tagesschau, dass sich jetzt Statistikfachleute kritisch zu Wort melden: Die berühmte R-Zahl – die Ansteckungsrate – beruhe auf falschen Stichproben, die für die Bevölkerung nicht repräsentativ seien. Die Tagesschau zeigt heute nicht mehr die seit Wochen aufaddierten Fallzahlen in einer ständig ansteigenden Kurve, sodass man den Eindruck erhält, alles würde jeden Tag schlimmer. Es werden nur die Zahl der Neu-Infizierten des Vortages sowie die Zahl der Verstorbenen gezeigt. Schweden legt das Gewicht nur auf die Anzahl der Verstorbenen, die R-Zahl sei immer über 1 gewesen, trotzdem sind Schulen und Geschäfte geöffnet.
Wie unser Freund, der Chemiker, sagen viele Leute, Zahlen seien Zahlen und deswegen immer objektiv und unbestechlich. Aber: Es gibt unterschiedliche Statistische Modelle und Darstellungsweisen. Prof. Homburg der Uni Hannover, ein Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Statistik, stellt die offiziellen Daten des RKI anders da. Und, oh Wunder, das Virus hält sich sogar an die berühmte Gauss’sche Verteilung, die Kurve für das Aufkommen der Infektionen verläuft in der Form einer Glocke. Der Höhepunkt war bereits Anfang bis Mitte März, erst am 23. März erfolgte in Deutschland das Lockdown. Zu der Zeit begann die Kurve bereits zu sinken. Österreich nimmt es seit gestern, Montag, locker und lockert. Kanzler Kurz ist für ausländische Fernsehsender ein beliebter Interviewpartner, die Welt will wissen, wieso Österreich bereits dabei ist, einen „smart restart“ zu schaffen. Er sagt, die Regierung hätte rechtzeitig gehandelt, die Massnahmen seien sehr strikt gewesen, deswegen … Die Hotels dürfen Ende Mai wieder öffnen.
Statistische Zahlen lassen sich so oder so auslegen. Ausser auf die Zahlen kommt es immer auf genügend grosse und repräsentative Stichproben an. Heute berichtet der „Bund“ von teilweise fehlerhaften Zahlen. In der Schweiz übermitteln die meisten Arztpraxen ihre Meldungen an das Bundesamt für Gesundheit immer noch per Fax. Dazu müssen sie ein Formular des BAG von Hand ausfüllen, das BAG überträgt dann ebenfalls von Hand die Zahlen in die Statistiken. Bei diesem Vorgang passieren immer wieder Fehler: So war zum Beispiel ein 109jähriger verstorbener Patient als 9jähriger registriert, just zu der Zeit, zu der über die Wiedereröffnung der Schulen diskutiert wurde. Auf einem anderen Formular, mit welchem die Arztpraxen Todesfälle allgemein melden, können sie nur eine einzige Ursache aufführen.
Sehr breiten Raum in den Medien erhalten Experten, die sich mit statistischen Wahrscheinlichkeiten und Vorhersagen befassen. Diese werden dann so formuliert: „Es könnte sein, dass im Juli eine nächste Covid19-Welle auf uns zukommt.“ Statistisch gesehen könnte es aber auch nicht sein. Nur sagt das niemand. Die bisherige Welle in den Schweizer Spitälern ist ausgeblieben. Wieviel Leid wurde jedoch wegen verschobener Behandlungen und Operationen verursacht? Dies wird nicht erfasst.
Mein Tipp für Statistiker: „Lassen Sie ihre Vorhersagen von Kartenlegerinnen überprüfen. Oder ziehen Sie eine Weiterbildung in Kartenlegen in Erwägung.“
„Re-create your life!“  

Schweizer Kuh. Die Hörner wurden ihr gelassen.

Mein Tagebuch: 9. April 2020

Georg mit südkoreanischer Maske, ein Selfie in der Berner Altstadt , Waisenhausplatz

9. April, Gründonnerstag: Georg geht nun schon zum dritten Mal zum Gemüsestand bei der Schule. Bisher war der Andrang zu gross. Vor allem wollen die Leute viel und lange miteinander reden. Jetzt hat er Glück und kommt mit frischem Stangensellerie und Eiern zurück.
John stellt einen silbernen Kelch mit einem zusammengefalteten weissen Tuch auf seinen Hausaltar. Der Onkel von Jesus, Josef von Aramithäa hatte das Blut des Gekreuzigten mit einem Kelch aufgefangen. Später brachte Josef diesen Kelch nach England. Es entstand die Legende vom Heiligen Gral.
In der Alchemie dient der Gral als Gefäss für die im Leben notwendigen Wandlungen. Am Anfang des Prozesses befindet sich darin wertloses Material, wie etwa Blei. Dieses wird während verschiedener Phasen in „Gold“, das bedeutet in Bewusstsein verwandelt. Das „Gold“ wird auch „der Stein des Weisen“ genannt. Die Schriften zur Alchemie beschreiben 7 Phasen in einer Symbolsprache. Abgekürzt heisst die Anweisung an den in die Kunst Eingeweihten: „Solve et coagule!“ Also: „Löse auf und setze zusammen!“
Die ganze Menschheit befindet sich zurzeit in einem Gral: Wir erleben, wie sich jetzt alles auflöst: Beziehungen, alte Gewohnheiten und Denkweisen, alte Strukturen, die keinen Sinn mehr ergeben. Der Planet Neptun gilt in der Astrologie als der grosse Auflöser. Zurzeit befindet er sich im Sternzeichen der Fische. Hier ist er ganz in seinem Element!
Den besten Anschauungsunterricht erhielt ich Ende Januar von dem gestorbenen Fisch im nachbarlichen Aquarium. Nach drei Tagen hatte er sich vollständig aufgelöst!   
Die Kartenlegerin Estelle zeigt ihre Zeichnung von einer Schlange als Symbol für die Veränderung und Neugeburt, denn Schlangen werfen im Frühjahr ihre alte Haut ab.
Unsere Freunde, die arabische Spezialitäten anbieten und normalerweise auf dem Berner Wochenmarkt verkaufen, schicken uns ihr Angebot online. Wir machen in unserer Strasse Werbung dafür.
Im New Yorker Zoo wurde ein Tiger positiv auf das Virus getestet. Jetzt darf er den Präsidenten wohl nicht mehr anfauchen.
„Hallöchen“, sagt Natascha auf Youtube und schickt bedingungslose göttliche Liebe über ihre Hände und Augen durch den Bildschirm.
Georg geht in die Stadt zum Einkaufen und zu meiner Praxis. Er macht ein Selfie von sich auf dem menschenleeren Waisenhausplatz.

 

Marktgasse in Corona-Zeiten
März 2020

Ein Weihnachtsgedicht

Ein Weihnachtsgedicht

Werde wie das Weihnachtskind!
URVERTRAUEN
Geborgenheit entspringt.
Das ganze Universum
ist deine Göttin Mutter:
Umhüllend immer da!

DRUM:
Werde dir gewahr
in Krippe und Hütte,
unter Decke und Himmelszelt:
Du bist umsorgt und eingehüllt,
auf dass es dir an nichts fehlt.

Von Ferne
leuchten dir die Sterne.
Die Engel lächeln dir zu,
und Ochs‘ und Esel schauen zu.
Du schliesst deine Äuglein in
himmlischer Ruh‘.

Du träumst von Königen,
die dich mit Gold beschenken,
und Hirten mit Schafen,
die dich auch bedenken.

Vor allem träumst du
 deinem Lebensauftrag entgegen,
denn du willst doch
in dieser Welt etwas bewegen!
So folgst du dem damaligen
Weihnachtskinde,
auf dass mehr und mehr
Liebe und Frieden

auf diese Welt finde.

Petra Dobrovolny-Mühlenbach

Das Herz der Eiche

Das Herz der Eiche

In meine knorrige Rinde
kann kein Liebespaar
ein Herz ritzen.

Nun hab‘ ich selbst
für dich ein Herz gemalt
auf meine Rinde!

Möge es dich erfreu’n,
mein Kinde!

Gehst du achtsam durch die Natur,
dir manches Herz entgegenkommt!
Wund’re dich nur!

Vieles wirst du entdecken,
was wiederum dein Herz
wird wecken!

Text und Foto:
Petra Dobrovolny-Mühlenbach

Aufbruch

Aufbruch

Zieh‘ einen Strich unter dein Leben
und fang‘ ein neues an!
Vergiss die alten Erdbeben
und was dir manche haben angetan!

Jetzt ist eine neue Zeit:
Mach‘ dich bereit!
Nimm den Wanderstab
und geh‘ von hier fort:
Es wartet auf dich ein neuer Ort
der Liebe und der Freude!

Die Engel sind mit dir
morgen und heute!

Petra Dobrovolny
Foto: Georg Dobrovolny