Mein Tagebuch: 31.12.2021

31. Dezember, Freitag:
Nun wünsche ich allen, die dies lesen oder sogar den ganzen Text meines diesjährigen Tagebuchs gelesen haben, ein glückliches neues Jahr: Gesundheit, Heiterkeit und viel Freude im Herzen.
Das neue Jahr soll leichter und lichter werden. Wer mehr wissen möchte, dem kann ich die Astrologinnen Pam Gregory und Bracha Goldsmith auf Youtube empfehlen, auf Deutsch können Silke Schäfer und Günter Kerschbaummayr auch inspirieren.

Leukerbad ist über die Festtage überfüllt von Leuten, die feiern möchten und keine Angst haben. Sie bringen viele Hunde mit. Beim Tauwetter kommen deren Hinterbleibsel zum Vorschein. Vielleicht ist dies auch symbolisch für dieses Jahr: Die Wahrheit kommt ans Licht!

Von einem Bekannten, der Arzt ist, erfahren wir, dass er sich in seiner Praxis mit Covid angesteckt hatte. Er musste notfallmässig ins Spital, obwohl er viermal geimpft ist. Auch eine andere Nachricht stimmt nachdenklich: Ein Kreuzschiff mit über 2000 Menschen an Bord, die alle geimpft oder genesen und getestet waren, musste nach Lissabon zurückkehren, da das Virus auch mit auf die Kanarischen Inseln wollte. Georg schenkt mir wunderschöne orange Tulpen. Ich freue mich sehr über diese Vorboten des Frühlings.

Foto und Text: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 19.03.2021

19. März, Freitag: Sankt-Josefstag, ein Feiertag im katholischen Wallis

Nach fast 2 Wochen bin ich wieder in den Walliser Bergen angekommen. Die gestrige Fahrt von Bern nach Leukerbad war sehr angenehm, es waren wenig Leute unterwegs. In der Zeit meiner Abwesenheit ist hier wieder 1m Schnee gefallen, der auch unsere Dachterrasse bedeckt. Doch das Angebot im Supermarkt ist frühlingshaft: Grüne Spargel und Tulpen. Die Sonne steht bereits viel höher und erreicht unsere Terrasse eine gute halbe Stunde früher, das heisst um 10.30 h.

Die NZZ schreibt heute: «Die Schweizerinnen und Schweizer haben es satt. 64% der Befragten sehen im Verlust an Freiheit eines der Hauptprobleme. Jeder und jede 2. rechnet damit, dass eine Rückkehr zur Normalität nicht vor dem nächsten Winter wahrscheinlich ist.»

Vor einem Jahr wurde abgeraten über Ostern ins Tessin zu fahren. Die Botschaft von dort an die nördliche Schweiz: «Bleibt zuhause!» Dieses Jahr heisst es: «Ihr seid willkommen, aber mit Maske.» Der Stadtrat von Lugano erwägt auch eine Maskenpflicht für den Aussenbereich. Tessiner Hotels und Ferienwohnungen sind für die Osterferien bereits fast ausgebucht. Ich freue mich sehr darüber, dass die Menschen sich trotz der Angstmacherei der Mainstream-Medien nicht zuhause verkriechen. Auch unsere vier über 85-jährigen Bremgarten-Nachbarinnen und alleinlebende Witwen sind gesund und munter, versorgen sich selbst und treffen sich oft zu einem Schwatz – ohne Maske. Das war vor einem Jahr ganz anders.

Heute Nachmittag wird der Bundesrat uns mitteilen, ob und ab wann gelockert wird oder auch nicht. Alle hoffen zumindest auf wieder geöffnete Restaurantterrassen. Indessen zieht Frankreich die Schrauben für fast das ganze Land wieder an: Man darf das Haus nur aus einem triftigen Grund verlassen, ab 19 h überhaupt nicht mehr. In der Schweiz wurden zu keiner Zeit Ausgangssperren verhängt, auch die Bewegungsfreiheit wurde nicht auf so und so viele Kilometer eingeschränkt.

Deutschland hat die Impfung von AZ wegen der Gefahr von Blutgerinnseln auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts für Impfsicherheit ausgesetzt, Italien und Frankreich fühlen sich deswegen anscheinend überrumpelt. Die Schweiz hat diesen Impfstoff erst oder noch gar nicht bewilligt. Die WHO tut alles, um den «Schaden» zu begrenzen: Es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und den anschliessend aufgetretenen Blutgerinnseln. Prof. Bhakdi hatte bereits vor Wochen wegen der erhöhten Gefahr von Thrombosen vor dem Impfstoff gewarnt. Er wollte sich nach der Medienkampagne gegen ihn ursprünglich zurückziehen, sah sich aber genötigt gemeinsam mit seiner Frau ein weiteres Buch* zu schreiben, das Ende April im Goldegg-Verlag erscheinen wird: «Corona unmasked. Neue Daten, Erkenntnisse und Hintergründe.» Das Buch steht bereits jetzt auf der Bestsellerliste, so viele Vorbestellungen gibt es. 

Morgen ist die Tag-und-Nachtgleiche. Die Venus steht nahe zur Sonne, ein Grund zu Optimismus. Seit 2012 haben sich die 33 kosmischen Portale unseres Planeten geöffnet. Eines der wichtigsten ist das Bermuda-Dreieck, wo sich der grosse Kristall des versunkenen Kontinents Atlantis befindet. Wenn wir uns in einer Meditation damit verbinden, finden wir wieder Zugang zu dem damaligen atlantischen Wissen um die Naturgesetze, Frieden und Harmonie. Es gab dort auch ein besonderes Wissen um die heilende Kraft von Klängen und Kristallen. Der Amerikaner Frank Alper schrieb darüber in seinem Buch «Erkenntnisse aus Atlantis». Ich durfte die dort angegebenen Silben der Heilgesänge verwenden und habe sie 2017 für mein 39. Album «Journey to Atlantis» zusammen mit Klängen meiner Kristall-Lyra aufgenommen. Die Silbenreihe DOU-LA-E-VOA unterstützen die Atemwege. Für diejenigen, die sich dafür interessieren: Mein Album ist online bei iTunes erhältlich, weitere Informationen dazu gibt es auf meiner Webseite www.dolphinkissis.ch

* Der Titel des ersten Buches heisst: Corona – Fehlalarm? Ebenfalls im Goldegg-Verlag erschienen und Spiegel-Bestseller Nr. 1

Nach wie vor gibt über das Thema Corona weder in Deutschland, Österreich und der Schweiz keinen normalerweise üblichen wissenschaftlichen Diskurs. Dies bedauern alle WissenschaftlerInnen, die ihre andere Meinung in einer fachlichen Diskussion öffentlich zur Debatte stellen möchten. Sie kommen höchstens in den Kanälen unabhängiger JournalistInnen zu Wort, wie in Deutschland zum Beispiel bei Boris Reitschuster und bei Punkt.Preradovic oder im österreichischen Fernsehkanal «Respekt». Immer mehr Kanäle sehen sich der Zensur von Youtube ausgesetzt und wandern ab auf andere Plattformen. 

Der Bundesrat ist für eine sehr vorsichtige Lockerung: Die Restaurants bleiben bis auf weiteres geschlossen, die Terrassen ebenfalls. Dafür dürfen wir im privaten Bereich Ostern mit 10 Leuten feiern, bisher waren nur 5 erlaubt. Das Gastronomiegewerbe ist enttäuscht bis geschockt. Georg findet: „Was ist das für eine Logik? Die Restaurants der Hotels sind innen für Hotelgäste geöffnet. Oft sitzen dort gleichzeitig hundert oder mehr Gäste, essen und trinken. Ist das nicht gefährlicher als Terrassenrestaurants?“
Aber die Deutschen empfinden die Schweiz als Paradies, Frankreich und Italien verordnen wieder strengere Massnahmen. Das beeinflusst natürlich den Bundesrat in seiner Entscheidung einschliesslich das Mantra in den Nachrichten der Medien, dass die britische Variante besonders gefährlich sein soll und sich jetzt immer mehr verbreite.

Foto: Leukerbad Blick nach Südosten …
und Text: Petra Dobrovolny 

Mein Tagebuch: 14. Mai 2020

14. Mai, Donnerstag:

Es regnet, der Himmel ist grau, die Erde trägt hier ein strahlend grünes Frühlingskleid. In Neuseeland ist es Herbst. In der Tageszeitung werden auch die Temperaturen für Sydney und Auckland angegeben: 18°C, also wärmer als die 13°C bei uns.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel werden Masken empfohlen, Pflicht sind sie nicht. Es trägt auch kaum jemand eine. Warum denn auch? Das Bundesamt für Gesundheit hatte wochenlang verkündet, sie nützten nichts, könnten sogar schaden, besser sei das Abstandhalten. Doch – siehe da! – „Selecta“, eine Firma, die Snackautomaten betreibt, hat neuerdings Hygienemasken und Desinfektionsmittel im Angebot. Kleine Nebenbemerkung: Dort hat wohl jemand mein Tagebuch gelesen.
Pascal Blum, ein Journalist beim „Bund“, analysiert heute, warum die Maske in Asien schon lange zum Alltag gehöre. In Japan hätte sich die Maske vor allem nach der Spanischen Grippe 1918 verbreitet. Diese Sitte sei damals von den USA übernommen worden. Auch die Pestepidemie in der Mandschurei von 1910/1911 hat bewirkt, dass das Maskentragen sich in Ostasien verbreitete. Damals schon vertrat der in Cambridge ausgebildete Arzt Wu Liande, ein Chinese aus British-Malaya, die Theorie, dass die Krankheit sich nicht über Rattenflöhe, sondern über die Luft übertrage. Aha!

Am letzten Freitag bewertete unser Gesundheitsminister die Entwicklung als „absolut zufriedenstellend“. Das Virus bliebe uns erhalten, eine zweite Welle gäbe es in absehbarer Zeit aber nicht. Ist Herr Berset während seiner Zeit im Homeoffice hellsichtig geworden? Wie dem auch sei, Hauptsache, wir dürfen als Angehörige einer Risikogruppe – als solche haben wir uns nie betrachtet – wieder mit gutem Gewissen selbst einkaufen.

Südtirol öffnet sich ohne Einverständnis aus Rom. Die autonome Provinz findet, es müsse wieder Zuversicht einkehren. Ab 11. Mai öffnen Restaurants, Bars und Coiffeure, ab 18. Mai Kindergärten und Grundschulen, ab 25. Mai Hotels und Seilbahnen. Auf nach Südtirol! Wenn denn auch die Landesgrenzen wieder öffnen.
Ab dem 15. Juni öffnen sich die Grenzen der Schweiz zu Deutschland, Österreich und Frankreich. Zu Italien bleiben sie noch geschlossen.

Mein Tagebuch: 12. und 13. Mai 2020

12. Mai, Dienstag: Diese Woche ist es kalt, die Eisheiligen sind da. Seit gestern dürfen die Menschen in Frankreich wieder raus und zur Arbeit gehen. Restaurants und Schulen sind noch geschlossen. Es gilt eine Maskenpflicht. Bei den Métrostationen werden Masken päckchenweise gratis verteilt. Eine Passantin sagt, die Helfer und die Polizisten könne man jederzeit um Auskunft fragen, das bewirke, dass man nicht zu viel Angst haben müsse. Nach 2 Monaten strenger Ausgangssperre liegt nun eine verhaltene Erleichterung in der Luft.
In Deutschland melden vier Landkreise steigende Infektionszahlen. Sie behalten sich vor, selbständig und schneller über Massnahmen zu entscheiden und nicht erst auf die Bundesregierung zu warten. Einige deutsche Städte haben seit 10 Tagen keinen einzigen neuen Fall und wollen mit der Lockerung vorwärts machen. Es ist sinnvoll, lokaler oder regionaler zu handeln. Seit gestern gehen die Kinder in der Schweiz wieder in die Schule. Auch hier sehen die Massnahmen in den Kantonen unterschiedlich aus. Die Rauchschwaden der nachbarlichen Zigarette nehmen leider wieder zu. Es scheint sich dort etwas zu tun: Letzte Woche haben sich verschiedene Leute das Haus angesehen. Eine Besucherin sagte auf Georgs Frage hin: Es würde neu vermietet. Wir sind gespannt, wann wir konkret informiert werden. Unsere Waschmaschine konnte inzwischen repariert werden. Jetzt muss ich nicht mehr mit Georgs Hilfe die Wäsche von Hand auswringen.

Bei der Demo am letzten Samstag war auch die Tochter von Friedrich Dürrenmatt dabei. Sie wohnt in Bern und hatte sich mit ihrem Rollator auf den Bundesplatz begeben. Gemäss offizieller Definition gehört sie zur Risikogruppe. Ein kleines Plakat hatte sie selbst gemalt und sich um den Hals gehängt: Darauf ist eine Waage zu sehen, deren Waagschalen aus dem Gleichgewicht geraten sind. In der einen liegt eine züngelnde Schlange, die die autoritäre Angstpolitik des Bundesrates symbolisiert. Aus der anderen tropft Blut. Dies zeige, wie sehr wir die letzten Wochen unter den Massnahmen gelitten hätten. Am nächsten Samstag sei sie, Ruth Dürrenmatt, wieder dabei, falls wieder demonstriert würde. Sie meint: „Irgendetwas stimmt da nicht. Das Ganze passt nicht zusammen.“

„Yes! Yes! Yes!“

13. Mai, Mittwoch:

Die heutige Schlagzeile vom „Bund“: „Zumindest Kleinstdemos sollen in Bern wieder toleriert werden“. Staatsrechtler und Politiker fordern die Stadt Bern zur Toleranz auf.

In der Nacht habe ich geträumt, dass ich mit Georg im Flughafen von London bin. Unser geplanter Rückflug in die Schweiz wurde kurzfristig abgesagt. Wir haben in einem kleinen Hotelzimmer des Flughafens übernachtet und wollen uns jetzt nach dem nächsten Flug erkundigen. Der Mann am Schalter sagt, dass der Zeitpunkt noch nicht bekannt sei, jedoch kurzfristig angesagt werde. Wir könnten solange im Restaurant warten. Das tun wir, und Georg bestellt für mich einen frisch gepressten Limonensaft mit Mineralwasser und für sich ein englisches Bier vom Fass.
Der Traum sagt mir, dass uns im Moment nichts anderes übrigbleibt als zu warten. Dass es aber plötzlich losgehen könne. In der Zwischenzeit werden wir gut versorgt mit Hotelzimmer und Getränken. Wunderbar! Was wollen wir mehr?
Es ist eine Art „Zwischenzeit“, und niemand weiss, welche Zeit danach kommen werde. Viele möchten einiges aus diesem „Dazwischen“ in den zukünftigen Alltag mitnehmen: Manche möchten im Homeoffice bleiben, mehr Familienzeit einplanen, mehr Kochrezepte ausprobieren oder erfinden.
Der Absatz von Bioprodukten hat enorm zugenommen. Diese können eigentlich nur so bezeichnet werden, wenn die Böden nicht verseucht sind. Das Bundesamt für Umwelt warnt davor, dass in 12 (!) Kantonen das Grundwasser mit Abbauprodukten des Pestizids Chlorothalonil verunreinigt sei. Die Herstellerin Syngenta kritisiert die Behörde für die Verbreitung der Wahrheit …
Ein Leserbriefschreiber meinte vor ein paar Wochen, wir befänden uns in einem dreifachen Notstand: Wegen Corona, wegen des Klimas und wegen der Pestizide. Der erste Notstand ginge vorüber, aber die zwei anderen blieben.

Text: Petra Dobrovolny
Fotos: Georg Dobrovolny

Mein Tagebuch: 28. April 2020

28. April, Dienstag:
Die Kartenlegerin Estelle gibt das Motto der Woche bekannt: „Re-create your life!“ Die Zeitqualität sei jetzt günstig, sich selbst und das eigene Leben neu zu erschaffen. Die besten Ideen kämen in einem Zustand der Zurückgezogenheit. Die Botschaft der Engel lautet: „Es kommt noch etwas Besseres – als dein bisheriges Leben -, lass alles los, was dir nicht dient und nicht mehr zu dir passt. Mit Liebe und Leidenschaft schöpfst du neue Ideen aus deiner Tiefe. Dream big! Das bedeutet: Der neue Lebensentwurf soll ein grosser Traum ohne Beschränkungen sein.“ Das klingt gut, denke ich. Wenn man mal von den derzeitigen Beschränkungen absieht. Doch mit einer Schutzmaske dürfen wir bald wieder fast alles. Und Träumen geht auch ohne Schutzmaske.
Georg meint, es seien noch viele grundsätzliche Fragen nicht beantwortet. Zum Beispiel: Wie lange bleibt das Virus vermehrungsfähig? Wie verschwindet es wieder, wenn überhaupt? Unter welchen Bedingungen? Weiss jemand etwas über die Mutation des Virus?

Also nochmal:
Erschaff‘ dir ein neues Leben. Sei dir deiner Absichten bewusst. Entspanne dich, schaue auf einen weiten Horizont. Dein innerer Skeptiker schweigt, es gibt keine Grenzen, alles ist möglich. Spürst du, wie dein Atem dich weitet?                     
      
Der Bundesrat hat erlaubt, dass Grosseltern ihr Enkel wieder umarmen, aber noch nicht hüten dürfen.
Der Ansturm auf die Bau- und Gartencenter sei nach der gestrigen Eröffnung riesig gewesen. Coiffeursalons sind für die kommenden 3 Monate ausgebucht. Es ist doch wunderbar, wenn die Menschen wieder bauen, ihre Gärten und Balkone bepflanzen und sich schön machen lassen wollen! Spitäler dürfen wieder alle Operationen durchführen, doch aus Angst geht jetzt kaum jemand hin. Am 11. Mai dürfen die Schulen wieder öffnen und der öffentliche Verkehr wird den Fahrplan wieder hochfahren. Die Masken werden dann zur Pflicht.

Das Robert-Koch-Institut RKI in Berlin lobt die gemeinsame Anstrengung der Bürger, die Regeln einzuhalten. Dank dessen stehe Deutschland relativ gut da. Der Anteil der Verstorbenen beträgt 3.8 % der Infizierten. Dies ist wesentlich tiefer als zum Beispiel Spanien mit 12 % und dem Vereinigten Königreich mit 13 %. Trotzdem – oder deswegen? – betont Frau Merkel immer wieder: „Wir sind erst am Anfang der Pandemie.“ Was soll denn noch kommen? Die Kliniken sind nur zu 20% ausgelastet. Zum ersten Mal höre ich von der deutschen Tagesschau, dass sich jetzt Statistikfachleute kritisch zu Wort melden: Die berühmte R-Zahl – die Ansteckungsrate – beruhe auf falschen Stichproben, die für die Bevölkerung nicht repräsentativ seien. Die Tagesschau zeigt heute nicht mehr die seit Wochen aufaddierten Fallzahlen in einer ständig ansteigenden Kurve, sodass man den Eindruck erhält, alles würde jeden Tag schlimmer. Es werden nur die Zahl der Neu-Infizierten des Vortages sowie die Zahl der Verstorbenen gezeigt. Schweden legt das Gewicht nur auf die Anzahl der Verstorbenen, die R-Zahl sei immer über 1 gewesen, trotzdem sind Schulen und Geschäfte geöffnet.
Wie unser Freund, der Chemiker, sagen viele Leute, Zahlen seien Zahlen und deswegen immer objektiv und unbestechlich. Aber: Es gibt unterschiedliche Statistische Modelle und Darstellungsweisen. Prof. Homburg der Uni Hannover, ein Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Statistik, stellt die offiziellen Daten des RKI anders da. Und, oh Wunder, das Virus hält sich sogar an die berühmte Gauss’sche Verteilung, die Kurve für das Aufkommen der Infektionen verläuft in der Form einer Glocke. Der Höhepunkt war bereits Anfang bis Mitte März, erst am 23. März erfolgte in Deutschland das Lockdown. Zu der Zeit begann die Kurve bereits zu sinken. Österreich nimmt es seit gestern, Montag, locker und lockert. Kanzler Kurz ist für ausländische Fernsehsender ein beliebter Interviewpartner, die Welt will wissen, wieso Österreich bereits dabei ist, einen „smart restart“ zu schaffen. Er sagt, die Regierung hätte rechtzeitig gehandelt, die Massnahmen seien sehr strikt gewesen, deswegen … Die Hotels dürfen Ende Mai wieder öffnen.
Statistische Zahlen lassen sich so oder so auslegen. Ausser auf die Zahlen kommt es immer auf genügend grosse und repräsentative Stichproben an. Heute berichtet der „Bund“ von teilweise fehlerhaften Zahlen. In der Schweiz übermitteln die meisten Arztpraxen ihre Meldungen an das Bundesamt für Gesundheit immer noch per Fax. Dazu müssen sie ein Formular des BAG von Hand ausfüllen, das BAG überträgt dann ebenfalls von Hand die Zahlen in die Statistiken. Bei diesem Vorgang passieren immer wieder Fehler: So war zum Beispiel ein 109jähriger verstorbener Patient als 9jähriger registriert, just zu der Zeit, zu der über die Wiedereröffnung der Schulen diskutiert wurde. Auf einem anderen Formular, mit welchem die Arztpraxen Todesfälle allgemein melden, können sie nur eine einzige Ursache aufführen.
Sehr breiten Raum in den Medien erhalten Experten, die sich mit statistischen Wahrscheinlichkeiten und Vorhersagen befassen. Diese werden dann so formuliert: „Es könnte sein, dass im Juli eine nächste Covid19-Welle auf uns zukommt.“ Statistisch gesehen könnte es aber auch nicht sein. Nur sagt das niemand. Die bisherige Welle in den Schweizer Spitälern ist ausgeblieben. Wieviel Leid wurde jedoch wegen verschobener Behandlungen und Operationen verursacht? Dies wird nicht erfasst.
Mein Tipp für Statistiker: „Lassen Sie ihre Vorhersagen von Kartenlegerinnen überprüfen. Oder ziehen Sie eine Weiterbildung in Kartenlegen in Erwägung.“
„Re-create your life!“  

Schweizer Kuh. Die Hörner wurden ihr gelassen.

Mein Tagebuch: 18.4. mit Gedicht

18. April, Samstag:
Heute schreibe ich …
    
Mein Corona-Gedicht

Das Corona-Virus ist zwar überall,
doch weder fass- noch sichtbar.
Du lernst einen neuen Abstand zur Welt.
Ob das Virus sich auch daran hält?

Die Autobahnen werden leiser,
die Menschen bald ein wenig weiser.
Der Frühling zieht ein in voller Pracht.
Was hat sich nicht alles verändert über Nacht?

Du hörst abends die Nachtigall,
tagsüber den Kuckuck überall.
Aus bleibt der Regen,
doch nie verlässt uns Gottes Segen.

Viele Felder liegen brach,
da kein Helfer vom Ausland kommen mag.
Jetzt wär‘ fällig der Einsatz der Armee
für Salat und Gemüse, o yeah!

Die Schwäne paaren sich im Schilf.
Viele beten: „Santa Maria, hilf!“
„Mutter Erde, vergib‘ uns unsre Sünden!
Wir wollen wieder zu dir finden
und leben in Eintracht und Frieden.

Im Moment tut uns noch vieles betrüben.
Doch bald werden wir erwachen aus dem Schock,
die Wahrheit zeigt sich an jedem Ort.
Es werden die richtigen Regierungen gewählt,
die die Finger lassen von Lüge und Korruption.
Die Menschheit umarmt sich in digitaler Union.

 

Georg verbrennt den Adventskranz als Zeichen dafür, dass jetzt ein neuer Zeitabschnitt beginnt.

Mein Tagebuch: 16. April, Donnerstag

16. April, Donnerstag:
Es regnet immer noch nicht, die Temperaturen sind bereits sommerlich.
Die Rauchschwaden der nachbarlichen Zigaretten erreichen uns seltener.
Unseren Nachbarn habe ich Fotos von den Frühlingsblumen in ihrem Garten geschickt. Sie schreiben: Bei uns ist es schon Herbst, und wir sehnen uns nach dem Frühling in der Schweiz! Wir wissen noch nicht, wann wir zurückkommen können. Das lässt Georg keine Ruhe. Er erkundigt sich über einen Freund, der beim Eidgenössischen Bundesamt für Aussenpolitik EDA arbeitet, ob es noch einen Rückflug für Schweizer in Neuseeland geben wird.
Heute wird mit Spannung erwartet, für welche Lockerungsschritte der Bundesrat sich entschieden hat. Juhui! Die Coiffeursalons dürfen ab dem 27. April wieder öffnen, der Detailhandel erst ab dem 11. Mai. Lehr- und Schulabschlüsse werden mit einer Sonderregelung, die bis Oktober gelte, möglich sein, so wie es die kantonalen Schulämter vorgeschlagen hatten. Ein Radiojournalist sagt, der Bundesrat sei weiter um das Thema Schutzmasken herumgeeiert, da er es versäumt habe, rechtzeitig für genügend Masken zu sorgen. Für uns persönlich ändert dies im Moment nicht viel, aber wir spüren deutlich, wie sich im Land eine kleine Erleichterung breit macht. Voraussichtlich sollen die Landesgrenzen am 4. Mai wieder geöffnet werden.    
Georg besorgt frisches Gemüse und Eier vom heutigen Marktstand des Gemüsebauers aus der Umgebung. Der hiesige Bauer hat das Angebot des Hofladens erweitert: Es gibt ausser den üblichen Kartoffeln, Birnen und Äpfeln nun auch rote Beete, Sellerie und Karotten. Im Supermarkt des Dorfes gibt es keinen Prosecco mehr, dafür Rimus, d.h. eine Art Prosecco ohne Alkohol. Der schmeckt uns auch.
Neu lernen wir den Begriff «closed cases» kennen. Zu den «abgeschlossenen Fällen» werden Verstorbene und auch Genesene gezählt. Es bedeutet einfach, dass die Krankengeschichte, das Dossier, geschlossen werden kann. Es zählt also gleich viel, ob du gestorben oder genesen bist. Entweder ist dies eine bürokratische Logik oder Philosophie für Fortgeschrittene.
Vom EDA erfahren wir, dass am 19. April eine Maschine der Qatar Airlines von Auckland nach Zürich fliegen werde. Ich teile dies meinen Nachbarn in Neuseeland mit. Aber so schnell können sie ihr Haus dort nicht schliessen. Sie sind jedoch dankbar für unsere Vermittlung und haben sich von der Schweizer Botschaft auf eine Wartelisteliste für den Heimflug setzen lassen. Es werde wahrscheinlich Mitte Mai.

Mein Tagebuch: 15. April 2020

15. April, Mittwoch:
Morgen wird der Bundesrat die Schritte der Lockerung der Massnahmen beschliessen, «smart restart» nennt man das. Es besteht die Gefahr, dass die Risikogruppen wieder nicht richtig definiert werden. Also höchste Zeit für einen Leserbrief an den Bund:

„Deckmäntelchen Fürsorge
Bei der Diskussion um die Lockerung der Massnahmen werden die über 65-Jährigen weiter ausgegrenzt und stigmatisiert. Unter dem Vorwand, man wolle sie besonders schützen, bezeichnet man sie zu Unrecht pauschal immer noch als Risikogruppe.
Denn:
1. Das biologische Alter stimmt nicht mit dem Geburtsdatum überein.
2. Auch Junge können sogar ohne ihr Wissen das Virus haben und andere, auch Ältere anstecken.“

Auch heute ist wieder ein prachtvolles Wetter. Schweizweit besteht akute Waldbrandgefahr.

Der französische Präsident Macron findet, alle müssten sich jetzt hinterfragen, bei ihm angefangen! Alle staunen: Galt er doch bis jetzt als arrogant, also als unhinterfragbar.
Online fragt mich eine Firma: «Kennen Sie schon unser Virenschutzversprechen?» Dieses Wort wird wohl zum Unwort des Jahres 2020 gewählt werden.
Auf den Feldern in Italien besteht die Gefahr, dass die Ernte verderben wird. Es können nicht genügend Helfer aus dem Ausland in das Land, auch im Vereinigten Königreich nicht. Dort lässt man ein Flugzeug mit Erntehelfern aus Rumänien einfliegen! Mein Schwager gräbt vorsorglich schon mal seinen Rasen um und erweitert auf diese Weise den Gemüsegarten um mindestens 50 m2.
Die zu Anfang der Krise grösstenteils friedliche Stimmung beginnt bei umzuschlagen: Wir bemerken dies bei vielen Velo- und Autofahrern, vor allem bei den städtischen Buschauffeuren. Auch diejenigen, die früher sanft und meditativ fuhren, ändern spätestens jetzt ihren Fahrstil. Unser Innen- und Gesundheitsminister, der bis jetzt über die Corona-Krise hinwegstrahlte, wird langsam grantig. Seit Ende Februar dauert sein Arbeitsmarathon, der langsam Spuren hinterlässt. Anfang Mai wird das Parlament wieder tagen. Auch die Kantonsparlamente melden sich zurück. Jeder Kanton hat seine eigene Idee zum «smart restart», dann hätten wir für die Schweiz 26 Varianten!
Der blinde Tenor Andrea Bocelli steht alleine auf dem menschenleeren Platz vor dem Mailänder Dom und singt für die ganze Welt «Amazing Grace». Die Tauben flattern nicht herum, sondern sitzen ganz still zu seinen Füssen und hören zu. Die letzte Zeile heisst: «I was blind, but now I see!» , was bedeutet: «Ich war blind, doch jetzt kann ich sehen!»  

Mein Tagebuch: 12. April, Ostersonntag

Keltisches Sonnenkreuz

12. April, Ostersonntag:
Heute sieht der liegende Krug, ein Symbol für das Grab Christi, leer aus, daneben steht eine kleine Vase mit Schlüsselblumen, der Krug mit Wein und das Brot sind wie gestern auch wieder auf Johns Hausaltar, auch das keltische Sonnenkreuz. Mit seinen kunstvollen Verzierungen strahlt es eine wunderbar wohltuende Energie aus.
Das keltische Sonnenkreuz symbolisiert die Verbindung von Dualität (Gegensätzlichkeit) und Einheit. Durch den Sonnenkreis um die Kreuzung der Balken schliesst es sogar die Dualität in die Einheit ein! Dadurch entsteht die starke positive Ausstrahlung, die sich radiästhetisch messen lässt. Ein Kreuz mit ungleichen Balken hat hingegen eine negative Energie. Es ist eigentlich ein Folterinstrument. Wie viel Leid wurde durch dieses Kreuz in die Welt getragen!
Warum beten wir einen Christus an, der durch Folter gestorben am Kreuz hängt, obwohl er schon längst auferstanden ist? Die Reformatoren haben die Darstellung des Gekreuzigten entfernt, das Todessymbol hängt jedoch in jeder Kirche. Christus sei für unsere Sünden gestorben, heisst es. Auch für unsere heutigen und die zukünftigen? Also dürften wir ruhig wie bisher weitermachen. Wir dürfen Pestizide verstreuen, die Böden kaputt machen, die Ressourcen unserer Mutter Erde wegnehmen, die Meere verschmutzen, Delfine töten, Wälder abbrennen usw. Christus hat mal gesagt: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir!“ Er hat nicht gesagt, „Hilf‘ mir mein Kreuz zu tragen!“, noch „Nimm das Kreuz deines Nächsten auf dich!“ Er meinte, wir sollten das eigene Kreuz auf uns nehmen und ihm nicht nur bis zur Kreuzigung zu folgen, sondern bis zur Auferstehung! Ich bin zwar keine Theologin, aber eine Jung’sche Psychoanalytikerin. Das eigene Kreuz auf sich zu nehmen, bedeutet, den eigenen Widersprüchen zu begegnen. Christus sagte einmal: „Ihr seht den Balken im Auge des anderen, aber den Balken in eurem eigenen Auge seht ihr nicht!“ Das Kreuz besteht aus zwei Balken. Unsere inneren Widersprüche bzw. Schattenseiten sind uns nicht unbedingt bewusst. Wir projizieren sie auf andere, die dadurch zu Sündenböcken werden: „Die Chinesen“, „die Emigranten“, „die Asylsuchenden“, „die aus dem Ausland Zurückkehrenden, die das Virus wieder mitbringen“. Das Kreuz könnte als Aufforderung zur Selbsterkenntnis verstanden werden. Das keltische Sonnenkreuz ist ein Symbol für diese Möglichkeit. Es ist an uns zu wählen. „Die Krise hält uns den Spiegel vor!“, schreibt die NZZ. Persönliche Krisen fordern zur Selbstanalyse, zu Bewusstseinsarbeit auf: Wie möchte ich leben? Wer bin ich? Bei den jetzigen Ausgangsbeschränkungen haben wir dazu ideale Bedingungen: Wie Einsiedler*innen sind wir mit uns selbst konfrontiert. Ausweichen ist schwierig. Viele Menschen hinterfragen jetzt ihren Lebensstil und Lebenssinn. Diese Konfrontation mit sich selbst ist nicht einfach auszuhalten. Manche reagieren ihre Wut an den nächsten Familienangehörigen ab. In vielen Ländern nimmt die häusliche Gewalt stark zu. UNO-Generalsekretär Guterres rief die Regierungen weltweit dazu auf, Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Heim zu schützen und Vorbeugemassnahmen zu treffen. Bei der Bushaltestelle in unserer Nähe hängt ein Plakat von einer Organisation, die Männer in Schwierigkeiten unterstützt und Ratschläge gibt.                
Das prachtvolle Wetter lockt viele Leute nach draussen, doch es bleibt sehr ruhig. Den Kuchen vom Catering „Sefina“ schenken wir unseren Nachbarn zum Trost dafür, dass sie nicht nach Bosnien fahren können. Unsere älteren Nachbarinnen lehnen eine Kostprobe höflich ab.
Ich hole die bunt bemalten Ostereier aus Mähren (Georgs Heimat), der Walachei und Slowakei hervor. Sie symbolisieren mit den Farben Gelb, Weiss, Rot und Schwarz die Schöpfergöttin, die im Frühling alles neu macht. Die Eier aus der Slowakei sind kunstvoll mit gebügelten Strohhalmen beklebt und stellen eher christliche Symbole, wie zum Beispiel ein strahlendes Kreuz auf dunklem Grund, dar.

Ostereier aus der Slowakei und unten aus Mähren

Die französische Medienfachfrau Lilou Macé interviewt auf Youtube die spirituelle Lehrerin Sonja Choquette. Diese sagt sinngemäss: Wir verlassen gerade das Zeitalter des Patriarchats, das durch seinen Egoismus und seine Habgier besonders in letzter Zeit sehr destruktiv geworden sei, und beginnen den Prozess des Aufstiegs zu einem höheren Bewusstsein. Dieses sei verbunden mit neuen Werten wie Solidarität, Fairness, Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen. Es werde ein grösseres Gleichgewicht von männlichem und weiblichem Bewusstsein geben. Dabei beschränke sich «männlich» und «weiblich» nicht auf Mann und Frau. Beide müssten diese Qualitäten zunächst in der eigenen Seele ins Gleichgewicht bringen. Der Zeitpunkt des Starts zu diesem Prozess sei der 4.4.2020 gewesen. Die Meisterzahl 444 stehe numerologisch für neue Grundlagen, new foundations.

Vor ein paar Tagen habe ich geträumt: Eine Stimme sagte mir im Traum: «Wenn die geistigen Zusammenhänge klar werden, werden die Menschen keine Angst mehr haben.» Was ist wohl mit den «geistigen Zusammenhängen» gemeint? Ich versuche, das Puzzle zusammenzusetzen: Die Krise als Möglichkeit zur Selbsterkenntnis, als Spiegel für die Regierungen der Länder, als Aufforderung darüber nachzudenken, nachzuspüren, wie wir in Zukunft leben wollen. Viele Puzzlestücke fehlen noch, um den grossen Zusammenhang zu erkennen. Es braucht noch Zeit. Die Erkenntnis von Ostersonntag könnte sein: Wir sind nicht das Opfer einer Kreuzigung, sondern unsere Schöpferkräfte können auferstehen. Das Ende ist nicht das Ende. Es kann ein neuer Anfang sein! Das hat Christus uns gezeigt! Und darauf möchte ich heute mit euch anstossen und wie die Griechen voller Freude sagen: „Christos annesti!“ … so wie wir bald auch! 

Die Sonntagszeitung bringt heute mit grossen Schlagzeilen ein Interview mit einer Nationalrätin und Unternehmerin: «Der Bundesrat muss aufhören, jedem sagen zu wollen, was er zu tun hat. Er ist damit auf dem Holzweg.» So hat sie bereits mit ihrem Coiffeur ein Konzept entwickelt, wie die Sicherheitsmassnahmen auch dank Schutzmaske umgesetzt werden könnten. Sie ist bereit, allen Coiffeur-Salons Masken zu spenden und gibt ein Beispiel dafür, dass sie das Virus ernst nimmt, sich aber nicht zum Opfer macht, sondern kreative Möglichkeiten sucht. 

Ostereier aus der Walachei

Text und Fotos: Petra Dobrovolny

Mein Tagebuch: 6. und 7. April

6. April:
Eine Kölner Freundin im Alter der grauen Haare berichtet, dass sie bei ihren täglichen Spaziergängen von ihren Bekannten aus Angst nicht mehr gegrüsst werde. Nur noch von den Hunden.
Freunde, die auf Madeira leben, dürfen zwar zum Einkaufen fahren, aber im Auto darf nur eine Person sitzen.
Österreich kündigt eine Lockerung der Massnahmen nach Ostern an. Das weckt Hoffnungen. Der Schweizer Bundesrat meint, die Österreicher seien den Schweizern eben voraus. Ich meine: Sie haben in den letzten Jahren auch viele Skirennen vor den Schweizern gewonnen.
Wir würden uns gerne auf Antikörper testen lassen. Das ist immer noch nicht möglich. Hauptsache, wir sind so munter wie die Fische im nachbarlichen Aquarium.
Ich lade mein nächstes Video auf Youtube:  «Vergebung und Versöhnung». Dies sind wichtige Schritte zur Heilung. Ein nicht gerne angeschautes Thema. Ich sende es trotzdem mal in die Welt. Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=MSFMRDGScEw&t=21s

7. April: Ich öffne ein Büchlein von Hermann Hesse: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Suhrkamp Verlag) und es zeigt sich mir der letzte Vers seines Gedichts „Kind im Frühling“:

In Schmerzen nur und Dunkelheit
Wird süsse Frucht geboren.
Doch ist sie reif, so war kein Leid
Und war kein Weh verloren.“

Welch ein Trost! Wir freuen uns auf die süsse Frucht! Wie wird sie wohl aussehen?
Die Tour de Suisse wird abgesagt. Wunderbar für die Natur, denken viele.
Georg bringt uns von unserem Apotheker südkoreanische Schutzmasken. Diese sind besser als die chinesischen, die ursprünglich als Schutz vor Smog gedacht waren.
Die British Academy of Sound Therapy erinnert daran, dass Klänge wichtig sind für das seelische Wohlbefinden und das Immunsystem stärken.
Der verband für Komplementärmedizin fordert vom BAG mehr Gehör und Mitsprache. Gerade jetzt sei die Stärkung des Immunsystems mit natürlichen Mitteln sehr wichtig.